Der Weltjugendtag – das Mega-Event

Der Weltjugendtag ist ein Mega-Event. Rund einen Million junge Menschen sind nach Krakau gekommen, um sich, ihren Glauben und natürlich den Papst zu feiern. 

Eine Fotoreportage:

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Die Stimmung in der Stadt ist unglaublich. Junge Menschen aus der ganzen Welt drängen sich in einem nicht enden wollenden Strom durch die Altstadt. Es wird gesungen, getanzt und vor allem werden viele Fotos gemacht. Viele sind schon vor dem Weltjugendtag nach Polen gekommen. Sie haben in Gastfamilien gewohnt, um das Leben im Land kennen zu lernen.

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Jugendliche – und auch schon etwas ältere Pilger – aus über 180 Ländern sind nach Polen gekommen. Sie alle genießen die großartige Stimmung. Die Geschichte der Weltjugendtage begann allerdings nicht ohne Probleme. Bischöfe sahen ihre Jugendarbeit in Gefahr, Umweltschützer die Ökosysteme, ein kommunistischer Bürgermeister verbot das Zelten im Park, und eine italienische Tageszeitung titelte: „Die Hunnen kommen“. Doch durchgesetzt hat sich am Ende der Mann, der auf die Jugend vertraute wie keiner seiner Vorgänger: Papst Johannes Paul II. (1978-2005).

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„Öffnet dem Erlöser die Türen“, lautete das Motto des ersten internationalen Jugendtreffens, zu dem Johannes Paul II. für Palmsonntag 1984 nach Rom eingeladen hatte. Was anfangs keineswegs nur auf offene Türen stieß, wurde ein Jahr später als Weltjugendtag (WJT) zur festen Institution – und ist mittlerweile aus dem katholischen Leben nicht mehr wegzudenken.

Dass die Kirche der Jugend viel zu sagen habe, davon waren zwar auch die Vorgänger von Johannes Paul II. überzeugt. Dass dies jedoch auch umgekehrt gilt, hatte niemand von ihnen so ernst genommen wie der Papst aus Polen: Der gegenseitige Dialog müsse „offenherzig, klar und mutig sein“, forderte er.

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Beim Weltjugendtag in Krakau verschwenden die Teilnehmer keine Gedanken daran, dass in den letzten Wochen eine Welle des Terrors Europa heimgesucht hat. Die jungen Menschen setzen den Mördern ihren Glauben an eine bessere Welt entgegen.

Weltjugendtage sind mittlerweile nicht nur die größte kirchliche Veranstaltung überhaupt. Sie ziehen auch mehr Leute an als die Love-Parade, Madonna-Konzerte oder Großdemonstrationen. Etliche hunderttausend Jugendliche nehmen an den Gottesdiensten, Gebeten und geistlichen Gesprächen teil. Zu den Abschlussmessen mit dem Papst kamen oft mehr als eine Million.

Den bisherigen Rekord hält der WJT in Manila, wo 1995 vier Millionen Menschen zusammenkamen. Zum Abschlussgottesdienst des WJT in Köln 2005 kamen 1,1 Millionen Menschen zusammen. In Krakau erwarten die Veranstalter zur Abschlussmesse mit Papst Franziskus Ende Juli bis zu zwei Millionen Teilnehmer.

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Viele der jungen Pilger sind schon mehrere Tage in Polen. Sie haben dort das Leben in Gastfamilien kennen gelernt. Nun, in Krakau, geht es vor allem darum, den Glauben mit anderen Jugendlichen während dieses Events zu teilen.

1984 folgten 300.000 Jugendliche dem Ruf von Johannes Paul II. nach Rom. Dieser war von der Veranstaltung so angetan, dass er für das kommende Jahr gleich wieder zu einem Jugendtreffen in die italienische Hauptstadt einlud. Mit der Organisation betraute er den päpstlichen Laienrat, der seine ganze übrige Arbeit für ein halbes Jahr beiseitelegen musste.

