Ein weiterer Verrat an der Kunst von Banksy

Nun also Graz. Die Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ wird in den kommenden Monaten in der Hauptstadt der Steiermark gezeigt. Wahrscheinlich wird sie zu einem Publikumsmagneten, schließlich werden Werke von Banksy gezeigt, einem der wohl populärsten Künstler unser Zeit.

.

.

„An Unauthorized Exhibition“

Geworben wird mit dem Namen, der inzwischen zu einer Marke geworden ist. Dazu gehört auch die Aura des Geheimnisvollen – damit kokettieren auch die Macher der Ausstellung. Denn im Kleingedruckten ist zu lesen: „An Unauthorized Exhibition“. Im Klartext: Banksy hat weder an dieser Ausstellung mitgewirkt noch sie autorisiert hat.

In den Worten Kuratoren liest sich das dann so:

.

Er ist weltberühmt und dennoch ein Mysterium – Banksy, der in Bristol geborene und bis heute anonyme Graffiti-Künstler und Maler, der dafür bekannt ist, die Grenzen des Kunstmarktes in Frage zu stellen und der mit seinen Arbeiten seit Jahren für Furore sorgt. Nun kommt mit „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ eine brandneue Schau zu Ehren der Kunst-Ikone nach Deutschland und Österreich!

Zitat von der Seite „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“

.

Gezeigt werden Reproduktionen seiner Graffitis und angeblich auch einige Originale. Was mit im Zentrum steht bei dieser Wanderausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“ wird allerdings schnell deutlich: es geht darum, Geld zu machen. Wer solch eine „offizielle“ Ausstellung bereits besucht hat, wird sich deshalb nicht über den üppig bestückten Shop am Ausgang wundern. Dort können allerhand Devotionalien erstanden werden. Wer davon wahrscheinlich nicht profitiert ist der Künstler selbst. Denn Banksy müsste seine Anonymität aufgeben, wollte er solche Ausstellungen verbieten. Also bleiben diese offensichtlichen Verletzungen des Urheberrechtes ungeahndet.

Schlimmer noch: mit solchen Ausstellungen wird die Kunst von Banksy verzerrt, ins Lächerliche gezogen und ihr Sinn wird völlig verdreht.

.

.

Bansky entzieht sich dem Kunstmarkt

Denn der Brite entzieht sich seit jeher dem Kunstmarkt – auch wenn er mittlerweile zu den gefragtesten Künstlern weltweit gehört. Seine Graffitis sind für die Allgemeinheit bestimmt, nicht für potente Sammler, nicht für Leute, die sich Tickets kaufen. Zum Ethos der Streetart gehört, dass sie Kunst an öffentlichen, öffentlich zugänglichen Plätzen sprüht. Ursprünglich sind die Graffitis gelebte Anarchie, weil sie sich nicht darum scheren, auch als Beschädigung oder Vandalismus angesehen zu werden.

Für Banksy ist auch der Kontext wichtig, in dem seine Werke stehen. Er bindet seine Graffits in die Umgebung ein. Wenn er etwa an einer Gefängnismauer einen Ausbrecher sprüht oder den Einwanderer Steve Jobs an die Wand in der Nähe eines Flüchtlingscamps in Calais auferstehen lässt. Dadurch, dass seine Werke aus diesem Kontext gerissen werden, werden sie auch entwertet – nicht mehr interpretierbar, nur noch zur schnöden Hülle.

Zum Kontext seiner Arbeiten gehört auch, dass sich Banksy einer kapitalistischen Verwertungslogik verweigert. Seine Arbeiten sollen allen gehören deswegen sprayt er sie auf Mauern. Das ist keine Nebensache, das ist die Essenz dieser Kunstform. Auch darüber setzt sich die Ausstellung hinweg. Die Macher der „unautorisierten Ausstellung“ wollen viel Geld verdienen – was sich auch tun. In Graz kostet der reguläre Eintritt am Wochenende 19 Euro. Es ist ein Irrtum zu glauben, dort gäbe es echte Kunst von Banksy zu sehen: Was es dort zu sehen gibt, ist das Gegenteil dessen, was Banksy im Sinn hat. Genau gesehen ist es der Verrat an seiner Kunst.

Infos zur Ausstellung:

.

