Kein Ende im Camembert-Krieg

Der Käse aus der Normandie ist in der ganzen Welt bekannt. Doch seit Jahren herrscht Streit darüber, wann sich ein Käse auch wirklich Camembert nennen darf.

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Der Ortseingang des kleinen Dörfchens Camembert in der Normandie

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Eine Landschaft wie ein Werbeprospekt

Die Fahrt nach Camembert gleicht der Tour durch einen Werbeprospekt. Die enge Straße mäandert bergab durch saftige Wiesen. Auf den sattgrünen Weiden zwischen den niedrigen Hecken grasen Kühe träge in der Herbstsonne. Natürlich sind es die für die Normandie typischen braun oder schwarz gefleckten Rindviecher, die besonders cremige Milch geben. Dann noch eine Kurve und auf der anderen Seite des engen Tales zeigt sich sind eine Handvoll Häuser, die sich idyllisch an den Hang schmiegen. In der Mitte: die Kirche, das Rathaus und das Maison du Camembert. Die Legende besagt, dass hier die Bäuerin Marie Harel in den Wirren der französischen Revolution im Jahr 1791 den ersten Camembert hergestellt habe. Es scheint sich wenig verändert zu haben seit jenen Tagen.

Hinter den Kulissen tobt ein Krieg

Das abgeschiedene Dörfchen präsentiert sich dem unbedarften Betrachter wie ein Paradies, doch der Schein trügt, denn hinter den Kulissen tobt seit Jahren ein regelrechter Krieg. Gekämpft wird um den Namen des Dorfes – wann darf sich ein Käse wirklich Camembert nennen? Es ist eine erbittert geführte Auseinandersetzung, denn es geht um sehr viel Geld.

Eine wunderbare Landschaft mit optimalen Bedingungen für die Käse-Produktion

An vorderster Front stehen die Puristen unter den französischen Käseliebhabern. „Der originale Camembert wird von Hand mit der Schöpfkelle hier in der Normandie hergestellt“, erklärt Anne-Sophie Renault, Sprecherin der Traditionskäserei Graindorge in Livarot, einem Städtchen unweit von Camembert. Das sei nicht nur eine Kunst, sondern auch ein äußerst mühsames Geschäft. Und, fügt die junge Frau hinzu, verwendet werde ausschließlich die Rohmilch jener genügsamen Kühe, die das ganze Jahr über friedlich und zufrieden auf den Weiden der Region grasen.

Tradition gegen Profitmaximierung

Der Gegner ist in den Augen der Traditionalisten eine gesichtslose Käseindustrie, die im Sinne der Profitmaximierung allenfalls einen Brotbelag herstellt, der irgendwie nach Käse schmeckt. Stellvertretend dafür steht für sie Lactalis, einer der größten Molkereikonzerne Europas. Das französische Unternehmen beherrscht mit seiner Marke Président seit Jahren den Camembert-Markt. Was die Rohmilch-Anhänger besonders ärgert ist die Tatsache, dass ihre Gegner in diesem Namenskrieg in den vergangenen Jahren eine kleine Schlacht nach der anderen gewonnen haben.

Anne-Sophie Renault von der Fromagerie Graindorge in Livarot erklärt, was wichtig ist bei der Herstellung von Camembert aus der Normandie

Genau betrachtet ist der Camembert ein Opfer seines eigenen Erfolges geworden. Erzählt wird, dass der Käse anfangs vor allem in der Normandie und dann auch als Luxusspeise in Paris am Hofe von Kaiser Napoléon III. geschätzt war. Im Ersten Weltkrieg folgte dann der landesweite Durchbruch, als der Käse wegen seiner handlichen und stabilen Spanverpackung den französischen Soldaten als Verpflegung ins Schlachtfeld mitgegeben wurde.

„Camembert“ ist nicht geschützt

Mit der weltweit steigenden Nachfrage, sprangen natürlich viele Nachahmer auf den fahrenden Zug. Damit stellte sich das erste Problem für die Käsehersteller in der Normandie. „Der Name Camembert ist keine geschützte Bezeichnung“, sagt Anne-Sophie Renault. Doch die Produzenten in Nordfrankreich setzten schließlich durch, dass zumindest der Name „Camembert de Normandie AOP“ als Qualitätssigel anerkannt wurde.

Der Camembert muss mindestens 13 Tage lagern, bevor er gegessen werden kann.

