„Null Prozent“ für Geert Wilders

Geert Wilders meidet die Medien. Nun hat er doch ein Interview gegeben. Der bekannte TV-Journalist Rik Niemann hat sich mit dem Rechtspopulisten unterhalten, dessen Partei PVV bei der Wahl am 15. März wohl zur stärksten Kraft in den Niederlanden werden wird. Es ging um Wilders Plan für die Zukunft seines Landes.

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Interview unter hohen Sicherheitsvorkehrungen

Das Interview war unter strengster Geheimhaltung in Den Haag aufgenommen worden. Nach Bedrohungen durch radikale Islamisten wird der Politiker seit gut zwölf Jahren rund um die Uhr bewacht und ist in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Und des ständigen Versteckspiels ist der Mann aus der Karnevalshochburg Venlo, der wegen seiner auffälligen Frisur auch gerne Mozart geheißen wird, überall präsent. Der 53-Jährige braucht gar nicht mit seinen Konkurrenten debattieren oder sich womöglich mit dem Wahlvolk auseinandersetzen. Nach den Umfragen kann Wilders Partei für die Freiheit (PVV) mit gut 20 Prozent stärkste Kraft werden  28 Parteien bewerben sich um die 150 Sitze der Zweiten Kammer.

Trump ist Wilders‘ Vorbild

Ähnlich wie US-Präsident Donald Trump tut Wilders seine Ideen über die sozialen Medien kund. Ein Tweet von ihm – und die Diskussion kocht hoch.

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. Jüngst war es wieder einmal soweit: Wilders verbreitete über Twitter ein manipuliertes Foto, das den Linksliberalen Alexander Pechtold angeblich zwischen radikalen Islamisten zeigte, die die „Scharia für die Niederlande“ forderten. Medien und Politiker reagierten entsetzt. Wilders frohlockte über die Aufmerksamkeit und hatte in seinem Kampf gegen die „Elite“ von Medien und Politik wieder eine Schlacht gewonnen. .

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Ein Meister des Fake-News

Nicht erst nach diesem Tweet wurde deutlich: auch Wilders ist ein Meister der Fake-News. Gerne behauptet er auch, blonde Frauen trauten sich nicht mehr auf holländische Straßen. Oder: Holländer dürfen wegen der Muslime nicht mehr Weihnachten oder Ostern feiern.

In dem Interview wird auch deutlich, dass Wilders den Weg von Trump konsequent kopiert. Und auch er setzt voll auf „Holland First“. „Unser Land ist gekapert, und wir müssen es wieder zurückerobern“, sagte er nun erneut. Er will nach einem Wahlsieg den Islam aus den Niederlanden verbannen. Das Programm seiner Partei für die Freiheit passt locker auf eine DIN-A4-Seite. Wichtigste Punkte sind der Austritt aus der EU, Grenzen dicht, Verbot des Koran und der Moscheen. Die simplen Botschaften kommen offensichtlich an.

Wird Wilders Premier?

Dennoch bedeutet das nicht, dass Geert Wilders auch Regierungschef wird. Nach dem Wahlsystem, das keine Sperrklausel kennt, kann faktisch nur eine Koalition regieren. Bis jetzt haben alle Parteien angekündigt, nicht mit der PVV zusammenarbeiten zu wollen. Aber abwarten, was diese Worte nach der Abstimmung noch wert sind.

„Null Prozent“

„Null Prozent“: Knapp und deutlich hat der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte vor den Parlamentswahlen eine Zusammenarbeit mit dem Rechtspopulisten ausgeschlossen.
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Mit Bezug auf eine Äußerung von Wilders, er könne bei einem Wahlsieg seiner Partei nicht ignoriert werden, bezifferte Rutte bei Twitter die Chancen für eine Koalition: „Null Prozent. Geert. NULL Prozent. Das. Wird nicht. Passieren.“ Rutte äußerte sich auf seinem privaten Twitter-Konto, auf dem er zuletzt vor sechs Jahren etwas veröffentlicht hatte
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