Der Kampf für die Kinder – Nobelpreisträger Satyarthi in Stuttgart

IMG_7825

Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi spricht bei den ersten Stuttgarter Gesprächen im Theaterhaus Stuttgart über seinen Kampf gegen die Kinderarbeit. 2014 wurde er für sein Engagement in Oslo geehrt. Ein Höhepunkt war, als Satyarthi von Kindern zu seiner Arbeit befregt wurde.

Die Kinder wollten etwa wissen, was sich in seinem Leben verändert habe, nachdem er den Nobelpreis bekommen habe. Satyarthi: Er habe die gleichen Kleider an, bewohne wie bisher seine Zwei-Zimmer-Wohnung, esse weiterhin vegetarisch, rauche und trinke nicht – rede aber „im Namen der Kinder“ mit den Mächtigen der Welt. 17 000 Einladungen habe er binnen zwölf Monaten schon erhalten. Um alle abzuarbeiten, brauche er noch 92 Jahre.

IMG_7823 IMG_7837

Am Beginn der ersten Stuttgarter Gespräche gab es einen kleinen Schreckmoment. Kurz vor der Veranstaltung musste das Theaterhaus geräumt werden: Feueralarm. Der stellte sich jedoch als unbegründet heraus und alle konnten wieder auf ihre Plätze zurück und das Gespräch weiter vorbereiten. Joachim Dorfs, Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, führte als Moderator und Fragesteller durch den Abend.

IMG_7841

Rund 1000 Besuchter hatten sich für den Abend angemeldet und sie bekamen einen tiefen Einblick in den Kampf gegen die Kindersklaverei.. „Viele Kinder haben nie das Licht der Sonne gesehen“, schilderte Satyarthi. Manche würden vor ihrer Entdeckung an Erschöpfung sterben. Sie arbeiteten auf Kakaoplantagen, hätten aber noch nie Schokolade gegessen. Mitunter sei es ihr einziger Traum, einmal gegen einen Fußball zu treten: „Das Wichtigste ist, den Kindern ihre Träume wiederzugeben“, betonte Satyarthi.

IMG_7824

Sehr sympatisch und auch witzig: Nobelpreisträger Satyarthi. Beeindruckend seine Erzählung, wie er dazu kam, Kindern zu helfen. Er ertrug es nach eigenen Worten nicht mehr, dass Menschen in unwürdigen Verhältnissen leben müssen. Dafür wurde er in seiner Heimat aus seiner Kaste ausgestoßen und setzte seine eigene Existenz aufs Spiel.

Aber sein Kampf lohne sich: Noch immer verrichten 168 Millionen Kinder Vollzeitarbeit – in Textilfabriken, Steinbrüchen, auf dem Feld. „Jedes Jahr werden 1,2 Millionen Kinder wie Tiere verkauft“, sagte der Inde, doch man müsse diesen Kindern ihre Zukunft wiedergeben. Wenn es so weitergehe wie in den vorigen 25 Jahren, „können wir dieses Elend beenden“. Viele von ihm befreite Kindersklaven seien heute selbst Befreier und Lehrer. „Das ist das Schönste an dieser Arbeit.“

IMG_7834IMG_7830

Nach der Veranstaltung wurde Satyarthi gefeiert wie ein Popstar. Er gab Autogramme und natürlich musste er für Selfies posieren. Am 10. Oktober 2014 war Satyarthi gemeinsam mit der pakistanischen Kinderrechtlerin Malala Yousafzai der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Zunächst stand er im Schatten der jungen Frau, die mit inzwischen 18 Jahren die jüngste Preisträgerin der 115-jährigen Nobelpreisgeschichte ist. Heute strömen die Menschen zu ihm.

Hier der Link zur Berichterstattung in der Stuttgarter Zeitung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s