Wenn es ums Geld geht, kennt der Erfindungsreichtum der Menschen allerdings keine Grenzen. Also begannen Firmen wie Lactalis und andere Großmolkereien Milch aus ganz Frankreich in die Normandie zu transportieren und dort zu verarbeiten. Doch damit nicht genug: sie verwendeten nicht nur Rohmilch, sondern auch pasteurisierte, also zur Abtötung von Mikroorganismen erhitzte Milch. Für wirkliche Gourmets ein Sakrileg. Auf der Verpackung steht dann natürlich trotzdem „Camembert de Normandie“. Das sei eine Täuschung des Verbrauchers, empört sich Véronique Richez-Lerouge. Die Buchautorin ist Gründerin des Vereins „Fromage de Terroir“ und ist seit Jahren die Galionsfigur im Kampf für die Erhaltung von traditionellen Käsesorten.

Dem ewigen Streit ein Ende setzen

Immer wieder kam es deswegen zu Auseinandersetzungen, denen die zuständige französische Aufsichtsbehörde nun ein Ende setzen will. Also wurde vor einigen Monaten im französischen Senat darüber gestritten und am Ende beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2021 die Bezeichnung „Camembert de Normandie“ ganz offiziell auch für das von Véronique Richez-Lerouge als „Industriekäse“ verspottete Endprodukt gelten soll. Beim traditionellen, aus Rohmilch gemachten Camembert darf dann noch zusätzlich das kleine Wörtchen „véritable“ auf das Etikett gedruckt werden. Im Gegenzug verpflichten sich die industriellen Pasteurisierer, mindestens 30 Prozent Milch von normannischen Kühen zu verwenden.

Véronique Richez-Lerouge ist entsetzt. Die Kunden könnten nun nicht mehr auf den ersten Blick zwischen industriell hergestelltem Käse und einem echten Camembert unterscheiden, schreibt sie auf ihrer Facebook-Seite. Durch das Pasteurisieren werde das gesamte Leben in der Milch abgetötet – die Bakterien, die Keime, die Mikroorganismen, alles was den Geschmack erst erzeuge. Am Ende entstehe ein toter und geschmackloser Käse, dem man alles Mögliche zugesetzt werden müsse, um ihn zum Leben zu erwecken. Véronique Richez-Lerouge hofft, dass sie doch noch zu ihrem Recht kommt und die Bezeichnung „Camembert de Normandie“ auch in Zukunft ausschließlich für Rohmilchkäse benutzt werden darf. Da die Auseinandersetzung in Frankreich verloren scheint, hofft sie auf die zuständigen Instanzen in der Europäische Union. Also wird sie in Brüssel weiterkämpfen – für die Normandie, für die Tradition, für den guten Geschmack.

INFO:

Und wer es genau wissen will, wie Camembert hergestellt wird – hier wird es kinderleicht erklärt:

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Makabere Funde am Strand nach dem Umwetter in den Alpen

Gruselige Entdeckungen an der italienischen und französischen Küste. In der Küstenzone von Ligurien sind in den vergangenen Tagen immer wieder Leichen angespült worden. Inzwischen sollen neun Körper gefunden worden sein. Die Behörden gehen davon aus, dass dies unmittelbar mit den schweren Unwettern der vergangenen Tage im französisch-italienischen Grenzgebiet zu tun hat.  

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Erste Leichen sind identifiziert

Eine der zahlreichen Leichen sei inzwischen identifiziert worden, schreibt die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Es handele sich um einen Mann aus Airole. Er dürfte mit seinem Auto in den Fluss Roya gestürzt und ins Meer geschwemmt worden sein. Die Staatsanwaltschaft in der Hafenstadt Imperia nahm Ermittlungen zu den Funden auf. Eine Hypothese sei, dass einige der Toten aktuelle Unwetteropfer seien. Bei anderen könnte es sich um ältere Friedhofsleichen handeln, die von einem Hochwasser im Oktober 2019 in Frankreich weggespült wurden, hieß es bei Ansa. Damals seien dort zwei Friedhöfe im Roya-Tal verwüstet worden.

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Auch bei den Unwettern am Wochenende war der der Friedhof von Tende im Hinterland von Nizza einfach weggespült worden. Dabei wurden etwa 150 Friedhofsleichen weggeschwemmt, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Bürgermeister berichtete. Die Leichen würden nun nach und nach im Umkreis der Gemeinde wiedergefunden, auch in Gärten.

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Sorgen um entlaufene Wölfe

Im Krisengebiet wurde auch mit einem Hubschrauber nach entlaufenen Wölfen gesucht. Mindestens sieben Raubtiere hätten ihr beschädigtes Gehege in einem Natur- und Tierpark oberhalb von Nizza verlassen. Augenzeugen sahen demnach einige Tiere in der Nähe des Parks. Es gibt Sorgen um die schwarzen Wölfe: Denn im Park waren sie an Futter gewohnt, in freier Wildbahn könnten sie möglicherweise nicht überleben, hieß es. Ein anderes Gehege mit weißen Wölfen aus der Arktis wurde dem Bericht zufolge vom Hochwasser zerstört: Ein toter Wolf sei bereits gefunden worden, die beiden anderen seien wahrscheinlich auch gestorben.