Belgien gibt Nazi-Raubkunst zurück

Die Suche hat mehrere Jahre gedauert. Nun hat Belgien Gemälde aus den Königlichen Museen der Schönen Künste zurückgegeben. Das Werk war einem jüdischen Ehepaar während des Zweiten Weltkriegs gestohlen worden war. Nun soll auch eine Online-Forschungsarbeit zu 2800 anderen Werken ungewisser Herkunft gestartet werden.

.

.

Ein starkes Signal in der Kunstwelt

Der der zuständige Staatssekretär Thomas Dermine zeigte sich sehr zufrieden über die Rückgabe des Bildes. Es sei die erste Restitution der Königlichen Museen und sende ein starkes Signal, sagte er.

Das Gemälde „Blumen“ (1913) des deutschen Expressionisten Lovis Corinth hatte Gustav und Emma Mayer gehört, die sich auf der Flucht aus Deutschland in Brüssel niedergelassen hatten. Es wurde demnach von den Nationalsozialisten gestohlen und nach der Befreiung Brüssels den Königlichen Museen anvertraut, da die Besitzer nicht mehr bekannt waren. Durch jahrelange Recherchearbeit habe man die rechtmäßigen Eigentümer nun ermitteln können.

Eine Datenbank für die Suche nach Besitzern

Belgische Behörden richteten am Donnerstag zudem eine Online-Datenbank mit rund 2800 Kunstwerken ein, die dem Staat nach dem Zweiten Weltkrieg in die Hände fielen. Sie soll dabei helfen, mögliche rechtmäßige Besitzer der aus zweifelhafter Herkunft stammenden Werke zu ermitteln.

Gleichzeitig eröffneten die Königlichen Museen der Schönen Künste zwei Säle, einen zur Kontextualisierung von während des Krieges geplünderten Kulturgütern, den anderen zu Fragen des Kolonialismus und der Vielfalt. Letzteres steht im Mittelpunkt der Gemäldestudie von Rubens, die lange unter dem späten Namen „Têtes de Nègres“ bekannt ist und heute „Vier Studien eines Kopfes“ heißt.

Ein Imam spaltet Belgien

Einer der bekanntesten muslimischen Prediger darf nicht mehr einreisen. Ihm wird vorgeworfen, eine Gefahr für die nationale Sicherheit zu sein.

.

Der Imam Mohamed Toujgani soll bei einer Predigt im Jahr 2009 Hassreden gehalten haben.

.

Imam in der größte Moschee in Brüssel

Nach dem Freitagsgebet stehen die Gläubigen noch in kleinen Grüppchen vor der Al-Khalil-Moschee in Brüssel zusammen. Belangloser Klatsch und Tratsch werden ausgetauscht, doch immer wieder fällt auch ein Name: Mohamed Toujgani. Vier Jahrzehnte war der Mann Imam im größten islamischen Gotteshaus von Brüssel, über 3000 Menschen versammeln sich dort regelmäßig zum Gebet. Doch nun wurde der Prediger aus Belgien ausgewiesen, er stelle eine Gefahr für die nationale Sicherheit dar, heißt es von Seiten der Behörden.

„Diese Beschuldigungen sind völliger Unsinn“, sagt ein Mann vor der Moschee. Der Imam habe immer den Frieden gepredigt. Andere Gläubige bestätigen diese Aussage, manche müssen ihre Antworten übersetzen lassen, sie sprechen nur Arabisch. Einig sind sich alle darin, dass die Ausweisung Mohamed Toujgani ein gezielter Angriff auf die Gemeinschaft der 400.000 Muslime in Belgien sei.

.

.

Molenbeek ist als „Terror-Hauptstadt“ verschrien

Welche neuen Erkenntnisse es inzwischen gegen den Imam gibt, ist nicht ganz klar. Ein Video macht die Runde, in dem der Prediger fordert, dass die „zionistischen Unterdrücker verbrennen“ müssten. Der Clip stammt allerdings aus dem Jahr 2009, jenem Jahr, als das israelische Militär eine blutige Offensive im Gazastreifen durchführte. Erinnert wird auch daran, dass Chakib Akrouh, einer der Attentäter vom 13. November in Paris, in die Al-Khalil-Moschee zum Beten kam. Seit den Anschlägen ist der Brüsseler Stadtteil Molenbeek, aus dem mehrere Täter stammten und in dem auch das Gotteshaus liegt, als eine Art „Terror-Hauptstadt“ verschrien. Dort leben knapp 100 000 Menschen und er gilt als Synonym für die gescheiterte Integration der Muslime, die sich eine Parallelwelt aufgebaut hätten.

