Vendée Globe: Boris Herrmann liebäugelt mit dem Sieg

Kommt es nach 45.000 Kilometer zu einem „Wimpernschlagfinale“? Bei der Vendée Globe liegen die ersten sechs Boote dicht beisammen. Auf der rund 10.000 Kilometer langen Zielgerade in den Heimathafen Les Sables-d’Olonne trennt die Segler nur rund 100 Seemeilen.

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Chancen auf den Sieg

Überaus gut im Rennen liegt der deutsche Boris Herrmann. Er ist am 68. Tag der Regatta um die Welt auf Platz fünf vorgerückt – und macht sich inzwischen sogar Hoffnungen auf den Sieg. „Chancen auf den Sieg bestehen definitiv“, sagte Herrmann, der mit seinem Boot „Seaexplorer – Yacht Club de Monaco“ nur 88 Seemeilen hinter dem Führenden Charlie Dalin („Apivia“) liegt.

Allerdings wird der Kurs über den Äquator noch einmal alles von den Skippern und auch den Booten abverlangen. In einem Video erklärte Herrmann, dass die Segler endlich die lange erhofften Bedingungen hätten: ein ziemlich konstanter Wind und nicht allzu hohe Wellen. Zeit zum Ausruhen gibt es allerdings dennoch nicht. „Die Alarme springen momentan an Bord häufig an. Meine Nerven sind deshalb angespannt wie fast noch nie. Es gehen harte Schläge durch Schiff und Körper“, erklärte er.

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Boris Herrmann hat das beste Boot

Auf dieser letzten Etappe kann noch sehr vieles passieren, aber Boris Herrmann weiß, dass er sich auf sein Boot verlassen kann – und von den Bestplatzierten hat er das beste Schiff. Der Grund: Die führenden Charlie Dalin und Thomas Ruyant („LinkedOut“) müssen beide mit gebrochenen Backbord-Foils zurechtkommen.

Der drittplatzierte Yannick Bestaven („Maître Coq IV“) und Louis Burton („Bureau Valllée 2“) haben kleinere Foils und der als Vierter weiter imposant agierende Paralympics-Sieger Damien Seguin („Groupe Apicil“) hat gar keine Foils. Über die größten, besten und intakten Foils verfügt Herrmann.

Foils sind eine Art Tragfläche an der Seite der Yacht, die den Rumpf des Schiffes bei guten Bedinungen fast vollständig aus dem Wasser heben können – und somit höhere Geschwindigkeiten erlauben.

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Freude auf ein richtiges Bett

Nach über zwei Monaten allein auf hoher See, machen sich bei allen Teilnehmern große Ermüdungserscheinungen bemerkbar. „Ich freue mich aufs Ankommen, darauf Menschen und meine Familie zu sehen und endlich mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen,“ erklärte Boris Herrmann. Wenn alle gut läuft, werden die ersten Boote zwischen dem 27. und 30. Januar im Start- und Zielhafen Les Sables-d’Olonne erwartet.

Ein Dorf wehrt sich gegen die Hobby-Jäger

Ein junger Mann ist beim Holzholen von einem Jäger erschossen worden. Nun verlangen viele Menschen, die Regeln für die Jagd zu verschärfen.

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Über eine Million Jäger in Frankreich

In Frankreich empfiehlt es sich nicht, zur Jagdsaison völlig unbedarft durch die Wälder zu streifen. Weit über eine Million Franzosen besitzen einen Jagdschein und gehen regelmäßig auf die Pirsch. Ein kleiner Ausflug mit der Familie ins Grüne kann da schnell mit einer bösen Überraschung enden, zumal die Ausbildung der Hobby-Waidmänner oft zu wünschen übrig lässt. Zwölf Tote sind 2020 zu beklagen, wobei die meisten Opfer Jäger sind, die sich aus Versehen selbst erschossen haben, weil sie ihre Waffe nicht bedienen konnten.

Allerdings wurde im Dezember bei einer Treibjagd ein junger Mann im südfranzösischen Département Lot in der Nähe seines Hauses beim Holzhacken getötet. Der unglückliche Schütze erklärte, er habe im abendlichen Zwielicht „eine schwarze Masse“ gesehen und abgedrückt. Die Kugel traf den 25-Jährigen direkt in die Brust, er war sofort tot. Natürlich gelobten nach dem Unglück alle, dass die Umstände minutiös aufgearbeitet würden und die Ausbildung der Jäger verbessert werde, von denen manchen nicht einmal wissen würden, welches Kaliber ihre Waffe hat.

