Auf dem Weg zum Mond

Russland macht sich auf, den Weltraum zu erobern. Sechs russische Frauen haben in einem nachgebauten Raumschiff in Moskau mit der einwöchigen Simulation einer Mondmission begonnen. Die Präsentation des Experiments wirkt allerdings unfreiwillig komisch – und erinnert stark an die besten Zeiten im Kalten Krieg.

15.10.29-Luna15

Container im Sauna-Look 

Das Ziel des Versuchs ist klar formuliert. Bei dem Experiment „Luna-15“ soll getestet werden, wie eine rein weibliche Crew in Isolation auf Stress reagiert, wie Oleg Orlow vom Moskauer Institut für biomedizinische Probleme sagt. Die Freiwilligen sollen in dem holzvertäfelten Container – das Teil erinnert frappierend an eine finnische Sauna – etwa 30 Experimente bewältigen, zudem werden Störungen nachgestellt. Kameras überwachen fast alle Ecken, außer kleineren Privatzimmern und Toiletten. Und sehr wichtig: Eine Dusche ist nicht „an Bord“. „Wir werden das eine Woche lang überstehen“, sagte „Kosmonautin“ Darja Komissarowa. Eine Woche ohne Dusche ist natürlich eine große Herausforderung!

Die Frauen müssen bei der Präsentation des Projektes natürlich auch andere einschlägige Fragen beantworten. Etwa acht Tage ohne Männer sei „kein Problem“, meinte Anna Kussmaul: „Während der Arbeit werden wir keine Zeit haben, an Männer zu denken.“ Die Teilnehmerinnen im Alter zwischen 22 und 34 Jahren kommen aus Wissenschaft, Medizin und Psychologie. „Wir sind gut ausgebildet und sollten grundsätzlich mit komplizierten Situationen umzugehen wissen“, sagte Jelena Luschnizkaja.

Allerdings stellt sich die Frage nach dem Sinn des Experimentes – außer der aus dem Kalten Krieg wohl bekannten Propaganda natürlich. Vor gut vier Jahren hatten in dem Institut sechs Männer beim Experiment Mars500 anderthalb Jahre lang einen Flug zum Mars und zurück simuliert. Die sechs Frauen fangen nun etwas kleiner an.

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