Sorge bereitet den belgischen Behörden offensichtlich, dass sich die Gläubigen den Lebensstil ihres Imams zum Vorbild nehmen könnten. Obwohl Mohamed Toujgani seit 40 Jahren in Belgien lebt, spricht er weder Französisch noch Niederländisch. Er hat mehrere Frauen, von denen eine mit ihm in Belgien lebt. Der Imam ist die Inkarnation einer sehr konservativen, sunnitischen Glaubensrichtung, die er vehement predigt und die jede Integration in die belgische Gesellschaft ablehnt. Diese Interpretation des Korans wird auch in der an die Moschee angeschlossene Schule gelehrt. 500 Kinder bekommen dort Arabischunterricht, auch eine staatlich anerkannte Grundschule gehört zur Moschee. Finanziert wird der gesamte Komplex ausschließlich aus Spenden.

.

.

Ein typischer Vertreter seiner Generation

Mohamed Toujgani sei der typische Vertreter der Generation der ersten Imame, die nach Belgien kamen, erklärt Corinne Torrekens, Professorin für Politikwissenschaft in Brüssel und Spezialistin für zeitgenössischen Islam. Auch sie findet seine Interpretation des Korans überaus bedenklich, kann sich aber nicht vorstellen, dass er die große Gefahr darstelle, die die Behörden in ihm nun sehen. Auch kritisiert Corinne Torrekens, dass die Behörden keine konkreten Vorwürfe gegen Mohamed Toujgani vorbringen. Aufgelistet werden in den Sicherheitsberichten allerdings „zahlreiche Predigten, die zu Hass und Gewalt aufstacheln“ und die „die Verbreitung rassistischer oder diskriminierender Ideen gegen die jüdischen und schiitischen Gemeinschaften“ in Belgien.

Doch auch in der muslimischen Gemeinde regt sich Widerstand und nicht alle Gläubigen wollen mit dem umstrittenen Iman in einen Topf geworfen werden. Die Exekutive der Muslime Belgiens betonte in diesen Tagen ausdrücklich, dass der Entzug der Aufenthaltserlaubnis für Mohamed Toujgani eine „ausschließlich private Angelegenheit“ sei. Zudem gebe es „keine Autoritätsbeziehung zu den Imamen“ der Al-Khalil-Moschee. Längst hat der der Streit auch die Politik erreicht. Migrations-Staatssekretär Sammy Mahdi, der für die Ausweisung verantwortlich zeichnet, sah sich sogar gezwungen, in der Zeitung „Le soir“ einen offenen Brief zu veröffentlichen. Zuvor war der 33-Jährige, der einen irakischen Vater hat, von vielen Muslimen als Verräter beschimpft und bedroht worden. „Hätte ich die Berichte der Sicherheitsdienste ignorieren sollen, weil meine Wurzeln bis nach Bagdad reichen?“ fragt Sammy Mahdi. Die Angriffe auf ihn kamen sogar aus der eigenen, konservativen Partei. Ahmed El Khannouss, ehemaliger Gemeinderat in Molenbeek, hatte Sammy Mahdi auf Facebook vorgeworfen, den extremen Rechten Konkurrenz machen zu wollen. Der Lokalpolitiker hat sich inzwischen von seinen Aussagen distanziert – allerdings erst, als im angedroht wurde, aus der Partei ausgeschlossen zu werden.

Belgien zahlt seinen Bürgern 100 Euro

Die Kosten für Gas und Strom steigen steil an. Nun hat die Regierung in Brüssel reagiert. Belgien entlastet Haushalte wegen der hohen Energiepreise mit einer Einmalzahlung von 100 Euro.

.

.

