In Paris müssen die Autos bald draußen bleiben

Bürgermeisterin Anne Hidalgo plant, die Innenstadt der Millionenmetropole zu einer verkehrsberuhigten Zone umzugestalten.

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Die Innenstadt von Paris soll zu verkehrsberuhigten Zone werde

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Die Autolobby ist entsetzt

Anne Hidalgo bleibt realistisch. Die Bürgermeisterin von Paris weiß, dass sie nicht alle Autos aus der Innenstadt verbannen kann. Dennoch arbeitet sie beharrlich an ihrem Plan, mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer und den öffentlichen Nahverkehr zu schaffen, was die Autolobby immer wieder in große Aufregung versetzt.

Auch ihre jüngste Idee schlägt einige Wellen. Anne Hidalgo will die Innenstadt der Millionenmetropole zu einer Art verkehrsberuhigten Zone machen. David Belliard von der Partei der Grünen und einer der Stellvertreter der sozialistischen Bürgermeisterin hat die Pläne in der Tageszeitung „Le Parisien“ präsentiert. In dieser „zone à trafic limité“ soll der Verkehr drastisch reduziert werden, schreibt er auf Twitter. Das Ziel ist klar formuliert: der Durchgangsverkehr soll ausgesperrt werden.

Ein ambitionierter Zeitplan

Der Zeitplan dafür ist ambitioniert, denn schon im kommenden Jahr soll das Projekt umgesetzt sein. Geklärt werden müssen unteranderem so zentrale Fragen wie, wer eine Berechtigung bekommt, um in der Zone fahren zu dürfen und wie die notwendigen Kontrollen stattfinden. David Belliard rechnet vor, dass in der Innenstadt von Paris jeden Tag rund 180.000 Autos unterwegs sind, wovon nur rund zehn Prozent auf Anwohner entfallen. Etwa die Hälfte der Fahrten betreffe den Durchgangsverkehr.

Die geplante „zone à trafic limité“ ist der vorläufig letzte Baustein in einem großen Verkehrskonzept von Anne Hidalgo, die daraufsetzt, Lärm und Luftverschmutzung zu reduzieren und damit die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern. Zuletzt kündigte sie auch an, in den kommenden vier Jahren die Hälfte der 140.000 existierenden überirdische Parkplätze abzubauen. Damit setzt sie ein Versprechen um, das sie den Bürgern vor ihrer Wiederwahl vor einigen Monaten gegeben hat. Erhebungen haben damals ergeben, dass weit über der Hälfte der Bewohner in der Innenstadt von Paris kein Auto mehr besitzt.

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Die Radwege werden ausgebaut

Zum Umbau der Infrastruktur gehört auch der Ausbau des Radwegenetzes. Geplant sind inzwischen sogar breite Radschnellwege, die sich quer durch die Stadt ziehen und auf denen die Radler nicht ständig durch Ampeln ausgebremst werden. Bisweilen geht die Bürgermeisterin auch sehr robust ans Werk. Während der Corona-Pandemie etwa hat sie kurzerhand rund 50 Kilometer neue, provisorische Radwege anlegen lassen. Der Erfolg war durchschlagen, sodass sich manche Radfahrer bereits über die Überlastung der neuen Pisten beschweren. Inzwischen hat Anne Hidalgo angekündigt, dass diese sogenannten Pop-up-Streifen bleiben werden. Der Plan ist es, dass Paris in naher Zukunft von bis von 1400 Kilometern Radwegen durchzogen ist. Dafür wurden 150 Millionen Euro im Haushalt bereitgestellt. 2030 soll es mehr Räder als Autos in Paris geben.

Die grüne Meile Champs-Élysées

Zum Leuchtturm-Projekt des umweltgerechten Umbaus von Paris wird aber die Neugestaltung der Champs-Élysées. Der legendäre Boulevard zieht sich über fast zwei Kilometer schnurgerade vom Place de la Concorde bis zum Arc de Triomphe. Schon zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris soll sich der im Moment noch vom Verkehr umtoste Place de la Concorde in einem völlig neuen Licht präsentieren. Der Plan ist es, die Autos auszusperren, viele hundert Bäume zu pflanzen und auf dem Gelände einen verkehrsberuhigten, zentralen Park zu gestalten, der sich an den Louvre und die Tuileriengärten anschließt. In den Jahren danach sollen dann für 225 Millionen Euro die Champs-Élysées begrünt werden. Im Schatten von Bäumen sollen die Menschen zwischen Gärten und Spielplätzen in Bistros und Restaurants das Leben genießen. Weichen müssen die Autos. Geplant ist, die Fahrbahn von aktuell acht auf zwei Spuren zu verengen, was mehr Raum für Spaziergänger und Radfahrer bringt.

