Frankreich verschärft den Lockdown und setzt auf mehr Impfungen

Während in Deutschland heftig über Corona-Lockerungen gestritten wird, werden in Frankreich die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie noch einmal verschärft. Premierminister Jean Castex erklärte, dass es nun auch im Département Pas-de-Calais am Ärmelkanal einen Wochenend-Lockdown geben wird. In Nizza am Mittelmeer und der nordfranzösischen Hafenstadt Dunkerque (Dünkirchen) gilt bereits ein derartiger Lockdown. Die dicht besiedelte Hauptstadtregion Paris und die Hafenstadt Marseille bleiben von solchen Einschränkungen bisher verschont.

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Drei weitere Départements stehen in Frankreich wegen hoher Corona-Zahlen unter Beobachtung

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Die britische Variante breitet sich rasant aus

In manchen Regionen scheint sich das Virus inzwischen wieder fast ungehindert auszubreiten. Nach Regierungsangaben 60 Prozent der neuen Positiv-Tests inzwischen auf die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Mutation zurückzuführen. Deswegen habe sich die Verbreitung des Virus in den vergangenen zwei Wochen beschleunigt, sagt Ministerpräsident Jean Castex. So wird etwa in der Hafenstadt Dunkerque ein Inzidenzwert von über 1000 gemessen. In der Region um Nizza werden fast 600 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb von sieben Tagen gezählt.

Etwas überraschend für viele ist, dass die Region um die Hauptstadt Paris nicht unter besondere Beobachtung genommen wird. Im Stadtkern hat sich die Infektionsrate bei deutlich über 300 eingependelt. In dem berüchtigten Département 93 (Seine-Saint-Dénis) liegt der Index inzwischen bei über 400. Castex forderte die regionalen Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, um größere Versammlungen zu verhindern. Am vergangenen Wochenende hatten viele Menschen die Sonne etwa an den Ufern der Seine genossen. „Die Bilder, die wir am vergangenen Wochenende wieder in einigen Großstädten, darunter Paris, gesehen haben, sind einfach nicht angemessen“, sagte Castex.

Entspannung im grenznahen Département Moselle

Wichtig für die Pendler in der deutsch-französischen Grenzregion zwischen Saar und Mosel ist die Entwicklung im Département Moselle. Dort scheint sich die Lage etwas zu beruhigen und die Inzidenz ist inzwischen auf deutlich unter 300 gesunken. Zudem wird dort seit einigen Tagen eine massive Test-Strategie gefahren. Grund dafür ist auch, dass die Region von deutscher Seite als Hochrisikogebiet eingestuft wurde und ein Grenzübertritt nun nur noch mit einem Test-Nachweis möglich ist.

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Paris will verstärkt impfen

Wie der Premierminister ebenfalls verkündete, soll nun in Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko verstärkt geimpft werden. Dabei setzt die Regierung weniger auf Impfzentren, sondern will über Hausärzte und Apotheken die Zahl der verimpften Dosen drastisch erhöhen. Castex fordert nun auch am Wochenende Impfungen. Man befinde sich in einem Wettlauf mit dem Virus, sagt er und legt einen Zeitplan vor: Bis Mitte April sollen mindestens zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und bis zum Sommer 30 Millionen.

Premier Castex hatte bereits vergangene Woche eine erhöhte Corona-Warnstufe für 20 Départements ausgerufen. In Frankreich gilt aktuell eine abendliche Ausgangssperre nach 18 Uhr. Ausnahmen gelten beispielsweise für den Arbeitsweg. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben schon mehr als 87 500 Menschen nach einer Infektion.

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