Einmal niesen: 68 Euro Strafe!

Die Meinungen, wie das Coronavirus zu bekämpfen ist, gehen sehr weit auseinander. Dem Bürgermeister von Marcq-en-Baroeul gehen die Auflagen in der Corona-Krise nicht weit genug.

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Wer nicht zahl, muss noch mehr berappen

Bernard Gérard, Stadtoberhaupt der Kleinstadt in der Nähe der belgischen Grenze, hat Spucken, ungeschütztes Niesen und „jedes Absondern von Speichel“ mit einem Bußgeld von 68 Euro belegt. Auch das öffentliche Liegenlassen von Taschentüchern, Schutzmasken und Einmal-Handschuhen ist ab sofort untersagt. Wer zu spät zahlt, dem droht ein erhöhtes Bußgeld von 180 Euro.

Gérard nannte seinen Erlass einen „Aufruf zur Mobilisierung der Bürger“. In seiner Gemeinde gebe es wie in ganz Frankreich „immer mehr liegen gelassene Masken und Handschuhe, vor allem im Umkreis von Supermärkten“, sagte der Bürgermeister. Es sei „unverantwortlich“, der Stadtreinigung das Wegräumen des „womöglich verseuchten“ Materials zu überlassen.

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Auch Paris legt nach beim Strafenkatalog

Auch in Paris sind die ohnehin strengen Ausgangsbeschränkungen noch einmal verstärkt worden. Verboten ist nun Sport an der frischen Luft zwischen 10 und 19 Uhr. Die neue Regelung gelte ab Mittwoch, teilten Bürgermeisterin Anne Hidalgo und die Polizeipräfektur am Dienstag mit. Sport sei weiterhin zwischen 19 Uhr und 10 Uhr erlaubt, heißt es von Seiten der Bürgermeisterin Anne Hidalgo und der Polizeipräfektur, wenn der Andrang auf den Straßen am geringsten sei.

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Paris hatte bereits vor drei Wochen alle Parks und Grünflächen geschlossen und Sportlerinnen und Sportler so auf die Fußgängerwege gedrängt. Außerdem sind Spaziergänge und Sport im ganzen Land auch nur noch im Radius von einem Kilometer zur Wohnung und eine Stunde am Tag erlaubt.

Der Siegeszug des Meters als Längenmaß

Vor 225 Jahren wurden in Frankreich die Längenmaße vereinheitlicht. Es war eines der sinnvollen Ergebnisse der Französischen Revolution. 

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Reichlich unspektakulär – der Urmeter in Paris

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Paris ist überreich gesegnet mit Sehenswürdigkeiten. Vielleicht schlendern deshalb die meisten Touristen achtlos an der Stelle gegenüber dem Senat in der Rue de Vaugirard vorbei. Dabei gibt es dort wahrlich Historisches zu sehen. Eingelassen in eine Hauswand in einem Arkadengang ist der „Mètre étalon“ zu bewundern, ein Urmeter. Vor genau 225 Jahren, am 7. April 1795, wurde in Frankreich ein Gesetz erlassen, das den Meter als neue Maßeinheit festlegte. Diese neue Regelung war eine Folge der Französischen Revolution von 1789. Die kostete bekanntlich vielen Adligen ihre Privilegien und bisweilen auch den Kopf, es wurden aber auch noch einige andere wichtige Dinge in die Wege geleitet, die bis heute das Leben der Bürger bestimmen: unter anderem die Vereinheitlichung von Maßen und Gewichten im Land.

Viele der in Frankreich benutzten Einheiten stammten bis dato von römischen Längenmaßen ab. Das Problem: die wurden im Laufe der Jahrhunderte immer weiter abgewandelt oder durch andere Einheiten ergänzt. Dies führte schließlich zu einem ziemlich großen Durcheinander und erschwerten den sich ausweitenden Handel zwischen den Städten, da sich die gebräuchlichen Einheiten in der Regel voneinander unterschieden. So maß die im ganzen Land gebräuchliche Einheit „lieue“ in Beauce 3,268 Kilometer, in der Provence aber 5,849 Kilometer. Besonders schwierig wurde es, wenn die Längeneinheiten sogar zwischen den einzelnen Gewerben in einer Stadt voneinander abwichen.