In Paris tobt der Kampf um „Stalincrack“

Die Anwohner eines Viertels wehren sich mit Gewalt gegen die ausufernde Drogenszene. Manche befürchten, dass die Situation eskalieren könnte.

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Die Organisation Colectiff 19 dokumentiert seit Monaten die Drogengeschäfte und um Stalingrad

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Treffen vor einem unschönen Gebäude

Allein der Name dieser Ecke in Paris spricht für sich: „Stalincrack“. Die Métro-Haltestelle Stalingrad liegt nur wenige Schritte entfernt und nachts empfiehlt es sich nicht, dort spazieren zu gehen. Vor einem zweckmäßig-unschönen Verwaltungsgebäude der Regionalen Krankenkasse treffen sich völlig unbehelligt die Crack-Dealer für ihre Geschäfte. Seit Jahren klagen die Anwohner des 19. Arrondissement über diese Situation, und ebenso lange fühlen sie sich von der Stadtverwaltung und auch der Polizei alleingelassen. Aus diesem Grund wollen manche nun offensichtlich auf eigene Faust etwas ändern. In den sozialen Netzwerken machten jüngst Bilder die Runde, die an Szenen aus einem Bürgerkrieg erinnern. Anwohner nahmen die Rauschgifthändler mit Feuerwerkskörpern und Leuchtraketen unter Beschuss, um sie zu vertreiben.

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Die Anwohner fühlen sich vergessen

„Jede Nacht versammeln sich vor dem Gebäude in der Avenue de Flandre mindestens 200 Crack-Dealer und Drogenabhängige“, beschreibt ein Mitglied von „Collectif 19“, einem Zusammenschluss, dessen Mitglieder von Politik und Polizei mehr Härte fordern. Sie posten jeden Tag kurze Filme und Fotos auf Twitter und Facebook vom illegalen Treiben direkt vor ihren Haustüren. Die jüngste Eskalation verurteilt der junge Mann natürlich. „Anfangs wurden noch Wasserbomben geworfen, um die Dealer zu vertreiben, dann flogen Steine, danach Glasflaschen und nun die Feuerwerkskörper.“ Der ständige Lärm und zu zunehmende Unsicherheit in dem Viertel sei allerdings kaum mehr auszuhalten, sagt er. Jede Nacht müsse man beobachten, wie die Drogendealer untereinander lautstark streiten, manchmal komme es sogar zu blutigen Messerstechereien.

Die Bewohner wehren sich mit Gewalt

Selbst die verantwortlichen Politiker äußern ein gewisses Verständnis dafür, dass die Anwohner zu Gewalt greifen. François Dagnaud, Bürgermeister des 19. Arrondissements von Paris, räumt gegenüber der Tageszeitung „Le Parisien“ ein, dass sich rund um Stalingrad eine Crack-Szene mit allen negativen Begleiterscheinungen gebildet hat. Der Angriff mit Feuerwerkskörpern und Leuchtraketen auf die Dealer sei „Ausdruck eines verständlichen Gefühls der Revolte“. Zumal die Anwohner die Situation bis jetzt „sehr geduldig“ ertragen hätten.

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Furcht vor einem Bürgerkrieg

Die politische Konkurrenz wirft der sozialistischen Bürgermeisterin Anne Hidalgo unterdessen Tatenlosigkeit vor. Auch höhnt sie, dass der Millionenschwere „Crack-Plan“ ein Fehlschlag sei. Die Investitionen in Notunterkünfte für Drogenabhängige oder Fixerstuben hätten das Problem nur noch verschärft. Die Verantwortlichen der Stadt wollen von ihrem Weg allerdings nicht abweichen, haben aktuell aber die Polizeipräsenz rund um die Métro-Station Stalingrad massiv verstärkt. Die Anwohner bezweifeln allerdings, dass das zur Lösung des Problems beträgt, sondern sind überzeugt, dass sich die Szene lediglich einige Straßen weiter verlagert. Der Vertreter von „Collectif 19“ äußert allerdings eine andere, sehr große Sorge. Er befürchtet, dass die gewaltbereite Drogenszene von „Stalincrack“ nach den Angriffen der Anwohner in Zukunft zurückschlagen könnte. Das wäre dann, sagt der junge Mann, der erste Schritt zum wirklichen Bürgerkrieg.

NACHTRAG:

Inzwischen sind die Anwohner rund um Stalingrad in ihrem Kampf gegen die Dealer dazu übergegangen, ein tägliches „Konzert“ zu veranstalten. Mit Kochtöpfen machen sie Lärm, um die Leute zu vertreiben und auch, um auf die Situation vor Ort aufmerksam zu machen.

Die Anwohner haben angekündigt, jeden Abend um 20 Uhr ihr Konzert zu wiederholen – so lange, bis sich die Situation verbessert!

