Frankreich verabschiedet sich vom Kassenbon

Die Franzosen zählen nicht gerade zu den Weltmeistern beim Reycling. Das soll sich nun Schritt für Schritt ändern. 16 Jahre nach Einführung des Einwegpfands in Deutschland diskutiert auch Frankreich über ein Rückgabesystem für Getränkeverpackungen. In einem Bereich sind die Franzosen den Deutschen allerdings einen Schritt voraus. Während in Deutschland die Kassenbonpflicht eingeführt wurde, wurde nun in Paris deren Aus besiegelt.

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Ein kleiner Schritt für einen Franzosen

Der Schritt in die Bon-freie Zeit ist allerdings eher ein kleiner. Denn schon jetzt nehmen es die Franzosen mit der Bonpflicht nicht so genau: Wer sein Baguette in einer Bäckerei kauft, bekommt in vielen Fällen keinen Kassenzettel. In Deutschland müssen Händler und Restaurants dagegen seit dem 1. Januar jedem Kunden einen Bon aushändigen. In Frankreich wurde nun ein Gesetzentwurf verabschiedet, danach sollen ab September Bons bis zu zehn Euro nicht mehr ausgedruckt werden – außer, der Kunde wünscht dies ausdrücklich. Ab 2021 fallen Kassenzettel bis zu 20 Euro weg, ab 2022 solche bis zu 30 Euro.

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Gesetz gegen „Verschwendung“

Das französische Gesetz gegen „Verschwendung“ sieht noch andere Maßnahmen zum Umweltschutz vor: Danach dürfen nicht verkäufliche Textilien und Hygieneartikel ab 2022 nicht mehr vernichtet werden, sondern müssen gespendet oder – im Fall von Textilien – recycelt werden. Zudem soll es ein neues Label für die „Reparierbarkeit“ von Fernsehern oder Handys geben. Damit will die Regierung verhindern, dass wie bisher 60 Prozent der defekten Elektro-Geräte auf dem Müll landen.

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Kampf gegen das Plastik

Auch gegen die sich häufenden Plastikberge geht Frankreich vor: Schnellrestaurants müssen spätestens ab 2023 wiederverwendbare Verpackungen und Besteck nutzen. Ein zunächst geplantes Pfand für Plastikflaschen wie in Deutschland wird es aber vorerst nicht geben.

#àcausedemacron – Die Choreografie zum Streik

Die Streiks in Frankreich gehen weiter – und oft auch brutaler. Allerdings gibt es auch Gruppen, die sich inzwischen sehr kreativ gegen die Rentenreform und den Präsidenten Emmanuel Macron stemmen. So gibt es nun einen Titelsong. „À cause de Macron“. Das Lied wird von Demonstrantinnen seit einiger Zeit als Flashmob während der Proteste aufgeführt.

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Frauen – die Verliererinnen der Reform

Dabei tragen sie blaue Overalls, gelbe Haushaltshandschuhe und ein rotes Tuch im Haar und singen sinngemäß „Wegen Macron werden wir die großen Verliererinnen sei.“ Bei dem eingängigen Song handelt es sich um eine Art Parodie des Hits „À cause des garçons“ aus dem Jahr 1987. Damals wurde er von dem Duo Laurence Heller and Hélène Bérard gesungen.

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Die Globalisierungskritiker von Attac und feministische Organisationen wollen mit dem Song anprangern, dass Frauen die großen Verliererinnen der Rentenreform von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seien. „Wegen Macron stehen Mädchen stärker unter Druck als Jungen. Wegen Macron schreien wir RÉ-VO-LU-TION…“, heißt es etwa im Text.

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Die Outfits der singenden Demonstrantinnen sind angelehnt an die Kunstfigur „Rosie the Riveter“, die in den 1940er in den USA Frauen für kriegswichtige Betriebe anheuern sollte. Die meisten kennen „Rosie“ wohl von den berühmten „We can do it!“-Werbeplakaten. Die Interpretinnen von „À cause de Macron“ nennen sich Rosies und treten mittlerweile bei zahlreichen Demos gegen die Reformpläne auf. Für die Choreographie (zum Beispiel Fäuste nach vorne, dann rechts und links mit den Füßen in die Luft treten) gibt es im Netz ein Erklärvideo.

