Eine Kamerafrau tritt nach

Nun sieht sie sich als Opfer. Die ungarische Kamerafrau, die beim Filmen von Flüchtlingen Kinder getreten hatte, will jetzt Facebook und einen der Flüchtlinge verklagen. Das berichtet die russischen Zeitung Iswestija. Sie wolle ihren guten Ruf wieder herstellen, der nach dem Vorfall auch durch die Kommentare in dem sozialen Netzwerk zerstört worden sei, sagt die Frau der Zeitung, für sie sei das eine „Frage der Ehre“. Hier der Link zu Iswestija

15.10.22-kamerafrau

Große Empörung über die Frau

Der Fall hatte Anfang September große Empörung ausgelöst. Die Frau hatte einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellt, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Was sie nicht ahnte, andere Journalisten filmten den Vorgang und stellten die Szene ins Internet. Außerdem war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

Die Frau arbeitete für den Internet-Sender N1TV, der zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört. Sie wurde nach dem Vorfall entlassen. N1TV teilte mit, der Sender und die Kamerafrau hätten Dutzende Drohbotschaften erhalten.

Hetzkommentare auf Facebook

Vor allem über Facebook hätte es Kommentare gegeben, in denen sie bedroht würde. Facebook habe sich geweigert, so der Vorwurf, Kommentare zu löschen. Die Reporterin will  deshalb Facebook verklagen, sobald sie selbst nicht mehr im Fokus der Justizbehörden steht. Auch der von ihr getretene Flüchtling soll verklagt werden. Die mittlerweile entlassene Kamerafrau habe angegeben, dass der Mann aus Syrien seine Aussage geändert habe. Zunächst soll er die Polizei beschuldigt haben, später erst sie.

„Ich war in Panik“

Kurz nach dem Vorfall hatte die Frau noch Reue für ihr Verhalten gezeigt und sich für ihr Verhalten entschuldigt. „Ich bedauere aufrichtig, was ich getan habe, und übernehme die Verantwortung dafür“, schrieb Petra L. in einem offenen Brief, den die Zeitung „Magyar Nemzet“ am Freitag online veröffentlichte. „Ich bin in Panik geraten, ich bin keine herzlose, rassistische Kamerafrau“, betonte die 40-Jährige. „Ich filmte gerade, als hunderte Flüchtlinge die Polizeiabsperrung durchbrachen, einer von ihnen ist in mich hinein gerannt, da bin ich in Panik geraten“, berichtete die inzwischen entlassene Kamerafrau. Sie habe Angst bekommen, als die Menge auf sie zu gerannt sei.

15.09.16-getafe

Happy End für das Opfer

Während der Vorfall das vorläufige Ende der Karriere der Frau bedeutete, hat der der syrische Flüchtling, der an der serbisch-ungarischen Grenze von ihr zu Fall gebracht worden war die Chance auf eine neue Zukunft. Er erhielt kurz darauf einen Job als Fußballtrainer in Spanien. Das Angebot kam von einem Ausbildungszentrum für Trainer im Madrider Vorort Getafe, nachdem dieses erfahren hatte, dass Osama Abdul Mohsen in Syrien Trainer des syrischen Erstligisten Al-Fotuwa aus Deir Essor war. „Wir sind eine staatliche Trainerschule, und da kamen wir auf die Idee, einem Kollegen zu helfen“, sagte Schulleiter Miguel Angel Galán.

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