Einfach mal Krieg spielen

Das sind Sätze für die Ewigkeit: „Menschen mit Waffen und furchterregenden technischen Kampfmitteln schütteln freundschaftlich ihrem Rivalen die Hand“, sagte der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu der Agentur Tass zufolge. Anlass war die Eröffnung der internationalen Armeespiele in Moskau.Mit einem „Panzer-Biathlon“, Kampfjet-Formationen und einem altrömischen Wagenrennen haben die Wettkämpfe begonnen. Bei dem Turnier messen Hunderte Soldaten aus 17 Ländern bis zum 15. August ihre Kräfte.

15.07.10-panzer-russland

Von Moskau bis Krasnodar

Aber natürlich blieb auch diese Veranstaltung nicht von den aktuellen internationalen Verwicklungen verschont. Vizeverteidigungsminister Anatoli Antonow bedauerte die Abwesenheit von Nato-Ländern trotz Einladung. Eine Teilnahme hätte – auch vor dem Hintergrund der Ukrainekrise – den Dialog mit Moskau verbessert, sagte er. „Wir sind bereit, auf ihre Übungsplätze zu kommen. Man muss aufhören, sich gegenseitig durch ein Panzerzielfernrohr anzusehen.“

Generalstabschef Valeri Gerassimow forderte die Einheiten auf, bei Wettkämpfen auf zahlreichen russischen Übungsplätzen „von Moskau über Sibirien bis Krasnodar“ ihr „Geschick im Kriegshandwerk“ zu zeigen. Die Soldaten kommen etwa aus Angola, China, Indien, Kuwait, Serbien und Venezuela. Viele nutzen russisches Kriegsgerät. China hat eigene Flugabwehrraketensysteme zu dem Turnier mitgebracht. Gastgeber Russland setzt unter anderem 54 Flugzeuge und zwei Schiffe ein.

Nachtrag:

Bei den internationalen Armeespielen ist ein Hubschrauberpilot ums Leben gekommen. Eine russische Maschine des Typs Mi-28 sei bei einer Flugschau südöstlich von Moskau abgestürzt, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Ein zweiter Pilot habe sich mit einem Schleudersitz retten können und sei verletzt. Die Behörden setzten den Wettkampf vorerst aus.Der Kampfhubschrauber war bei der Flugschau plötzlich ins Trudeln geraten. Die Maschine habe sich um ihre eigene Achse gedreht und sei dann rapide gesunken. Nach dem Aufprall auf der Erde ging sie gut zwei Kilometer von einer Zuschauertribüne entfernt in Flammen auf. Rund 4500 Menschen beobachteten das Unglück Berichten zufolge. Ursache des Absturzes war ein Problem mit der Hydraulik, wie Luftwaffengeneral Viktor Bondarjow mitteilte. Das Alarmsystem an Bord habe eine Störung angezeigt, sagte der überlebende Pilot dem Ministerium zufolge. Die Streitkräfte setzten vorerst alle Flüge von Mi-28-Hubschraubern aus.

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