Der „polnische Spiderman“ sorgt für Aufregung in Paris

Ein Mann ist an der Fassade des Tour Montparnasse hochgeklettert. Es war nicht die erste spektakuläre Aktion des Extremsportlers.

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Offensichtlich handelt es sich bei dem Kletterer um die Mann, der sich selbst im Aufzug fotografiert hat. Zu lesen ist: Wir sehen uns oben.

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Große Aufregung am Fuße des Hochhauses

Die Menschen am Fuß des Tour Montparnasse in Paris trauen ihren Augen nicht. In schwindelnder Höhe hängt am Freitagabend ein Mann an der Fassade des 210 Meter hohen Gebäudes. Viele denken zuerst, es handle sich bei der Person um jemandem, der seinem Leben durch einen Sprung in die Tiefe ein Ende setzen möchte. Doch weit gefehlt. Völlig ruhig und gekonnt kletterte der Mann ohne Seilsicherung und andere Hilfsmittel nach oben.

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Die Leute trauen ihre Augen nicht

„Als ich gegen 19,30 Uhr den Bahnhof Montparnasse verließ, sah ich die Rettungssanitäter, die Feuerwehrleute, die Polizei. Ich dachte, dass etwas Ernstes passiert ist“, erzählt eine Frau der Tageszeitung „Le Parisien“. Alle Leute aber hätten die Köpfe in die Luft gereckt, dann habe auch sie den Grund für den Menschenauflauf entdeckt. „Dort sehe ich einen Mann in einem weißen T-Shirt, der mit bloßen Händen und ohne Seil auf den Wolkenkratzer klettert,“ erzählt die Frau. Er sei sehr sicher und flüssig geklettert, so als habe er sein Leben lang nichts anderes getan.   

Retter seilen sich zu dem Mann ab

Während der Kletterer seinen Aufstieg unbeirrt fortsetzte, seilte sich vom Dach des Turms ein Retter zu dem Mann. Nach einem kurzen Meinungsaustausch in großer Höhe schloss sich der Helfer dem Kletterer an und begleitete ihn bei der Tour bis zur Aussichtsplattform. Auf dem Dach des Hochhauses wurde der Mann dann festgenommen.

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Den Namen des Kletterers nannte die Polizei nicht. Er ist demnach Pole und war nach eigenen Angaben als Tourist in Paris. Hinweise auf die Identität des Kletterers liefert allerdings die Fotoplattform Instagram. Auf einem Konto wurde einige Minuten vor dem Aufstieg ein Foto geteilt. Zu sehen ist ein junger Mann, der genauso gekleidet ist wie der Kletterer des Montparnasse-Turms, der sich in einem Aufzug fotografiert. „Wir sehen uns oben“, steht auf dem Foto in polnischer Sprache.

Nicht die erste Aktion des Polen

Wahrscheinlich handelt es sich um den Polen Marcin Banot, der unter dem Pseudonym BNT im Internet unterwegs ist. Es wäre nicht der erste Coup des 30-Jährigen, der sich auf Instagram und Youtube als Kletterer und Videograf präsentiert. Bekannt ist er als „polnischer Spiderman“, der schon für einige Aufregung sorgte, als er im Juni 2019 auf das Marriott Hotel in Warschau geklettert ist. Der Tour Montparnasse ist das höchste Hochhaus in der Pariser Innenstadt. 2015 war bereits der berühmte Fassaden-Kletterer Alain Robert, der als „französischer Spiderman“ bekannt ist, auf das Hochhaus geklettert. Auch er wurde festgenommen.

Corona Frankreich: Oder ist es doch eine Frage der Disziplin?

Immer wieder dieselbe Frage: Was macht Deutschland besser in Sachen Corona? Eine befriedigende Antwort gibt es nicht – sie setzt sich allerdings aus vielen Faktoren zusammen. Fakt ist: in Frankreich sind wieder 10.600 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden und die Zahl der Toten liegt zum ersten Mal über jener vom Frühjahr.

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Viele Menschen auf engem Raum

Die Corona-Situation ist in Großstädten wie Marseille, Bordeaux oder Paris besonders ernst. Das lässt sich natürlich einfach damit erklären, dass dort sehr viele Menschen auf engem Raum leben. Infektionen können sich – vor allem im morgendlichen und abendlichen Nahverkehr – leicht weiterverbreiten. Die Métros sind eng und schlecht belüftet – ideale Bedingungen für ein Virus.