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Den neuen Herren in Paris stellte sich nach ihrer grundlegenden Reform dann allerdings eine entscheidende Frage: wie sollten sie diese Neuerung unters einfache Volk bringen? Sie entschieden sich dafür, in der gesamten Metropole an 16 belebten Orten Metermaße anzubringen, an denen sich die Menschen in Zukunft orientierten konnten. Unterteilt waren diese Standardmeter in Dezimeter und der letzte Dezimeter war noch einmal in Zentimeter geteilt. Zwei dieser Metermaße sind noch heute in Paris zu sehen, jener in der Rue de Vaugirard, der andere am Place Vendome.

Überlieferungen zufolge verkauften aber etwa Schneider ihre Stoffe noch lange in den für sie geläufigen Längenmaßen Aune (Elle), Pied (Fuß) oder Pouce (Daumen). Dieses Problem erkannte auch Napoleon, der viele Errungenschaften der Revolution wieder rückgängig machte, aber die Vorteile des landesweiten metrischen Systems erkannte. Um die Akzeptanz im Volk zu erhöhen, erlaubte er in einem Dekret auch die Benutzung alter Namen mit metrischen Werten in derselben Größenordnung. So wurde schließlich im Jahr 1812 die Länge einer Pariser Elle auf 120 Zentimeter festgelegt. Den Franzosen jener Zeit schien das Umrechnen anfangs offensichtlich genauso schwer zu fallen wie vielen Deutschen fast 200 Jahre später die Umstellung der alten D-Mark auf den neuen Euro.

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Der Siegeszug des Meters als Maßeinheit setzte sich dann im Jahr 1875 fort. Damals unterzeichneten 17 Länder einen Staatsvertrag, die sogenannte Meterkonvention, darunter war auch Deutschland. Dieser wichtige Schritt war unter anderem eine Folge des stark zunehmenden Handels zwischen den Staaten Europas. Nur Großbritannien stemmte sich unbeirrt und überzeugt von der eigenen Größe gegen das neue System. Doch der Fortschritt ging über dieses störrische Festhalten der Briten an ihrer Tradition einfach hinweg. Der Meter ist inzwischen in den meisten Ländern der Welt verbindliches Längenmaß. Die Definition des Meters veränderte sich allerdings im Laufe der Zeit, was aber keinen Einfluss auf dessen Länge hatte. Früher war es der zehnmillionste Teil der Entfernung vom Nordpol über Paris zum Äquator. Seit 1983 gilt eine Definition, die auf der Lichtgeschwindigkeit beruht.

Allerdings hat sich die Bezeichnung Meter auch in Deutschland in manchen Bereichen nicht durchgesetzt. Noch heute werden große Flächen vor allen in der Landwirtschaft in Ar und Hektar ausgezeichnet – gemessen wir aber natürlich in Quadratmetern.

Ungewöhnliche Corona-Karriere einer Tauchermaske

Auf der Suche nach Beatmungsgeräten hatte ein Arzt aus Italien eine ungewöhnliche Idee. Fündig wird er in der Freizeitabteilung des Sportartikelherstellers Decathlon.

