Haribo-Erdbeeren statt Ecstasy

Der Jubel der Polizei kannte keine Grenzen. Partydrogen im Wert von einer Million Euro seien in einer Werkstatt im Norden von Paris beschlagnahmt worden. Das Problem: es war kein Ecstasy – sondern zerkleinerte Haribo-Schaumbeeren.

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Der Erfolgstweet der Polizei und danach die Richtigstellung nach der Untersuchung der „heißen Ware“

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Verdächtiges rosa Pulver

Der Spott kennt nun natürlich keine Grenzen. Zumal die Polizei in ihrer ersten Erfolgsmeldung auf Twitter noch Bilder von Tüten mit rosa Pulver und rosa Pillen gepostet hatte. Allerdings hatte alles irgendwie auch gut zusammengepasst. Die Beamten durchsuchten verdächtige Räume und wurden auch ziemlich schnell fündig. Offensichtlich wurden dort in professioneller Manier Pulver abgepackt, die dann auf der Straße verkauft werden sollten.

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Zwei Tage nach dem aufsehenerregenden Coup meldete sich dann allerdings die Staatsanwaltschaft zu Wort. Das Statement fiel sehr kurz aus und es wurde mitgeteilt, dass das Pulver laut einer toxikologischen Untersuchung weder mit „Betäubungsmitteln noch anderen giftigen Substanzen“ zu tun habe. Tatsächlich handelte es sich um zerkleinerte Schaumzucker-Erdbeeren von Haribo, die in Frankreich auch „Tagada“ genannt werden.

Nicht beantwortet wird allerdings die Frage, was die Betreiber der Abpackstation mit dem süßen Zeugs anstellen wollten.

Mehr Erfolg für die Kollegen in Nizza

Mehr Glück hatten offensichtlich aber die Polizei-Kollegen in Nizza. Auch sie sind bei der Durchsuchung einer Wohnung fündig geworden – und sind dabei auf Tictac-Packungen gestoßen. Allerdings befanden sich darin in Wahrheit Ecstasy-Tabletten.

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In der Wohnung des Dealers wurden dann auch noch fast 200.000 Euro in bar sichergestellt, neun Kilo Kokain und mehrere Kilo andere synthetische Drogen. Was die Beamten erstaunte war, dass der 25-Jährige in der Szene völlig unbekannt war und über kein Netzwerk verfügte.

2000 Eichen für Notre-Dame in Paris

In Frankreich werden die ersten Bäume zum Wiederaufbau des niedergebrannten Dachstuhls der Pariser Kathedrale geschlagen. Es ist eine Aufgabe von nationaler Tragweite, doch es regt sich auch Widerstand.

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Jahrhundertealte Bäume werden gefällt

Viele der mächtigen Eichen im Wald von Millançay wuchsen bereits, als sich Napoleon 1804 in Paris selbst zum Kaiser von Frankreich krönte. Einige der Bäume sind mehrere Hundert Jahre alt. Doch nun wurden sechs dieser Riesen gefällt, um allerdings im fernen Paris auf gewisse Weise weiterzuleben. „Ich fühle keinen Schmerz“, sagt Bertrand Vallier, als er einen der Stämme am Boden sieht. „Es erfüllt mich sogar mit Stolz, denn ich kenne das Schicksal dieser Bäume. Es ist eine Ehre für die Holzfäller und den Besitzer des Waldes, für alle hier in der Gegend,“ erklärte der Mann, der diese urwüchsige Waldlandschaft unweit von Orléans verwaltet.

Bestimmt sind die Eichen für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame. Sie werden Teil des markanten Vierungsturms, der bei dem verheerenden Großbrand im April 2019 im Flammenmeer versank, mit Getöse ins Kirchenschiff stürzte und Frankreich in ein nationales Trauma stürzte. Allein für die Konstruktion dieses hölzernen Dachreiters sind viele Hundert Eichen notwendig. Im gesamten Dachstuhl sollen insgesamt rund 2000 verbaut werden.

Lange suche nach geeigneten Bäumen

Über Monate sind die Mitarbeiter der Nationalen Forstbehörde durch die Wälder Frankreichs gezogen, um nach geeigneten Bäumen zu suchen. Die Kriterien sind streng: das Holz muss einen Durchmesser zwischen 50 Zentimeter und einem Meter haben, gerade gewachsen und mindestens acht Meter hoch sein. Für das Fällen des ersten Baumes reisten sogar die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot und ihr Amtskollege für Landwirtschaft, Julien Denormandie, in den Wald von Bercé in der Region Pays de Loire, nur wenige Kilometer vom Wald von Millançay entfernt.

Der „Baum Nummer Eins“ ist ein außergewöhnlich stattliches Exemplar seiner Art, mit mehr als einem Meter Durchmesser und einer Länge von über zwanzig Metern. Dieser weit über 200 Jahre alte Stamm wird einer der sechs langen Balken sein, die den Sockel des Vierungsturmes bilden und am Ende die gesamte Konstruktion tragen werden.

