Russisches Tanztheater Derevo steht in Dresden vor aus Aus

Seit Monaten droht das Aus. Nun hat das renommierte russische Tanztheater Derevo  sein Publikum in Dresden nach einer Uraufführung um Unterstützung ersucht.
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17.12.26-derevo
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Künstlerische Heimat in Dresden

Die Stadt will den Russen, die seit mehr als 20 Jahren ihre künstlerische Heimat an der Elbe haben, im kommenden Jahr die institutionelle Förderung entziehen. Das Ensemble sieht deshalb seine Existenz bedroht. Nach der Uraufführung des Stückes „Der Strom“ am Dienstag im Dresdner Festspielhaus Hellerau wandte sich Ensemble-Chef Anton Adasinsky an die Zuschauer, die den Künstlern aus St. Petersburg zuvor viel Beifall gespendet hatten.
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Mischung aus Tanz, Theater und Pantomime

„Es ist sehr wichtig für uns zu wissen, wie viele Freunde wir in Dresden haben. Wenn Sie uns lieben, unterschreiben Sie die Petition zum Erhalt von Derevo“, sagte Adasinky.
Der Direktor erklärte gegenüber MDR KULTUR weiter, für das nächste Jahr gebe es Verträge mit Tänzern, Technikern und Veranstaltungsräumen in aller Welt: „Und jetzt muss ich alles stoppen und den Leuten Geld zahlen, um aus den Verträgen herauszukommen.“ Auch die Miete für ein Studio in Hellerau über 800 Euro könne Derevo ohne die Förderung nicht mehr zahlen.
Derevo (russisch: Baum) entstand 1988 in St. Petersburg und kam später nach Dresden. Mit ungewöhnlichen Produktionen gewannen die Russen auf Festivals in aller Welt Preise. Mit einer Mischung aus Tanz, Theater und Pantomime entwickelte das Ensemble eine ganz eigene Ästhetik.

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Nach Informationen des MDR weist die Stadt Dresden weist darauf hin, dass die ersten Überlegungen, die Fördermittel für die Tanzgruppe einzustellen, bereits aus dem Jahr 2016 stammen. Damals hatte die Kulturverwaltung sich jedoch noch für eine reduzierte Förderung im Jahr 2017 in Höhe von 20.000 Euro entschieden. Parallel dazu seien Gespräche mit Derevo geführt worden, so die Stadt Dresden. Derevo sei darauf hingewiesen worden, dass die Fördermittel eingestellt werden, sollte sich die Formensprache und Ästhetik nicht weiterentwickeln und die Company in der Stadt nicht präsenter sein.

Im Rahmen der Antragsbearbeitung für die institutionelle Förderung 2018 kam nun eine  Facharbeitsgruppe zu der Ansicht, dass die angemahnte Entwicklung nicht umgesetzt wurde.

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