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Am Anfang steht ein genialer Gedanke

Am Anfang mancher Erfolgsgeschichten steht ein genial einfacher Gedanke. Eine einfache Tauchermaske als Virenschutz? Wieso nicht! Diesen Einfall hatte Renato Favero als er die Maske Easybreath in den Händen hielt. Der Arzt im Krankenhaus in der kleinen norditalienischen Gemeinde Gardone Val Trompia war angesichts der Corona-Pandemie verzweifelt auf der Suche nach Beatmungsgeräten – und wurde in der Freizeitabteilung des Sportartikelherstellers Decathlon fündig. Der Vorteil von Easybreath: die Maske bedeckt mit einem großen Plexiglasfenster das gesamte Gesicht. Das zentrale Problem: Wie kann die Maske an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden? Doch der Arzt machte die Firma Isinnova in Brescia ausfindig, deren Ingenieure ihm mit einem 3-D-Drucker eine Art Adapter herstellten, mit dem der Beatmungsschlauch sicher an den Schnorchel der Maske angeschlossen werden kann.

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Vom Erfolg etwas überrumpelt

Cristian Fracassi, Direktor von Isinnova, lud ein Video auf Youtube hoch, in dem er die Funktionsweise des Ventils erklärte. Gleichzeitig stellte er im Internet das Patent mit allen nötigen Daten gratis zur Verfügung. Nach seinen Worten ist es inzwischen über zwei Millionen Mal abgerufen worden. Auch Decathlon reagierte schnell. Die Sportartikelfirma habe Tausende Masken an Isinnova gespendet, um sie dort umzurüsten, erklärt Unternehmenssprecher Xavier Rivoire. Inzwischen hätten sich in allen 69 Ländern, in denen Decathlon mit Filialen präsent ist, medizinische Einrichtungen an die Firma gewendet, um sich nach den Einsatzmöglichkeiten der Maske zu erkundigen.

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Doch beide Firmen wissen, dass sie sich mit ihrem Tun auf fremdes und sehr heikles Terrain begeben. Sowohl Decathlon als auch Isinnova weisen darauf hin, dass die Maske keine medizinische Zertifizierung hat, die Hersteller also auch keine entsprechende Verantwortung übernehmen können. Patienten müssen aus diesem Grund vorher unterschreiben, dass sie sich dieser Situation bewusst sind. Auch wird darauf hingewiesen, dass die Maske nur im absoluten Notfall verwendet werden darf – der allerdings ist in manchen Ländern inzwischen zum Normalfall geworden.

Auch als Schutzkleidung einsetzbar

Doch damit ist die unerwartete Karriere der Tauchermaske noch nicht zu Ende. Wieder stand ein findiger Arzt am Anfang einer anderen Entwicklung. Der französische Zahnarzt Paul Amas fiel in den vergangenen Wochen vor allem dadurch auf, dass er lustig-sarkastische Videos veröffentlichte, in denen er die schlechten Arbeitsbedingungen der Mediziner im Land anprangerte. „Die Zahnärzte sind wegen der umherfliegenden Spucke ihrer Patienten die wohl am meisten exponierten Ärzte“, erklärt der Mann aus Marseille. Als Amas in einem Filmchen einmal in einer neonfarbenen Badehose und der Tauchermaske Easybreath posierte, kam ihm die Idee, dass dieser Spaß auch ernst genommen werden könnte.

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Paul Amas setzte sich mit Decathlon in Kontakt, die dem Arzt sofort über 1000 Masken zur Verfügung stellte, die er an die Krankenhäuser in Marseille verteilte. Nun wird noch daran gearbeitet, einen einfachen Wegwerffilter zu konstruieren, der an der Schnorchelöffnung der Maske angebracht werden kann. Auch hier will niemand die Verantwortung für den Einsatz des Gerätes übernehmen. Doch Paul Amas hat eine sehr pragmatische Einstellung. Sein Motto: in Zeiten des Krieges gelte es, schnell Leben zu retten und nicht Zeit mit unnötigen Fragen zu vertrödeln.

Lourdes nimmt Corona-Kranke auf

In der Corona-Pandemie nimmt die französische Wallfahrtsstätte in Lourdes erstmals Kranke auf. Auf dem Gelände des katholischen Heiligtums im Südwesten Frankreichs wurde ein medizinisches Zentrum für Obdachlose und Menschen in Armut eingerichtet, wie die Präfektur mitteilte.