Nach dem Inferno waren Architekten aus der ganzen Welt mit ihren Ideen in Paris vorstellig geworden, wie das Dach von Notre-Dame in Zukunft aussehen könnte. Wagemutige Entwürfe von Glasgewölben machten die Runde, ein Lichtkuppel sollte entstehen oder sogar ein Schwimmbad in schwindelnder Höhe. All diese Pläne fanden bei den Verantwortlichen allerdings keine Gnade und sie entschieden, dass das Dach nach dem Brand aussehen sollte wie vor dem Brand. Dazu gehörte auch, dass der beeindruckende Dachstuhl, der vor der Katastrophe voller Ehrfurcht „der Wald“ genannt wurde, wieder aus Eichenholz sein sollte.

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Aufbau von Notre-Dame nach alten Plänen

„Zum Glück haben wir alle Aufzeichnungen über die Arbeit von Eugène Viollet-le-Duc“, erklärt Rémi Fromont, einer der zahlreichen Architekten, die am Wiederaufbau von Notre-Dame beteiligt sind. Der Baumeister Viollet-le-Duc hatte die umfassende Sanierung der Kathedrale im 19. Jahrhundert geleitet. Zusammen mit seinen Plänen, unzähligen Fotos und 3D-Modellen wurde genauestens berechnet, wie viele Eichen benötigte werden.

„Jeder für Notre-Dame gefällte Baum bekommt eine eigene Nummer“, erklärt Sylvain Jannaire, Mitarbeiter der Nationalen Forstbehörde. „Diese Nummer korrespondiert mit der entsprechenden Nummer auf den Bauplänen.“ So ist sofort erkennbar, wo der gefällte Baum eines Tages im Dachstuhl von Notre-Dame seinen Platz finden wird.

Die Zahl von 2000 Eichen für den Wiederaufbau scheint enorm, doch ein Mangel an Bäumen herrscht nicht. Schwieriger war es, die Regionen auszusuchen, aus denen die Eichen geholt werden. Fast jede Gemeinde des Landes wollte sich an dieser einzigartigen Aufgabe von nationaler Tragweite beteiligen. Auch viele private Waldbesitzer wollte unbedingt Bäume spenden.

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Eichen aus dem ganzen Land

„Als Symbol war es auf jeden Fall notwendig, das ganze Land abzudecken, was nicht so einfach war, weil im Süden Frankreichs oder auf Korsika nur wenige Eichen wachsen“, sagt Philippe Gourmain, der die Suche nach tauglichen Bäumen im Auftrag der Nationalen Waldbehörde koordiniert. Sogar der kanadische Premierminister Justin Trudeau bot bei einem Besuch im Mai 2019 in Paris die Hilfe seines Landes an. Frankreich könne sich auf die „kanadischen Cousins“ verlassen, wenn ein Mangel an brauchbarem Holz bestehe, ließ es großzügig wissen.

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Aber natürlich regt sich auch Kritik an dem Abholzen der Eichen. Umweltschützer sprechen sogar von einem „Ökozid“ und haben sich mit einer Petition an die Umweltministerin Barbara Pompili gewandt. Warum werde der zerstörte Dachstuhl – wie bei den Kathedralen in Nantes oder Reims – nicht aus Beton oder Stahl nachgebaut, lautet eine Frage? Die Kommission für den Wiederaufbau der Kathedrale habe sich nach reiflicher Überlegung für die identische Rekonstruktion entschieden, heißt es von Seiten der Verantwortlichen. Zudem sei es ja auch eine Art Ehre für die Bäume, die nächsten 1000 Jahre das Dach von Notre-Dame zu tragen.

Viele Kritik am Abholzen der Eichen

Wesentlich pragmatischer argumentieren die Forstwirte. Sie betonen, dass für Notre-Dame nur 0,1 Prozent der alljährlich in Frankreich abgeholzten Eichen verwendet würden, also eine verschwindend geringe Menge. Hinter der Hand sprechen sie allerdings auch etwas spöttisch von einem „Idefix-Reflex“ der selbsternannten Eichen-Schützer. In den Asterix-Comics weint der kleine Hunde Idefix jedes Mal erbärmlich, wenn sein etwas ungeschicktes Herrchen Obelix aus Versehen einen Baum umschmeißt. Eine kleine, vielleicht überlebenswichtige Änderung wird es bei der kühnen Konstruktion aus 2000 Eichen allerdings geben. Damit sich ein möglicher Brand in Zukunft nicht mehr rasend schnell ausbreiten kann, werden im Dachstuhl der Kathedrale von Notre-Dame zur Sicherheit Feuertüren eingebaut.

Viel Verwirrung um die „Rosen unter Bäumen“

Frankreich gibt ein von Nazis geraubtes Klimt-Gemälde zurück, doch der Weg dorthin war lang und verworren. Blamiert hat sich auf jeden Fall die Rückgabekommission in Österreich.