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„Das Gewehr ist eine tödliche Waffe“

Passiert ist danach allerdings herzlich wenig, weshalb Frédéric Almendros nun der Kragen geplatzt ist. Dem für die Region zuständigen französischen Staatsanwalt ist es nach eigenen Worten ziemlich egal, ob Menschen durch den Wald pirschen und Tiere erlegen. Dass nach dem Tod des jungen Mannes aber die Dinge weiterliefen, als sei nichts gewesen, wollte er nicht akzeptieren und zitierte die im Département Lot für die Jagd Verantwortlichen zu sich. „Die Jäger müssen verstehen, dass sie kein Hobby wie jedes andere ausüben“, betonte der Staatsanwalt. Sie trügen eine tödliche Waffe mit sich durch den Wald und seien sich offenbar nicht immer der Gefahr bewusst, die davon ausgehen kann. Sein Fazit: „Die Regeln müssen gewissenhaft eingehalten werden.“ Und er verlangte, dass die Jäger in Frankreich besser ausgebildet werden.

Die Menschen in Calvignac sind entnervt

Unterstützung bekommt Frédéric Almendros vor allem in Calvignac, dem Dorf aus dem der erschossene junge Mann stammte. Seit Jahren ärgern sich die Bewohner über zu viele rücksichtslose Jäger in ihrer Region, die vor allem an den Wochenenden nicht nur durch die Wälder pirschen, sondern mit ihren allradgetriebenen SUVs auf der Suche nach verletztem Wild auch die Straßen der Gegend unsicher machten. Empört waren die Einheimischen, als nach dem Tod des jungen Mannes die Jagd in den benachbarten Gemeinden scheinbar uneingeschränkt weiterging und sogar während eines Schweigemarsches zu Ehren des Toten Schüsse zu hören waren.

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Der Widerstand formiert sich in Calvignac

Danach entschieden sich die Bewohner aus Calvignac zum Widerstand. Sie gründeten eine Aktionsgruppe, die mehrere konkrete Forderungen gegenüber den Jagdverbänden im Département Lot aufgestellt hat. So solle im Umkreis von zwei Kilometern um bewohnte Häuser nicht mehr geschossen werden dürfen – im Moment beträgt der Mindestabstand 150 Meter. Die Gebühren für die Jagdscheine müssten deutlich erhöht und vor allem die kleinen Jagdvereine besser kontrolliert werden. Und: an Sonntagen müsse ein Jagdverbot herrschen. Die Menschen im 200-Seelen-Dörfchen wissen, dass es schwierig wird, ihre Forderungen durchzuset

zen. Der Einfluss der Jäger-Lobby ist groß und reicht im weit entfernten Paris bis nach ganz oben in die Ministerien. Auch droht das Thema, den sozialen Frieden in der Gemeinde ins Wanken bringen. Denn in fast jeder Familie gibt es jemanden, der ein Gewehr im Schrank stehen hat und zur Gilde der passionierten Waidmänner zählt. Aber, so argumentieren viele der geplagten Einwohner: der Tod des jungen Mannes aus Calvignac dürfte nicht umsonst gewesen sein.

Vendée Globe: Isabelle Joschke gibt auf

Große Enttäuschung für Isabelle Joschke. Die Deutsch-Französin musste am 62. Tag des Segelrennens Vendee Globe wegen eines Schadens an ihrer Rennyacht aufgeben. Schon während der Umrundung von Kap Hoorn signalisierte sie, dass sie technische Schwierigkeiten mit ihrem Boot „MACSF“ habe.  

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Ein Schaden am Kiel beendet das Rennen

Die 43 Jahre alte gebürtige Münchnerin lag als beste Frau auf Rang elf, als sie bei schwierigen Bedingungen etwa 1100 Meilen östlich der argentinischen Küste die bittere Entscheidung treffen musste. Ein Schaden am Kiel bedeutete schließlich das Ende des Wettbewerbs. Es war eine Vorrichtung ausgefallen, die den Kiel auch bei extremer Schräglage immer optimal durch das Wasser führt.

„Das ist viel schlimmer, als ein Segel zu verlieren oder gar beide Foils zu brechen. Der Verlust an Potenzial ist kolossal“, sagte die 43-Jährige und nannte sich selbst „untröstlich“. Schon zuvor hatten sich Joschkes Probleme bei der Regatta um die Welt vermehrt. Erst streikte ihr Autopilot, dann riss der Gennaker, ein Vorsegel.

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Eine schwere Entscheidung nach vielen Problemen

Zuerst versuchte sie noch, im Rennen zu bleiben, entschied sich nun aber für die Aufgabe. „Sie hat die Geschwindigkeit komplett reduziert, um die Auswirkungen der Wellen zu minimieren und um sicherzustellen, dass kein Wasser ins Boot gelangt“, sagte MACSF-Teammanager Alain Gautier. Es gelte zunächst, ein nahes Tiefdruckgebiet zu vermeiden und dann Isabelle Joschkes weitere Optionen zu prüfen.