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Held oder Rassist? Frankreich streitet um Napoleon

Auch 200. Jahre nach seinem Tod spaltet der Feldherr die französische Nation. Deutschland brachten seine Reformen einen Modernisierungsschub. 

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Anhänger und Kritiker sind zur Schlacht bereit

Die Anhänger Napoleons sind zur Schlacht bereit. „Wir werden uns verteidigen“, lässt Thierry Lentz seinen Gegnern wissen. „Wir werden uns dieses Jubiläum nicht stehlen lassen.“ Es sei für lange Zeit die letzte Gelegenheit, an den herausragendsten Charakter der französischen Geschichte zu erinnern, ereifert sich der französische Historiker.

In den Kampf zieht der Autor mit seinem aktuellen Buch „Pour Napoléon“. Es ist das vorerst letzte von vielen Dutzend Werken, die Thierry Lentz bereits über den französischen Herrscher geschrieben hat. Doch dieses Mal spricht aus den 200 Seiten der Furor über jene „geschichtsvergessenen Kritiker“, die den 200. Todestag Napoleons am 5. Mai 2021 am liebsten vergessen machen würden. Denn in deren Augen war Napoleon kein Held, sondern ein blutrünstiger Militarist, Sklaventreiber, rücksichtsloser Rassist, brutaler Kolonialist, ein Macho, der im November 1799 zum Totengräber der französischen Republik wurde.

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Viele Napoleon-Ausstellungen in Paris

Gegner und Anhänger Napoleons haben sich mit großem Grimm hinter ihren Verteidigungslinien verschanzt. Das macht es fast unmöglich, einen möglichst objektiven Blick auf das Leben und die Leistung des Feldherrn und selbstgekrönten Kaisers zu werfen. Arthur Chevallier, Kurator einer großen Napoleon-Ausstellung in der Grande Halle de la Villette in Paris, bereiten diese nach seinen Worten „hysterischen Debatten“ großes Kopfzerbrechen. Wenn selbst die wissenschaftlichen Diskussionen vor allem von Ideologien gelenkt werden, sei das der Erkenntnis immer abträglich, sagt der Historiker. „Es geht nicht darum, Napoleon blind zu bewundern, sondern objektiv über seine sechzehnjährige Regierungszeit zu berichten“, unterstreicht Arthur Chevallier. „Die Geschichte Frankreichs in jener Zeit ist weder tugendhaft noch schrecklich, sie ist komplex.“

Unbestritten unter Historikern ist der Einfluss des damals scheinbar allmächtigen Franzosen auf ganz Europa. In nur zwölf Jahren krempelt er den ganzen Kontinent um. Rom und Amsterdam werden französische Städte ebenso wie Köln oder Hamburg. „Am Anfang war Napoleon“, lautet der immer wieder zitierte erste Satz von Thomas Nipperdeys Standardwerk „Deutsche Geschichte“ des 19. Jahrhunderts.

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Deutschland wird in die Moderne gestoßen

Tatsächlich wurde Deutschland von dem Korsen brutal in die Moderne gestoßen. Seine territorialen Neuordnungen ließen 1806 das 900-jährige Heilige Römische Reich in sich zusammenstürzen. Er beendete die weltliche Herrschaft der Kirchenfürsten und der Kleinfürstentümer. Bis dato herrschte ein unübersichtlicher Flickenteppich. Rund 300 kleinere und mittlere Staaten und Reichsstädte verteidigten auf deutschem Gebiet eifersüchtig ihre Pfründe. Sie wurden kurzerhand zu größeren Territorien zusammengefasst. Am Ende der Neuordnung standen weniger als 40 Gebiete.

Großer Verlierer der Reform war die Kirche. Im sogenannten Reichsdeputationshauptschluss von 1803 wurde festgesetzt, dass die weltlichen Fürsten für ihre linksrheinischen Gebietsverluste an Frankreich abgefunden werden sollten. Dies geschah durch Säkularisation kirchlicher sowie durch Mediatisierung kleinerer weltlicher Herrschaften rechts des Rheins. Insgesamt wurden 2 Kurfürstentümer, 9 Reichsbistümer und 44 Reichsabteien aufgelöst – Entschädigungszahlungen erhalten die Kirchen allerdings noch heute.

