Putins Plan

Russland hat seine Ziele in Syrien erreicht. Deshalb ist der Teilabzug der  Truppen aus der Region konsequent. Ein Kommentar:

15.09.25-obama-putin

Putins Ziel ist es, auf einer Augenhöhe mit den USA zu agieren. In Syrien ist ihm das geglückt.

Wladimir Putin hat wieder einmal alle überrascht. Mit dem  Teilabzug der russischen Streitkräfte aus Syrien hat er die westlichen Militärstrategen ins Grübeln gebracht. Aus Sicht des Kremls ist der Schritt  konsequent, sind doch wesentliche Ziele des Einsatzes erfüllt. Mit der Intervention hat sich  Moskau   militärisch und politisch als Akteur auf der Weltbühne zurückgemeldet. Auch kann sich Putin  feiern lassen, dass er die Friedensverhandlungen wieder in Gang gebracht hat. Zudem hat er den Einfluss Moskaus in der Region gesichert, indem die syrische Opposition zurückgebombt wurde und der verbündete  Diktator Assad  wieder die Oberhand hat.

Der Rückzug kurz vor den Friedensgesprächen ist aber auch ein deutliches Signal an die Führung in Bagdad, sich in Genf an den Verhandlungstisch zu setzen, um dort über eine Lösung des Konfliktes zu reden. Moskau wollte sich auf keinen Fall in einen langen Krieg  wie einst in  Afghanistan hineinziehen lassen. Doch hier endet Putins Engagement. Wie die Zeit nach dem Ende der Kämpfe aussehen soll, darüber gibt es von russischer Seite keine Aussagen. Putin kann sich aber darauf verlassen, dass sich die Europäer angesichts des Flüchtlingsstromes bemühen werden, den Aufbau Syriens mit Milliardensummen voranzutreiben. Auch das gehört zu seinem Plan.

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