In der Rangliste auf der offiziellen Homepage der Vendée Globe wird sie nun als „retired“ geführt. Dieses Schicksal teilt sie mit sechs weitere Startern des Rennens. 33 Segler hatten Anfang Novembe in Les Sables-d’Olonne den Wettbewerb nonstop rund um die Welt in Angriff genommen.

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Boris Herrmann weiter gut im Rennen

Gut im Rennen liegt weiter der Hamburger Boris Herrmann. Er hat noch knapp 5000 Seemeilen vor sich und belegt aktuell Rang acht. Auch an der „Seaexplorer“ zerren allerdings die Naturgewalten. Herrmann musste mehrere Reparaturen durchführen. Ein Kabelbruch sorgte für einen Ausfall seines Generators, zudem erschwerte ein Riss im Großsegel die ohnehin fordernde Passage am Kap Hoorn. „Das war wie ein neuer Schlag ins Gesicht. Ich werde den Kampf niemals aufgeben, aber ich habe meine Position verloren, und das tut weh. Es tut sehr weh“, sagte Herrmann.

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Corona: Verschärfte Ausgangsbeschränkungen im Elsass

Wieder ist das Elsass schwer von der Corona-Pandemie betroffen. In der Region wird nun eine verschärfte abendliche Ausgangssperre in Kraft gesetzt. Auch in anderen Départements ist die Lage äußerst angespannt.

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Die Grafik des „Le Parisien“ zeigt, wo die verschärften Ausgangsbeschränkungen in Frankreich gelten

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Ausgangsbeschränkungen auf 18 Uhr vorgezogen

In den an Deutschland grenzenden französischen Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin wird das sogenannte couvre-feu auf 18 Uhr vorgezogen. Die Corona-Lage in dem Département Bas-Rhin mit der Elsass-Metropole Straßburg gebe Anlass zu großer Sorge, teilte die zuständige Präfektur mit. Daher werde die Ausgangssperre von 20 auf 18 Uhr vorverlegt. Ähnlich äußerte sich das Département Haut-Rhin. Bereits seit Anfang Januar gilt diese Regelung auch in dem an Deutschland grenzenden Département Moselle.

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Premier Castex: Eine notwendige Maßnahme

Seit einer Woche gilt bereits in 15 Départements eine Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. In allen anderen Landesteilen müssen die Menschen ab 20 Uhr zu Hause bleiben. Die besonders strengen Ausgangssperren ab 18 Uhr, die bereits in stark von der Pandemie betroffenen Regionen gelten, sollen nun auf acht zusätzliche Départements ausgeweitet werden, sagte Frankreichs Regierungschef Jean Castex in der südwestfranzösischen Stadt Tarbes. Angesichts zunehmender Kritik an den scharfen Maßnahmen verteidigte Castex diese als „schwierig, aber notwendig“. Die besonders betroffenen Regionen liegen im Osten und Süden des Landes.

Die Menschen dürfen während der Ausgangssperre weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen. Spaziergänge, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft sind aber untersagt.

Für Unruhe sorgt nun in Frankreich, dass in der Region Bouches du Rhône mehrere Infektionsherde entdeckt wurden, wo die neuartige Mutation des Corona-Virus nachgewiesen werden konnte. Diese Form des Virus hat in Großbritannien zu einer explosionsartigen Zunahme der Corona-Fälle geführt.

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Kritik am schleppenden Impfstart

Immer lauter wird die Kritik unterdessen am der Impfstrategie der Regierung. In der ersten Woche nach dem Start am 27. Dezember gab es in Frankreich Medien zufolge nur einige Hundert Impfungen. Offizielle Zahlen suchte man zunächst vergebens. Französische Regionalpolitiker warfen der Regierung in Paris Versagen vor und fühlten sich nicht eingebunden. Frankreichs Impfkampagne sah vor, im Januar und Februar erst einmal ältere Menschen in Pflegeheimen und älteres Personal vor Ort zu impfen. Das sei logistisch schwierig, verteidigten die Behörden das schleppende Tempo. Nach massiver Kritik wurde der Personenkreis schließlich erweitert – zum Beispiel auch auf Menschen über 75 Jahre, die nicht in Heimen leben, sowie weiteres Gesundheitspersonal. Nun sollen außerdem Hunderte Impfzentren öffnen.

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Vogelgrippe – ein weiterer gefährlicher Virus grassiert in Frankreich

Frankreich kämpft gegen das Corona-Virus. Fast nebenbei vermeldet die Regierung, dass im Süden der Landes nun auch der Vogelgrippevirus grassiere. Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich – allerdings müssen nun Hunderttausende Enten getötet werden.

