Eine Art Mafia-Staat

Die pro-russischen Separatisten im Osten der Ukraine haben die UNO sowie internationale Hilfsorganisationen aufgerufen, sich aus der Rebellenhochburg Lugansk zurückzuziehen. Das muss nicht unbedingt politische Gründe haben.
Ein Kommentar:

Der Osten der Ukraine steuert auf eine humanitäre Katastrophe zu. Wegen der Kämpfe sind viele wichtige Versorgungswege in der Region zerstört. Nun haben die von Russland unterstützten Separatisten den meisten internationalen Hilfsorganisationen verboten, in dem Unruhegebiet zu arbeiten. Angesichts des nahenden Winters ist abzusehen, was das für die notleidende Bevölkerung bedeutet. Die Rationen der Helfer waren vor allem für  ältere Menschen die einzige Möglichkeit, das Überleben zu sichern.

Es stellt sich die Frage, welche Rolle Wladimir Putin spielt. Der russische Präsident versucht in diesen Tagen, sich auf internationaler Bühne wieder einen Namen als verlässlicher Politiker zu verschaffen. Vor allem durch den vom Kreml unterstützten Krieg in der Ukraine hat er sich ins Abseits manövriert. Ihm kann also nicht daran gelegen sein, dass das Thema gerade  jetzt hochkocht. Aber vielleicht ist die Erklärung viel einfacher: den Separatisten sind die Helfer schlicht lästig geworden. Das Donbass ist inzwischen ein regelrechter Mafia-Staat. Unabhängige Beobachter stören die Geschäfte. Zudem werden angesichts des nahenden Winters die Preise für Lebensmittel und Heizmaterial ansteigen. Gratislieferungen von Hilfsorganisationen für die Bevölkerung passen nicht in das perfide Geschäftsmodell der Verbrecher.

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