Die Nato will mit Russland wieder mehr reden

Mehr reden, aber keine Zeitenwende. So versucht Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Strategie in Sachen Russland für das kommende Jahre zu definieren.

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Die Nato will sich im kommenden Jahr um einen intensiveren Dialog mit Russland bemühen. „Ich gehe davon aus, dass wir mehr Treffen haben werden und dass wir auch die militärischen Kommunikationskanäle mehr nutzen werden“, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg zum Jahreswechsel in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. In beiden Bereichen gebe es Bewegung und das gesamte Bündnis stehe dahinter. Dialog sei neben Abschreckung der zweite Pfeiler der Russlandpolitik des Bündnisses, sagte Stoltenberg.

Für einen stärkeren Austausch mit Russland hatte sich innerhalb der Nato zuletzt vor allem Deutschland eingesetzt. Dass die Bemühungen Erfolg haben könnten, erschien allerdings noch vor einigen Wochen unwahrscheinlich, da sich unter anderem die Vereinigten Staaten sehr kritisch zu Forderungen nach mehr Kontakten geäußert hatten.

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Kurze Hintergrundinfo:

Im April 2014 hatte die Nato die praktische Zusammenarbeit mit Russland wegen der Situation in der Ukraine auf Eis gelegt. Vom Sommer 2014 bis zum Sommer 2016 trat der Russland-Nato-Rat nicht zusammen. Seitdem fanden jedoch fünf Treffen auf Botschafterebene statt, darunter am 30. März und 13. Juli 2017.

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Die USA fordern immer wieder Fortschritte im Ukraine-Konflikt. Zuletzt hieß es auch, dass Washington neue Waffen an Kiew liefern werde. Allerdings werden Trump bekanntlich auch gute Kontakte nach Moskau nachgesagt.

Offensichtlich hat man sich nun auf eine Linie mit den USA geeinigt. Man will sich um einen Ausbau der Kontakte zu bemühen, dabei aber ganz klar zu machen, dass es nicht um ein Normalisierung der Beziehungen, sondern um die Lösung von konkreten Problemen geht. Schon in der Vergangenheit war beispielsweise im Nato-Russland-Rat diskutiert worden, ob Militärmanöver durch bessere Kommunikation und gemeinsame Standards sicherer gemacht werden könnten.

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