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Aus der Mitteilung der Regierung zum Ausbruch der Vogelgrippe

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Ein hochansteckender Virus

Frankreichs Landwirtschaftsminister Julien Denormandie redet nicht um den heißen Brei herum. Im lokalen Radiosender France Bleu Gascogne berichtet er von etwa 400 000 Enten, die seit dem 20. Dezember im Département Landes getötet wurden. Hunderttausende weitere würden folgen. Es sei notwendig, schnell zu handeln. Der Virus sei hochgradig ansteckend.

Folgende Maßnahmen würden ergriffen, heißt es vom Ministerium:

  • Les abattages préventifs pratiqués aujourd’hui sur un rayon de 3 km autour des foyers le seront sur 5 km. Ils concerneront dans le 1er kilomètre tous les oiseaux d’élevage et de basse-cour, et pour les 4 km suivants l’ensemble des palmipèdes et les autres volailles quand elles ne sont pas claustrées ;
  • Les capacités d’abattage vont être significativement augmentées grâce à la mobilisation du prestataire mandaté par l’État, à celle des vétérinaires sanitaires ainsi qu’à la réquisition d’abattoirs supplémentaires ;
  • La zone de surveillance de 10 km autour des foyers pourra être étendue jusqu’à 20 km, avec interdiction de sortie et d’entrée de volailles (y compris pour repeupler un élevage qui a terminé son cycle de production). Ces restrictions seront réévaluées d’ici la fin du mois de janvier, à l’aune du bilan épidémiologique.

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Auch andere Départements betroffen

Insgesamt gibt es laut Ministerium in 119 Betrieben in Landes Infektionen. Das Département ist bekannt für die Zucht von Wasservögeln für die Herstellung der in Frankreich beliebten Stopfleber (Foie Gras). Auch in einigen anderen Départements ist es zu Ausbrüchen gekommen.

Ab der kommenden Woche sollen Halter der betroffenen Betriebe Entschädigungszahlungen erhalten, sagte Denormandie. Das in Frankreich nachgewiesene Vogelgrippevirus H5N8 gilt als ungefährlich für den Menschen.

Die Frage, ob es ein Mittel gegen die Vogelgrippe gebe, musste der Minister verneinen. Hauptgrund: viele Länder würden den Import von geimpften Tiere nicht erlauben.

„Il y a deux difficultés : il n’y a pas de vaccin homologué, et ces filières exportent beaucoup. Un certain nombre de pays à l’export refusent d’acheter de la volaille vaccinée redoutant qu’elle soit porteuse saine du virus, et qu’elle puisse contaminer des volailles localement.“

Landwirtschaftsminister Julien Denormandie

Kälte, schlechte Netze, marode AKW – Droht Frankreich ein Blackout?

Sitzen die Franzosen diesen Winter bald im Dunkeln. Wegen der angekündigten Kälte sollen sie am Freitag ihren Stromverbrauch senken – sonst könnten die Netze zusammenbrechen. Nützlich sei jede Glühbirne, die nicht angeschaltet wird. Grund für die Probleme ist indirekt auch die Corona-Pandemie. Allerdings rächt sich nun auch, dass die französischen Atomkraftwerke alt und das Stromnetz oft marode ist.

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Homepage des Netzmanagers RTE – mit der Aufforderung, wenige Strom zu verbrauchen

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Dem Stromnetz droht der Kollaps

Die Temperaturen sollen in einigen Regionen Frankreichs am Freitag deutlich unter Null Grad sinken. Das sind beunruhigende Nachrichten für die den nationalen Stromnetzmanager RTE. Dort geht die Befürchtung um, dass die Leitungen die höhere Belastung durch die aufgedrehten Heizungen nicht standhalten könnten. RTE unterstrich zwar, dass es „keinen Stromausfall“ geben werde – aber die Sicherheitsmargen, die für Notfälle eingeplant sind, könnten bedrohlich schrumpfen. Man werde „alle Mittel einzusetzen, um die Sicherheit der Stromversorgung zu gewährleisten“, heißt es bei den Netzmanagern.

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Jede Glühbirne zählt

Laut RTE wird der französische Stromverbrauch am Freitag wegen der Kälte mit rund 88.000 Megawatt ein sehr hohes Niveau erreichen. Die Stromproduktion „wird mit 88.200 Megawatt ausreichen, um alle Bedürfnisse zu decken“, heißt es, aber um „jegliches Risiko einer Kürzung zu vermeiden“, werden die Franzosen dennoch aufgefordert, auch durch „kleine Gesten“ ihren Verbrauch zu senken.