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Ein Kunstwerk für einen Spottpreis verkauft

Frankreich besitzt genau ein Gemälde von Gustav Klimt. Doch nun möchte der Staat das Werk nicht mehr haben, zu viel Leid und Unrecht sind damit verbunden. „Rosen unter Bäumen“ lautet der Titel des 1905 entstandenen Bildes, das seit fast 40 Jahren in Paris im Musée d’Orsay hängt. Der Schritt zur Rückgabe sei sehr schwer gefallen, gesteht Frankreichs Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin. „Aber diese Entscheidung ist notwendig, unumgänglich“, schreibt sie auf Twitter.

Lange war die Geschichte des Werkes nicht geklärt, doch nun scheinen alle Zweifel beseitigt. Bis 1938 gehörte das Gemälde der jüdischen Österreicherin Nora Stiasny, die es damals auf Druck der Nazis zum Spottpreis von 395 Reichsmark verkaufen musste. Während des Krieges wurde sie gemeinsam mit ihrer Mutter ins Ghetto Izbica deportiert und vermutlich dort oder im Vernichtungslager Belzec ermordet.

Die tragische Geschichte einer jüdischen Familie

Mit dem Bild ist allerdings nicht nur eine tragische Familiengeschichte, sondern auch ein peinlicher Fehler verbunden. Eine Kommission, die in Österreich für die Rückgabe von Raubkunst zuständig ist, veranlasste im Jahr 2000, dass den Erben von Nora Stiasny das Gemälde von Gustav Klimt (1862-1918) zurückgegeben wird. Doch es stellte sich heraus, dass es sich um das falsche Werk handelte – ausgehändigt wurde nicht „Rosen unter Bäumen“, sondern Klimts „Apfelbaum II“ aus dem Jahr 1916, das im Belvedere Museum Wien gehangen hatte.

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Ein zu spät entdeckter Fehler

Entdeckt wurde der Fauxpas erst, als sich andere mögliche Erben zu Wort gemeldet hatten. Danach war die österreichische Kommission für Provenienzforschung noch einmal tätig geworden und klärte den Fehler auf. Die Verantwortlichen in Wien versuchten daraufhin den Irrtum zu revidieren, was sich allerdings rechtlich äußerst schwierig gestaltet, da die Rückgabe von „Apfelbaum II“ nicht nur ein reumütiger Akt von Vergangenheitsbewältigung, sondern offenbar ein Geschenk des Staates an die Erben von Nora Stiasny war. Zudem hatte die Familie das Gemälde vor vielen Jahren an einen unbekannten privaten Sammler verkauft.

Aber auch das richtige Klimt-Werk „Rosen unter Bäumen“ kann nun nicht ohne Probleme an die Erben ausgehändigt werden. Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin erklärte, dass das Werk Teil der der staatlichen Sammlung ist. Es fehle noch ein entsprechender Gesetzentwurf, dann aber stehe der Herausgabe aber nichts mehr im Wege.

Gegenwind für Öko-Strom aus Frankreich

Die Voraussetzungen für Windparks sind in dem Land ausgesprochen gut, doch der Ausbau der Anlagen geht mehr als schleppend voran. Die Politik und auch die Bevölkerung setzt weiter auf Atomenergie.

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Die Berichterstattung über die Windkraftanlage in Saint-Brieuc ist nicht immer sehr wohlwollend.

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Ein Schreiben der Fischer an den Präsidenten

Die Maschinen stehen bereit in der Bucht von Saint-Brieuc. In diesen Tagen soll in der Bretagne, knapp 16 Kilometer vor der Landspitze des Cap Fréhel, mit dem Bau eines Windparks begonnen werden. Geplant sind 62 Windräder, die über 200 Meter aus dem Meer ragen – doch kurz vor dem Start regt sich neuer Widerstand. Die Fischer der Côtes-d’Armor haben sich in einem offiziellen Schreiben an Präsident Emmanuel Macron persönlich gewandt und fordern, das Projekt für Frankreichs erste Offshore-Anlage in letzter Minute abzublasen.

Trotz endloser Beratungen sei es nicht gelungen, ein Projekt zu gestalten, das „im Einklang mit dem Schutz der Meere und den Aktivitäten der Fischer“ stehe, schreibt Alain Coudray, Präsident der Vertretung der Berufsfischer in der Region. Kritisiert wird der in seinen Augen chaotische Ablauf der Planung, bei der die Berufsfischer nicht ausreichende gehört worden seien. Sie fürchten um ihre Fischgründe und vor allem um die Bestände der Jakobsmuscheln, für die die Region berühmt ist.