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Das derzeitige Rentensystem wirkt sich nachteilig für Frauen aus. Künftig soll die Berechnung der Rente anders erfolgen – jeder eingezahlte Euro soll zählen statt nur die besten 25 Jahre. Die Regierung hatte versprochen, dass Frauen die Gewinner des neuen Systems seien werden. Ob sich die neue Berechnung nachteilig auf Frauen auswirken wird, lässt sich derzeit noch schwer sagen – Experten sind sich uneins.

Jean Paul Gaultiers spektakulärer Abschied vom Laufsteg

Der legendäre Modemacher feiert in Paris seine letzte Haute-Couture-Schau. Ganz von der Bildfläche verschwinden wird er allerdings nicht.

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Die Welt wartet auf Madonna

Sie ist es! Wie eine Meute hungriger Wölfe stürzen sich die Fotografen auf die schwarze Limousine. Quälend langsam öffnet sich die Tür, Blitzlichtgewitter, Gedränge, Geschrei „Regardez! Look at me!“ – große Enttäuschung. Es ist nicht Madonna!

Die Pop-Ikone steigt auch nicht aus dem schwarzen Sarg, der zu Beginn der spektakulären Abschiedsschau des französischen Star-Designers Jean Paul Gaultier im Pariser Théâtre du Châtelet über die Bühne getragen wird. Zwei kegelförmige Brüste herausragen aus ihm heraus – eine Anspielung auf das legendäre Spitz-BH-Korsett, das der Modemacher einst für Madonna entworfen hatte. Beide waren damals auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren. 30 Jahre sind seitdem vergangen und Jean Paul Gaultier hat nun überraschend beschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen – zumindest beim Zirkus um die Haute-Couture-Modenschauen.
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Jean Paul Gaultier feiert sich selbst

Der Abschied in Paris im Rahmen der Fashionweek war ein Spiegel seiner Karriere: bombastisch-glamourös, frenetisch beklatscht von Stars und Sternchen. Zu seinem letzten Defilee am Mittwochabend wurde eine Art Musical aufgeführt, ein gigantisches Spektakel in mehreren Akten, bei dem der 67-Jährige seine berühmtesten Entwürfe der vergangene 50 Jahre Revue passieren ließ. Korsagen waren zu sehen, Matrosen-Looks, Mieder, Strapse und natürlich die legendären blau-weißen Streifen.

Viele seiner großen Musen liefen noch einmal über den Catwalk – Amanda Lear , Dita von Teese und auch die US-Popsängerin Beth Ditto und der österreichische Travestie-Künstler Conchita Wurst. Der Soundtrack zur Show stammte von Boy George, der zu Beginn das Lied „Back to Black“ von Amy Winehouse performte und auch das Finale einläutete.

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Gaultiers Bekenntnis zum Umweltschutz

Seine Karriere hatte Gaultier 1970 im Alter von 18 Jahren als Assistent des Designers Pierre Cardin begonnen. Dieser sagte der Nachrichtenagentur AFP: „Während ich bei meiner Mode schamhaft bin, ist er eher provokant.“ Das sei eben Gaultiers Stil und sein besonderes Talent.

Bei der Show bekannte sich Gaultier auch zum Umweltschutz: „Es gibt zu viele Kleider. Werft sie nicht weg, recyclet sie“, rief er seinem Publikum zu. „Weg mit dem Brandneuen, her mit dem Brandalten!“ Schon seine Mutter habe ihn als Kind damit beeindruckt, dass sie aus den alten Hosen seines Vaters Röcke geschneidert habe, erzählte Gaultier. „Man kann ein Kleidungsstück wieder lieben lernen, indem man es verändert.“

Viele Zuschauer waren nach der Schau den Tränen nahe, sie wussten, dass sie Zeugen vom Ende einer Ära geworden waren. Zusammen mit dem im vergangenen Jahr verstorbenen Karl Lagerfeld gehörte Jean Paul Gaultier zu den letzten großen Modeschöpfern einer längst vergangenen Epoche. Einer Zeit, in der Modedesigner Weltstars waren und mit ihren Kreationen Skandale provozierten.