Und nachdem auch die zweite Auflage mit 250.000 Teilnehmern ein großer Erfolg wurde, kündigte Johannes Paul II. zu Ostern 1985 kurzerhand – ohne Rücksprache mit seinem Verwaltungsapparat – an, dass künftig jedes Jahr ein Weltjugendtag stattfinden solle. Er legte einen Wechsel von dezentral in den Ortskirchen begangenen und international ausgerichteten Weltjugendtagen in einer Stadt fest.

Die zentralen Weltjugendtage fanden seither alle zwei bis drei Jahre statt. Dass solche Veranstaltungen keineswegs Selbstläufer sind, hatte Paul VI. (1963-1978) erleben müssen, der zum Heiligen Jahr 1975 ebenfalls zu einem Weltjugendtreffen eingeladen hatte – allerdings mit nur sehr mäßigem Erfolg.

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Die Jugendlichen machen Krakau zu einer riesigen Fan-Meile für den Papst. Jeder will Franziskus sehen. Entsprechend ist der Andrang bei seinem ersten offiziellen Auftritt.

Weltjugendtage ziehen Gäste aus allen Kontinenten an, wenngleich Teilnehmer aus ärmeren Ländern trotz finanzieller Zuschüsse naturgemäß stets weniger vertreten sind. In Toronto und Sydney erschwerten zudem strenge Visa-Vorschriften die Anreise. Von ihren Austragungsorten her waren die Jugendtreffen bislang jedoch vor allem eine Veranstaltung der westlichen Welt.

Der erste zentrale WJT außerhalb Roms wurde 1987 in der Heimatstadt von Papst Franziskus, in Buenos Aires, veranstaltet. Von den folgenden Großtreffen führte nur noch jener in Manila 1995 in ein Land, in dem es größere Armut gibt. Alle übrigen wurden in Ländern Europas oder der westlichen Welt veranstaltet: 1991 im postkommunistischen Tschenstochau/Polen, 1993 in Denver, 1997 in Paris, 2000 in Rom, 2002 in Toronto, 2005 in Köln, 2008 in Sydney und 2011 in Madrid.

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Fast einen Million Menschen versammeln sich vor dem Altar auf einer Wiese in der Nähe des Stadions von Krakau, um am ersten Tag den Papst zu begrüßen.

Franziskus hat ein gut gefülltes Besuchsprogramm: So trifft er sich nach seiner Ankunft mit Staatspräsident Andrzej Duda im Krakauer Königsschloss Wawel sowie mit den polnischen Bischöfen in der Kathedrale zusammenkommen. Am Folgetag ist ein Besuch des Marienheiligtums in Tschenstochau geplant, im wichtigsten polnischen Wallfahrtsort.
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Die Gedenkstätte Auschwitz besuchte Franziskus am 29. Juli. Bis zur Abschlussmesse am 31. Juli auf dem „Campus Misericordiae“ (Feld der Barmherzigkeit) in Brzegi bei Krakau betet er unter anderem mit Jugendlichen in Krakau den Kreuzweg und hält – ebenfalls in Brzegi – eine Vigil.

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Wie bei allen Veranstaltungen ist auch hier die Stimmung ausgelassen. „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ – so lautet das Motto des Weltjugendtages, den etwa 25.000 freiwillige Helfer aus zahlreichen Ländern unterstützen wollen. Das passt zum Heiligen Jahr mit dem Schwerpunkt Barmherzigkeit und zu einem prominenten Vorgänger von Franziskus: Auch der vor elf Jahren gestorbene und in seinem Heimatland tief verehrte Johannes Paul II. (1978-2005) hatte sich dem Thema verschrieben.

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Und dann ist dem Papst noch ein kleines Missgeschick passiert: bei einem großen Freiluft-Gottesdienst ist er gestürzt. Zehntausende Gläubige sahen, wie der 79-Jährige auf dem Podest am Altar im Kloster Jasna Góra im Wallfahrtsort Tschenstochau stolperte. Er fiel hin, als er ein Weihrauchfass in der Hand hielt und auf ein Gnadenbild der „Schwarzen Madonna“ zulief, das auf dem Podium aufgestellt war. Wenig später hielt er augenscheinlich unverletzt seine Predigt. Nach Angaben des Vatikan geht es Franziskus gut.
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