Eingewendet wird auch, dass Frankreich deutlich mehr Teste durchführt als noch im Frühjahr. Allerdings hinkt man mit der Auswertung der Tests sehr hinterher. Die Leute müssen stundenlang anstehen und bekommen ihre Ergebnisse dann viele Tage danach erst mitgeteilt. Experten beklagen, dass auf diese Weise Verdachtsfälle nicht schnell genug erkannt und isoliert werden können. Zu langsam auf jeden Fall, um Infektionsketten zu durchbrechen.

Kritik an der französischen Regierung

Beklagt wird auch ein Schlingerkurs der Regierung. Der Mediziner und frühere Gesundheitsdirektor William Dab kritisierte im „Journal de Dimanche“, dass Premier Jean Castex zuletzt keine wirklich starken Maßnahmen angekündigt habe, sondern nur Anpassungen. Castex wolle das Leben mit dem Virus und dem Wirtschafts- und Schulleben aussöhnen. Die Strategie Frankreichs ist immer noch nicht klar definiert – hatte man im Frühjahr noch eindeutig auf den zentralisierten Staat gesetzt und dieselben strengen Ausgangsbeschränkungen für alle verhängt, nimmt die Regierung jetzt die Regionen in die Pflicht.

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Scheitern der Quarantäne-Regeln

Doch nicht allein die Regierung kann an den Pranger gestellt werden – Probleme gibt es bei der Disziplin der Franzosen im Kampf gegen die Pandemie. Der wissenschaftliche Corona-Beirat in Frankreich hat kürzlich ein „Scheitern“ der Quarantäne-Regeln festgestellt. Auch Gesundheitsminister Olivier Véran räumte ein, die meisten Franzosen hielten sich nicht an die Selbstisolation.

Das ist zum Teil allerdings verständlich, denn viele Franzosen arbeiten in prekären Anstellungen und haben schlicht Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Auch ist es für viele schlicht nicht möglich, zuhause im Homeoffice zu bleiben. Sie arbeiten als Müllarbeiter, Parkwächter, Putzhilfen, in Supermärkten oder Restaurants.

Zu viele Partys werden gefeiert

Deutlicher wird die Kritik an den jungen Menschen und der eher bürgerlichen Schicht in Frankreich. Ähnlich wie in Spanien infizieren sich vor allem Jüngere mit dem Virus. Man geht davon aus, dass zu viel gefeiert wird. Vor allem im Sommer war das ein großes Problem. Schließlich mussten einige Gemeinden am Meer ihre Strände schließen, weil dort immer wieder Partys gefeiert wurden.

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In den französischen Medien merkt man außerdem an, dass der Mindestabstand in Frankreich bei einem Meter liegt – nicht wie in Deutschland bei 1,50 Meter. Und zur Begrüßung gehören eigentlich die Bise – also Küsschen – dazu. Auch wenn sich die Französinnen und Franzosen bemühen: Das berühmte Küsschen wegzulassen, fällt schwer. Laut Umfrage verzichten auf Wangenkuss und Händeschütteln nur noch 66 Prozent statt zuvor 92 Prozent. Laut Befragungen der nationalen Gesundheitsbehörde befolgen die Franzosen auch Ratschläge wie regelmäßiges Händewaschen inzwischen deutlich seltener als auf dem Höhepunkt der Krise Anfang April.

Nachlässiges Tragen der Maske

Auch beim Tragen der Maske werden die Franzosen immer laxer. Zwar wird von der Polizei hart durchgegriffen – die Strafe beträgt 135 Euro – doch man sieht immer mehr Menschen, die die Mund-Nase-Bedeckung nicht oder nur halb aufhaben.

Die Zeitung „Figaro“ berichtet dazu:

Près de 45.000 personnes ont été verbalisées pour non-respect du port du masque depuis le mois de mai en France, a déclaré jeudi 17 septembre le ministre de l’Intérieur Gérald Darmanin, devant une commission d’enquête sénatoriale sur la gestion de la crise sanitaire.

Probleme beim Corona-Tracking

Ein Problem ist die Nachverfolgung von Infektionsketten. Dabei sollte eigentlich die Corona-Tracking-App „StopCovid“ helfen, doch die ist – das muss man so deutlich sagen – ein Flop. Sie wurde mehr als zwei Millionen Mal runtergeladen und hat weniger als 200 Mal angeschlagen, was sogar von offizieller Seite als „lächerlich“ bezeichnet wird. In Restaurants und Bars gibt es keine Formulare, um Kontaktfälle zu identifizieren.

Corona verleiht Giorgio de Chirico erschreckende Aktualität

Das Musée de l’Orangerie in Paris zeigt Werke der metaphysischen Malerei des italienischen Künstlers.

Wegen der Corona-Beschränkungen darf nur eine begrenzte Anzahl von Besuchern ins Museum. Das bringt Ruhe beim Betrachten der Bilder.

