Das Dämonische in Frauke Petry

Frauke Petry hat ein Interview gegeben. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für eine Parteivorsitzende. Doch dieses Mal plauderte die AfD-Chefin in der „Bunten“ mit ihrem Lebenspartner Marcus Pretzell über Privates – und legte auch einige politische Sprengsätze.

 

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Frauke Petry muss einigen Spott über sich ergehen lassen.

 

Etwas „dämonenhaft Schönes“

Wollen wir das wirklich wissen? Es war keine Liebe auf den ersten Blick, gesteht Frauke Petry. Und bis zum „ersten Kuss“ habe es eine ganze weile gedauert, erzählt der nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Marcus Pretzell. Sie schätze an ihm dessen „männliche Stärke“, er umgekehrt ihr Aussehen, das etwas „dämonenhaft Schönes“ habe.

Nicht alle in der Partei finden das Interview wirklich gelungen. Schon nach dem Auftritt Petrys vergangenes Jahr auf dem Bundespresseball in Berlin regte sich Widerstand gegen die AfD-Vorsitzende. Frauke Petry bei der „Lügenpresse“, hieß es hinter vorgehaltener Hand.

Petry lässt ihre Kollegen im Regen stehen

Der geneigte Leser erfährt allerdings nicht nur einiges über Petrys Liebesleben, in der „Bunten“ spricht sie auch über Politik – etwa über die Debatte, die nach den umstrittenen Äußerungen zum so genannten Schießbefehl entbrannte. Damals war die Berliner Landesvorsitzenden Beatrix von Storch der AfD-Chefin beigesprungen. Die national-konservative Politikerin hatte zugestimmt, dass die AfD die illegale Einreise von Frauen und Kindern mit Waffengewalt verhindern wolle. In der „Bunten“ hörte sich das nun so an: „Was Beatrix gesagt hat, war katastrophal. Ich will keine Toten.“ Diese Antwort lässt aber eine zentrale Frage offen: nimmt ein Bundesvorstandsmitglied ihrer Partei Tote in Kauf? Das sieht Beatrix von Storch offensichtlich auch so. Sie meldet sich, offensichtlich ziemlich angesäuert, in der „Bild“-Zeitung zu Wort: „Die Debatte um Schusswaffen hat Frauke Petry losgetreten. Das war der Kardinalfehler.“

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Doch damit nicht genug. Auch ihren stellvertretenden Bundesvorsitzenden Alexander Gauland ließ sie im Regen stehen. Die Aussage, die Flüchtlingskrise sei ein „Geschenk“ für die AfD, sei zynisch gewesen sei, sagte Petry: „Ein fataler Satz. Man kann sich doch nicht über Entwicklungen freuen, die dem Land schaden.“ Spricht so eine Vorsitzende, die Schaden von ihrer Partei abwenden will?

Schweigen in der AfD

Die Reaktion im Bundesvorstand auf das Interview Petrys ist Schweigen. Allein das Bundesvorstandsmitglied André Poggenburg sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ nach Erscheinen des „Bunte“-Artikels: „Man merkt daran die Spannungen, die da sind.“ Allerdings wird in vertraulichen Gesprächen immer wieder darauf angespielt, dass Petrys Führungsstil innerhalb der Partei nicht unumstritten sei. So wird ihr von einigen Mitgliedern, die sich lieber in einer Art Fundamentalopposition sehen, vorgeworfen, dass sie Regierungsbeteiligungen in den Bundesländern anstrebt. In den nationalkonservativen Kreisen steht sie ebenfalls in der Kritik, seit sie eine Ordnungsmaßnahme gegen Björn Höcke, den Vorsitzenden der AfD-Fraktion im thüringischen Landtag, wegen dessen Äußerung über das Reproduktionsverhalten von Afrikanern befürwortet hatte. Vorgeworfen wird ihr das ungeschickte Verhalten gegenüber den Medien. So hätten die „verpassten“ Interviews im „Morgenmagazin“ und der anschließende Streit darüber der Partei geschadet.

Ende April findet ein Bundesparteitag der AfD in Stuttgart statt. Dort soll vor allem über das neue Programm der Partei abgestimmt werden. Es sieht aber so aus, dass noch mehr Gesprächsbedarf besteht.

Ein Kommentar zu “Das Dämonische in Frauke Petry

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