Millionen aus dem Morgenland

Das Königreich Bahrain steigt bei dem Fußballclub Paris FC ein, dort hofft man nun auf den Aufstieg in die erste Liga 

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Die Kicker aus Paris präsentieren sich auf Twitter.

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Keine Freundschaft mit dem Rivalen PSG

Die Fans von Paris FC blicken mit einiger Verachtung auf den Stadtrivalen Paris Saint-Germain. Befeuert wird die innige Feindschaft von einer großen Portion sportlichem Neid. Während die Elitetruppe um Kylian Mbappé und Neymar an der Spitze des europäischen Fußballs steht und zum siebten Mal in Folge französischer Meister geworden ist, ackern sich die Kicker von PFC mühsam in der zweiten Liga ab. In diesem Jahr ist der Club nur mit großem Glück dem Abstieg entronnen. Der Zuschauerschnitt im seit Jahren renovierungsbedürftigen Stade Charléty lag zuletzt bei knapp über 2000.

Geld schießt Tore – so hofft man in Paris

Ein Argument hört man in den Reihen des Paris FC inzwischen allerdings nicht mehr: dass sich Saint-Germain nur mit dem Geld der Scheichs aus Katar an die Spitze gespielt habe. Denn nun hat der Verein aus dem Süden der französischen Millionenmetropole einen neuen Geldgeber präsentiert. Das Königreich Bahrain wird Anteilseigner und Hauptsponsor bei dem Zweitligisten und übernimmt durch einen Staatsfonds 20 Prozent des Clubs. Im Gegensatz zu Saint-Germain habe man sich aber nicht mit Haut und Haaren den Geldgebern verschrieben, betonen die Verantwortlichen von PFC. Präsident Ferracci bleibe mit 77 Prozent Hauptanteilseigner und lenke auch weiter die Geschicke des Vereins. „Die Kontrolle des Clubs wird sich weiterhin auf eine regionale und nationale Mehrheitsbasis stützen“, hieß es in einer Mitteilung. Aus diesem Grund reden die Verantwortliche von einer Partnerschaft und nicht von einer Übernahme durch die Sponsoren aus Bahrain.

Da ging leider was daneben bei der Begegnung gegen Nancy

Es sollen neue Spieler gekauft werden

Mit dem neuen Partner soll sich allerdings auch der sportliche Erfolg einstellen, das Management spricht von einer „neuen Ära“, die anbrechen wird. Erklärtes Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren in die Ligue 1 aufzusteigen. Aus diesem Grund wurde gleichzeitig mit dem Einstieg der Scheichs auch eine Kapitalerhöhung von 30 Prozent beschlossen. Das Geld soll in neue Spieler gesteckt werden. Bahrain investiert allerdings nur fünf Millionen Euro in den Club, eine für den Profifußball vergleichsweise bescheidene Summe. Deshalb hofft man beim Paris FC, auf dem Weg zum erhofften Aufstieg ins Oberhaus noch weitere potente, internationale Sponsoren an Land ziehen zu können.

PSG und Paris FC sind eng verbunden

Der Wunsch zum Lokalrivalen Paris Saint-Germain aufschließen zu können nährt sich auch aus der Geschichte beider Vereine. Der Paris FC entstand im Jahr 1969 im Grunde aus einer Schmach, nachdem die beiden Pariser Traditionsvereine Racing Club und Stade Français kurz zuvor aus der ersten französischen Liga abgestiegen waren. Nur ein Jahr nach der Gründung fusionierte der Verein mit Stade Saint-Germain und hieß fortan Paris Saint-Germain. Die Liaison hielt allerdings nur drei Jahre, 1973 gingen die Clubs wieder getrennte Wege. Doch während sich die Kicker von Saint-Germain in der ersten Liga festsetzen konnten, taumelte der PFC von einer sportlichen Misere in die nächste und spielte einige Jahre sogar in der Viertklassigkeit. Aber natürlich verfolgt nicht nur der Paris FC mit der Millioneninvestition klare Ziele.

Bahrain verfolgt offensichtliche Ziele

Der Sport war für Bahrain bereits in der Vergangenheit eine beliebte Investitionsplattform. 2007 übernahm das autoritär geführte Königreich durch die Mumtalakat Holding Company Anteile am Formel-1-Rennstall McLaren. Seit 2004 drehen Rennfahrer beim GP von Bahrain ihre Runden. Auch im Radsport ist das Land präsent. 2017 wurde das Team Bahrain-Merida mit einigen Stars gegründet, das inzwischen unter dem Namen Bahrain-McLaren firmiert und auch bei der Tour de France am Start war. Menschenrechtler kritisieren, dass Bahrain mit seinem Engagement im Sport sein internationales Image aufpolieren will. Nicht nur Amnesty International wirft den Machthabern zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vor. In den Mitteilungen von Paris FC findet sich zu diesem Thema allerdings keine Zeile.

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