Keine Schlange am Eingang des Museums

Wir leben in besonderen Zeiten. In Paris wird eine Ausstellung eröffnet und es bildet sich keine unendlich lange Schlange vor dem Eingang des Museums, allein das ist ein kleines Ereignis. Das irritiert umso mehr, da im Musée de l’Orangerie Werke von Giorgio de Chirico (1888-1978) gezeigt werden, einem der bedeutendsten italienischen Künstler der Avantgarde. Zudem sind die Macher der Werkschau kein Risiko eingegangen und legen den Fokus auf seine metaphysische Malerei, die mit Abstand berühmteste Periode des Künstlers – unter normalen Umständen ein absoltes Muss für jeden Paris-Touristen. Aber: die französische Hauptstadt ist Corona-Risikogebiet und viele Menschen machen einen großen Bogen um die Stadt.

Beängstigende Aktualität des Werkes

Beängstigend aktuell wirken die Werke Girogio de Chiricos, die alle zwischen 1911 und 1918 entstanden sind. De Chirico gilt als Hauptvertreter der bis in die 1920er Jahre dauernden Strömung der metaphysischen Malerei, die durch rätselhafte Bilder die wahre Realität enthüllen und überwinden wollte. Im Musée de l’Orangerie zu sehen sind unheimliche, traumähnliche Stadtlandschaften, deren Leere an die Plätze in Paris während des zweimonatigen Corona-Lockdowns erinnern. Die gesichtslosen Figuren in den Gemälden wirken wie die Maskenträger, die in jenen Wochen im Frühjahr vereinzelt und verloren wirkend über die verwaiste Champs-Èlysées huschten.

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München, Paris, Ferrara

Etwas holzschnittartig teilen die Macher der Werkschau das Schaffen Giorgio de Chiricos in drei Perioden ein: München, Paris, Ferrara. Verständlich werden manche Entwicklungen und Seitenstränge seines Schaffens erst durch die Lektüre des sehr guten Ausstellungskataloges mit vielen pointierten Aufsätzen. Schwerpunkt der aktuellen Schau liegt natürlich auf der Zeit in Paris, wo sich der Maler und Grafiker erstmals zwischen 1911 und 1915 längerfristig aufhielt. Während seines Aufenthalts in der französischen Hauptstadt kam de Chirico mit Pablo Picasso, André Derain und dem Dichter und Kunstkritiker Guillaume Apollinaire zusammen, der von der Originalität der Bildsprache des Italieners fasziniert war.

Klare Trennung zum Spätwerk

Die Ausstellungsmacher ziehen dann einen konsequenten Trennungsstrich zu seinem späteren Werk, in dem der Künstler sich von der Moderne abwandte und die Alten Meister in seinen Fokus rückte. Enttäuscht urteilte damals der Surrealist André Breton, dass es zwei Teile in Giorgio de Chiricos Schaffen gebe, eine frühe und eine schlechte Phase. Die Organisatoren der aktuellen Ausstellung scheinen diese Auffassung in gewisser Weise zu teilen. ENDE-ENDE

Die Ausstellung im Musée de l’Orangerie ist bis zum 14. Dezember täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, Dienstag geschlossen; Eintritt normal: 12,50 Euro, ermäßigter Tarif: 10 Euro. Online-Reservierung und das Tragen von Mund- und Nasenschutz sind zwingend.

Corona Frankreich: Zweite Welle erreicht die Städte

Frankreich kämpft weiter gegen die zweite Corona-Welle. Konzentrierte sich die Aufmerksamkeit bisher aus Marseille und Bordeaux, kommen nun auch Lyon und Nizza in den Fokus. Sorge macht die Ausbreitung des Virus bei der Generation Ü65.

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Die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in den Städten

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Zahl der Corona-Infektionen steigt

In Lyon ist die Zahl der Infizierten in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Der Index liegt inzwischen bei fast 200 – das ist die Zahl der positiven Fälle 100.000 Einwohner. Das heißt die Zahl ist viermal höher als die Alarmschwelle von 50. Sorge macht den Verantwortlichen, dass immer mehr ältere Menschen von dem Virus befallen werden.