Viele Probleme bei der Baugenehmigung

In dieselbe Kerbe schlägt auch Katherine Pujol, Präsidentin der Umweltorganisation Gardez les Caps. Sie kritisiert, dass es im Vorfeld der vor zehn Jahren erteilten Baugenehmigung keine öffentliche Debatte über das Projekt gegeben habe. Zudem sei ursprünglich keine Studie über die Auswirkungen des Windparks in der Nähe eines geschützten Meeresgebietes durchgeführt worden, die sei erst 2015 nachgereicht worden.

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Die Planung des Windparks in der Bucht von Saint-Brieuc ist allerdings nur ein Beispiel für die Schwierigkeiten beim Ausbau alternativer Energiequellen in Frankreich. Ein zentrales Problem sind die langen Baugenehmigungen der Anlagen, die in der Regel über viele Jahre gehen. Der Grund: es gibt großen Widerstand gegen alle Arten von Windanlagen und die Gerichtsverfahren ziehen sich oft in die Länge. Die Akzeptanz von erneuerbaren Energien ist im Atom-Land Frankreich nicht so hoch wie in Deutschland. Rund 70 Prozent des verbrauchten Stroms stammt aus AKWs.

Dieses Denken zieht sich bis in die Regierung. Dort redet etwa Präsident Emmanuel Macron zwar viel über den schnellen Ausbau regenerativer Energien, der dann aber immer wieder auf die lange Bank geschoben wird. Zuletzt wurden sogar die möglichen Laufzeiten der alten französischen Kernkraftwerke von 40 auf 50 Jahre verlängert.

Frankreich hingt in Sachen Öko-Strom hinterher

Öko-Verbände jubilierten zuletzt zwar, dass der Anteil von Wind und Wasserkraft am Stromverbrauch im Land auf rund ein Viertel gesteigert werden konnte, doch ist das nur eine Seite der Medaille. Zustande kam dieser Wert vor allem wegen des in der Corona-Pandemie deutlich gesunkenen Verbrauchs. Dabei ist das Ziel sehr klar: bis zum Jahr 2040 sollen die erneuerbaren Energien in Frankreich 40 Prozent vom Strommix ausmachen. Im Moment liegt dieser Wert bei unter 20 Prozent. Der Durchschnitt in der EU beträgt jetzt schon knapp 40 Prozent.

Wie der Ausbau erneuerbarer Energien ablaufen soll, ist im Moment allerdings nicht klar. Über den möglichen Weg will Frankreich erst nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr entscheiden. Entsetzen löst bei Umweltschützern die Vorstellung aus, dass die Rechtspopulistin Marine Le Pen die Abstimmung gewinnen könnte, die im Moment in allen Umfragen führt und für regenerative Energien nur Spott übrig hat. Ihr Sieg würde in Frankreich eine Renaissance der Atom-Kraft einläuten.  

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Auch Frankreich hat Vorzeigeprojekte

Aber natürlich gibt es auch in Frankreich einige Vorzeigeprojekte, in denen alle Vorteile des ökologischen Umbaus vorgeführt werden. Eines davon ist der „Parc Éolien de l’Hyrôme“, knapp 300 Kilometer südwestlich von Paris. Bürger aus der Gemeinde setzten sich dort schon vor Jahren für Windkraft ein und überzeugten Anwohner und Nachbarn von ihrem Vorhaben. Sie wollten das Geschäft mit erneuerbaren Energien aber keinem Großkonzern überlassen, gründeten einen Verein und bauten den Park, an dem jede Bürgerin und jeder Bürger Anteile erwerben konnte. Mittlerweile werfen die fünf Windräder mit einer Leistung von über 32.000 MWh Gewinne ab und liefert 40 Prozent des lokalen Energiebedarfs. Über 200 ähnliche Projekte befinden sich in Planung, ob und wann sie verwirklicht werden steht aber in den Sternen.

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Im kommenden Jahr soll auch mit dem Ausbau von sieben neuen Offshore-Projekten an der französischen Küste begonnen werden, die bis 2027 zwischen Dünkirchen und Noirmoutier ans Netz gehen und eine Gesamtleistung von 3,5 Gigawatt haben sollen. Auch hier dauerte die Genehmigung mehr als zehn Jahre.

Fukushima: Die „ideologische Besessenheit“ der Deutschen in Sachen Kernkraft

Am 11. März 2011 hatte Japan das schwerste Erdbeben seiner Geschichte mit einer Stärke von 9,0 und einem anschließenden Tsunami erlebt. Im AKW Fukushima Daiichi kam es im Zuge der Naturkatastrophe zu einer Kernschmelze und damit zu einem Super-GAU.  Für Deutschland bedeutete die Katastrophe den Einstieg in den Ausstieg aus der Kernenergie. Doch das wird nicht in allen Ländern so gesehen – allen voran Frankreich. Den Deutschen wird sogar eine Art „ideologischer Besessenheit“ vorgeworfen.

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Der Kommentar zur Zukunft der Kernenergie in der Zeitung „Le Figaro“

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Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, fasst die Haltung vieler Deutschen zehn Jahre nach der Katastrophe zusammen. Sie betont in einem Interview mit der Rheinischen Post die unkalkulierbaren Gefahren von Atomkraftwerken. „Die Risiken der Kernkraft sind selbst für ein hoch industrialisiertes Land nicht sicher beherrschbar“, sagt Inge Paulini.

