Hilferuf der Eurotunnel-Lokführer

In Calais campieren Tausende Flüchtlinge. Diese verzweifelten Menschen haben nur ein Ziel: durch den Tunnel wollen sie nach Großbritannien gelangen. Dafür wagen sie die gefährliche Fahrt auf den Frachtzügen durch den Eurotunnel. Manche haben auch schon versucht, zu Fuß durch die Röhre zu gelangen. Viele haben dabei ihr Leben lassen müssen. Nun kommt eine Wortmeldung von unerwarteter Seite.

15.08.02-calais-buden Das Flüchtlingslager in Calais.

Wegen der tödlichen Flüchtlingsunglücke im Eurotunnel die Fahrer der Züge einen drastischen Hilferuf ausgesandt. „Wir Fahrer wollen, vor allem aber können wir nicht unseren Beruf unter solchen Bedingungen von Stress und Angst im Bauch ausüben“, heißt es in einem am Donnerstag bekannt gewordenen offenen Brief der in der Gewerkschaft CGT organisierten Fahrer der Eurotunnel-Frachtzüge. Die Zugfahrer hätten Angst, „arme Teufel“ zu überfahren, durch Stromschläge zu töten oder „zu Hackfleisch zu machen“.

Seit Ende Juni kamen in der Region um Calais nach Behördenangaben 13 Flüchtlinge bei dem Versuch ums Leben, nach Großbritannien zu gelangen. Zuletzt wurde in der Nacht auf Mittwoch ein Flüchtling nahe dem Eurotunnel von einem Frachtzug überfahren. Mitte September wurde ein Flüchtling durch einen Stromschlag getötet, als er auf einen Frachtzug klettern wollte. „Wie lange werden wir während unserer Arbeit und unserer Pausen von diesen surrealen Bildern und Situationen verfolgt?“, fragen die Zugfahrer. Die Behörden und Verantwortlichen müssten „so schnell wie möglich“ helfen.

In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais sitzen mehr als 3000 Flüchtlinge fest, die meisten von ihnen aus Ostafrika, Syrien und Afghanistan. Sie hoffen, auf Fähren über den Ärmelkanal oder auf Zügen durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Angesichts des Andrangs der Flüchtlinge wurden im Sommer die Sicherheitsmaßnahmen am Hafen und am Eurotunnelgelände drastisch verschärft.

Das ist der Brief der Zugführer in Auszügen:

« Aujourd’hui nous avons peur. (…) Peur de conduire, de percuter, d’écraser, d’électrocuter, de réduire en bouillie un pauvre hère (…) Alors on roule comme on peut ! Non plus les yeux fixés sur les instruments de bord mais sur les abords, la voie, les alentours, priant secrètement pour qu’il n’y ait pas un désespéré qui se jette sur le train ! (…) Là des barbelés, des policiers, des gens en armes, des chiens mais plus aucun arbre. Un tableau de guerre. Et des gens qui courent ! (…) Cela ne peut perdurer. (…) Pour la énième fois, nous interpellons les pouvoirs publics, les acteurs locaux, les décideurs de tous bords et toutes les bonnes volontés à nous venir en aide le plus rapidement possible (…). »

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