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Die Grundideen der französischen Revolution

Doch es sollte nicht bei der territorialen Neuordnung bleiben, die den nun größeren Staaten links des Rheins ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnete. Einen entscheidenden Modernisierungsschub brachte die Einführung des französischen Rechts. In seinem Zivilgesetzbuch „Code Civil“ hatte Napoleon nach dem Ergreifen der Macht einst einige Grundideen der Französischen Revolution übernommen, etwa die Gleichheit vor dem Gesetz oder die Trennung von Staat und Kirche. Diese Bestimmungen galten nach dem Einmarsch der französischen Truppen natürlich auch in den besetzten Gebieten – und das bis weit nach dem einsamen Tod Napoleons am 5. Mai 1821 in der Verbannung auf Sankt Helena. Diese rechtlichen Reformen bilden sogar eine der Grundlagen des am 1. Januar 1900 für ganz Deutschland eingeführten Bürgerlichen Gesetzbuches.

Einen sehr direkten Einfluss auf das tägliche Leben der Menschen hatte etwa die Einführung der Zivilehe, die 1798 in den französisch besetzten rheinischen Provinzen eingeführt wurde. Eine rein kirchliche Trauung war dort nicht mehr gültig. Nach und nach ging diese Regelung auf alle deutschen Länder über, fünf Jahre nach der Gründung des Deutschen Reiches wird 1876 die Zivilehe zum einheitlichen Gesetz. In Deutschland kann seither ausschließlich ein Standesbeamter eine gültige Ehe schließen.

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Der Einfluss Napoleons in Deutschland

Auch die Hausnummern gehen zumindest im Westen und Süden Deutschlands auf den Einfluss Napoleons zurück. Über Jahrhunderte trugen die Häuser in Deutschland zur Orientierung häufig markante Bezeichnungen oder die Namen ihrer Besitzer. Napoleons Militär trägt die in Paris bereits verbreiteten Hausnummern nach Deutschland. Damit sollte die Unterbringung der eigenen Soldaten vereinfacht werden.

Die Reformen Napoleons strahlen in jener Zeit des Umbruchs aber auch auf die anderen großen Staaten in Europa ab. So beobachteten die Machthaber in Preußen mit großem Interesse den Innovationsschub etwa durch den Umbau der Rechtsordnung und ließen sich durch das französische Vorbild inspirieren. Das geschah allerdings nicht aus Liebe zu ihrem Volk, dem sie mehr Freiheiten geben wollten, sondern aus purem Machtkalkül. Die preußischen Reformer erkannten nach der Niederlage gegen Napoleon, dass ihr Land nur durch eine radikale Modernisierung wirtschaftlich und militärisch wieder auf die Füße kommen und gegen die französische Macht bestehen konnte.

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Frankreich wartet auf Macron

Die Verdienste Napoleons sind also unverkennbar. Er ist aber auch der Mann, der als rücksichtsloser Eroberer ein Höllenfeuer in Europa entfachte und damit Verwüstung, hunderttausendfachen Tod und Leid über den Kontinent brachte. Beide Lager – die Anhänger und die Verächter dieses so vielschichtigen Mannes – starren nun gebannt auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Der machte aus seiner Verehrung für die Leistung Napoleons bisher kein Geheimnis. Im Jahr 2017 führte er sogar den damaligen US-Präsidenten Donald Trump zum Grab des Feldherrn im prächtigen Pariser Invalidendom. Sein Besucher sollte einen bleibenden Eindruck vom Glanz und der Größe Frankreichs bekommen. Doch im kommenden Jahr will Macron erneut zum Präsidenten des Landes gewählt werden, da muss er seine Worte angesichts dieser polarisierenden Persönlichkeit auf die Goldwaage legen, um niemanden vor den Kopf zu schlagen. Sonst könnte es passieren, dass Napoleon 200 Jahre nach seinem Tod noch einmal über die Macht im Land entscheidet.

Marine Le Pen zeigt ihre nette Kazen-Seite

Die Rechtspopulistin kann sich berechtigte Hoffnungen darauf machen, die nächste Präsidentin Frankreichs zu werden.

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Nur für geladene Gäste – der Katzen-Instagram-Account von Marine Le Pen

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Ein Blick in das Privatleben Marine Le Pens

Die französische Wochenzeitung „Valeurs Actuelles“ wird nicht wegen ihrer menschelnden Homestorys gekauft. Die rechte bis extrem-rechte Leserschaft labt sich eher an Geschichten in denen etwa die Gefahren der Einwanderung nach Frankreich beschrieben werden. Im März hatte das Magazin allerdings etwas ganz Besonderes zu bieten. Marine Le Pen gab einen der sehr seltenen Einblicke in ihr Privatleben. Die Chefin des extrem rechten Rassemblement National plauderte über Kindererziehung und präsentierte stolz fünf bengalische Kätzchen.

Der Leser erfährt, dass die Politikerin bereits sechs Tiere besitzt und inzwischen sogar ein Diplom und damit die Erlaubnis zur Zucht dieser Rasse hat. Die nette Geschichte, dekoriert mit einigen Katzenbildern, machte natürlich die Runde in mehreren französischen Klatschblättern wie „Gala“ und beschrieb eine freundliche Frau, die nicht nur das harte Politikgeschäft im Kopf hat. Marine Le Pen hatte ihr Ziel erreicht, ihr war ein kleiner PR-Coup geglückt.