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„Bitte nicht traurig sein“, rief der Designer nach der Show der Menge zu, die ihn mit Standing Ovations bejubelte. „Die Marke Gaultier wird es weiterhin geben, aber ohne mich. Ich mache etwas anderes, eine neue Revue oder neue Projekte, aber auf jeden Fall etwas, das mit Mode zu tun hat, etwas anderes kann ich auch gar nicht.“ In dieser Zeit der schnell wechselnden Moden hinterlässt Jean Paul Gaultier tiefe Spur – und der Büstenhalter von Madonna, witzelte der Modemacher beim Abschied, werde später wohl auf seinem Grabstein verewigt.

Paris – ein Laufsteg für Reiche, Schöne und Freaks

In Paris trifft sich in diesen Tagen bei den Haute-Couture-Schauen die Welt der Mode. Für Aufregung sorgt ein prominenter Abschied.

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Jahrmarkt der Eitelkeiten

Ganz Paris ist ein einziger Laufsteg. Pfauenartig gekleidete Mode-Freaks stolzieren in der milden Wintersonne über die Champs-Élysées, kichernde Models steigen in kleinen Gruppen vor Luxus-Boutiquen aus dunklen Limousinen und in der Nähe von teuren Nobelherbergen lauern Fotografen auf prominente Beute. Der Grund: im französischen Mekka der Modewelt haben die Haute-Couture-Schauen begonnen, gezeigt werden die neuen Kollektionen für Frühjahr/Sommer 2020. Manche Produzenten des schönen Scheins wurden in dieser Saison allerdings von der harten Realität eingeholt. Einige Modehäuser hatten mit den seit Dezember in Frankreich anhaltenden Proteste gegen die umstrittene Rentenreform zu kämpfen. Das Label Christophe Josse sah sich gezwungen, seine Show abzusagen – wegen streikbedingter Lieferschwierigkeiten hatte die Kollektion nicht rechtzeitig fertiggestellt werden können.

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Jean-Paul Gaultier sorgt für eine Überraschung

Für die größte Überraschung war allerdings gesorgt, bevor das erste Model den Laufsteg betreten hatten. Der französische Modemacher Jean-Paul Gaultier ließ am Freitag über den Kurznachrichtendienst Twitter eine Bombe platzen. Sich lässig auf einem Sofa räkelnd erklärte der Stardesigner, dass in Paris seine letzte Haute-Couture-Schau stattfinden werde. Mit dem Auftritt am Mittwoch im Théatre du Châtelet werde er das Ende seiner seit 50 Jahre andauernden Karriere feiern. Doch dieses Ende sei auch ein neuer Anfang. „Ich versichere, Gaultier Paris wird weitermachen. Die Haute Couture geht weiter. Ich habe ein neues Konzept.“ Darüber werde er aber erst später berichten, sagte der fröhlich-aufgekratzt wirkende 67-jährige Gaultier scherzend, während er sich mit Handküssen verabschiedet. Dieser Auftritt passte zu Gaultier, der im Laufe seiner Karriere mit vielen Tabus gebrochen und die französische Modewelt mit exzentrischen Kreationen auf den Kopf gestellt hat. Seine Haute-Couture-Kollektionen haben Modegeschichte geschrieben, im Parfümsegment brachte er einen Klassiker nach dem anderen auf den Markt.

Die Neuen stehen in den Startlöchern

Jean-Paul Gaultier ist nun also Vergangenheit, doch in Paris präsentiert sich auch die Zukunft. Dazu gehört, dass zum ersten Mal zwei Designer aus Afrika und Indien in den erlauchten Kreis von rund 30 Modemachern aufgenommen wurden, die ihre Ideen auf dem Laufsteg zeigen dürfen. Zur größten Überraschungen zählt der in der Öffentlichkeit praktisch unbekannte Imane Ayissi aus Kamerun. Unter Insidern zählt der 51-Jährige zu den besten Modemachern des frankophonen Westafrikas.