Dieselbe Sorge an der Côte d’Azur, wo diese Rate in Nizza nahe bei 150 liegt – auch dort steigt die Zahl bei den über 65-Jährigen. Angesichts dieser schlechten Zahlen hat der Präfekt von Alpes-Maritimes angekündigt, dass Bars und Restaurants womöglich früher schließen müssen – oder in Ausnahmefällen ganz zu machen müssen. Die Behörden scheinen bereit, ziemlich hart durchzugreifen. Auf Anordnung der Regierung müssen die Behörden und betroffene Privatpersonen in der Rhône und in den Alpes-Maritimes ab Samstag spezifische Maßnahmen vorschlagen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Der Gesundheitsminister warnt

Auch aus anderen Städten kommen schlechte Nachrichten. Rennes, Paris, Toulouse oder Dijon sind ebenfalls im Visier, wo die Indexrate drei- bis viermal höher ist als die Alarmschwelle. „Wir werden die Entwicklung der Situation in diesen Metropolen äußerst aufmerksam verfolgen“, betont Gesundheitsminister Olivier Véran. Ein genereller Lockdown kommt allerdings nicht in Betracht. Man werde versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Vorsorge und wirtschaftlichen Gegebenheiten suchen, heißt es immer wieder.

Im Département Haute-Garonne mit der Stadt Toulouse hat die Präfektur beschlossen, dass ab Samstag keine Gruppen von mehr als zehn Personen in öffentlichen Räumen zusammenstehen dürfen. Außerdem sind alle Tanzveranstaltungen verboten und auch der öffentliche Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen ist untersagt. Zudem wurde die Maskenpflicht um einen Monat verlängert.

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Appell an die jungen Menschen

Immer wieder kommt der Appell an die jungen Menschen, sich an die Hygieneregeln zu halten – da dies auch Auswirkungen auf die älteren, gefährdeten Generationen hat.

 Im Sommer stieg die Zahl der Infektionen bei jungen Menschen stark an und lag bei 140 pro 100.000 bei 15- bis 40-Jährigen. Doch offensichtlich nur bei rund der Hälfte der jungen Infizierten zeigten sich Symptome. Das Risiko ist, dass diese Jungen ihre Eltern und Großeltern infizieren, die anfälliger für schwere Formen der Krankheit sind. Genau diese Befürchtung sei nun eingetreten, erklären die Gesundheitsbehörden. Seit einigen Wochen zeigen Zahlen, dass sich die Verbreitung des Covid-Virus unter den über 65-Jährigen beschleunigt hat. „Seit August sind die Auswirkungen real und sichtbar“, sagte der Gesundheitsminister, insbesondere auf den Intensivstationen.

Die Corona-Zahlen in Frankreich – Stand 12. September 2020

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Nachtrag:

Die Zeitung „Parisien“ berichtet, dass in einem Altenheim in Roanne mindestens 50 neue Corona-Fälle entdeckt worden sind. Und auch in einem der größten Altenheime Frankreichs in Bourges mit 619 Bewohnern scheint die Pandemie zu grassieren.

In Bordeaux stellt sich die Weihnachtsbaum-Frage

In der Stadt am Atlantik soll im Zentrum zum ersten Mal kein geschmückter Christbaum aufgestellt werden – doch es regt sich Widerstand  

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Die Baum-Befürworter versuchen mit einer Online-Petition das Schicksal noch zu wenden. Die Chancen stehen aber schlecht.

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Keine Harmonie in Bordeaux

Weihnachten ist das Fest der Besinnung und des Innehaltens. Gerade nach dem monströsen Pandemie-Jahr 2020, das bei vielen Menschen für Angst und böse Überraschungen gesorgt hat, sehnen sich viele nach ein paar friedlichen und unbeschwerten Tagen.

In der französischen Hafenstadt Bordeaux wird diese Hoffnung nach Ruhe und Eintracht allerdings nicht in Erfüllung gehen – was mit dem frischgewählten grünen Bürgermeister Pierre Hurmic zu tun hat. Der hat in diesen Tagen angekündigt, dass im Dezember kein Weihnachtsbaum im Stadtzentrum aufgestellt wird. Seine Begründung: er wolle keinen toten Baum, der auf einem Lastwagen quer durch Frankreich transportiert wurde.

Von der Empörung völlig überrascht

Die Rathausspitze hatte allerdings nicht mit dem Aufschrei gerechnet, der nach der Ankündigung in der Bürgerschaft die Runde machte. „Wir sind überrascht von den vielen Kommentaren in dieser Sache“, gesteht Didier Jeanjean, der Stellvertreter des Bürgermeisters und er unterstreicht, dass das letzte Wort natürlich noch nicht gesprochen sei. Sollte eine Online-Petition, die von den Baum-Befürwortern ins Netz gestellt wurde, von den meisten Bürgern unterzeichnet werden, werde man im Rathaus in dieser Sache noch einmal intensiv beraten.