Ein großes Faible für Katzen

Dass die rechtspopulistische Politikerin tatsächlich ein großes Faible für Katzen hat, ist ein offenes Geheimnis – sie betreibt sogar einen Instagram-Kanal, auf dem sie einem ausgesuchten Publikum ihre Lieblinge präsentiert. Doch zum ersten Mal in ihrer Karriere versucht sie, einen Vorteil daraus zu ziehen. Denn müssten die Franzosen Marine Le Pen beschreiben, fielen sehr oft die drei Worte: hart, verbissen, rücksichtslos. Angesichts dieser Ausgangslage kann ein weichzeichnender Katzen-Content nicht schaden, schließlich will Marine Le Pen im kommenden Jahr zur Präsidentin von Frankreich gewählt werden. Dazu reichen aber die Stimmen ihrer rechten Hardcore-Wähler nicht aus, also muss sie auch weit im bürgerlichen Lager um Zustimmung buhlen.

Es ist nicht das erst Mal, dass sie am Image feilt. Anders als ihr polternder Vater Jean-Marie Le Pen hat sie erkannt, dass die Präsidentenwahlen in der Mitte gewonnen werden. Aus diesem Grund arbeitet sie seit Jahren daran, ihre Partei auch für bürgerliche Schichten zu öffnen. Dazu schreckte sie auch vor dem Vatermord nicht zurück. Das rechtsradikale Familienoberhaupt wurde von Marine Le Pen kurzerhand aus der Partei geworfen und der Front National wurde in das weniger aggressiv klingende Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) umbenannt.

Die Stimmen von Linken und Rechten

War es über Jahre ihr Ziel, die Stimmen enttäuschter Konservativer und Linker einzusammeln, kann sie nun auch auf desillusionierte Macron-Anhänger hoffen. Ihre Chancen auf den Wahlsieg stehen so gut wie nie zuvor. Während Le Pen im Mai 2017 in der Stichwahl Emmanuel Macron noch deutlich unterlag, muss der Amtsinhaber diesmal ein Kopf-an-Kopf-Rennen fürchten. Nach Gelbwesten-Protesten und einem Zickzackkurs bei der Pandemiebekämpfung halten rund 60 Prozent der Franzosen Macron für einen „schlechten Präsidenten“. Marine Le Pen schlägt immer wieder in diese Kerbe und warnte jüngst, eine zweite Amtszeit für den Staatschef wäre „das größte Unglück Frankreichs“, soziale Unruhen und Plünderungen wären unausweichlich.

Gute Aussichten auf den Sieg

Auch die linksgerichtete Jean-Jaurès-Stiftung sieht laut einer gerade veröffentlichten Studie eine „nicht unerhebliche Möglichkeit“, dass Le Pen im kommenden Jahr einen Triumph feiern kann. Denn viele Wähler scheinen nicht mehr bereit zu sein, Macron zu wählen, nur um die Rechtpopulistin zu verhindern. Lieber enthalten sie sich – was im Zweifelsfall der Rechtsaußen-Frau nützt. Oder sie halten Le Pen angesichts der Grabenkämpfe bei den Konservativen sogar für eine echte Alternative.

Nun hat die Rechtspopulistin einen weiteren, kleinen Sieg errungen. Sie ist in einem Prozess um das Verbreiten von Gräuelfotos der Terrormiliz Islamischer Staat freigesprochen worden. Die Veröffentlichung habe einen informativen Zweck gehabt, sei Teil eines politischen Protestes und trage zur öffentlichen Debatte bei, hieß es am Dienstag im Urteil eines Gerichts in Nanterre. Die Veröffentlichung zu kriminalisieren sei angesichts des Kontextes ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Meinungsfreiheit. Für Marine Le Pen ist auch dieses Urteil ein eindeutiger Hinweis dafür, dass sie sich auf dem richtigen Weg befindet. Der soll sie am Ende in den Élysée-Palast führen, den Amtssitz des französischen Präsidenten.

Droht Frankreich wegen des neuen Personalausweises der Untergang?

Der französische Personalausweis soll in Zukunft zweisprachig sein – ausgerechnet in Englisch. Die Sprachwächter der Académie française sind empört.

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So sieht er aus, der neue Personalausweis. Und noch bevor es ihn gibt, regt sich der Widerstand.