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Dort sollen rund 20 Covid-19-Patienten aufgenommen werden, die keine schweren Symptome zeigen. Wegen der Corona-Krise war die Wallfahrtsstätte erstmals in ihrer Geschichte für Besucher geschlossen worden. Nach Lourdes kommen jedes Jahr Millionen Pilger aus der ganzen Welt, von denen sich viele eine Heilung ihrer Gebrechen erhoffen. Der christlichen Tradition zufolge erschien die Jungfrau Maria 1858 in einer der Höhlen von Lourdes.

USA kaufen Frankreich Schutzmasken vor der Nase weg

Der Kampf um Schutzmasken nimmt inzwischen bizarre Züge an. Nun werden französische Politiker den USA vor, für Frankreich ganze Flugzeugladungen mit Schutzmasken, die für Frankreich bestimmt sind, in China aufzukaufen.

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Entsetzen bei Frankreichs Politikern

Renaud Muselier, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, sagte dem Fernsehsender BFMTV am Donnerstag, dass für Frankreich bestimmte Maskenlieferungen von einem anderen Land auf dem Rollfeld chinesischer Flughäfen gekauft worden seien. Auf Nachfrage bestätigte Muselier, dass es sich dabei um die USA gehandelt habe. Seinen Angaben zufolge wurde der dreifache Preis für die Sendung bezahlt, die Masken seien nun weg. Frankreich hatte zuletzt eine Milliarde Masken bestellt – unter anderem aus China.

Auch die Region Grand Est ist betroffen

Auch der Regionalpräsident der schwer von der Coronavirus-Pandemie getroffenen Region Grand Est, Jean Rottner, erhob Vorwürfe gegen die USA. „Es ist wahr, dass die Amerikaner auf dem Rollfeld ankommen, das Geld herausnehmen und drei- oder viermal mehr für die Bestellungen bezahlen“, sagte Rottner am Mittwochabend dem Radiosender RTL. Er sprach von einem täglichen Kampf. Eine Arbeitsgruppe seiner Region bemühe sich gemeinsam mit Geldgebern darum, „diese Märkte zu gewinnen“, sagte Rottner. Dass in der Nacht zu Mittwoch eine Lieferung mit rund zwei Millionen Schutzmasken aus China in Ostfrankreich angekommen war, habe ihn sehr glücklich gemacht. Die Region Grand Est grenzt an Deutschland.

Marine Le Pens einsamer Kampf gegen den Präsidenten

Frankreich schart sich angesichts der Krise hinter Emmanuel Macron, nur die rechtsnationale Populistin weiß alles besser

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Marine Le Pen ist im Moment auf allen Kanälen zu finden

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Gemeinsam im Kampf gegen das Virus

In Frankreich macht der Begriff der „unité nationale” (nationale Einheit) die Runde. Präsident Emmanuel Macron wiederholt immer wieder, das Land befinde sich im „Krieg“ gegen das Coronavirus. Kritik von der politischen Konkurrenz ist angesichts dieser dramatischen Rhetorik selten, die rigide kontrollierte Ausgangssperre wird überraschend klaglos mitgetragen. Nur Marine Le Pen schert aus dieser Front aus und tut das, was sie am besten kann. Die Chefin des rechtsextremen Rassemblement National poltert mit wütendem Gestus durch die politische Landschaft. Im Fernsehen, Radio oder via Twitter bezichtigt sie die Regierung jeden Tag der Lüge oder wirft dem Präsidenten totales Missmanagement in der Krise vor. Allerdings gelingt es ihr nicht wie in der Zeit vor der Krise, mit ihren Tiraden auch Themen zu setzen.