Konkret heißt das: wenn jeder Franzose eine Glühbirne ausschaltet, wird Ersparnis im Stromverbrauch von 600 Megawatt erzielt. Das entspreche ungefähr dem Verbrauch einer Stadt wie Toulouse, erklärt ein Vertreter von RTE. Andere Ratschläge könnten auf der Website MonEcowatt.fr nachgelesen werden.

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Problem: ausgefallene Wartung der AKW

Allerdings kann RTE selbst die Versorgungssicherheit über verschiedene Maßnahmen steuern. So können etwa Firmen vom Netz genommen werden, die allerdings auf eine eigene Notversorgung zurückgreifen können. Die Spannung im Netz kann, um rund fünf Prozent gesenkt werden, was die Leistung elektrischer Geräte geringfügig verringert. Und als letztes Mittel können vorübergehende, lokale Kürzungen das Netz entlasten.

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Als Grund für die Probleme nennt RTE unter anderem die Corona-Pandemie. So habe ich die dringende Wartung von Kernkraftwerken verzögert und die Installation neuer Kraftwerke verlangsamt. „Normalerweise schalten wir im Sommer oder Frühling Kernkraftwerke aus, um sie zu warten. Das konnte während des Lockdowns im Rahmen der Corona-Pandemie aber nicht gemacht werden“, erklärte Frankreichs Umweltministerin Barbara Pompili bereits am 19. November, der Minister für ökologischen Wandel. Frankreich produziert rund 70 Prozent seines Stromes mit Atomkraft.

Offensichtlich wird auch daran gearbeitet, die vier noch arbeitenden Kohlekraftwerke stärker auszulasten. Genannt wird etwa die Anlage in Cordemais. Dort werden können rund 1200 Megawatt produziert werden. Dort könnten 25 Prozent des Stromverbrauchs der Pays de la Loire produziert werden.

Endspurt bei der Vendée Globe – Positionskämpfe am Kap Hoorn

Die Vendée Globe biegt auf die Zielgerade gerade ein – eine Zielgerade, die mehrere Tausend Kilometer lang ist. Das Feld passiert Kap Hoorn an der Südspitze Südamerikas.

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Ein kurzer Gruß in die Heimat

Alle Segler sind erleichtert. Jeder Teilnehmer an der Vendée Globe schickte einen kurzen Gruß in die Heimat, als das Feld den Längengrad von Kap Hoorn passierte. Es ist das dritte und letzte wichtige Punkt während des Rennens. Die Deutsch-Französin Isabelle Joschke hält ein kleines, handgemaltes Schild in die Kamera. Darauf steht: Cap Horn. Allerdings machte sie keinen rundum zufriedenen Eindruck. Der Grund: die 43-Jährige hatte kurz zuvor einen größeren Schaden am Kiel ihres Bootes festgestellt, der die Manövrierfähigkeit ihres Bootes einschränkt.

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Probleme am Vorsegel bei Isabelle Joschke

„Das ist viel schlimmer, als ein Segel zu verlieren oder gar beide Foils zu brechen. Der Verlust an Potenzial ist kolossal“, sagte die gebürtige Münchnerin und nannte sich selbst „untröstlich“. Schon zuvor hatten sich Joschkes Probleme bei der Regatta um die Welt vermehrt. Erst streikte ihr Autopilot, dann riss der Gennaker, ein Vorsegel. Joschke ist kurz vor der Rundung des Kap Hoorn auf Rang elf zurückgefallen, will aber weiterkämpfen.

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Probleme auch bei Boris Herrmann

Auch der Hamburger Boris Herrmann kämpft mit einigen Problemen und ist auf Platz zehn zurückgefallen. Er sagte im ZDF: „Kap Hoorn ist der wichtige Punkt, wenn wir abbiegen nach Hause. Wenn der Bug das erste Mal wieder nach Norden zeigt.“ Allerdings sind noch immer knapp 30 Prozent der Strecke zu absolvieren, es kann also noch vieles passieren.

Der Hamburger passierte Kap Hoorn am frühen Dienstagmorgen um 3.27 Uhr deutscher Zeit nach 57 Tagen, 13 Stunden und 7 Minuten auf See. Sehen konnte der aktuell zehntplatzierte Skipper der „Seaexplorer – Yacht Club de Monaco“ Kap Hoorn aber entgegen seiner Hoffnungen aber nicht – er war schlicht zu weit entfernt.