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Die schönste Sprache der Welt

Französisch ist eine wunderbare Sprache. In den Ohren der Zuhörer vereinen sich in ihr Eleganz und Noblesse, so dass selbst die rüden Reime der Rapper aus den Pariser Banlieue einen erstaunlichen Wohlklang entfalten. Damit dies bis in alle Ewigkeit so bleibt, haben es sich manche Franzosen zur Aufgaben gemacht, mit Argusaugen über die Reinheit ihrer Sprache zu wachen. Zu diesen nimmermüden Wächtern zählen Hélène Carrère d’Encausse von der Académie française und Frédéric Vitoux, Präsident der Kommission für die Bereicherung der französischen Sprache.

Beide sind nun einem Skandal auf der Spur, der nach ihrer Interpretation das Selbstbewusstsein ihrer Landsleute erschüttern könnte. Der Grund allen Übels ist der neue Personalausweis, der in der Europäischen Union ausgestellt wird, warnen die Sprachpfleger in der Tageszeitung „Le Figaro“. Was sie alarmiert ist die Tatsache, dass der gesamte Ausweis zweitsprachig, nämlich Französisch und Englisch, ausgestellt sein wird.

Vorauseilender Gehorsam der Beamten

Die beiden Wissenschaftler könnten akzeptieren, dass der Titel des Dokuments – also das Wort Personalausweis – gemäß der EU-Richtlinie in zwei Sprachen aufgedruckt sein muss. Sie empören sich aber darüber, dass die französischen Behörden in einer Art vorauseilendem Angleichungswillen alle Angaben zweisprachig gemacht hätten. Das sei nicht nachzuvollziehen, zumal nach dem Brexit die Position der englischen Sprache innerhalb er Europäischen Union sowieso deutlich geschwächt worden sei.

Doch sie gehen noch weiter, denn der neue Ausweis konterkariere den Artikel 2 der französischen Verfassung. Dort steht: die Sprache der Republik ist Französisch. Durch die Übersetzung des gesamten Dokuments ins Englische aber würden beide Sprachen gleichgestellt und der Status der Sprache der Republik auf diese Weise relativiert.

Die Sprache – Heimat des Menschen

Damit nicht genug. Die Sprache sei der Kit für die französische Identität, das einigende Merkmal, das alle Franzosen miteinander verbinde. Als Zeugen bemühen sie die Schriftstellerlegende Albert Camus, der einst schrieb: „Meine Heimat ist die französische Sprache“. Diese Verbindung zwischen Sprache und Identität sei auch im Jahr 1634 der Ursprung der Gründung der Académie française gewesen. Angesichts dieser Gefahren für den Fortbestand der Republik fordern sie die vaterlandslosen Gesellen in der Personalausweis-Aufsichtsbehörde auf, einzuhalten in ihrem Tun – und das zweisprachige Dokument zum Wohle Frankreichs in der Sickergrube der Geschichte zu versenken.

Polizei in Frankreich löst viele illegale Rave-Partys auf

Immer mehr junge Franzosen wollen feiern. Sie haben keine Lust mehr, sich an die rigiden Corona-Regeln zu halten. Also starten sie illegale Partys, die allerdings regelmäßig von der Polizei aufgelöst werden.

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In Frankreich wird mit einigem Entsetzen über die illegalen Partys berichtet.

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Die Party zieht einfach ins nächste Dorf

Die Beamten rückten am Mai-Wochenende sehr häufig aus, um Feiern zu unterbinden. Zu einladend waren die warmen Temperaturen und die freien Tage. So versammelten sich in der Bretagne rund 500 Menschen zu einer illegalen Rave-Party in dem kleinen Dorf Haut-Corlay. Nach einiger Aufregung schien die Angelegenheit geregelt, es herrschte wieder Ruhe, da die Musikanlage beschlagnahmt worden war. Doch also die Beamten abgezogen waren, machten sich die Partygäste einfach auf den Weg in das nächste Dorf, um dort weiter zu feiern. Schließlich wurde auch diese Party beendet. Natürlich hagelte es Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Auflagen, aber auch einige Drogendelikten wurden von den Beamten aufgenommen.

In Dijon im Burgund wurde Polizei zu einer leerstehenden Halle gerufen. Auch dort fand eine illegale Party statt. Der mutmaßliche Veranstalter wurde festgenommen, mehr als 205 Strafanzeigen wurden gestellt. Regionalpräfekt Fabien Sudry verurteilte das „vollkommen unverantwortliche“ Verhalten der Feiernden angesichts der Corona-Lage: „Die Zeit ist noch nicht gekommen, die Wachsamkeit zurückzufahren.“

In den frühen Morgenstunden erklärte, Fabien Sucry, der Präfekt des Départements:

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„La fête est terminée!“

Fabien Sucry

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Viele Verstöße in Paris

Aber auch die Hauptstadt blieb von der Feier-Gemeinde nicht verschont. In Paris verhinderten Polizisten mehrere illegale Rave-Party. Als die Polizei einschritt, wurde die Stimmung offensichtlich schnell aggressiv. Es flogen Flasche, Steine und andere Wurfgeschosse. Die Bilanz der Polizei: drei Festnahmen wegen Gefährdung von Menschenleben und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Diese Feste sind in der französischen Hauptstadt allerdings keine Seltenheit. Vor einigen Tagen ist in Paris im Parc des Buttes-Chaumont bereits eine spontane Rave-Party aufgelöst worden. Mehrere Hundert Menschen feierten dort auf dem Rasen ein ausgelassenes Fest.

