Mehrheit rechnet mit Wahlerfolg für rechte Parteien

Die rechten Parteien sind in den Köpfen der Masse der Wähler angekommen. Das legen zumindest die aktuellen Umfragen nahe. Die Frage ist, welche Schlüsse die Politiker – und andere politisch engagierte Menschen – aus dieser Erkenntnis ziehen?

 

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Rechte Parteien im Aufwind?

69 Prozent der Bundesbürger erwarten, dass rechte Parteien bei den Wahlen in Frankreich, Holland und Deutschland im kommenden Jahr besser abschneiden werden als bislang. Jeder Fünfte (19 Prozent) geht von ähnlichen Resultaten wie bisher aus. Etwa jeder zehnte Bürger (9 Prozent) vermutet ein schlechteres Abschneiden der rechten Gruppen. Das geht aus dem DeutschlandTrend hervor, der im ARD-Morgenmagazin veröffentlicht wurde.

Die CDU hofft

Bei der Einschätzung der rechten Gruppen spielt keine sonderlich große Rolle, welcher Partei die Befragten selbst nahe stehen. Am deutlichsten gehen mit 84 Prozent die Anhänger der AfD davon aus, dass rechte Parteien besser abschneiden werden. Es folgen FDP-Anhänger mit 77 Prozent, SPD mit 73, Grüne mit 71 und Linke-Anhängern mit 69 Prozent. Am wenigsten deutlich gehen mit 63 Prozent die Anhänger der Union von einem besseren Abschneiden rechter Parteien aus.

 

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Wahlen in vielen Ländern

In den Niederlanden, wo im März gewählt wird, sitzt die rechte Partei für die Freiheit (PVV) von Geert Wilders seit zehn Jahren im Parlament. In Frankreich ist der rechtsextreme Front National (FN) seit Jahrzehnten eine politische Größe. Hier wird Ende April ein neuer Präsident gewählt, FN-Chefin Marine Le Pen hat laut Umfragen gute Chancen, in eine Stichwahl zu kommen. Und in Deutschland wird im September ein neuer Bundestag gewählt. Hier hat die rechte AfD gute Chancen, ins Parlament einzuziehen – und würde wohl drittstärkste Kraft werden.

Die Sonntagsfrage

In der aktuellen Sonntagsfrage erhält die Union 36 Prozent der Stimmen. 21 Prozent der Befragten würden die SPD wählen. Die Grünen erhalten 10 Prozent der Stimmen, die AfD kommt auf 13 Prozent und Die Linke auf neun Prozent. Die FDP würden sechs Prozent der befragten Bundesbürger wählen. Im Vergleich zum Deutschlandtrend vom 8. Dezember 2016 gewinnen Union und FDP jeweils einen Prozentpunkt. SPD und Grüne verlieren jeweils einen Prozentpunkt. Die Stimmen für die Linke und die AfD bleiben unverändert. Insgesamt erhält die Regierungskoalition 57 Prozent.

Bedenke die Fehlertoleranz

Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. Befragt wurden vom 12. bis 14. Dezember 1005 Menschen. Und die Umfrageinstitute sind aufgrund der schlechten Erfahrungen vorsichtig geworden. Sie geben auch die Fehlertoleranz der Statistik an. Die liegt  bei 1,4 (bei einem Anteilswert von 5%) bis 3,1 (bei einem Anteilswert von 50%) Prozentpunkten. In Klartext: die FDP könnte auch mit knapp unter fünf Prozent der Wählerstimmen aus dem Bundestag fliegen, trotzdem sie in der Umfrage bei sechs Prozent verortet wird.

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