Gestrandet in Serbien

Auf der „Balkanroute“ versuchen Hunderttausende Flüchtlineg nach Europa zu kommen. Eine Station ist in Serbien ein kleines Aufnahmelage in Sid an der Grenze zu Kroatien. 

 

In den Räumen eines alten Kinderkrankenhauses bekommen die Flüchtlinge Hilfe auf ihrem Weg nach Europa. Sie werden verpflegt und von Ärzten untersucht. Auch Psychologen kümmern sich um die traumatisierten Menschen. Für die meisten der verzweifelten Flüchtlinge ist es die letzte Station vor dem Betreten der Europäischen Union. Allerdings leben sie in steter Angst, dass ein Land nach dem anderen seine Grenzen schließt – ähnlich wie Ungarn.


Diese beiden Mädchen aus dem Irak sind für kurze Zeit in dem Aufnahmelager in Šid gestrandet, im Norden Serbiens, nur wenige Meter von der Grenze zu Kroatien entfernt. Die meisten Flüchtlinge bleiben nur eine Nacht, waschen sich, schlafen etwas und ziehen dann weiter. Das Ziel der meisten: Deutschland! Dort haben viele von ihnen Bekannte oder Verwandte.


Wichtig auf der gefährliches Flucht: ein geladenes Handy. Deshalb ist der erste Gang bei der Ankunft in Šid oft der Tisch mit den Verteilersteckern.


Einige Hunde in dem Aufnahmelager sind den Kindern für wenige Stunden willkommene Spielkameraden. Es scheint, dass die Tiere ihnen Helfen, kurz ihre Sorgen zu vergessen. Ein Übersetzer erklärt, dass die Menschen zwar oft lachen und erklären, es sei alles in Ordnung. Doch in längeren Gesprächen täten sich dann Abgründe auf und die Flüchtlinge sprechen über ihre Ängst und das, was sie erlebt haben.


In Šid liegen auch Fotos von Vermissten aus. Viele Familien haben auf der langen Reise ihre Angehörigen oder Freunde verloren.  Die Ungewissheit über deren Schicksal bedrückt die Menschen sehr. Viele hinterlassen auch Nachrichten, wo sie zu finden sind oder welchen weiteren Weg sie einschlagen.


Von Komfort kann keine Rede sein! Auf den einfachen Feldbetten können in dem Zentrum  bis zu 350 Menschen untergebracht werden. Dort bekommen sie auch Essen und die Gelegenheit, sich zu waschen. Bleiben ist für die allermeisten aber keine Option, sie wollen weiter nach Westen. Immer wieder machen unter der Flüchtlingen Gerüchte die Runde, dass Grenzübergänge geschlossen werden, weshalb sie ständig unter Druck leben.

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