Dominique Strauss-Kahn erzählt seine Sicht auf die Dinge

Es war eine Frage der Zeit, bis diese Geschichte verfilmt würde. Der tiefe Fall des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn wird Thema eines Dokumentarfilmes. Allerdings waren die Macher bei Netfilx schneller. Auf dem Streaming-Portal wird bereits am 6. Dezember eine kleine Serie zum selben Vorfall unter dem Titel „Room 2806“ gestartet. Besonders interessant: dort kommt auch das damalige Zimmermädchen Nafissatou Diallo, die Strauss-Kahn vergewaltigt haben soll.

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Auch der Sender France24 berichtet über den bevorstehenden Film von „DSK“

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„Die Zeit ist gekommen!“

Die Frustration scheint bei Dominique Strauss-Kahn noch ziemlich tief zu sitzen. Aus diesem Grund will er nun „seine Version“ der Vorfälle von 2011 erzählen. „Die Zeit ist gekommen, mich zu äußern“, wird „DSK“, wie er in seiner Heimat Frankreich genannt wird in mehreren Online-Netzwerken zitiert. Das allerdings ist eine ziemlich einseitige Sichtweise, denn er hat immer wieder seine Unschuld beteuert und ein Komplott vermutet.

Wahrscheinlich wegen der nun anlaufenden Netflix-Serie meldete sich der einst mächtige Banker zu diesem Zeitpunkt zu Wort. Denn der Dokumentarfilm über ihn sei „derzeit in Produktion“ und solle im Herbst kommenden Jahres herauskommen, schreibt Strauss-Kahn. Der 71-Jährige will darin „den Ereignissen nachgehen“, die seine politische Karriere in Frankreich schlagartig beendet haben.  „Ich habe nie meine Version der Fakten erzählt, die zu meinem Rückzug aus dem politischen Leben geführt haben.“

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Der tiefe Fall des DSK

Der einstige französische Finanzminister Strauss-Kahn hatte 2011 nach Vergewaltigungsvorwürfen einer Hotel-Mitarbeiterin in New York von der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurücktreten müssen. Zuvor waren Bilder um die Welt gegangen, wie er von US-Polizisten in Handschellen abgeführt wurde. Eine Anklage wurde im August 2011 wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens fallengelassen – und weil Strauss-Kahn der Frau sehr viel Geld zahlte.

In einem Interview im September 2011 sagte er in einem Interview mit dem Sender TF1, dass er einen „moralischen Fehler“ gemacht habe und eine „ungehörige“ Beziehung eingegangen sei – verneinte aber, jemals Gewalt angewendet zu haben oder irgendjemanden zu irgendetwas gezwungen zu haben.

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Kein Fall ins Bodenlose

Allerdings fiel der einflussreiche Banker nicht ins Bodenlosen – muss sich allerdings mit weniger glamourösen Jobs begnügen. So ist er etwa seit Mai 2013 Mitglied im Strategieausschuss der neu gegründeten National Credit Bank (NCB) im Südsudan. Im Juli 2013 wurde bekannt, dass er ein Aufsichtsratsmandat der Russian Regional Development Bank, eines Tochterunternehmens des staatlichen Ölkonzerns Rosneft, übernahm. Und im selben Jahr wurde zum Wirtschaftsberater der serbischen Regierung unter Aleksandar Vučić ernannt.

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Nach den Vorwürfen in New York hatte er allerdings auch in Frankreich  ziemlich viel Ärger. Dort wurde ihm vorgeworfen Sex-Partys mit Prostituierten mitorgansiert zu haben – wurde von diesem Vorwurf der Zuhälterei freigesprochen. All die Affären und Vorwürfe, die in jenen Monaten ans Licht kamen, machten allerdings seine Hoffnung zunichte, 2012 für die französischen Sozialisten als Präsidentschaftskandidat anzutreten. Für den mächtigen Dominique Strauss-Kahn war dann schließlich der blasse Francois Holland am Start – und wurde Präsident.

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