Gefährlicher Unsinn

Viktor Orban kam nicht nach Brüssel, um Kritik einzustecken. Er teilte lieber selbst aus, macht Deutschland für die jüngste Zuspitzung der Flüchtlingskrise verantwortlich und verteidigt seinen Stacheldrahtzaun zu Serbien und das Hin und Her um die Flüchtlinge am Budapester Ostbahnhof. Dabei legt er bei seinem verbalen Ausfall die Axt an die Grundfesten von Europa.
Ein Kommentar:
15.04.29-Orban

Erschreckende Bilder aus Ungarn

Die Versorgung der Flüchtlinge ist für alle Staaten Europas eine große Herausforderung. Nicht immer gelingt es, den  verstörten Menschen  angemessene Hilfe zu leisten. Doch das Bild, das Ungarn in diesen Tagen abgibt, ist erschreckend. Tausende Flüchtlinge drängen sich auf dem Bahnhof in Budapest, doch   die Regierung macht kaum Anstalten, sie menschenwürdig zu versorgen. Im Gegenteil: die Polizei geht mit brutaler Härte gegen die Verzweifelten vor und schiebt sie ab – entgegen aller europäischer Regeln.

Orban attackiert Deutschland

Nun hat Regierungschef Viktor Orban nachgelegt. Die Flüchtlingskrise gehe Europa nichts an, es sei ein deutsches Problem, weil alle nach Deutschland wollten. Diese Aussage ist blanker Unsinn und gefährlich. Nicht alle Flüchtlinge wollen nach Deutschland, viele sind auf den Weg nach Großbritannien oder in die skandinavischen Länder. Gefährlich sind diese Worte, da sie die Axt an das Fundament der europäischen Idee legen. Gegenseitige Solidarität ist eine der Grundfesten der EU, sie aufzugeben bedeutet das Ende der Union. Die Verantwortlichen in Brüssel dürfen  Orbans verbale Ausfälle und das Vorgehen der Polizei in Budapest nicht durchgehen lassen. Das ist nicht nur eine Frage der Menschlichkeit. Schließlich hat gerade Ungarn nach dem Fall der Mauer massiv von der europäischen Solidarität profitiert.

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