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Die Mai-Demos werden genehmigt

Allerdings wirkte es etwas inkonsequent, dass am 1. Mai in vielen Städten Frankreichs große Demonstrationen genehmigt wurden. In Paris zogen, angeführt von der Gewerkschaft CGT, mehrere Zehntausend Menschen durch die Straßen. Die Meisten trugen zwar Masken, an Abstandhalten war angesichts des Gedränges natürlich nicht zu denken. Am Ende der Demo kam es schließlich auch zu den erwarteten Ausschreitungen. Randalierer zündeten Mülleiner und Autos an.

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Randale auf der 1.-Mai-Demo in Paris

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Der machtlose Innenminister Frankreichs

Innenminister Gérald Darmanin richtet immer wieder Appelle an die Franzosen, sich noch zu gedulden und sich an die Regeln zu halten. Doch die Worte des konservativen Politikers verhallen ungehört. Ein Problem ist auch, dass die Regierung und Präsident Emmanuel Macron durch ihren schlingernden Corona-Kurs das Vertrauen vieler Franzosen längst verspielt haben.

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Die vor allem jungen Menschen wollen sich offensichtlich nicht an den Fahrplan der Regierung zur Öffnung des Landes halten. Die Außengastronomie, Kulturstätten und alle Geschäfte dürfen ab dem 19. Mai wieder öffnen. Am 9. Juni folgen die Innenbereiche von Restaurants, Cafés und Bars, sowie Fitnessstudios und andere Sportstätten. Die Polizei blickt schon mit einiger Sorge auf das lange Pfingstwochenende. Sie geht davon aus die freien Tage von vielen Leuten dafür genutzt werden, sich zu treffen und auch Partys zu feiern.

Der Anfang vom Ende der Corona-Beschränkungen

Viele Staaten in Europa präsentieren trotz teilweise hoher Inzidenzen Öffnungsstrategien. Die Hoffnung liegt auf den Impfungen, vielen Tests und einem Impfpass.

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Die Corona-Beschränkungen sollen in vielen Staaten Europas gelockert werden. Alle Regierungen setzen bei ihren Strategien vor allem auf die Impfung der Menschen und massenhafte Tests.

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Frankreich

Emmanuel Macron hat gesprochen. Wieder einmal hat sich Frankreichs Präsident in der Corona-Pandemie an sein Volk gewandt und präsentierte einen Fahrplan für umfassende Lockerungen. In den Augen vieler Mediziner beschreitet der Staatschef einen risikoreichen Weg, denn viele Intensivstationen sind überlastet und die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 300 pro 100.000 Einwohner. Doch anders als in Deutschland blicken die Franzosen weniger gebannt auf diesen Wert und vor allem in den großen Städten wie Paris (Inzidenz aktuell rund 450) wird bei den Menschen eine gewisse Nachlässigkeit im Kampf gegen die Pandemie immer deutlicher.

Der Präsident sieht die Gefahren, doch die Öffnung ist beschlossene Sache, denn die angekündigten Lockerungen sind nicht an konkrete Zielwerte geknüpft – außer einer „Notbremse“ ab einer Inzidenz von 400. Oder wie Macron es in einem Interview ausdrückt: „Das Leben kann nicht allein von der Entwicklung von Infektionskurven abhängig gemacht werden.“

Die geplante Öffnung soll in vier Schritten verlaufen und wird begleitet von einer forcierten Impfkampagne. Am 3. Mai kehren alle Schulen grundsätzlich zum Präsenzunterricht zurück; zudem fällt die Zehn-Kilometer-Grenze weg, innerhalb derer sich Bürger um ihre Wohnung bewegen dürfen. Am 19. Mai öffnen dann Außenbereiche von Lokalen, Museen, Kinos und Theater sowie „nicht essenzielle Geschäfte“ unter Auflagen. Am 9. Juni folgen die Innenbereiche von Restaurants, Cafés und Bars, sowie Fitnessstudios und andere Sportstätten. 

Ab dem 30. Juni soll dann auch die nächtliche Ausgangssperre entfallen, die derzeit landesweit um 19 Uhr beginnt. Ende Juni sollen zudem Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern wieder möglich sein. Voraussetzung sind negative Corona-Tests, eine Impfung oder ein anderer Immunitäts-Nachweis. Dafür plant die Regierung die Einführung eines Gesundheitspasses.