Die Position Frankreichs ist eine ganz andere. Das wird in einem Kommentar der konservativen Zeitung „Le Figaro“ sehr deutlich. Dort ist zu lesen:

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 „Muss die Atomkraft von der Weltkarte gestrichen werden? Seit der Katastrophe von Fukushima träumen Umweltschützer davon. (…)Diese ideologische Besessenheit hält der Realität aber nur schwer stand. Man macht sich Sorgen darum, dass die Klimaerwärmung die Zukunft des Planeten bedroht. Aber gerade die Atomkraft, deren Sicherheitsanforderungen so hoch wie nirgendwo anders sind, erzeugt so gut wie kein CO2 womit (Frankreich) zu den Klassenbesten gehört. Deutschland, das für seinen Ausstieg aus der Atomkraft gefeiert wurde und Strom und Gas mit Kohle- und Gaskraft erzeugt, verschmutzt die Umwelt heute mehr als jeder andere in Europa. Wo ist da die Logik?“

Kommentar aus „Le Figaro“

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Hier der gesamte Kommentar auf Französisch:

„Faut-il rayer le nucléaire de la carte du monde? Les écologistes en rêvent depuis la catastrophe de Fukushima. Cet événement, né d’un tsunami et non d’une défaillance de la centrale japonaise, a marqué un tournant dans la guerre entre anti et pro-atome. Le choix radical de l’Allemagne d’y renoncer quasiment du jour au lendemain a galvanisé les procureurs verts. Chez nous, la promesse de fermer Fessenheim, arrachée à François Hollande et exécutée par Emmanuel Macron, leur donne des ailes pour exiger une sortie définitive du nucléaire.

Cette obsession idéologique résiste mal au principe de réalité. Le réchauffement climatique, s’inquiète-t-on, menace l’avenir de la planète. Justement, l’énergie nucléaire, dont les critères de sécurité ont été relevés à des niveaux sans précédent, n’émet quasiment aucun CO2, ce qui nous vaut de figurer parmi les meilleurs élèves. Célébrée pour avoir décidé de s’en passer, l’Allemagne, qui se chauffe et s’éclaire avec des centrales à charbon et au gaz, pollue désormais plus que tout autre en Europe. Où est la logique?

La France, entend-on, ambitionne de reconquérir sa souveraineté en tous domaines. Forte d’un parc nucléaire unique, elle peut se prévaloir – privilège rare – de son indépendance énergétique. Avec lui, elle dispose d’un outil qui assure une production constante et pilotable. En réduisant sa puissance, elle prend le risque de pénuries l’hiver venu… Où se trouve donc l’intérêt national?

L’avenir, nous dit-on, réside dans le développement des énergies renouvelables. Peut-être, et nous déployons d’ailleurs de gros efforts pour nous équiper. Mais la route sera longue avant de produire et de stocker suffisamment d’électricité pour faire tourner le pays. À ce jour, personne n’a encore résolu l’équation fondamentale de l’intermittence de ces sources d’énergie, à l’origine de coupures parfois dramatiques, comme récemment au Texas ou en Californie, où l’on paie des factures d’électricité astronomiques. Est-ce vraiment cela le modèle que l’on souhaite proposer aux Français?“

Starautor Ken Follett – Meister der Feuersbrunst mit einem Herz für Kathedralen

Der britische Schriftsteller stiftet die Tantiemen aus seinem Buch „Notre-Dame“ für die Sanierung der französischen Kathedrale Saint-Samson.

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Ein Kleinod wird vom Zerfall bedroht

Dol-de-Bretagne ist eines jener typischen Städtchen im Nordwesten Frankreichs. Kleine, schmucke Fachwerkhäuser stehen eng an eng und bilden zum Entzücken des Betrachters schmale Gassen. Etwas abseits steht die Kathedrale Saint-Samson, auch dies ein Kleinod gotischer Architektur in der Bretagne. Allerdings befindet sich das Gotteshaus in einem jämmerlichen Zustand. Durch das beschädigte Dach rinnt der Regen, viele Mauerteile aus Granit bröckeln bedenklich und die prächtigen Fenster aus dem 13. Jahrhundert sind nicht gegen die Witterung geschützt.

Um die Kathedrale vor dem endgültigen Verfall zu retten, wurde 2019 ein Projekt zur Sanierung des Gebäudes ins Leben gerufen. 2,4 Millionen Euro sollen in den nächsten vier Jahren in die grundlegende Sanierung des Gebäudes investiert werden, das zum Stolz der Einwohner seit 1840 als historisches Monument klassifiziert ist.

