Aktionskünstler Pawlenski flieht aus Russland

Der Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hat Russland verlassen – allerdings nicht freiwillig. Er sagt, man versuche ihm uns seiner Frau sexuelle Übergriffe anzuhängen und den Prozess zu machen.

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15.11.09-pavlensi02

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Die Gründe für die Flucht

In einem Interview mit dem Oppositionssender „Doschd“ erklärt Pawlenski seine Gründe,  Moskau den Rücken zu kehren. Eine Schauspielerin beschuldige das Paar, sie vergewaltigt zu haben. Dem Aktionskünstler, der für seine radikalen Performances bekannt ist, und seiner Frau könnten bei einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft drohen.

Hier geht es zu einem Interview mit dem Aktionskünstler mit Hromadske.TV

Pawlenski sagte dem TV-Sender, bei den Anschuldigungen handle es sich um „Denunziation“. Er sehe sich gezwungen, zum Schutz seiner Frau und Kinder das Land zu verlassen. Mit seiner Familie sei er zunächst über Weißrussland in die Ukraine gereist. Von dort aus sei er nach Frankreich geflogen, wo er um politisches Asyl bitten werde.

Hier Auszüge aus einer Erklärung Pawlesnkis auf seiner Facebook-Seite:

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„Wir wurden ununterbrochen verfolgt, heimlich verhört, immer in der Absicht, uns aus dem gesellschaftlichen und politischen Leben des Landes zu beseitigen. Agenten haben uns Waffen angeboten und sogar versucht, uns dazu zu bewegen, etwas Spektakuläres zu unternehmen, etwas in die Luft zu sprengen oder sogar den Kreml zu besetzen. Das Schicksal der so genannten »Krimterroristen« wollten wir nicht erfahren und haben solche Vorschläge durchweg abgelehnt. Doch jetzt hat das Regime einen Weg gefunden, unser Leben in Russland unmöglich zu machen.“

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Sein Fazit: Er werde „unter keinen Umständen mit der Unterwürfigkeit eines Schafes in ein vom Staat betriebenes Schlachthaus torkeln.“

Hier geht es zur Erlärung im (deutschen) Wortlaut.

Pawlenski hat für seine umstrittenen Aktionen schon häufig Strafen in Kauf genommen. 2016 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er am Hauptsitz des Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau eine Tür in Brand gesteckt hatte.  In einem Brief an die ZEIT spricht er danach von einem Erfolg, „von dem ich nicht zu träumen gewagt habe“. Außerdem wurde er von den russischen Behörden in eine Psychiatrie eingewiesen, um ihn einer eingehenden Untersuchung zu unterziehen.

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