Unterdessen wittert die politische Konkurrenz die erste Gelegenheit, dem neuen Stadtoberhaupt eins auszuwischen. An die Spitze der Kritiker hat sich der jüngst abgewählte Bürgermeister Nicolas Florian gestellt und lässt dabei erahnen, wie schmerzhaft die Wunden noch sind, angesichts der verlorenen Wahl gegen seinen grünen Herausforderer vor wenigen Monaten. „Als ich im Amt war“, sagt er, „habe ich aus Kostengründen die 80.000 Euro teure Schlittschuhbahn an Weihnachten abgeschafft.“ Der Weihnachtsbaum aber blieb stehen. Wenn der neue Bürgermeister keine toten Bäume möge, dann müsse er auch alle Häuser mit Holzkonstruktionen verbieten, polemisiert Nicolas Florian.

Die Einwohner sind zwiegespalten

Die Einwohner von Bordeaux sind in Sachen Weihnachtsbaum zwiegespalten. Viele zeigen allerdings Verständnis und erklären, dass die 60.000 Euro, die der Baum kosten würde, in Kindergärten oder Schulen investiert werden könnten. Die Online-Petition der Befürworter mit dem Titel „Bordeaux will seinen Weihnachtsbaum behalten“ kommt dagegen nicht so richtig in die Gänge. In den ersten Wochen wurden rund 15.000 Unterschriften gesammelt. Bei knapp 250.000 Einwohnern scheint es also eher wahrscheinlich, dass im Zentrum der Stadt zum ersten Mal seit Jahrzehnten kein schön geschmückter Weihnachtsbaum die Herzen der Menschen erwärmen wird.

Frankreichs Kampf gegen die zweite Corona-Welle

Im ganzen Land steigt die Zahl der Infektionen stark an. Ein Grund: zu häufig werden die Abstandregeln missachtet. Nun greifen die Behörden zu zum Teil harten Maßnahmen.

Kein Fahrer der Tour de France positiv

Es gibt auch eine gute Corona-Nachricht aus Frankreich. Bei der zweiten Testwelle während der Tour de France ist bei keinem Fahrer eine Infektion festgestellt worden. Das Radrennen kann also ohne weitere Ausfälle in seine Schlussphase gehen. Erstaunlich ist, dass sich der Tour-Tross scheinbar unbeschadet durch ein Land bewegen kann, in dem die Pandemie wieder massiv um sich greift. Immer neue sogenannte Cluster mit Infizierten werden identifiziert, inzwischen ist das halbe Land zur „roten Zone“ erklärt, wo sich nach Angaben der Regierung das Virus „aktiv verbreitet“. In Frankreich sind rund 31.000 Todesfälle gemeldet. Am Wochenende wurde landesweit ein neuer Höchststand von mehr als 10.000 Neuinfektionen in 24 Stunden erreicht.

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Die 42 Départements, die inzwischen in Frankreich zur roten Zone erklärt wurden

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Marseille wird zum Corona-Hotspot

Zu den Corona-Hotspots zählt Marseille, wo seit Mitte August die Zahl der Neuinfektionen steil in die Höhe schnellt. Mit zuletzt 312 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet Marseille den Corona-Warnwert von 50 um mehr als das Sechsfache. Die Behörden verhängten deshalb besonders scharfe Schutzmaßnahmen, Marseille wird damit zum Testfall für den neuen Umgang Frankreichs mit der Pandemie. Zur Sicherheit haben die öffentlichen Krankenhäuser von Marseille die Zahl der Notfallbetten für Corona-Patienten auf 139 aufgestockt, es gibt 32 Beatmungsplätze. Ein großer Teil ist bereits belegt.

Lockdown soll vermieden werden

Auf keinen Fall wird es aber einen erneuten generellen Lockdown geben. Das haben die französische Regierung und auch die Stadtverwaltung von Marseille mitgeteilt. Die Wirtschaft des Landes kämpft noch immer mit den Auswirkungen der ersten Ausgangssperre im Frühjahr, die unter anderem die Arbeitslosenzahlen drastisch steigen ließ. „Strafmaßnahmen helfen nur einen kurzen Moment“, ist die neue Bürgermeisterin Michèle Rubirola überzeugt. Die 64-jährige Ärztin setzt auf die Einsicht der Bürger, wie sie der Zeitung „Le Monde“ sagte. Das verfängt allerdings nicht bei allen. Für Kopfschütteln sorgten am Wochenende Fernsehbilder hunderter Fans des Fußball-Erstligisten Olympique Marseille, die am alten Hafen den Sieg über Paris feierten – ohne Sicherheitsabstände, viele ohne Schutzmasken. Schon im Sommer warten Virologen angesichts von überfüllten Stränden und Fußgängerzonen vor dem erneuten Aufflammen der Pandemie.