Ein „Kaufkraft-Booster“ für Belgien

Die Regierung beschloss auch, die Mehrwertsteuer für Elektrizität vorübergehend zu senken. Premierminister Alexander De Croo nannte die Maßnahmen einen „Kaufkraft-Booster“. Konkret wird die Mehrwertsteuer für Strom ab März bis Ende Juni von 21 auf 6 Prozent gesenkt und allen Haushalten werden einmalig 100 Euro ihrer Stromrechnung erlassen. Zudem wird demnach ein besonderer Sozialtarif für Haushalte mit niedrigem Einkommen bis Ende Juni verlängert. Insgesamt kosteten die Maßnahmen etwa 1,1 Milliarden Euro. Neben Belgien haben auch andere europäische Länder Maßnahmen ergriffen, um Verbraucher vor den seit letztem Jahr stark angestiegenen Energiepreisen zu schützen.

Nicht alle finden die Maßnahmen in Belgien gut. Ökonomen kritisieren, dass die Zahlungen den Haushalt zu sehr belasten.

.

Ausschreitungen bei Querdenker-Demo in Brüssel

Die Stimmung war von Anfang an aufgeheizt. Die Polizei war allerdings gerüstet. Die Proteste gegen die Corona-Beschränkungen in Brüssel sind an ihrem Ende in Gewalt umgeschlagen.

.

Die Teilnehmer sehen sich in einer Diktatur – demonstrieren dürfen sie aber dennoch!

.

Die Demo schlägt in Gewalt um

Mehrere Hunderttausend Menschen hätte an dem Protest in Brüssel teilgenommen, sagen die Veranstalter. Diese Zahl wird auch von den Querdenkern in den sozialen Netzwerken übernommen. Die Polizei spricht allerdings nur von etwa 50.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland – was der Wahrheit sehr nahe kommen dürfte.

Nach einem ruhigen, aber gespannten Beginn des Demozuges vom Nordbahnhof in Richtung Europaviertel, kam es immer wieder zu kleinen Scharmützeln. Einige Teilnehmer warfen Steine und Feuerwerkskörper, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Die Gewalt war so vehement, dass sich die Einsatzkräfte gezwungen sahen, in einer U-Bahnstation Schutz zu suchen. Am Ende wurden 70 Demonstranten festgenommen. Bei den Ausschreitungen wurde die gläserne Eingangstür zum Sitz des EU-Außenbeauftragten eingeschlagen. Borrell verurteilte die „Zerstörung und sinnlose Gewalt“.

.

Ausschreitungen bei der Demo in Brüssel

.

Teilnehmer aus ganz Europa

Zu der Demonstration hatten unter anderem die Bewegungen World Wide Demonstration for Freedom und Europeans United for Freedom aufgerufen. Sie luden ausdrücklich auch Menschen aus anderen EU-Staaten ein, sich dem Protest anzuschließen. Teilnehmer schwenkten unter anderem polnische, niederländische und rumänische Flaggen. Auch aus Deutschland waren Menschen angereist und schwenkten ein Transparent auf dem stand, dass die „rote Linie“ erreicht sei. Die aus Frankreich angereisten Gruppen skandierten Parolen und forderten den Rücktritt von Staatspräsident Emmanuel Macron.

.

.

Belgiens Premier verurteilt die Ausschreitungen

Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen gegen den belgischen Regierungschef Alexander De Croo. Sie kritisierten zudem den Corona-Pass, mit dem in Belgien in zahlreichen öffentlichen Einrichtungen eine Corona-Impfung oder ein negativer Test nachgewiesen werden müssen. „Die Meinungsfreiheit gehört zu den Grundlagen unserer Gesellschaft“ und jeder dürfe seine Meinung frei äußern, erklärte De Croo. „Aber unsere Gesellschaft wird niemals blinde Gewalt akzeptieren und erst recht nicht gegen unsere Polizeikräfte.“

.

.

Belgien vor einem Corona-Tsunami

In Belgien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen in der vergangenen Woche auf mehr als 60.000 gestiegen. Die Behörden sprachen daher von einem Corona-„Tsunami“. Wegen des meist milderen Verlaufs bei einer Infektion mit der dominierenden Omikron-Variante und der hohen Impfrate ist das belgische Gesundheitssystem jedoch nicht so stark belastet wie während früherer Corona-Wellen. Regierungschef De Croo hatte daher am Freitag mitgeteilt, dass Restaurants und Bars ihre Öffnungszeiten wieder verlängern dürften. Diskotheken müssten allerdings weiterhin geschlossen bleiben.

