Petry kritisiert Özils Mekka-Reise

Die AfD arbeitet sich an der deutschen EM-Elf ab. Seit Tagen tobt eine Deutungsschlacht über die mehr als umstrittenen Äußerungen von Alexander Gauland an Nationalspieler Jérôme Boateng. Nun hat sich AfD-Cehfin Frauke Petry zu Wort gemeldet und übt herbe Kritik an Boatengs Kollegen Mesut Özil.

16.06.06-özil

Wenig Verständnis für Özil

Stein des Anstoßes für Petry ist Özils Pilgerreise nach Mekka. Die AfD-Frontfrau hat offenbar zwar ein gewisses Verständnis, schließlich gehöre die Reise zu den religiösen Pflichten eines Muslims, doch fragt sie sich in einem Interview in der „Welt am Sonntag“, ob „man sie aller Welt präsentieren muss“.  Sie fügte hinzu: „Man könnte Özil fragen, ob er mit diesem Bekenntnis auch eine politische Aussage treffen wollte.“

Ein Foto aus Mekka

Özil hatte zuvor auf seiner Facebook-Seite ein Foto von sich in traditioneller Kleidung vor der Kaaba, dem quaderförmigen Gebäude in der Heiligen Moschee in Mekka, veröffentlicht. Dies war bereits am vergangenen Montag in Petrys Landesverband Sachsen auf heftige Kritik gestoßen. Mittelsachsens Kreisvorstand Andrea Kersten bezeichnete die Pilgerfahrt laut „WamS“ als ein „antipatriotisches Signal“. Die AfD-Vorsitzende bekräftigte gleichzeitig die Kritik ihrer Partei am Islam: Die „Grundgesetzwidrigkeit des Islam“ sei eine „Tatsache“, sagte sie.

Petry geht in dem Interview auch auf Özils Privatleben ein und unterstellt, dass der Fußballer „nicht nach den Regeln der Scharia“ lebe. „Die Frauen, mit denen er sich öffentlich zeigt, tragen jedenfalls kein Kopftuch.“

Hier geht es zur Berichterstattung in der „Welt“

Viele Fans des deutschen Fußballers sehen Özils seine Reise allerdings ganz anders als Petry. Sie finden den Post richtig und zur rechten Zeit.

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Özil ist kein Sänger

In dem Interview mit „Welt am Sonntag“ nannte es Petry zudem „schade, dass Mesut Özil als Identifikationsfigur für so viele Kinder und Jugendliche die Nationalhymne nicht mitsingt“. Das allerdings ist eine reichlich wohlfeile Kritik. Denn Özil ist jedoch nicht der einzige Nationalspieler, der auf das Singen verzichtet – auch christliche oder konfessionslose Mannschaftskollegen schweigen, während die Hymne gespielt wird. Zudem hat das Mitsingen der Hymne in der Bundesrepublik keine Tradition. Bei der Weltmeisterschaft 1974 sang beispielsweise kein deutscher Nationalspieler mit.

Mit ihren Aussagen ist Petry auf einer Linie mit ihrem Parteivize Alexander Gauland. Der hatte im Interview mit dem „Spiegel“ die Mekka-Reise Özils als „sehr gewöhnungsbedürftig für eine Partei, die den Islam nicht als Teil Deutschlands betrachtet“ bezeichnet.

 

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