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NIEDERLANDE 

Auch in den Niederlanden wurde inzwischen die Ausgangssperre aufgehoben. Geschäfte, Cafés und Restaurants sind wieder geöffnet. Auf Außenterrassen dürfen zwischen 12 und 18 Uhr unter Corona-Auflagen Gäste bewirtet werden. Die Infektionszahlen sind mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 317 weiterhin hoch, die Regierung setzt jedoch auf die Beschleunigung der schleppend angelaufenen Impf-Kampagne. Verboten bleiben alle Veranstaltungen mit Publikum wie etwa Museen, Kinos und Theater. Schüler und Studenten haben zumindest an einem Tag in der Woche Präsenzunterricht.

SCHWEIZ

In der Schweiz genießen die Menschen schon länger größere Freiheiten. Seit Anfang März haben Läden, Museen und Bibliotheken trotz steigender Infektionszahlen wieder geöffnet. Seit 19. April sind auch Restaurantterrassen, Kinos, Theater und Fitnesszentren wieder in Betrieb. Die Regierung will Kantonen schon im Juni eine kleine Anzahl von Pilotprojekten mit 300 bis 600 Personen erlauben. Ab Juli sollen womöglich wieder Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern stattfinden können. Ab September könnten sogar Ereignisse mit bis zu 10.000 Besuchern durchgeführt werden – wenn es die epidemiologische Lage erlaubt. Teilnehmen dürften daran aber nur Personen, die geimpft, genesen oder negativ getestet seien. Dafür gebe es bis zum Sommer ein fälschungssicheres Covid-Zertifikat.

PORTUGAL

Seit Wochen sinken in Portugal die Infektionszahlen, weswegen auch im früheren Corona-Hotspot der Ausnahmezustand zu Ende geht. Restaurants, Cafés und Bars sowie Kinos, Theater und andere Kultur- und Freizeitstätten dürfen nun auch an den Wochenenden bis 22.30 Uhr offenbleiben. Neben weiteren Lockerungen dürfen Einkaufszentren künftig werktags bis 21 und an den Wochenenden bis 19 Uhr öffnen. Von den Lockerungen sind acht der insgesamt 278 Bezirke des Landes ausgeschlossen, in denen die Lage noch angespannt ist. Betroffen ist vor allem die Urlaubsregion Algarve.

ITALIEN

In Regionen mit moderaten Corona-Zahlen dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren. Ab 22 Uhr gilt ein Ausgangsverbot. Museen und Kinos in weniger betroffenen Gebieten haben bereits geöffnet. Ab 1. Juni sollen die Menschen in Lokalen wieder drinnen sitzen dürfen. Dann soll es auch zum Start der Urlaubssaison weitere Erleichterungen geben. Bislang können Touristen zwar anreisen, das machen aber nur wenige, viele Hotels sind noch geschlossen. Wie genau die Regelungen für Einreisende im Juni aussehen werden, ist noch nicht bekannt.

BELGIEN

Geschäfte haben in Belgien seit einigen Tagen wieder ohne Terminvergabe geöffnet. Im Freien dürfen sich zehn Personen mit Maske treffen. Ab dem 8. Mai dürfen Restaurants und Bars wieder ihre Außenbereiche öffnen. Auch die nächtliche Ausgangssperre fällt dann weg. Da die Infektionslage noch immer angespannt ist, sind Einreisen nur mit negativem PCR-Test erlaubt. Danach müssen Menschen zudem mindestens für sieben Tage in Quarantäne. Wer mit Auto, Bus oder Bahn einreist und weniger als 48 Stunden bleibt, ist von PCR-Test- und Quarantänepflicht ausgenommen.

SPANIEN

Am 9. Mai endet in Spanien der Corona-Notstand und soll wegen der guten Entwicklung nicht verlängert werden. Damit entfällt die Grundlage für die meisten Maßnahmen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Obergrenzen bei Versammlungen und Schließung von Gaststätten. Wie es danach weitergehen soll, ist noch nicht klar. Alle Hoffnungen des extrem vom Tourismus abhängigen Landes für eine wieder normale Sommersaison richten sich auf den digitalen Impfpass.

ÖSTERREICH

Ab 19. Mai dürfen die Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen wieder öffnen. Dabei setzt die Regierung auf Zutrittstests als Schutzmaßnahme. Veranstaltungen sind draußen auf 3000 und drinnen auf 1500 Personen beschränkt. Die Quarantänepflicht gilt ab 19. Mai nur für Reisende aus Hochrisikogebieten. Touristen aus Deutschland brauchen nur mehr negative Tests, Impfungen oder Genesungsnachweise.