Stromae auf geheimer Mission in Brüssel

Große Aufregung am Parc du Cinquantenaire in Brüssel. Die Passanten fragten sich, weshalb all die Sicherheitsabsperrungen aufgebaut waren. Die Lösung: Stromae drehte ein Musikvideo.

.

.

Die Suche nach Tänzern via Instagram

Ganz überraschend kam derAuflauf allerdings nicht. Eine Ankündigung für ein Casting hatte vor wenigen Tagen Marion Motin gemacht, eine französische Choreografin, mit der der Sänger bereits früher zusammengearbeitet hatte. Sie ist der Kopf hinter den Choreografien in den Clips von Papaoutai und All the same. Sie begleitete Stromae auch auf seiner Racine-Carrée-Tournee. Marion Motin suchte über Instagram nach mehreren Tänzern, die im Januar in Brüssel verfügbar waren.

.

.

Das Auftritt bleibt noch ein Geheimnis

Zu sehen gab es freilich wenig am Freitag. Es waren zu viele Zäune und auch zu viele Polizisten, die alles abriegelten. Manche der Passanten glaubten, den Rhythmus der Single „L’Enfer“ wiedererkannt zu haben, die der Star vor einigen Wochen im französischen Sender TF1überraschend und auch ziemlich spektakulär vorgestellt hatte. Dass es sich aber tatsächlich um einen Clip zu seinem neuen Song handeln könnte, war allerdings recht unwahrscheinlich. Denn er hat bereits ein Video dazu auf Youtube gepostet, das inzwischen weit über 14 Millionen Aufrufe hat.

.

.

Also bleibt der Auflauf im Parc du Cinquantenaire vorerst ein Geheimnis.

Stromae antwortet im Interview mit neuem Song

Stromae ist mehr als ein Sänger. Dass er ein besonderer Künstler ist, hat der Belgier in einem Interview mit dem französischen Sender TF1 bewiesen.

.

.

Musik als Lebensretter

Ob die Musik ihm geholfen habe, sich von der Einsamkeit zu befreien, fragte die Journalistin Anne-Claire Coudray den Künstler. Stromae begann daraufhin, zu singen: „Ich bin nicht alleine damit, einsam zu sein.“ Es war das erste Mal, dass er seine neue Single „L’Enfer“ präsentierte. In dem Lied, das auf Deutsch übersetzt „Die Hölle“ heißt, singt Stromae von Suizidgedanken.

Es ist bereits die zweite Single, die der 36 Jahre alte Musiker in den vergangenen Monaten veröffentlicht hat. Im Oktober brachte er nach jahrelanger Pause den Titel „Santé“ heraus, der ein Tribut an Arbeiterinnen und Arbeiter ist. Am 4. März soll sein neues Album „Multitude“ erscheinen.

.

.

Ein neuer Song als Antwort

Alles habe ganz „normal“ angefangen, erzählt Stromae wähend des Interviews. „Normal“ ist ein Wort, das immer wieder in den Antworten des Künstlers, als er über seine überraschende Pause vor sieben Jahren spricht. „Ich musste einfach Dinge erleben. Ich habe geheiratet, ich habe ein Kind bekommen, das jetzt drei Jahre alt ist. Das Leben auf Tour hingegen ist nicht sehr interessant, naja, es ist ein Sommercamp. Wir erleben aber keine normalen Dinge.“

Sechs Jahre war Stromae praktisch abgetaucht. Um das Verschwinden des belgischen Musikers ranken sich viele Gerüchte. Die offizielle Version: wegen der Einnahme eines Malaria-Medikamentes während einer Konzerttour 2015 durch Afrika litt er plötzlich unter Angstzuständen. Es war damals das jähe Ende der Tournee mit dem bereits legendären Album „Racine Carrée“, das über drei Millionen Mal verkauft wurde. Der musikalische Marathon führte ihn im Jahr 2015 quer durch Europa, Nordamerika, Brasilen und Afrika. Damals spielte er an 209 Abenden vor über 1,6 Millionen Menschen, bevor er am Ende seiner Kräfte in Ruanda die Tour abbrechen musste. Das ostafrikanische Land ist auch die Heimat seines Vaters, der die Familie einst verlassen hatte, von Belgien nach Afrika zurückkehrte und im Jahr 1994 während des Völkermordes in Ruanda getötet wurde. Um dieses Trauma zu verarbeiten hatte Stromae den Welterfolg Papaoutai (Papa, wo bist Du) geschrieben. Der Sänger hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass die Tournee für ihn die Hölle und er physisch und psychisch am Ende gewesen sei.