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„Das tut weh! Es tut sehr, sehr weh!“

Allerdings hätte Boris Herrmann auch wenig Muße gehabt, das Land zu bestaunen. Denn er musste sich an Bord mit allerlei Reparaturarbeiten herumschlagen, zu sehr hat die lange Reise an Mensch und Maschine gezerrt. Kurz vor Kap Hoorn war ein sein Generator ausgefallen. Das nach fieberhafter Suche gefundene gebrochene Kabel konnte er schnell reparieren. Zusätzlich zwang ihn ein Riss im Großsegel, Kap Hoorn nur unter kleinem Vorsegel und mit entsprechend weniger Bootsgeschwindigkeit zu passieren. Dabei rutschte Herrmann auf Rang zehn zurück. „Das tut weh. Es tut sehr, sehr weh. Aber ich werde den Kampf niemals aufgeben“, sagte Herrmann.

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Die führende Vendée-Globe-Gruppe wird im finalen atlantischen Renndrittel vom Franzosen Yannick Bestaven („Maître Coq IV“) vor seinen Landsleuten Charlie Dalin („Apivia“) und Thomas Ruyant („LinkedOut“) angeführt. Herrmann startet seine Aufholjagd mit knapp 800 Seemeilen Rückstand auf den Spitzenreiter. Die schnellsten Boote werden Ende Januar im Start- und Zielhafen Le Sables-d’Olonne zurückerwartet.

„Staatsskandal“ – schleppender Impfstart sorgt in Frankreich für Ärger

Die Aufregung in Deutschland über den holprigen Impfstart ist groß. Ein Blick über die Grenze nach Frankreich zeigt, dass es in anderen Ländern wesentlich größere Probleme gibt. Wurden in Deutschland bisher offiziell fast 270.000 Menschen geimpft, sind es in Frankreich ein paar Hundert.

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Die besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Regionen liege alle im Osten des Landes

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Kopfschütteln über die Nachbarn in Deutschland

Die Franzosen blicken wieder einmal mit Kopfschütteln über den Rhein. In Deutschland brandet wieder einmal eine Welle der Empörung durch das Land, weil die Bundesregierung in Sachen Impfungen völlig versagt habe. Politiker der Opposition und vor allem Journalisten zählen unermüdlich und im höchsten Ton der Erregung auf, was nicht gut läuft und sehen allerorten nur Chaos und Staatsversagen. Im Zuge des schleppenden Starts der Impfungen war auch die Kritik laut geworden, die EU habe vorab zu wenig von dem schließlich als ersten zugelassenen Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer bestellt. Dazu sagte Regierungssprecher Steffen Seibert: „Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist“. Der europäische Zusammenhalt habe sich gerade in der Pandemie als wichtig erwiesen.

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Zu wenige Corona-Impfungen in Frankreich

Im Vergleich zu Frankreich läuft die Impfkampagne in Deutschland allerdings geradezu reibungslos. Konrekt heißt das: in den ersten Tagen wurden allenfalls einige Hundert Menschen geimpft. Auf der Website Covid Tracker ist von mehr als 500 Menschen geimpften Menschen zu lesen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um eine offizielle Seite der Regierung, der Betreiber erhält die Zahlen eigenen Angaben nach von den Gesundheitsbehörden. Gesundheitsminister Olivier Véran sagte beim Besuch eines Pariser Krankenhauses, dass im Laufe des Tages mehrere Tausend Menschen geimpft worden seien – nannte aber keine genaue Zahl.

Tatsache aber ist, dass der Impfstart im ganzen Land extrem langsam läuft. Aus diesem Grund wächst im ganzen Land der Ärger. Auch Präsident Emmanuel Macron hatte in seiner Neujahrsansprache auf die Kritik am relativ langsamen Anlaufen der Impfkampagne geantwortet. Er werde es nicht zulassen, dass sich aus den falschen Gründen eine ungerechtfertigte Langsamkeit einstelle, sagt er. In dem zentral geregelten Staat ist allerdings der Präsident jener, der für die Organisation verantwortlich gemacht werden kann.

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Großer Ärger in Grand Est

Das sieht auch Jean Rottner so. Es handle sich um einen „Staatsskandal“, sagte der Präsident der an Deutschland grenzenden Region Grand Est dem Sender France 2. „Alles wird von Paris aus entschieden“, monierte er. Die Regionen würden nicht richtig eingebunden. Sich impfen zu lassen, sei komplizierter als der Kauf eines Autos. Die Region Grand Est ist schwer von der Covid-19-Pandemie getroffen.

Auch der Frontmann der Grünen und Europa-Abgeordnete Yannick Jadot bezeichnete den Impfstart als „Fiasko“. „Frankreich hat die gleiche Anzahl von Dosen pro Million Einwohner wie Deutschland“, schrieb er auf Twitter. Wenn man sie verspätet einsetze, sei das die Schuld von Präsident Emmanuel Macron.