Imane Ayissi – neue Ideen aus Afrika

Ayissi, der seit 20 Jahren in Paris lebt, hat allerdings nicht als Designer begonnen. Zu Beginn seiner künstlerischen Karriere war er Tänzer im Nationalballett Kameruns. Doch schon damals sprengte er die Grenzen der Klassik, trat in Musikvideos auf oder lief als Model über den Laufsteg. Seit Anfang der 90er Jahre entwirft Ayissi Mode und versucht nach eigenen Worten, die hohe akademische Qualität französischer Haute-Couture mit der Kultur seiner Heimat zu vereinen. Wie viele der neuen Modemachter, setzt er auf nachhaltige Produktionsweisen. So verwendet er vor allem Stoffe, deren Rohmaterialien aus biologischem Anbau stammen.

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Zu den Vertretern einer nachhaltigen Mode zählt auch der Inder Rahul Mishra, der zwar schon mehrere Male in Paris war, doch zum ersten Mal seine Modelinie auf dem Laufsteg präsentieren kann. Er will nicht nur umweltgerecht produzieren, er sieht seine Aufgabe darin, den Menschen in seinem Land zu helfen. „Mein Ziel ist es, Arbeitsplätze aufzubauen“, erklärt Mishra. Dazu will er die Produktion in den Dörfern stärken. „Die Arbeit soll zu den Leuten kommen und nicht die Leute zur Arbeit.“

An den eigenen Ansprüchen gescheitert

Die Ansprüche der Modebranche an sich selbst verändern sich, doch wie schnell man an allzu hohen Erwartungen scheitern kann, zeigte in Paris die Haute-Couture-Schau von Dior.  Maria Grazia Chiuri, die Kreativdirektorin des Hauses Christian Dior, versprach dem Publikum eine Art feministischer Vision. „Was, wenn Frauen die Welt regierten?“, ließ sie auf einen der riesigen Wandteppiche sticken, die wie Prozessionsfahnen den Laufsteg zierten. „Gäbe es dann Gewalt?“ oder „Wäre die Erde dann geschützt?“ war auf anderen zu lesen.

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Mit der Installation war die US-Künstlerin und Feministin Judy Chicago beauftragt, aus den Lautsprechern drang Musik der Isländerin Björk. In Chiuris Kleider selbst aber spiegelte sich dieser feministisch-kämpferische Ansatz nicht wieder – im Gegenteil, sie waren eine Ode an die Weiblichkeit. In wehenden, bodenlangen Chiffonkleidern in Gold- und Metallic-Tönen sahen ihre Models aus wie griechische Göttinnen. Und entsprachen damit exakt dem Bild, das sich Männer seit vielen Tausend Jahren von Frauen machen.

„Made in France“ – Élysée zeigt original französische Produkte

Baguette und Wein – klar das ist typisch französisch. Doch wie wäre es mit einem künstlichen Herz, einer Zahnbürste aus Bioplastik oder Gewürzgurken? Frankreichs Wirtschaftsministerium hat 101 Produkte ausgewählt, die zu 100 Prozent in Frankreich produziert werden. Sie wurden am Wochenende in einer Ausstellung im Élyséepalast gezeigt.

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Frankreich ist eine Rad-Nation – dieses Teil ist zu 100 Prozent in Frankreich hergestellt. 

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Die Produkte repräsentieren die 101 Départments des Landes und sollen für die Innovationskraft Frankreichs stehen. Insgesamt gab es 1750 Bewerber. Zu den Gewinnern zählen nun etwa traditionelle Produkte wie eine Baskenmütze oder Ausgefallenes wie ein besonders schützender Feuerwehrhelm.