Marine Le Pen stilisiert sich als eine Art Whistleblowerin, die schon früh vor der Krise gewarnt habe – aber keiner von den Verantwortlichen in Paris habe auf sie gehört. Der Rassemblement National sei schon immer für die Schließung der Grenzen eingetreten oder habe die Abhängigkeit vom Ausland bei der Produktion etwa von Medikamenten angeprangert. Wer ihr widerspricht oder klaffende Lücken in ihrer Argumentation aufzeigt, dem wirft sie vor, „Fake News“ zu verbreiten.

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Das Ziel ist Emmanuel Macron

All diese Angriffe dienen offensichtlich einem einzigen Ziel: sie sollen Emmanuel Macron nachhaltig schaden. Denn es gilt als sicher, dass Le Pen gegen den Amtsinhaber bei den Wahlen in zwei Jahren um den Präsidentensessel konkurrieren wird.

Allerdings muss die Politikerin erkennen, dass ich Katastrophenrhetorik nicht verfängt und die Beliebtheitswerte des ihr verhassten Staatschefs jeden Tag steigen. In der Krise scheinen die Franzosen ein ungeahntes Vertrauen in ihren forsch vorgehenden Präsidenten zu entwickeln. Im Gegenzug steht Marine Le Pen mit ihren Wortmeldungen oft als Besserwisserin da, die selbst keine effektiveren Maßnahmen zur Lösung dieser fundamentalen Krise bieten kann.

Le Pen und die große Verschwörung

Angesichts dieser Situation versteigt sich Marine Le Pen inzwischen in das Verbreiten von Verschwörungstheorien. „Es ist eine Frage des gesunden Menschenverstandes, dass sich die Franzosen die Frage stellen“, raunte sie dieser Tage in einem Interview mit dem Sender „France Info“ ins Mikrophon, „ob das Virus natürlichen Ursprungs ist oder aus einem Labor entkommen konnte.“ Mit solchen Aussagen bedient sie ihr Publikum, denn Studien zufolge sind vor allem die Wähler des Rassemblement National für Verschwörungstheorien empfänglich.

Inzwischen befürchten aber sogar Vertreter aus dem Rassemblement National, dass das aggressive Auftreten von Marine Le Pen der Partei mehr schadet als nutzt. Am Ende, so heißt es warnend, vertraue das Volk dem Zauberer mehr als dem Zauberlehrling.

Bürgermeister montiert Bänke ab wegen des Coronavirus

Im Kampf gegen den Coronavirus greifen die Verantwortlichen bisweilen zu erstaunlichen Maßnahmen. Das hat nun auch Sébastien Leprêtre, Bürgermeister von La Madeleine, getan. 

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Der Bürgermeister einer nordfranzösischen Gemeinde hat im Kampf gegen das Coronavirus alle Bänke abmontieren lassen. „Ich konnte sie jeden Tag aus dem Fenster meines Büros im Rathaus sehen“, sagte Sébastien Leprêtre, Bürgermeister von La Madeleine, der Tageszeitung „Le Parisien“ über die Menschen, die sich auf die Bänke gesetzt hätten. „Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Einwohner zum Reden und nicht nur für zehn Minuten, sondern für einen guten Teil des Nachmittags. Das ist inakzeptabel.“ Die Stadtverwaltung montierte schließlich um die 40 Bänke auf Frei- und Grünflächen ab.

Nicht nur, dass das Sitzen auf einer Bank derzeit nicht erlaubt sei – die Bank sei auch ein potenzieller Virusüberträger, so der Bürgermeister. „Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages eine solche Entscheidung treffen müsste“, so Leprêtre. „Leider nehmen es einige Leute immer noch auf die leichte Schulter.“ Wenn die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben werden und sich die Situation wieder verbessert hat, sollen die Bänke wieder aufgestellt werden.

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In Frankreich gelten seit anderthalb Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen – vor die Tür zu gehen, ist nur erlaubt, wenn es unbedingt nötig ist. Sport und kurze Spaziergänge – etwa mit Hunden, Kindern oder Personen desselben Haushalts – sind aber gestattet.