Notre-Dame steht in Flammen

Ein Teil des berühmtesten Wahrzeichen der Welt wird ein Raub des Feuers. Die Schäden sind noch nicht abzusehen.  

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Aussichtsloser Kampf gegen das Feuer

Riesige Flammen schlagen aus dem Dach, eine gewaltige Rauchsäule steigt hoch in den Himmel über Paris – Notre-Dame brennt lichterloh. Völlig fassungslos stehen zehntausende Menschen auf den Brücken über die Seine und beobachten die Katastrophe. „Ich kann es nicht fassen“, sagt eine ältere Dame und ringt mit den Tränen, „ich kann es nicht fassen, was in diesen Minuten alles verbrennt.“ Die Feuerwehrleute kämpfen in diesen Stunden nicht nur gegen die Flammen, sondern auch gegen den dichten Abendverkehr in Paris. Auf den Straßen an der Seine entlang stauen sich tausende Autos, es gibt kein Vor und kein Zurück. Die Einsatzfahrzeuge stehen mit Blaulicht und Sirene fest. Polizisten versuchen immer aufgeregter, die Kreuzungen zu räumen, damit die Löschzüge zur Kathedrale durchkommen, aber es dauert alles sehr langt. Bisweilen müssen die Einsatzkrätfe bei sehr hartnäckigen Gaffern auch etwas handgreiflich werden.

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Anfang deutlich zu sehen war, dass das Feuer von einem kleinen Turm in der Mitte des Daches ausging und dann auch den gesamten Dachstuhl übergegriffen hat. Nach Angaben eines Polizisten ist dieser Teil in sich zusammengebrochen. Die beiden monumentalen Türme der Kathedrale sind zwar in dunklen Rauch gehüllt, doch niemand kann sagen, inwieweit sie vom Feuer in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Die Polizei oder die Feuerwehr gab allerdings bis in den späten keine offizielle Stellungnahme heraus. Nur so viel scheint klar, dass der Brand gegen 18.50 Uhr entdeckt worden ist.

Suche nach der Ursache

Allerdings liegt es nahe, dass das Feuer mit den Renovierungsarbeiten des Daches zusammenhänge könnte. Noch vor wenigen Tagen sind 16 große Figuren mit einer spektakulären Aktion vom Dach geholt worden, damit die Arbeiten fortgesetzt werden konnten.

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Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo sprach auf Twitter von einem „fürchterlichen Brand“. Die Feuerwehr versuche, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich tief betroffen angesichts des Feuers in einem der Wahrzeichen Frankreichs. Der Staatschef wollte eigentlich am Abend eine wichtige Fernsehansprache zu den vom ihm geplanten Reformen geben, sagte diese aber ab. „Notre-Dame von Paris den Flammen ausgeliefert. Emotion einer ganzen Nation“, teilte der Präsident auf Twitter mit. Er sei in Gedanken bei allen Katholiken und allen Franzosen. Wie alle französischen Mitbürger sei er an diesem Abend traurig, „diesen Teil von uns brennen zu sehen“.

Auch außerhalb von Frankreich löste der Brand Entsetzen aus.  „Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa“, schrieb EU-Ratspräsident Donald Tusk auf Twitter. „Wir sind heute alle bei Paris.“ Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb auf Twitter: „Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen.“ Er fügte hinzu: „Notre-Dame ist ein Symbol Frankreichs und unserer europäischen Kultur. Mit unseren Gedanken sind wir bei den französischen Freunden.“
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Die Kathedrale von Notre-Dame ist eine wichtigsten Attraktionen in Paris. Sie wird jedes Jahr von vielen Millionen Touristen besucht. Die Kathedrale steht im Herzen der Stadt auf der Île de la Cité. Die Geschichte der Kathedrale reicht bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurück. Fast 200 Jahre vergingen bis zur Fertigstellung. Die Dimensionen der im gotischen Stil konstruierten und der Jungfrau Maria geweihten Kirche mit ihren beiden majestätischen Türmen sind gewaltig: Die Kathedrale ist 127 Meter lang, 40 Meter breit und bis zu 33 Meter hoch. Mit seinem 1831 erschienenen historischen Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“ verewigte Victor Hugo die Kathedrale in der Literatur.
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Witterung und Luftverschmutzung haben dem Baudenkmal zuletzt schwer zugesetzt. An vielen Stellen bröckelt die Bausubstanz – und das vom Staat bereitgestellte Unterhaltsbudget reicht nicht für eine umfassende Sanierung. Für die Sanierung des weltberühmten Bauwerks war vor einiger Zeit eine kirchliche Spendenaktion auf den Weg gebracht worden.

Am Abend der Katastrophe stehen die Menschen bis in die späten Abendstunden auf den Straßen und beobachten den Brand. Erst nach Stunden sind zumindest aus der Ferne keine Flammen mehr zu sehen und es steigt nur noch wenig Rauch auf. „Das ist ein schlechtes Zeichen“, sagt ein Mann in der Menge. „Das Feuer hat nun nichts mehr, womit es sich füttern kann. Es ist alles aus.“

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