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Frankreich schwer von Corona getroffen

Die Präsidentin der französischen Behörde für Gesundheitsfragen verteidigte das Vorgehen der Regierung und versucht, die niederen Impfzahlen zu erklären. „Unser Hauptziel ist es, die Zahl der Todesfälle zu reduzieren und die Zahl der Krankenhausaufenthalte zu verringern“, sagte sie dem Sender BFM TV. Deshalb würden zuerst die Älteren vor Ort in den Heimen geimpft – man wolle sie nicht in Impfzentren schicken, um dort Schlange zu stehen. Wirklich durchdringen kann sie mit dieser Erklärung allerdings nicht.  

Frankreich mit seinen knapp 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist von der Corona-Pandemie schwer getroffen. Mehr als 65 000 Menschen starben, circa 2,6 Millionen infizierten sich mit dem Virus.

Feuchte Augen und Sturmwarnung bei der Vendée Globe

Sturmwarnung für die Vendée Globe. Das Rennen gehört in diesem Jahr bereits zu den schwersten, doch rund um Kap Hoorn erwartet die Segler noch eine schwere Prüfung. Erwartet werden Windböen von bis zu 60 Knoten und Wellen mit einer Höhe von mehr als sieben Metern.

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Feuchte Augen an Weihnachten

An Weihnachten und über Silvester haben die Segler noch versucht, sich ihr „Heim“ etwas schön auszustaffieren. Leuchtende Girlanden und allerlei andere Dekoration war zu sehen. Nach einem Ritual, das sich seit dem ersten Start der Tour rund um die Welt im Jahr 1989 gehalten hat, wurde den Teilnehmern vor der Abreise eine kleine Überraschung mitgegeben. Die kann dann am 24. Dezember und in der Silvesternacht ausgepackt.

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Der Franzosen Charlie Dalin (Apivia), der im Moment als Zweiter in der Gesamtwertung geführt wird, packte ein kleines Buch, ein Sudoku-Spiel und einen Zauberwürfel aus. Was ihn dann aber fast zu Tränen rührte, war eine Zeichnung seines zweieinhalbjährigen Sohnes. Wie alle seine Konkurrenten telefonierte er über Satellit mit der Familie. „Ich hatte ein ziemlich freudiges und festliches Weihnachtsfest“, sagte Dalin zu „Le Figaro“. „Ich hatte einen Adventskalender mit vielen Bildern von Freunden und kleinen Geschenken. Außerdem waren die Bedingungen gut, mit leichtem Wind. Ich hatte keinen Moment der Depression am Boden meines Bootes. „

Ein besonderes Geschenk erhielt Damien Seguin (Groupe Apicil). „Verrücktes Zeug!“, twitterte er. Zwei Wale hätten ihn über mehrere Minuten ganz nah begleitet. Es sei eine „magische“ Erfahrung gewesen.   

Die Einsamkeit als große Herausforderung

Immer wieder zeigt es sich, dass die Einsamkeit eine der großen Herausforderungen während des Rennens ist, das ungefähr 80 Tage dauert. Das sei aber Teil des Spiels, sagt etwa Isabelle Joschke (MACSF). Vor dem Start am 8. November sagt sie, dass sie an der Vendée Globe nicht nur wegen des Wettbewerbs teilnehme. Sie wolle auch sehen, wie sie sich anpasse und auch auf die Angst reagieren.

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„Kein Zweifel, ich bringe den Charakter mit, die Vendée Globe zu bestreiten. Ich mag es nicht zu leiden, aber ich bin bereit es zu tun, wenn sich das Abenteuer so anfühlt. Ich bin ein Einzelgänger, Einsamkeit macht mir also keine Angst. “

Isabelle Joschke

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Ähnlich denkt  Jean Le Cam, den großen Meister des Segelns mit 61 Jahre der älteste Teilnehmer. Für ihn sei „Einsamkeit kein Thema“. Er sagt: „Im Rennen bist du im Rennen. Die Tage vergehen schnell.“

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Auf eine ganz neue Idee kam der Vendée-Neuling Boris Herrmann (Seaexplorer-Yacht Club de Monaco). Er gründete eine WhatsApp-Gruppe, über welche die Teilnehmer in Verbindung bleiben können. Am aktivsten sind Boris Herrmann selbst, Benjamin Dutreux (Omia-Water Family) und Damien Seguin. Überraschend ist, dass Jean Le Cam kein Telefon hat, das mit der beliebten Anwendung ausgestattet ist. Die anderen schicken sich in der Gruppe Fotos, wünschen einander viel Glück bei entsetzlichen Wetterbedingungen und alles Gute zum Geburtstag.

Eine nützliche Whats-App-Gruppe

Allerdings zeigte sich auch, dass die WhatsApp-Gruppe nicht nur ein Zeitvertreib ist. Nach einigen Wochen entwickelte es sich zu einem echten Unterstützungs- und Sicherheitsinstrument. „Als Kevin Escoffier mit seinem Schiff havarierte, schickten sich alle gegenseitig Informationen und die Rennleitung konnte leichter mit den Seeleuten in Kontakt treten, die an der Rettungsaktion teilnahmen“, sagte Fabrice Amedeo.