Große Sorge in den Altenheimen

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle ist vor allem in den Altenheimen sehr groß. Anders als in Deutschland sind dort sehr viele Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben. So sind etwa im südfranzösischen Sévérac-d’Aveyron zuletzt in wenigen Tagen sechs Senioren Opfer von Covid-19 geworden. Manche Einrichtungen haben sich bereits entschlossen, Besuche von Angehörigen stark einzuschränken oder sogar ganz zu verbieten. Grund dafür ist, dass sich zu viele Besucher nicht an die Hygieneregeln halten würden, erklärt ein Arzt. Sie würden die alten Menschen umarmen oder mit ihnen ohne Maske in einem engen Zimmer sitzen.

Universitäten im Corona-Fokus

Sorge bereitet den Verantwortlichen auch der Beginn des neuen Studienjahres. Die Befürchtung ist, dass Universitäten landesweit zu den neuen Hotspots werden könnten. Auch hier scheint weniger der Unterricht das Problem, sondern die privaten abendlichen Zusammenkünfte der Studenten und auch das Zusammenleben in größeren Wohngemeinschaften, bei dem nicht auf die Hygieneregeln Rücksicht genommen wird. Eine Fakultät in Reims wurde bereits geschlossen. Von den Universitäten in Nantes, Amiens, Nancy und Toulouse werden stark steigende Infektionszahlen gemeldet.

Inzwischen sind in Paris und anderen Städten wegen der angespannten Lage viele Großveranstaltungen abgesagt worden. In Paris fällt die internationale Kunstmesse FIAC aus, wie die Organisatoren mitteilten. Der französische Verwaltungsbezirk Nord mit den Städten Dünkirchen und Lille sagte wegen der „brutalen Beschleunigung“ der Infektionszahlen geplante Nachbarschaftsfeste sowie die Europäischen Tage des Kulturerbes an diesem Wochenende ab. Die Öffnung von Denkmälern und Kulturstätten zieht in ganz Frankreich normalerweise Hunderttausende Menschen an.

Corona Frankreich: In Bordeaux werden die Regeln verschärft

Frankreichs Furcht vor einer zweiten Corona-Welle wird täglich größer. Zu beunruhigend sind die Zahlen von neuen Infektionen. Am Wochenende wurden mehr als 10 000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet – die Lage ist aber regional unterschiedlich. Die Regierung hatte zuletzt vor allem auf regionale Maßnahmen gesetzt und an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen im Land appelliert.

In diesem Fall greifen die Verantwortlichen von Bordeaux im Kampf gegen das Coronavirus hat durch und verhängen strengere Regeln. Private Treffen im Freien seien auf zehn Personen beschränkt, kündigte die Präfektin Fabienne Buccio an. Sie forderte Familien außerdem auf, Familienfeiern wie Hochzeiten auf ebenfalls maximal zehn Personen zu beschränken. Tanzpartys, Flohmärkte oder Nachbarschaftsfeste seien nicht erlaubt, Schulausflüge abgesagt. Die Behörden haben außerdem den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen in der Stadt verboten.

Die Begrenzung für öffentliche Veranstaltung im Département Gironde an der Atlantikküste liege nun bei 1000 statt 5000 Menschen, so die Präfektin Buccio. „Die Situation ist nicht alarmierend, aber besorgniserregend“, sagte sie mit Blick auf Krankenhäuser. Man müsse das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen. Wenn nötig, werde man noch härtere Maßnahmen ergreifen.

Frankreichs Premier Jean Castex hatte die Städte Bordeaux, Marseille und das französische Überseegebiet Guadeloupe aufgefordert, strengere Regeln einzuführen. Grund dafür ist, dass die Corona-Lage in diesen Regionen besonders ernst ist.

In der Haute-Garonne wurde eine Demo der Gilets Jaunes verboten.

Corona in Frankreich: Große Sorge im Elsass

Unruhe im Elsass. Wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen ist das Département Bas-Rhin direkt neben der Ortenau von den französischen Gesundheitsbehörden zu einer „roten Zone“ erklärt worden. Für Touristen und vor allem Berufspendler bedeutet das allerdings noch nichts. Eine Reisewarnung für Fahrten ins Département Bas-Rhin gibt es auf deutscher Seite bislang nicht. 

Das Bas-Rhin ist zur „roten Zone“ erklärt worden. Die Daten finden sie HIER!

Die Bewohner des Elsasses haben die vergangenen Monate in keiner guten Erinnerung. Die Region war eine der am meisten betroffenen Gegenden in Frankreich, viele Menschen starben, die Grenzen zu Deutschland wurden geschlossen. Im März war der Mangel an Schutzausrüstungen vor allem in den Kliniken und Altersheimen im Elsass eines der Hauptprobleme. Ein solches Szenario soll dieses Mal – trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen – vermieden werden. Zu den Risikogebieten gehören neben Straßburg auch Haguenau, Saverne, Sélestat oder Molsheim.