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Ein besonderer Helm für Feuerwehrleute – Made in France

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„In Frankreich (…) gibt es Unternehmen, die das traditionelle französische Know-how am Leben erhalten“, heißt es vom Élysée. Alle beschäftigten französische Mitarbeiter, produzierten mit französischen Materialien und reduzierten den ökologischen Fußabdruck durch kurze Lieferwege innerhalb des Landes. Für die Ausstellung mussten sich Interessierte vorher anmelden – die Plätze waren auf rund 10 000 begrenzt.

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Ausstellung in einem besonderen Ambiente. Die Besucher hatten auch die Gelegenheit, den Präsidentenpalast zu bestaunen. 

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Der Modemacher Jean-Paul Gaultier dankt ab

Mit ihm geht einer der ganz großen der Branche. Der französische Modemacher Jean-Paul Gaultier hat überraschend seine letzte Haute-Couture-Schau in Paris angekündigt. Die Schau am kommenden Mittwoch im Théatre du Châtelet werde seine letzte sein und 50 Jahre seiner Karriere feiern, sagte der berühmte Designer am Freitag in einem Video auf Twitter.

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Gaultier will mit neuem Konzept weitermachen

„Aber ich versichere, Gaultier Paris wird weitermachen. Die Haute Couture geht weiter. Ich habe ein neues Konzept.“ Darüber werde er aber erst später berichten, es werde weitergehen. „All die kleinen Geheimnisse“, so der 67-jährige Gaultier weiter scherzhaft, der in dem Video vorgibt, zu telefonieren, und sich mit Küssen verabschiedet.

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Gaultier hat Tabus gebrochen und die französische Modewelt mit exzentrischen Kreationen auf den Kopf gestellt. Der berühmte Modezar wurde er in Bagneux, einem Vorort südlich von Paris geboren und ist Autodidakt. Mit 18 Jahren schickte er den berühmtesten Modeschöpfern in Paris seine Skizzen zu. Der legendäre Modeschöpfer Pierre Cardin erkannte als erster sein Talent und engagierte ihn im Jahr 1970 als Assistent. Als 24-Jähriger stellte Gaultier seine eigene Linie vor und 1978, nur zwei Jahre später, gründete er sein nach ihm benanntes Modehaus. Seine Haute-Couture-Kollektionen haben Modegeschichte geschrieben, im Parfümsegment brachte er einen Klassiker nach dem anderen auf den Markt.

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Streikaktion vor dem Louvre erzürnt Touristen

Eine Streikaktion vor dem Pariser Louvre hat zahlreiche Touristen erzürnt: Dutzende Mitglieder der französischen Gewerkschaft CGT blockierten am Freitag den Haupteingang zu dem Museum an der Louvre-Pyramide und hinderten Besucher am Eintritt. Mit der Aktion protestierten sie gegen die Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron.

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Buh-Rufe für die Protestierer

Während einige französische Passanten applaudierten, reagierten viele Touristen mit Buh-Rufen. Ein Besucher aus Brüssel sagte, er sei mit dem Zug trotz der Bahn-Streiks in Frankreich extra für die große Sonderausstellung zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci angereist.

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„Ich liebe Frankreich, aber das geht wirklich zu weit“, sagte eine Spanierin. „Ich verstehe nicht, warum die Polizei die Aktion nicht beendet.“ Ein Besucher aus China nannte den Protest „egoistisch“. Ein französischer Tourist rief wutentbrannt dazu auf, den Louvre zu stürmen. Der Appell verhallte jedoch. Allerdings waren einige der erbosten Besucher kurz davor, handgreiflich zu werden.

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„Den Louvre zu besuchen ist nicht lebenswichtig“, entgegnete einer der Demonstranten. „Wir verteidigen unsere Rechte , das ist viel wichtiger.“ Der Ort für die Protestaktion war kein Zufall: Vor der berühmten Louvre-Pyramide des US-chinesischen Architekten Ieoh Ming Pei hatte Präsident Macron 2017 seinen Triumph bei der Präsidentschaftswahl gefeiert.