Der arme Süden Europas

Europa schlägt sich nun schon seit fast zehn Jahren mit einigen Krisen herum. Inzwischen gibt es viele Untersuchungen vor allem zur Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Ergebnisse: die Armut auf dem ganzen Kontinent hat deutlich zugenommen. Zudem haben sich die geografischen Schwerpunkte verschoben und auch die Art der Armut hat sich in vielen Ländern verändert. Das schreibt, Rod Hick, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sozialpolitik an der Universität Cardiff.

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Der Süden leidet unter der Krise

Kein Wunder ist, dass die Krise vor allem Griechenland getroffen hat. Tatsächlich ist es so, dass in Ländern wie Griechenland, Italien, Zypern, Spanien und Portugal die Armutsrate inzwischen jene in den armen Beitrittsländern Osteuropas übersteigt.

Wie Hick schreibt, waren die Jahre vor der Krise vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Armut in den meisten Ländern deutlich abgenommen hatte – was sich dann dramatisch veränderte.

Viele Komponenten der Armut

Rod Hick bezieht in seine Auswertung verschiedene Anzeichen von Armut ein. Dazu zählt, wenn das Einkommen einer Familie unter den Durchschnitt eines Landes fällt oder Familienmitglieder arbeitslos werden. Zum anderen, wenn es Menschen an den grundsätzlichen Dingen des Lebens fehlt.

Zur Armut gehören in diesem Sinne auch Aussagen von Familien, dass sie mit dem Geld nicht bis zum Ende des Monats auskommen. Oder dass es immer mehr Schwierigkeiten in der Nachbarschaft gibt – zum Beispiel eine erhöhte Kriminalität oder Vandalismus. Und schließlich fließt in die Studie auch noch ein, wenn die medizinische Versorgung der Menschen nicht mehr gewährleistet ist.

Zwei Dinge sind bei dieser „multi-dimensionalen Armut“ auffallend:

  1. Die südlichen Länder Europas zeigten schon vor der Krise große Schwächen. Sie waren nicht in der Lage von der guten Entwicklung zu profitieren und konnten in ihren Ländern die Armut nicht reduzieren.
  2. Die Krise in Griechenland ist so fundamental, dass das Land auf der Armutsskala nun vor den armen neuen EU-Beitrittsländern liegt.

Deutlich wird durch die Studie, dass es in den einzelnen Ländern signifikante Veränderungen zur Zeit vor der Krise gegeben hat. Noch auffallender ist, dass es eine radikale Verschiebung der Armut-Schwerpunkte in Europa stattgefunden hat. Inzwischen sind vor allem die südlichen Länder betroffen – während das Augenmerk der EU-Hilfen oft noch auf den Ländern Osteuropas liegt.

Hier geht es zur weiteren Auswertung der Studie

 

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