Höckes völkisches Geschwurbel

Björn Höcke hat es wieder getan. Erneut hat der AfD-Politiker mit einer Aussage Empörung ausgelöst. Dieses Mal schmähte der national-populistische Thüringer Parteivorsitzende das Holocaustgedenken in Deutschland – und beruft sich dabei auf Martin Walser!

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Björn Höcke

Björn Höcke, ein Mann des völkischen Wortes.

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Höcke und das Volk

Björn Höcke spricht gerne vom Volk – vor allem vom deutschen Volk und dessen Größe. In dieses Weltbild passt der Holocaust allerdings nicht wirklich gut hinein. Leugnen würde ein Mann wie er die Gräuel es Dritten Reiches natürlich nicht – aber zumindest das Gedenken daran will er offenbar etwas kleiner haben.

Zur Erinnerung – Björn Höcke ist der Mann, der bereits von „1000 Jahre Deutschland“ fabulierte und über die „Reproduktionstechnik“ der Afrikaner schwurbelte.

Hier ein Link zu einer Geschichte, wie Höcke eine Holocaus-Leugnerin vertedigt.

Hier geht es zu einer Geschichte über die europaweiter Vernetzung der Rechtspopulisten.

Denkmal der Schande?

Dieses Mal sagte er auf einer Veranstaltung der Jungen Alternative am Dienstagabend in Dresden: „Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.“ Gemeint ist damit wohl das Holocaust-Mahnmal in Berlin.

Der AfD-Politiker sagte in Dresden zudem, bis jetzt sei der deutsche Gemütszustand der „eines brutal besiegten Volkes“. „Anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten, weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben, … vielleicht mehr als jedes andere Volk auf dieser Welt …, und anstatt unsere Schüler in den Schulen mit dieser Geschichte in Berührung zu bringen, wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht“, erklärte Höcke.

Deutliche Reaktionen

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. SPD-Vize Ralf Stegner sprach auf dem Kurznachrichtendienst Twitter von einer „Hetz-Rede“ und forderte: „Null Einfluss für das Neonazipack!“

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Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter nannte die Rede des AfD-Politikers „unsäglich“. „Die AfD muss sich unmissverständlich davon distanzieren und sich bei unseren jüdischen Freundinnen und Freunden entschuldigen.“

Höckes Reaktion auf die Reaktion

Auf Facebook hat Höcke dann auf die Sache reagiert und erklärt dort unter anderem:

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„Das heißt, ich habe den Holocaust, also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet. Und ich habe gesagt, dass wir Deutsche diesem auch heute noch unfassbaren Verbrechen, also dieser Schuld und der damit verbundenen Schande mitten in Berlin, ein Denkmal gesetzt haben. Was ist daran falsch? Was ist an dieser Feststellung zu kritisieren? Gar nichts!“

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Schließlich bemüht Höcke sogar in ziemlich abenteuerlicher Weise den Schriftsteller Martin Walser, um sein Gerede zu rechtfertigen.

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„Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Rede Martin Walsers vom 11. Oktober 1998 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche erinnern. Damals sagte Walser: ,In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Alptraum. Die Monumentalisierung der Schande.‘ Er sprach sogar von einer ,Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken‘.“

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Am Ende der Geschichte steht eine Erkenntnis – die ist allerdings nicht wirklich neu aus AfD-Sicht und eine Frage.

Die Erkenntnis: Der Rest der Welt hat das Höcke-Geschwurbel einfach nicht verstanden und in hinterhältigster Form wieder einmal die Fakten verdreht (Stichwort: Lügenpresse).

Die Frage: Was sagt eigentlich Martin Walser dazu, dass er von der Rechtspopulisten in dieser Art und Weise vereinnahmt wird?

Inzwischen hat auch die AfD reagiert. Partei-Chefin Frauke Petry bezeichnete Höcke als „Belastung“ für die Partei.
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