Die Tragödie muss ein Ende haben!

Das Bild eines Toten Jungen am Strand von Bodrum löst Entsetzen aus. Es zeigt das Versagen Europas in der Flüchtlingskrise.

15.09.03-junge

Stalins Leitsatz

Ein Toter ist eine Tragödie, eine Million Tote sind eine Statistik. Dieser zynische Satz stammt aus dem Munde von Josef Stalin. Der sowjetische Diktator richtete seine Schreckensherrschaft danach aus. Das ist Geschichte. Doch jetzt, angesichts der vielen Bürgerkriegsflüchtlinge, entfaltet dieser Satz plötzlich erneut seine kaltherzige Wahrheit. Schon viel zu lange akzeptiert die Welt das Massensterben im Mittelmeer. Von vielen Tausend Toten wird berichtet, von Hunderttausenden, die den lebensgefährlichen Weg in Richtung Europa wagen. Von einem ungeheuren Strom ist die Rede, von einer gigantischen Welle, manche sprechen von einer Völkerwanderung – diese Beschreibungen können  Angst machen. Und was macht die Politik? Bei den Verhandlungen in den Hauptstädten der EU wird nicht zuerst darüber nachgedacht, wie Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden können, gestritten wird über Kosten, Lasten und Verteilungsschlüssel. Die Flüchtlinge werden zur Statistik.

Die Katastrophe bekommt ein Gesicht

Plötzlich aber hat diese millionenfache Katastrophe ein Gesicht. Ein Foto macht die Runde. Ein kleiner Junge liegt tot im Sand, bekleidet mit einem roten T-Shirt und einer kurzen blauen Hose, angespült wie ein Stück Treibholz am Strand des türkischen Badeortes Bodrum. Sein Name ist Ailan Kurdi. Er wurde nur drei Jahre alt. Auch sein Bruder Galip ist tot, beide sind bei der Flucht aus Syrien im Mittelmeer ertrunken. Die Familie war Medienberichten zufolge vergangenes Jahr aus der syrischen Stadt Kobane vor der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in die Türkei geflohen. Ailan saß vermutlich in einem von zwei Flüchtlingsbooten, die am Mittwochmorgen auf dem Weg von der türkischen Küste zu einer griechischen Ägäis-Insel sanken. Insgesamt zwölf tote Flüchtlinge aus Syrien, darunter fünf Kinder, wurden von der türkischen Küstenwache geborgen. 15 Flüchtlinge schafften es an Land. Drei Menschen wurden noch vermisst.

15.09.03-Kiyia Nicht alle wollen das Bild zeigen

Eine deutliche Botschaft

Das Bild des toten Ailan raubt den Atem, es ist kaum zu ertragen, es ist eine Anklage, es macht unser Versagen in dieser humanitären Krise deutlich. Dieses eine Foto macht deutlich, dass sich hinter einer Statistiken tausende Tragödien verbergen. Es ist wichtig, dieses Bild zu zeigen, die Augen nicht zu verschließen. Dieses Foto transportiert eine Botschaft: Europa lässt es zu, dass Kinder auf der Flucht vor dem Krieg im eigenen Land jämmerlich sterben. Dieses Bild sagt aber auch: diese Tragödie muss ein Ende haben!

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