Für Berufspendler hat die neue Lage keine Auswirkungen. Sie können weite ohne Probleme über die Grenze fahren – und müssen sich auch nicht testen lassen. Weiter möglich sind auch Kurz-Besuche in der betroffenen Region. Wer also zum Einkaufen ins Elsass fahren möchte, kann dies tun. Nur wer sich länger als 48 Stunden in einer sogenannten roten Zone aufhält, sollte sich bei seiner Rückkehr einem Corona-Test unterziehen.

Für eine gewisse Unruhe bei den Verantwortlichen sorgt die Tatsache, dass im Elsass, wie in ganz Frankreich, die Schule wieder begonnen hat. Für Kinder ab elf Jahren besteht dort Maskenpflicht. Befürchtet wird, dass sich die Schulen als Infektionsherde erweisen könnten. Das ist nicht ganz unbegründet, denn in den vergangenen Wochen hatte sich herausgestellt, dass vor allem in den Büros und anderen Arbeitsplätzen die Infektionszahlen stark ansteigen.

Die Behörden hatten schon früh auf eine mögliche zweite Corona-Welle reagiert. In den größeren Gemeinden im Raum Straßburg und in Städten wie Mulhouse sollte die Maskenpflicht noch bis Ende September auch im öffentlichen Raum oder zumindest in Teilen davon bestehen – in den Läden ist sie ohnehin Pflicht. Allerdings wurde diese Anordnung vom Verwaltungsgericht in Straßburg für die Stadt Straßburg und zwölf kleineren Gemeinden gekippt. Das Gericht begründete dies mit der Einschränkung der Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. Geklagt hatten zwei Krankenhausärzte.

Die Maske könne einschränkend sein, sagt Rémy With der Badischen Zeitung. „Aber ich habe das Gefühl, dass es in unserer Region von der Bevölkerung ziemlich gut angenommen wird. Wir haben eine äußerst dramatische Gesundheitssituation erlebt, die ihre Spuren hinterlassen hat, eine Situation, die sich auf keinen Fall wiederholen darf.“ Heute zirkuliere das Virus zwar weiterhin, „aber wir liegen weit unter dem Niveau, das das Département Haut-Rhin im Frühjahr erlebt hat.“ Die Einwohner wüssten das und seien sich der Wirksamkeit der Präventivmaßnahmen bewusst. Vor allem, solange es keinen Impfstoff gegen Covid-19 gibt.

Die Krankenhäuser im Elsass laufen inzwischen wieder im Normalbetrieb, es wurden praktisch keine neuen Corna-Patienten eingeliefert. Dennoch sind die Behörden alarmiert, da sich die Infektionszahlen wieder auf einen kritischen Wert zubewegen. Dieser liegt bei 50 Neuinfektionen pro Woche bei 100.000 Einwohnern. In der Stadt Straßburg wurde dieser Wert in diesen Tagen mit 55 Infektionen bereits überschritten.

In Frankreich gelten jetzt insgesamt 28 der rund 100 Verwaltungsbezirke als sogenannte „rote Zonen“. Diese Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. So können etwa die Öffnungszeiten von Restaurants beschränkt werden oder auch die Besucherzahlen von öffentlichen Einrichtungen wie Museen.

Corona in Frankreich: Sieben neue „rote Zonen“

In Frankreich werden sieben Départements neu in „rote Zonen“ eingeteilt.  Das wurde am Sonntag im  „Journal officiel“ bekanntgegeben. Dazu zählen: Corse-du-Sud, Haute-Corse, Côte-d’Or, Nord, Bas-Rhin und Seine-Maritime – und die Insel Réunion.

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Ungünstige epidemische Dynamik

Paris und die Bouches-du-Rhône waren seit dem 14. August die ersten „roten Zonen“. Dreizehn Tage später, am 27. August, erklärte Premierminister Jean Castex 19 weitere kleinere Regionen in Frankreich zu Risikogebieten. „Diese Bereiche mit aktiver Verbreitung des Virus sind hauptsächlich durch eine Inzidenzrate von mehr als 50 und eine ungünstige epidemische Dynamik gekennzeichnet“, erklärt die Pariser Generaldirektion für Gesundheit (DGS).

Die jüngsten Daten von Public Health France zeigen, dass die Inzidenzrate, das heißt die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, tatsächlich über der „Alarmschwelle“ liegt.

