Banksy-Graffiti: Steve Jobs, Sohn eines Migranten

Banksy legt wieder den Finger in eine schwärende Wunde unserer Gesellschaft. Im Flüchtlingscamp von Calais ziert ein Werk des Graffiti-Künstlers eine Wand. Es zeigt Apple-Gründer Steve Jobs. Für Banksy ist er ein sehr plakatives Beispiel dafür, wie diese Menschen eine Gesellschaft bereichern können.

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Wie ein Dieb schleicht sich Steve Jobs davon. Der Apple-Gründer trägt einen Müllbeutel auf dem Rücken und einen Computer in der Hand. Er scheint auf der Flucht. Das Graffiti prangt am Eingang zum „Dschungel“, jenes Ortes der europäischen Schande, wo mehrere Tausend Flüchtlinge in Verschlägen hausen – in der Hoffnung eines Tages mit einer Fähre oder durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Bei den Versuchen, auf Züge aufzuspringen sind schon mehrere Menschen gestorben. Der „Dschungel“ ist ein Symbol für das Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik.

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Die ganze Symbolik des Bildes wird erst deutlich, wenn man die Geschichte kenne. Das Bild bezieht sich auf den Migrationshintergrund von Steve Jobs. Der verstorbene Apple-Chef war nämlich der Sohn syrischer Einwanderer, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die USA kamen.

Wie der „Guardian“ berichtet, äußerte sich Banksy in einem seiner raren Statements zu dem Graffito: Hier ist der Link zum Guardian

„Wir sind oft geneigt zu denken, dass Migration eine Belastung für den Staat ist. Aber Steve Jobs war auch Sohn von Migranten. Apple ist das erfolgreichste Unternehmen der Welt. Es bringt jedes Jahr sieben Milliarden Dollar an Steuergeldern ein – und es existiert nur, weil man einem jungen Mann aus Homs einzureisen erlaubt hat.“

Das neue Werk ist Teil einer Reihe von Graffiti und Aktionen des Künstlers, die die gegenwärtige Lage von Flüchtlingen im Fokus haben: Während eines Aufenthalts in Calais besprühte Banksy mehrere Wände rund um den französischen Hafen mit ähnlichen Motiven.

Das Graffito ist nicht das erste Werk Banksys, das sich mit der Flüchtlingskrise beschäftigt. In „Dismaland“, Banksys Parodie des Disneylands, hatte der Künstler bereits eine Installation mit Flüchtlingsbooten und Leichen ausgestellt. Nach der Schließung im September hat Banksy Ausstattungsgegenstände aus dem Park gespendet, damit davon Notunterkünfte für Flüchtlinge gebaut werden konnten.

Hier der Link zum Bericht über „Dismaland“

Hier ein Bericht von Channel4 über „Dismaland“

Hier noch einige Bilder aus dem „Dschungel“ in Calais. Sie gehören zu einer Reportage über den Weg der Flüchtlinge von Syrien bis nach Calais. Hier der Link zu der Reportage

Hier der Link zu einer kurzen Reportage über den „Dschungel“ in Calais. Sie beschreibt die unvorstellbaren Lebensbedingungen der Menschen und deren Hoffnung, dass die Flucht von Erfolg gekrönt sein möge.

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