Endspurt bei der Vendée Globe – Positionskämpfe am Kap Hoorn

Die Vendée Globe biegt auf die Zielgerade gerade ein – eine Zielgerade, die mehrere Tausend Kilometer lang ist. Das Feld passiert Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas.

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Ein kurzer Gruß in die Heimat

Alle Segler sind erleichtert. Jeder Teilnehmer an der Vendée Globe schickte einen kurzen Gruß in die Heimat, als das Feld den Längengrad von Kap Hoorn passierte. Es ist das dritte und letzte wichtige Punkt während des Rennens. Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke hält ein kleines, handgemaltes Schild in die Kamera. Darauf steht: Cap Horn. Allerdings machte sie keinen rundum zufriedenen Eindruck. Der Grund: die 43-Jährige hatte kurz zuvor einen größeren Schaden am Kiel ihres Bootes festgestellt, der die Manövrierfähigkeit ihres Bootes einschränkt.

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Probleme am Vorsegel bei Isabelle Joschke

„Das ist viel schlimmer, als ein Segel zu verlieren oder gar beide Foils zu brechen. Der Verlust an Potenzial ist kolossal“, sagte die gebürtige Münchnerin und nannte sich selbst „untröstlich“. Schon zuvor hatten sich Joschkes Probleme bei der Regatta um die Welt vermehrt. Erst streikte ihr Autopilot, dann riss der Gennaker, ein Vorsegel. Joschke ist kurz vor der Rundung des Kap Hoorn auf Rang elf zurückgefallen, will aber weiterkämpfen.

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Probleme auch bei Boris Herrmann

Auch der Hamburger Boris Herrmann kämpft mit einigen Problemen und ist auf Platz zehn zurückgefallen. Er sagte im ZDF: „Kap Hoorn ist der wichtige Punkt, wenn wir abbiegen nach Hause. Wenn der Bug das erste Mal wieder nach Norden zeigt.“ Allerdings sind noch immer knapp 30 Prozent der Strecke zu absolvieren, es kann also noch vieles passieren.

Der Hamburger passierte Kap Hoorn am frühen Dienstagmorgen um 3.27 Uhr deutscher Zeit nach 57 Tagen, 13 Stunden und 7 Minuten auf See. Sehen konnte der aktuell zehntplatzierte Skipper der „Seaexplorer – Yacht Club de Monaco“ Kap Hoorn aber entgegen seiner Hoffnungen aber nicht – er war schlicht zu weit entfernt.

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„Das tut weh! Es tut sehr, sehr weh!“

Allerdings hätte Boris Herrmann auch wenig Muße gehabt, das Land zu bestaunen. Denn er musste sich an Bord mit allerlei Reparaturarbeiten herumschlagen, zu sehr hat die lange Reise an Mensch und Maschine gezerrt. Kurz vor Kap Hoorn war ein sein Generator ausgefallen. Das nach fieberhafter Suche gefundene gebrochene Kabel konnte er schnell reparieren. Zusätzlich zwang ihn ein Riss im Großsegel, Kap Hoorn nur unter kleinem Vorsegel und mit entsprechend weniger Bootsgeschwindigkeit zu passieren. Dabei rutschte Herrmann auf Rang zehn zurück. „Das tut weh. Es tut sehr, sehr weh. Aber ich werde den Kampf niemals aufgeben“, sagte Herrmann.

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Die führende Vendée-Globe-Gruppe wird im finalen atlantischen Renndrittel vom Franzosen Yannick Bestaven („Maître Coq IV“) vor seinen Landsleuten Charlie Dalin („Apivia“) und Thomas Ruyant („LinkedOut“) angeführt. Herrmann startet seine Aufholjagd mit knapp 800 Seemeilen Rückstand auf den Spitzenreiter. Die schnellsten Boote werden Ende Januar im Start- und Zielhafen Le Sables-d’Olonne zurückerwartet.

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