Corona Frankreich: Zweite Welle erreicht die Städte

Frankreich kämpft weiter gegen die zweite Corona-Welle. Konzentrierte sich die Aufmerksamkeit bisher aus Marseille und Bordeaux, kommen nun auch Lyon und Nizza in den Fokus. Sorge macht die Ausbreitung des Virus bei der Generation Ü65.

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Die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in den Städten

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Zahl der Corona-Infektionen steigt

In Lyon ist die Zahl der Infizierten in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Der Index liegt inzwischen bei fast 200 – das ist die Zahl der positiven Fälle 100.000 Einwohner. Das heißt die Zahl ist viermal höher als die Alarmschwelle von 50. Sorge macht den Verantwortlichen, dass immer mehr ältere Menschen von dem Virus befallen werden.

Dieselbe Sorge an der Côte d’Azur, wo diese Rate in Nizza nahe bei 150 liegt – auch dort steigt die Zahl bei den über 65-Jährigen. Angesichts dieser schlechten Zahlen hat der Präfekt von Alpes-Maritimes angekündigt, dass Bars und Restaurants womöglich früher schließen müssen – oder in Ausnahmefällen ganz zu machen müssen. Die Behörden scheinen bereit, ziemlich hart durchzugreifen. Auf Anordnung der Regierung müssen die Behörden und betroffene Privatpersonen in der Rhône und in den Alpes-Maritimes ab Samstag spezifische Maßnahmen vorschlagen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Der Gesundheitsminister warnt

Auch aus anderen Städten kommen schlechte Nachrichten. Rennes, Paris, Toulouse oder Dijon sind ebenfalls im Visier, wo die Indexrate drei- bis viermal höher ist als die Alarmschwelle. „Wir werden die Entwicklung der Situation in diesen Metropolen äußerst aufmerksam verfolgen“, betont Gesundheitsminister Olivier Véran. Ein genereller Lockdown kommt allerdings nicht in Betracht. Man werde versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Vorsorge und wirtschaftlichen Gegebenheiten suchen, heißt es immer wieder.

Im Département Haute-Garonne mit der Stadt Toulouse hat die Präfektur beschlossen, dass ab Samstag keine Gruppen von mehr als zehn Personen in öffentlichen Räumen zusammenstehen dürfen. Außerdem sind alle Tanzveranstaltungen verboten und auch der öffentliche Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen ist untersagt. Zudem wurde die Maskenpflicht um einen Monat verlängert.

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Appell an die jungen Menschen

Immer wieder kommt der Appell an die jungen Menschen, sich an die Hygieneregeln zu halten – da dies auch Auswirkungen auf die älteren, gefährdeten Generationen hat.

 Im Sommer stieg die Zahl der Infektionen bei jungen Menschen stark an und lag bei 140 pro 100.000 bei 15- bis 40-Jährigen. Doch offensichtlich nur bei rund der Hälfte der jungen Infizierten zeigten sich Symptome. Das Risiko ist, dass diese Jungen ihre Eltern und Großeltern infizieren, die anfälliger für schwere Formen der Krankheit sind. Genau diese Befürchtung sei nun eingetreten, erklären die Gesundheitsbehörden. Seit einigen Wochen zeigen Zahlen, dass sich die Verbreitung des Covid-Virus unter den über 65-Jährigen beschleunigt hat. „Seit August sind die Auswirkungen real und sichtbar“, sagte der Gesundheitsminister, insbesondere auf den Intensivstationen.

Die Corona-Zahlen in Frankreich – Stand 12. September 2020

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Nachtrag:

Die Zeitung „Parisien“ berichtet, dass in einem Altenheim in Roanne mindestens 50 neue Corona-Fälle entdeckt worden sind. Und auch in einem der größten Altenheime Frankreichs in Bourges mit 619 Bewohnern scheint die Pandemie zu grassieren.

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