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Im Moment führt Yannick Bestaven das Rennen vor Charlie Dalin an. Beide segelten bei stärkerem Nordwind östlich des Tiefs, waren in den vergangenen 24 Stunden die schnellsten und konnten sich etwas vom Rest des Feldes absetzen.  Sie wollen nun den erwarteten Sturm nutzen, um mit dessen Unterstützung über den Atlantik zu navigieren und gemeinsam um den Sieg zu kämpfen.

Elf Konkurrenten sind immer noch in der Spitzengruppe, verteilt auf etwas mehr als 700 Seemeilen, aber die Verfolger des Spitzenduos sind deutlich zurückgeblieben. Das Tief bewegt sich jetzt nach Südosten zwischen den beiden Bootsgruppen. Für die Verfolger, darunter Thomas Rettant und Damien Seguin (Groupe Apicil), die sich westlich des Tiefdruckgebietes befinden und in einem Südwind segeln, der sich allmählich nach Südwesten und dann nach Westen verschieben sollte, sind die unmittelbaren Aussichten weniger gut.

Jähes Ende einer illegalen Rave-Party

Feiern bis die Polizei kommt. Dieses Motto haben rund 2500 junge Leute an Silvester wörtlich genommen. Sie tragen sich in einer stillgelegten Halle in der Nähe von Rennes zu einer mehrtätigen illegalen Party. Die Beamten setzten dem Treiben auf dem Höhepunkt der Ekstase allerdings ein jähes Ende.

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Die Polizisten klingelten Punkt 5.30 Uhr. Es gab keine Intervention der Polizei“, unterstrich die Präfektur Ille-et-Vilaine auf einer Pressekonferenz. Die Polizisten hätten lediglich die Zugänge zu dem Gelände kontrolliert, da in der Nähe eines stillgelegten Flughafens liegt. Einige Raver hätten aber versucht, sich über eine Schnellstraße aus dem Staub zu machen – allerdings vergeblich. Andere hätten die Beamten mit Steinen beworfen, weil sie mit dem Ende der Party wohl nicht ganz einverstanden waren. Zuvor hatten die Polizisten die Musik abgestellt – ohne die Möglichkeit, sie wieder zum Laufen zu bringen, heißt es von der Präfektur.

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Nachdem das Gelände abgeriegelt worden war, machten sich die Beamten daran, rund 1200 gebührenpflichtige Verwarnungen zu verteilen, wie Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin auf Twitter wissen ließ. Darunter fielen etwa Verstößen gegen die Covid-Regelungen, wegen Nichteinhaltung der Ausgangssperre, wegen Nichttragens einer Maske und wegen rechtswidriger Teilnahme an einer Kundgebung. Auch wurden mehrere hundert Geldstrafen wegen Drogenkonsums verteilt. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass die jungen Leute aus mehreren anderen französischen Départements und teils sogar aus dem Ausland angereist sind. Nachdem Ordnungskräfte bereits seit dem späten Donnerstagabend auf dem Partygelände in Lieuron im Einsatz gewesen waren, schrieb die nationale Gendarmerie am Samstagvormittag auf Twitter, dass die Party beendet sei.

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«Les forces de sécurité intérieure, nombreuses cette nuit à ma demande et les contrôles intensifs mis en place, conduisent à l’arrêt de la rave party illégale à #Lieuron sans violence. Nous poursuivons les contrôles et la verbalisation de chaque participant dès son départ du site»

Innenminister Gérald Darmanin

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Der Präfekt Emmanuel Berthier erklärte, dass die jungen Leuten verstehen müssten, dass sie sich und andere in große Gefahr gebracht hätten. Ihnen wurden nach der Razzia Corona-Tests angeboten.

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«Ils ont mis leur vie en danger, leur santé, il faut qu’ils préservent celles de leur entourage. Il leur a été proposé des test antigéniques ce samedi matin, et nous leur avons signifié de s’isoler désormais pendant 7 jours, et de se faire tester pour faire la preuve de leur responsabilité retrouvée».

Präfekt Emmanuel Berthier

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Wegen der Corona-Pandemie gelten in Frankreich enge Kontaktbeschränkungen. Laut einer Regierungsempfehlung sollten sich auch am Silvesterabend nicht mehr als sechs Erwachsene zuhause treffen. Eine nächtliche Ausgangssperre untersagt zudem das Verlassen des Hauses zwischen 20 Uhr und 6 Uhr ohne triftigen Grund.