.

.

Die Rückkehr ist auch eine Standortbestimmung

Die Erwartungen an Stromae, der mit bürgerlichem Namen Paul Van Haver heißt, sind allerdings von allen Seiten sehr hoch geschraubt. Für das neue Album seinem dem Künstler eine Million Euro Minimum für die Veröffentlichung garantiert.

Für Stromae ist die Rückkehr auf die Bühne auch eine Art Standortbestimmung. Viele seiner jungen Fans, vor allem beim Festival Les Ardentes in Lüttich, werden ihr Idol zum ersten Mal überhaupt mit eigenen Augen sehen.

.

.

Mit seinen 36 Jahren zählt Stromae zu den Veteranen einer inzwischen sehr populären belgischen urbanen Musikszene, deren Pate der Sänger mit seinen Welterfolgen einst war. Allerdings hat sich in den Jahren seines Verschwindens auch die Musik, eine Mischung aus Rap, Elektro und afrikanischen Klängen, rasant weiterentwickelt. Er habe „nie wirklich aufgehört Musik zu machen“, sagte Stromae, in einem seiner wenigen Interviews. Und das klingt wie ein Beschwörung, die alle Kritiker angesichts seines Comebacks zum Schweigen bringen soll.

In Frankreich droht der Senf-Krieg

Beim Essen kennen die Franzosen kein Pardon – auch nicht, wenn es um Fast-Food geht! Mc Donald’s France hat es gewagt, die Sauce „classic moutarde“ von der Speisekarte zu streichen. Das wirft Fragen auf.

.

Die Fans der Senfsauce müssen auf ihren Favoriten verzichten.

.

Das Erstaunen des Fußballspielers

Georges-Kévin N’Koudou Mbida war verwirrt. Als der französische Elite-Kicker sich über eine App sein Lieblingsfastfood bestellte, fehlte etwas. „Warum sehe ich bei McDonalds keine Senfsauce mehr, wenn ich bestelle (Chicken Mc Nuggets)“ fragte er etwas ratlos via Twitter, wo er unter dem Namen BrokyBrawks unterwegs ist. Und da der Fußballer auf dem Kurznachrichtendienst eine sehr große Fangemeine von fast 400.000 Followern hat, wurde das Fehlen der Senfsauce schnell zu einer mittleren Affäre. Als sein Freund Ronan Houssein alias „CarbonRH“, ehemaliger professioneller Videospielspieler und Streamer auf Twitch, ihm mit einem ironischen Augenzwinkern riet „eine Beschwerde einzureichen“ einzureichen, gab es kein Halten mehr.

.

.

Tatsächlich ist es für Fans von Chicken Nuggets unmöglich, die Senfsauce mitzubestellen. Allerdings sei die Sauce „classic moutarde“ nicht mit „unserem berühmten Senf aus Dijon“ zu vergleichen, bemerkte sogleich die französische Tageszeitung „Le Parisien“. In den Augen der Franzosen ist sie offensichtlich nur etwas Senf-ähnliches, mit einem besonderen und „sehr amerikanischen Geschmack“.

Erfahrungen mit „classic moutarde“

Nach der Frage von Georges-Kévin N’Koudou Mbida teilten unzählige Menschen in den sozialen Medien ihre eigenen Erfahrungen bei der Bestellung ihres Lieblingsgerichtes und ihrer nun fehlenden Lieblingssauce „classic moutarde“. Einige vermuten, dass es schlicht zu Lieferengpässen gekommen sein könnte und erinnerten an die leeren Supermarktregale in Großbritannien. Diese Erklärung wurde allerdings schnell verworfen, schließlich gab es keinen „Frexit“ – also den Austritt Frankreichs aus der EU.

.

.