Ein Geldsegen aus Großbritannien

Nun erreicht die Gemeinde ein unerwarteter Geldsegen. Der britische Bestsellerautor Ken Follett hatte angekündigt, die Tantiemen aus seinem Buch „Notre-Dame“ für die Restaurierung einer gotischen Kathedrale in Frankreich zu spenden. Die Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine gab nun bekannt, dass die 148.000 Euro aus dem Verkauf von über 110.000 Büchern nach Dol-de-Bretagne fließen werden.

In einer Mitteilung heißt es:

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«Ken Follett reverse l’intégralité de ses droits d’auteur à la Fondation du patrimoine. Ensemble, ils choisissent d’affecter ce don aux travaux de restauration et de sécurisation d’une autre cathédrale, celle de Dol-de-Bretagne, soutenue par la Fondation. Elle reversera prochainement une somme d’un montant de 148,000 euros à la commune.»

Fondation du Patrimoine

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Die Geschichte von Kingsbridge

In seinem kurzen Werk erzählt der 71-jährige Schriftsteller die Geschichte der berühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame und beschreibt seine eigenen Gefühle, als sie vor bald zwei Jahren in Flammen stand. Es ist nicht der erste Kirchenbrand, den Ken Follett zum Thema macht. In seinem Buch „Die Säulen der Erde“ erzählt er die Geschichte der Kathedrale von Kingsbridge, die durch ein Feuer zerstört worden ist und danach von Tausenden Männern und Frauen mit bloßen Händen wieder aufgebaut wurde. Die Tantiemen seines Notre-Dame-Buches waren eigentlich für die komplizierten und langwierigen Bauarbeiten an dem schwer beschädigten Gotteshause in Paris vorgesehen, doch schon nach wenigen Wochen war dort fast eine Milliarde Euro an Spenden zusammengekommen. Also stimmte Ken Follett zu, das Geld für die dringend notwendigen Arbeiten an der Kathedrale Saint-Samson zu verwenden.

Briefmarke zu Ehren von Simone de Beauvoir

Außergewöhnliche Ehrung für eine große Frau des 20. Jahrhunderts. Zum Weltfrauentag hat die französische Post eine Sondermarke für Simone de Beauvoir herausgegeben.

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Eine streitbare und scharfsinnige Feministin

Auf der Briefmarke ist das Porträt der französischen Schriftstellerin und Feministin abgebildet, die am 14. April 1986 im Alter von 78 Jahren starb. Die Briefmarke kostet 1,28 Euro und erscheint in limitierter Auflage von 705 000 Stück. Beauvoir hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Essays geschrieben, darunter „Das andere Geschlecht“. Das sozialkritische und philosophische Werk gilt als Meilenstein der feministischen Literatur. Als Gründerin von Les Temps Modernes zusammen mit dem Romancier Jean Paul Sartre versucht sie das beengende Denken des 20. Jahrhunderts mit ihren Analysen zu sprengen. Zudem war sie eine vehemente Gegnerin der Kriege in Indochina, Algerien oder auch Vietnam.

Von der Autorin wurde in Frankreich erst vor wenigen Monaten posthum das autobiografische Werk „Les inséparables“ (etwa: Die Untrennbaren) veröffentlicht, in dem die Intellektuelle ihre Gefühle und Freundschaft zu einer Klassenkameradin beschreibt. Der Roman soll in diesem Jahr auch auf Deutsch bei Rowohlt erscheinen. Beauvoir wurde am 9. Januar 1908 in Paris geboren. 

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Corona: Polizisten räumen volle Seine-Quais in Paris

Viele fragen sich, weshalb in Paris die Corona-Infektionszahlen weiter ansteigen. Einen Teil der Antwort kann jedes Wochenende an den Quais der Seine oder den Parks beobachtet werden. Dort drängen sich Zehntausende Menschen, von denen sich die meisten nicht an die Corona-Abstandsregeln halten.

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Die französischen Départeents, die wegen der hohen Corona-Zahlen unter besonderer Beobachtung stehen.

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Die Sonne lockt die Menschen an die Seine

Am Nachmittag wird es der Polizei in Paris zu bunt. Wieder flanierten die Menschen in Massen bei schönem Wetter am Wochenende an den Ufern der Seine. Da sich die meisten Leute nicht an die Corona-Abstandsregeln halten, müssen sie die Seine-Quais in der französischen Hauptstadt verlassen. Die Zugänge zum Ufer werden nach der Räumung blockiert, so dass niemand mehr vor der ab 18 Uhr geltenden Ausgangssperre dorthin kann.

Bereits an den vorangegangenen Wochenenden hatten sich zehntausende Menschen bei strahlender Sonne auf den Seine-Quais gedrängt. Daraufhin wurde am Freitag ein Alkoholverbot für die Uferpromenanden verhängt, um den Andrang an diesem Wochenende zu begrenzen. Auch am Canal Saint-Martin, auf dem Place du Tertre nahe der Basilika Sacré-Coeur und an vielen weiteren Orten der Stadt ist das Trinken verboten. Doch auch wenn sich die meisten Menschen an das Alkoholverbot hielten, zog es sie dennoch an die Ufer der Seine oder die Parks und sonnigen Plätze in der Stadt.