Einschränkungen des öffentlichen Lebens

In den sogenannten roten Zonen kann die zuständige Präfektur Einschränkungen des öffentlichen Lebens vornehmen. Dazu gehört insbesondere die Beschränkung von Reisen. Es kann aber auch der Zutritt zu Museen, Indoor-Sportanlagen oder sogar Restaurants beschränkt werden. Für Touristen in Frankreich heißt das, dass Sie sich auf in den jeweiligen Regionen erkundigen müssen, welche Einschränkungen herrschen.

In der Region Bouches-du-Rhône müssen zum Beispiel Restaurants und Bistros um 23 Uhr schließen, Samstag dürfen bis kurz nach Mitternacht Getränke aufgeschenkt werden. Auch in Paris wird über eine solche Maßnahme nachgedacht, erklärte der Sprecher der französischen Regierung, Gabriel Attal.

Behörden besorgt über schnelle Ausbreitung

Bereits am Samstag hatten die Behörden gewarnt, dass sich das Coronavirus in Frankreich weiterhin schnell ausbreite. Innerhalb von 24 Stunden seien 8550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. 4,7 Prozent der ausgewerteten Tests waren demnach positiv. Am Vortag war mit 8975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden.

Auf dem französischen Festland breite sich das Virus weiter exponentiell aus, hieß es. „Die Dynamik der stark zunehmenden Ansteckungen ist besorgniserregend.“ Die Zunahme der positiven Tests könne nicht allein mit der Ausweitung der Tests erklärt werden. Seit Anfang Juli habe sich die Zahl der registrierten Corona-Patienten mehr als verdoppelt, die Zahl der Neuansteckungen liege sogar zwölf Mal so hoch wie vor zwei Monaten.
Mit fast 30.700 Todesopfern ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Unter diesem Link kann man sich bei Géodes über die aktuellen Zahlen in den jeweiligen Départements informieren. Zu finden ist eine interaktive Grafik.

So sieht die Karte mit den aktuellen Zahlen aus.. Den Link finden Sie hier!

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Hier noch einmal eine Karte mit den Städten, in denen im öffentlichen Raum eine Maske getragen werden muss. Da fast täglich neue hinzu kommen, sollten sich die Besucher auf jeden Fall informieren, wie die Lage ist.

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Nachtrag:

Das Gesundheitsministerium registrierte am Sonntag 7071 Neuinfektionan nach 8550 Neuinfektionen am Vortag. Am Freitag hatten die französischen Behörden mit 8975 Neuinfektionen eine Rekordzahl gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich 324.777 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um drei auf 30.701.

Masken-Pflicht in ganz Paris

Seit Freitagmorgen müssen die Menschen überall in Paris unter freiem Himmel eine Maske tragen – Samstag zieht die Elsass-Metropole Straßburg nach.

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Radfahrer von Maskenpflicht befreit

In Paris sind die Regeln nun aber doch nicht so streng wie ursprünglich vorgesehen. Wer eine körperliche Aktivität wie Joggen oder Radfahren ausübe, bleibe von der Maskenpflicht befreit, teilte die Pariser Polizeipräfektur am Freitag mit. Man werde die neue Regel nun erstmal im Rahmen einer Aufklärungskampagne umsetzen. Verwarnungen würden mit Augenmaß ausgesprochen.

Zuvor hatte das Pariser Rathaus gegen die Maskenpflicht auf dem Rad protestiert. „Wir halten es für eine schlechte Entscheidung“, sagte Vizebürgermeister Emmanuel Grégoire dem Sender BFM Paris. „Es schreckt davon ab, ein Fahrrad zu benutzen. In diesem Punkt sind wir nicht einer Meinung.“ Die Polizeipräfektur lenkte kurze Zeit später ein.

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In Paris galt bereits zuvor in weiten Teilen der Innenstadt eine Maskenpflicht unter freiem Himmel. Allerdings handelte es sich bei den Masken-Zonen um einen unübersichtlichen Flickenteppich. Nur an wenigen Orten in der Stadt gab es Schilder, die auf die Verpflichtung hinwiesen. Häufig war den Pariserinnen und Parisern gar nicht klar, wo nun Maskenpflicht herrschte und wo nicht.

Die neue Maskenpflicht gilt nun auch in den an Paris grenzenden Départements Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Kinder unter elf Jahren sind von der Pflicht befreit. Die Bundesregierung hat für den Großraum Paris eine Reisewarnung wegen steigender Corona-Zahlen ausgesprochen.

Auch in dem an Deutschland grenzenden Département Bas-Rhin gilt ab Samstag in Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern Maskenpflicht unter freiem Himmel. Dazu zählen Straßburg, Hagenau, Bischwiller oder Oberehnheim. Die Präfektur moniert, dass sich die Infektionsrate zuletzt innerhalb einer Woche verdoppelt hätte und vor allem junge Menschen ohne Symptome das Virus verbreiten würden.