Andere verweisen auf eine mögliche Verknappung der Senfkörner oder machen die weltweit steigenden Rohstoffpreise verantwortlich, die den Herstellern große Versorgungsprobleme bereiteten.

Die Erklärung ist ganz einfach

Der Grund das Fehlen des „classic moutarde“ ist allerdings woanders zu suchen. Mc Donald’s France hat die Sauce schlicht ausgetauscht. Im Zuge der Kampagne „Street and Dips“ begleitet die Marke ihre neuen Produkte mit einer eigenen „Sauce nach Tartar-Art“. Daher wurde beschlossen, dass das Angebot an Senfsaucen ausgesetzt wird, während diese Produkte «le petit Fish and chips» und «le petit chicken and Fries» verkauft werden.

.

.

Die Senfsaucen-Fans fragen sich nun aber, weshalb ausgerechnet sie Opfer dieser Neuerung wurden. Auch hier ist die Erklärung ziemlich simpel. Ein Sprecher von Mc Donald’s France sagt, dass das die Sauce sei, die am wenigsten nachgefragt werde. Allerdings ist die Senfsauce noch in einigen Restaurants zu finden. Die Tageszeitung „Le Parisien“ machte die Probe aufs Exempel und stellte fest, dass von rund zwanzig Bestellversuchen in ganz Frankreich nur McDonald’s im La Joliette in Marseille die Senfsauce im Angebot hatte.

.

.

Unwahrscheinlich ist allerdings, dass die Sauce „classic moutarde“ für immer und ewig aus dem kulinarischen Angebot von Mc Donald’s France gestrichen wird. Bereits im Jahr 2012 gab es in dem Fast-Food-Konzern kurz die Überlegung, die leicht scharfe Sauce zu streichen. Es folgte allerdings ein Aufschrei der französischen Verbraucher, die ihre Senfsauce verteidigten. Also blieb sie auf der Speisekarte.

Belgische Justiz hebt Corona-bedingte Schließung kultureller Spielstätten auf

Der Aufschrei bei den Künstlern in Belgien war riesig. Die Regierung hatte wegen Corona die Schließung aller kultureller Spielstätten angeordnet. Doch nun macht die Justiz diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.

.

.

Erleichterung in der Kunstwelt

Die Entscheidung des Staatsrates war eine große Erleichterung für die Kunstwelt in Belgien. Die Richter erklärten, es sei von der Regierung nicht hinreichend dargelegt worden, inwiefern die Spielstätten „besonders gefährliche“ Aufenthaltsorte seien und somit zur Ausbreitung des Coronavirus beitrügen. Daher sei auch nicht zu erkennen, warum ihre Schließung angeordnet werden müsse. Die Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichts des Landes bezieht sich auf Konzerthallen, Theater und andere Spielstätten, nicht aber auf Kinos. Die belgische Regierung hatte die Schließung der Spielstätten am 22. Dezember angeordnet, um die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in Belgien zu einzudämmen. 

Am Sonntag haben Tausende Belgier gegen die Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Kulturbereich protestiert. Rund 5000 Menschen gingen nach Angaben der Polizei in Brüssel auf die Straße. Vertreter von Theatern und der Staatsoper in Brüssel riefen die Regierung auf, die Schließung von Kultureinrichtungen zu überdenken. „Nein zu diesem idiotischen Dekret!“ und „Keine Kultur, keine Zukunft“ war auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen.

.

.

„Wir analysieren derzeit eingehend das Urteil des Staatsrats“, teilte das Büro von Regierungschef Alexander De Croo am Dienstagabend mit. „Alle notwendigen Abstimmungen werden schnell stattfinden.“ Am Sonntag hatten tausende Menschen in Belgien gegen die neuen Auflagen demonstriert. Derweil sind derzeit einige belgische Kinos, etwa in Brüssel, Namur und Lüttich, geöffnet, obwohl dies eigentlich weiterhin untersagt ist.

Kinos dürfen wohl auch öffnen

Auch die Anordnung zur Schließung von Kinos könnte in den kommenden Tagen aber aufgehoben werden, da hierzu ebenfalls mehrere Beschwerden beim obersten Verwaltungsgericht eingereicht wurden. Die Kulturministerin von Brüssel und der französischsprachigen Region Wallonien, Bénédicte Linard, sprach sich dafür aus, die Kinos schon jetzt wieder zu öffnen. Nach der Entscheidung des Staatsrats vom Dienstag ergebe es keinen Sinn, das Urteil zu den Kinos abzuwarten. 