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Hohe Infektionszahlen in Paris

Die Menschen scheint es nicht mehr zu beeindrucken, dass die Siebe-Tage-Inzidenz im Stadtzentrum von Paris weiter stabil über 320 liegt. In den berüchtigten Banlieue der Millionenstadt ist die Lage weit trister. Dort werden inzwischen Werte von rund 440 gemeldet. Ein zentraler Grund für die verheerende Lage in den Vororten ist die Lebenssituation: in den riesigen Trabantenstädten wohnen in den Plattenbauten dicht gedrängt sehr viele Menschen, darunter zahlreiche kinderreiche Familien, in sehr kleinen Wohnungen. Die meisten Leute arbeiten auf dem Bau, in Pflegeberufen, Supermärkten, bei Security-Firmen oder schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben – alles Berufe, in denen das von der Regierung geforderte Homeoffice nicht möglich ist. Das heißt: viele dieser Menschen pendeln jeden Tag mit den Nahverkehrsmitteln in die Stadt, was der Ausbreitung des Virus natürlich sehr förderlich ist.

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Natürlich stehen auch in Seine-Saint-Dénis die weißen Schnelltest-Zelte vor den Apotheken, in denen Schnellstests durchgeführt werden können. Die werden aber nur wenig genutzt. Allerdings wäre es nach Aussagen von Epidemiologen auch kaum möglich, bei solch hohen Infektionswerten und diesen Lebensbedingungen einzelne Corona-Cluster auszumachen und dann gezielt zu isolieren.

Der Norden Frankreich von Corona besonders betroffen

In anderen Regionen von Frankreich sind wegen der steigenden Corona-Zahlen am Samstag weitere örtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Von den für das Wochenende geltenden Restriktionen betroffen sind nun auch rund 1,5 Millionen Bürger im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais mit der Hafenstadt Calais. Sie dürfen ihre Häuser samstags und sonntags nur noch aus triftigem Grund verlassen, etwa zum Einkaufen oder Joggen. Auch sehr große Geschäfte müssen schließen. 

In der Region am Ärmelkanal breitet sich die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.7 rapide aus. Nach Angaben der Behörden sind die Krankenhäuser in der Region bereits zu 90 Prozent ausgelastet. Im benachbarten Dünkirchen und in Teilen der Côte d’Azur gelten bereits Ausgangssperren an Wochenenden. Zudem gilt landesweit in ganz Frankreich eine nächtliche Sperrstunde ab 18.00 Uhr.

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Das Problem: die britische Virus-Mutation

Die französische Regierung will auf die starke Ausbreitung der Mutante B.1.1.7 mit einer Beschleunigung der Impfkampagne reagieren. Bis Mitte April sollen ihren Plänen zufolge mindestens zehn Millionen Franzosen ihre erste Corona-Impfung erhalten haben, bis zum Sommer soll es 30 Millionen Erstgeimpfte geben. Stand Samstag hatten in Frankreich weniger als 3,4 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung erhalten.

Seit Beginn der Pandemie starben in Frankreich mindestens 88.300 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19.

Paris Fashion Week als Drive-In-Spektakel

Die Kreativen dieser Welt haben schon sehr viel probiert, um dieser leidigen Pandemie ein Schnippchen zu schlagen. Vor allem in der Modebranche wurde einiges auf die Beine gestellt, um die fehlenden Laufstege und das Live-Erlebnis vergessen zu machen. Das Modehaus Coperini hat sich bei der aktuellen Pariser Prêt-à-porter-Schau wieder etwas Spezielles einfallen lassen.

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Tweet von Vogue Runway zur aktuellen Paris Fashion Week und der Schau von Coperni

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Schöne Menschen und schnell Autos

Der Mensch fährt im Auto, um sich Hamburger zu holen. Geldabheben geht auch am Drive-In-Schalter – oder Briefe einwerfen. Eine Drive-In-Modenschau hat es bisher allerdings noch nie gegeben. Es war also eine Weltneuheit, als das Modehaus Coperni seine Models im Rahmen der laufenden Paris Fashion Week zwischen wartenden Autos defilieren ließ. Die handverlesenen Gäste fuhren dabei in gesponserten Luxus-Elektrowagen vor und schlürften, entzückt von den Modekreationen, in den Autos ihren Champagner.

