Der Asterix-Park bei Paris schließt das Delfinarium

Die verspielten Tiere waren eine der Attraktionen des Unternehmens. Ein Grund für das Ende ist die ständige Kritik von Tierschützern.  

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Die große Attraktion des Asterix-Parkes

Die Delfine sind eine der großen Attraktionen im Asterix-Park. Die meisten der Besucher wollten unbedingt die Tiere im „Théâtre de Poséidon“ sehen, erzählt Nicolas Kremer nicht ohne Stolz. Und dennoch hat der Direktor des Vergnügungsparks in Plailly vor den Toren von Paris beschlossen, die beliebte Show abzusetzen. Wenn der Park wie geplant Anfang April wieder öffnet, werden das Becken und das Aquarium leer sein. Der Grund ist in diesem Fall allerdings nicht die Corona-Pandemie, sondern der Tierschutz.

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Ein Entscheidung nach langer Überlegung

Es war kein Entschluss, der über Nacht gefallen ist. „Wir haben lange darüber nachgedacht. Ich würde sogar sagen, dass die Entscheidung bereits vor drei Jahren getroffen wurde “, verriet Nicolas Kremer der Tageszeitung „Le Parisien“. Allen im Asterix-Park liege das Wohlergehen der Tiere am Herzen, aus diesem Grund werden die acht Delfine und fünf Seelöwen in den kommenden Wochen in verschiedenen europäischen Delfinarien untergebracht, wo eine möglichst artgerechte Haltung möglich sei. Ein Freilassen der Delfine im offenen Meer sei „für die in Gefangenschaft aufgewachsenen Tiere unmöglich“, betonte der Direktor des Asterix-Parks, der im Jahr 1989 gegründet wurde und inzwischen jährlich mehr als zwei Millionen Besucher zählt.

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Großer Druck der Tierschützer

Ganz freiwillig geschieht das Ende der Show allerdings wohl nicht. Der Druck der Tierschützer auf die Delfinarien ist in Frankreich stetig gestiegen. Im Jahr 2017 versuchte sogar die damalige Umweltministerin Ségolène Royal, die Zucht der Meeressäuger in Gefangenschaft per Gesetz zu verbieten. Sie war damals zwar nicht erfolgreich, doch in diesen Tagen wird das Thema im Rahmen einer Debatte über den Tierschutz erneut im französischen Parlament diskutiert. Ziel ist es wieder, das Züchten von Delfinen und Walen in Gefangenschaft und ihre Teilnahme an Shows zu verbieten.

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Ein „Trauma“ für die Belegschaft

Allerdings sieht sich Nicolas Kremer in gewisser Weise auch als Opfer. Es sei für die Wissenschaftler und Tierpfleger im Asterix-Park ein „echtes Trauma“ gewesen, immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert zu werden, die Tiere zu quälen. „Wir haben uns immer um das Wohl unserer Tiere gekümmert“, unterstreicht der Direktor und ergänzt: „Wir werden uns nun auf unser Kerngeschäft konzentrieren.“ Die Entscheidung seines Unternehmens will er allerdings nicht als Kritik an den französischen Tierparks wie Marineland oder Planète Sauvage verstehen, deren Grundlage es sei, Tiere zu halten und auch wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zu liefern, die für den Fortbestand einer Art manchmal entscheidend seien. „Ich weiß, dass die Tiere dort gut behandelt werden“, sagt Nicolas Kremer, auch wenn sie nicht in der freien Natur leben.

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