Präsident Nicolić und das Kosovo-Problem

Serbiens Präsident Nicolićs Rückfall in die Rhetorik der 90er Jahre. 

  
„Die EU-Politik ist eine Politik ohne Seele!“ Deutliche Worte von Serbiens Präsident Tomislav Nicolić zum Beitrittsprozess seines Landes zur Europäischen Union. „Es sieht so aus, dass wir nicht einmal mehr das Recht auf eine eigene Meinung haben!“

Grund für den Zorn des Staatschefs sind unter anderem die „neuen Forderungen“ Brüssels im Bezug auf die Anerkennung des Kosovo als eigenen Staat. Was war passiert? Offenbar hat Belgrad die Formulierung nach einer „Normalisierung der Beziehungen“ zum Kosovo deutlich anders interpretiert als die EU. So will Serbien allenfalls eine autonome Region Kosovo innerhalb des eigenen Landes akzeptieren – schließlich steht in der Verfassung, das Kosovo ein Teil Serbiens ist und auch bleibt.

Das sieht die EU allerdings und will vor dem Beitritt Belgrads zur Union, dass die Staatlichkeit des Kosovo auch von Serbien anerkannt wird. Das aber werde nie geschehen, versichert das Staatsoberhaupt Nicolić bei einem Treffen mit EU-Repräsentanten und Journalisten in Belgrad. Verständnis für die Gegenseite bringt er nicht auf. Ganz im Gegenteil, er vermutete eher eine hinterhältige Offensive auf den Stolz des serbischen Staates.   
Wie weit der Präsident denkt, macht eine erstaunliche Bemerkung deutlich. „Wir glauben nicht, dass Serbien mit Panzern im Kosovo einmarschieren sollte!“ Abgehalten wird er aber offensichtlich nicht durch Verträge oder ähnliche Dinge. „Das würde mit neuen Bomben beantwortet werden“, fährt er fort und bezieht sich damit auf die Bombardierung Serbiens durch die NATO nach den serbischen Gräueltaten während der Balkankriege. Es sind solche Sätze, die an der EU-Tauglichkeit mancher serbischer Politiker zweifeln lässt! 

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