Die Corona-Zahlen in Belgien waren in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen, doch die Ausbreitung der besonders ansteckenden Omikron-Variante bereitet den Behörden Sorgen.

Niederländer stürmen die Nachbarländer

Unterdessen bereitet den belgischen Behörden ein anderes Problem sehr großes Kopfzerbrechen. Denn im Nachbarland Niederlande besteht noch bis Mitte Januar ein Lockdown, mit dem die Verbreitung der stark ansteckenden Omikron-Variante gebremst werden soll. Geschäfte, Gaststätten, Schulen, Kultur- und Sporteinrichtungen sind geschlossen. Ausnahmen gelten für Supermärkte oder Apotheken. Seit Dienstag gilt Omikron in den Niederlanden offiziell als die dominante Variante des Coronavirus.

.

.

Um über die Feiertage doch noch zum langersehnten Einkaufsbummel zu kommen, sind viele Niederländer in die Nachbarländer gereist. Der niederländische Gesundheitsminister Hugo de Jonge hat seine Landsleute aufgerufen, angesichts der Corona-Pandemie vorerst nicht mehr zum Einkaufen nach Deutschland oder Belgien zu fahren. „Wenn es in den Niederlanden unvernünftig ist, durch die Einkaufsstraßen zu gehen, dann ist es das auch in Antwerpen oder Aachen“, sagte De Jonge am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP. „Ich rufe Sie dringend auf: Bleiben Sie zu Hause.“

.

.

 Ob sich die Niederländer daran halten, ist allerdings mehr als fraglich. Die belgische Bahn hat sich aus diesem Grund dazu entschlossen, mehr Züge zwischen den Niederlanden und Belgien einzusetzen. Die niederländische Bahn riet am Mittwoch davon ab, Züge in Richtung Belgien zu benutzen. Sie seien oft so überfüllt, dass es unmöglich sei, den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten.   dpa

Belgischer Kickbox-Weltmeister stirbt an Corona

Frédéric Sinistra brüstete sich immer wieder, der stärkste Mann von Belgien zu sein. Nun hat der durchtrainierte 40-jährige Kickboxer seinen letzten Kampf verloren. Er ist an einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Bis zu zuletzt hatte Sinistra die Existenz des Virus geleugnet und war natürlich nicht geimpft.

.

.

Fotos von der Intensivstation

Frédéric Sinistra wollte eigentlich nicht ins Krankenhaus, so einen „kleinen Virus“ könne er selbst besiegen. Erst als ihn sein Trainer dazu drängte, ließ er sich in die Klinik einweisen und wurde sofort auf die Intensivstation verlegt. Zu jenem Zeitpunkt hatte das Virus seine Lunge bereits stark angegriffen. Der Sportler selbst postete dann Fotos von sich in den sozialen Medien, in einem Krankenhausbett mit Beatmungsschläuchen in der Nase – aber noch immer sehr selbstbewusst auftretend.

Auf Facebook schrieb der Kickboxer noch am 26. November: „Leider wird mein Kampf am 4. Dezember in Nîmes abgesagt. Dank meines liebevollen Onkels, meines Trainers Osman Yigin, bin ich angewidert, aber lebendig.“ Trotz des schweren Verlaufs leugnete er weiter beharrlich die Existenz des Corona-Virus. „Eine Reihe von Krankheiten begannen, meine Lunge anzugreifen“, ließ er seine Fans wissen, ohne das Wort Corona überhaupt zu erwähnen. Und dann das Versprechen: „Ein Krieger dankt niemals ab !!!!!! Ich werde noch stärker zurückkommen.“

.

.

Schließlich verließ er, gegen den dringenden Rat der Ärzte, das Krankenhaus und behandelte sich selbst zuhause mit Sauerstoff. Er wollte diesen Kampf zuhause führen, litt er doch nur an einer kleine Erkältung. Doch die Infektion war auch für seinen durchtrainierten Körper zu stark. Frédéric Sinistra starb am 15. Dezember im Alter von 40 Jahren infolge der Infektion.