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Sébastien Meyer, Mitgründer von Coperni, erklärte vor dem spektakulären Abend, wie das Modehaus auf die Idee gekommen war:

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„On travaille dans la contrainte et on s’efforce d’avoir de nouvelles idées tout en faisant très attention.“

Sébastien Meyer

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Mehr als der übliche Live-Stream im Internet

Wegen der Pandemie darf derzeit kein Publikum auf den Tribünen der Pariser Prêt-à-porter-Schau sitzen. Die meisten Modehäuser beschränken sich deshalb auf Übertragungen ihrer Défilés im Internet – doch die Macher von Coperni wollten etwas Besonderes bieten. Aufgrund der Einschränkungen beim Reisen und der Kontaktbeschränkungen war das Drive-In-Format der „beste Weg, um etwas [Kreatives] zu tun und gleichzeitig sicher zu sein“, sagte Copernie-Mitbegründer Arnaud Vaillant in einem Videointerview vor der Show.

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„Die Nacht, die uns fehlt“

Sébastien Meyer und Arnaud Vaillant ließen eine Flotte von 36 Autos mit 70 Gästen in die AccorHotels Arena mit 20.100 Sitzplätzen in Paris kutschieren. Mit den Scheinwerfern beleuchteten die Fahrer die Models, die in der Herbst-Winter-Kollektion 2021 der Marke zwischen ihnen hin- und hergingen.

Thema der Schau war „Die Nacht, die uns fehlt“. Meyer sagte dazu: „Seit einem Jahr leben wir in bequemen Kleidern oder Schlafanzügen und lassen uns gehen. Wir wollten wieder ein bisschen Glitzer und Freude.“ Einige der Kreationen strotzten vor Pailletten, dazu trugen die Models neongelbe Pumps. Auch transparente Minikleider und schulterfreie Mäntel aus Kunstpelz waren zu sehen.

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Arnaud Vaillant erklärte zu den Kreationen:

„Ce que j’adore dans cette collection c’est qu’on a une partie de la nuit qui est plus mystérieuse et plus sensuelle et une partie dédiée à la régénération, au confort. On a exploré toutes les facettes de la nuit qui nous intéressait.“

Arnaud Vaillant

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Die Show wurde auch exklusiv auf Instagram live gestreamt, wobei die neue Live Rooms-Funktion der App verwendet wurde, mit der die Designer gleichzeitig aus drei verschiedenen Perspektiven filmen konnten. Mit Smartphones wurden die Szenen auf dem Laufsteg und hinter der Bühne auf, während der Modekommentator Louis Pisano seine Kommentare zu der Show und den Kreationen aus einem Auto heraus sprach.

In Frankreich wird auch in Apotheken geimpft

Deutschland setzt auf Impfzentren im Kampf gegen Corona. In Frankreich wurde nun der Weg freigemacht, dass Apotheker, Krankenschwestern und Hebammen gegen das Virus impfen können.

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Frankreich will mehr und schneller impfen. Der Grund ist die schnelle Ausbreitung des Virus, vor allem der britischen Variante.

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Impfen in Apotheken – mit Einschränkungen

In Apotheken werden die Impfungen am Montag, dem 15. März, beginnen, kündigte Frankreichs Premierminister Jean Castex. Ausnahmen wird es nur in Fällen geben, bei denen Komplikationen geben könnte. Etwa bei Menschen, bei denen in der Vergangenheit eine allergische Reaktion aufgetreten ist oder die Probleme nach der ersten Corona-Impfung hatten. Diese sollten von einem Arzt behandelt werden. Bis zum 15. März können diejenigen, die dies wünschen, einen Termin auf der Ordoclic-Online-Plattform vereinbaren, die ab Montag freigeschaltet ist.

Allerdings gibt es auch in Frankreich eine Hierarchisierung. In Apotheken geimpft werden sollen vorerst Menschen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren, die zu einer Risikogruppe zählen. Sie werden vor allem mit Astra-Zeneca geimpft.

Viel Impfstoff in Kühlschränken gelagert

Frankreich hat beim Impfen ein ähnliches Problem wie Deutschland: Von den fast 1,8 Millionen Dosen des Astra-Zeneca-Impfstoffs, die in den vergangenen Tagen geliefert wurden, waren bis zum 3. März weniger als 380.000 verwendet worden. Zwischen 300.000 und 400.000 sollen in Apotheken und sogar in Krankenhäusern im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Philippe Besset, Präsident der Apotheker-Gewerkschaft, erklärte, dass fast 20.000 Apotheken bereit sein mit einer durchschnittlichen Rate von „etwa 20 Injektionen pro Tag“ zu impfen. Die nationale Gesundheitsbehörde sagte, dass Apotheker auch Dosen von Moderna und Pfizer injizieren könnten. Das Problem: diese Impfstoffe mit mRNA-Technologie sind jedoch viel komplizierter zu lagern, da sie gefroren sein müssen.

Um mit dem Impfen schneller voranzukommen, forderte Ministerpräsident Jean Castex auf,  auch am Wochenende Impfungen durchzuführen – das war bisher nicht der Fall. Man befinde sich in einem Wettlauf mit dem Virus, sagt er und legt einen Zeitplan vor: Bis Mitte April sollen mindestens zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und bis zum Sommer 30 Millionen. In Frankreich leben 67 Millionen Menschen.