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Paris sagt finanzielle Hilfe zu

Rund 55 Gemeinden sind nach Angaben der Regierung von den Folgen der Unwetter in Südfrankreich betroffen. „Es gab Tote, mehrere Menschen, darunter Feuerwehrleute, werden vermisst und Hunderte Einwohner wurden in Sicherheit gebracht“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal am Mittwoch. Die Regierung habe den Katastrophenzustand in der Region ausgerufen.

Corona Frankreich: Paris stöhnt über scharfe Regeln

Paris ist immer eine Reise wert – im Moment sollte man als Besucher allerdings eher vorsichtig sein. Die französische Hauptstadt ist super-rote Corona-Zone und es gelten strenge Hygieneregeln. Bars müssen geschlossen bleiben – neben vielen anderen Einrichtungen wie Fitness-Klubs, Turnhallen oder Schwimmbäder. Feste und Partys sind verboten. Restaurants dürften allerdings geöffnet bleiben – auch sie mit strengen Hygienevorschriften.

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In Paris gelten neue Corona-Regeln – Bars müssen schließen, Restaurants dürfen allerdings geöffnet bleiben. Das versteht nicht jeder.

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Wirte müssen Daten der Gäste sammeln

Anders als in Deutschland musste man in Frankreich bisher seine Daten nicht hinterlegen – das hat sich nun geändert. Seit Wochen klagen Mediziner darüber, man Infektionswege nicht nachverfolgen kann, weil keine Daten vorliegen. Also: Restaurantbesucher müssen nun ihre Kontaktinfos hinterlassen. Gastronomen müssen diese Informationen den Gesundheitsbehörden übermitteln, wie es im neuen Regelwerk Gesundheitsministeriums heißt. Die Daten würden nach 14 Tagen vernichtet.

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Maske tragen ist nun Pflicht

Strenger geregelt als in Deutschland ist nun auch das Tragen der Maske. Die Regeln schreiben außerdem vor, dass Gäste bis zum ersten Gang und zwischen den Mahlzeiten ihre Maske tragen müssen. An den Tischen sind maximal sechs Personen erlaubt. Das Hygieneprotokoll schreibt außerdem vor, dass Rechnungen am Tisch und nicht am Tresen beglichen werden. Es ist weiterhin verboten, innerhalb oder außerhalb des Restaurants im Stehen Getränke zu konsumieren.

Einige Bar-Besitzer haben auf die neuen Regelungen reagiert und ihre Bistros kurzerhand zu Restaurants umfunktioniert. Dazu genügt vielen Wirten, weiße Tischdecken über die kleinen Tischchen zu werfen und den Tresen zu schließen.

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Unverständnis über die Corona-Regeln

Generell herrscht in Paris Unverständnis darüber, dass Bars schließen mussten – es aber keine strengeren Regelungen für die teilweise überfüllten Metros und Vorstadtzüge gibt.

Die im öffentlichen Verkehr ergriffenen Maßnahmen, insbesondere das obligatorische Tragen von Masken, seien wirksam, sagte der beigeordnete Minister für Verkehr, Jean-Baptiste Djebbari, dem Sender RMC. Die Fahrzeuge würden regelmäßig gereinigt. Der öffentliche Nahverkehr sei kein besonderer Ort der Ansteckung, so Djebbari.

Via Twitter meldete er sich dann mehrfach zu Wort und mahnte alle zur Vorsicht. Und natürlich versichert der Minister, dass so viele Züge wie möglich eingesetzt werden, um Gedränge zu vermeiden. Die beste Vorsorge sei aber, zuhause zu bleiben und von dort zu arbeiten.

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In Grafiken versuchen die Politiker zudem immer wieder den Leuten in Paris zu erklären, weshalb die Region nun auf die maximale Alarmstufe gehoben wurde – und einige Regionen in unmittelbarer Umgebung nicht. Klar wird das dann spätestens anhand dieses Schaubildes.

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Höchste Corona-Alarmstufe in Paris ausgerufen

Bars und Cafés müssen wegen der rasant steigenden Infektionszahlen ab Dienstag schließen. Restaurants dürfen allerdings noch unter strengen Auflagen geöffnet haben.

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Massiv steigende Coroan-Zahlen

Paris ist nun Corona-Hochrisikogebiet. Da die Infektionszahlen zuletzt massiv gestiegen sind, wurde in der französischen Hauptstadt die höchste Warnstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass von Dienstag an deutlich verschärfte Hygienevorschriften in Kraft treten. Das trifft vor allem die Besitzer mehrere Tausend Bistros und Cafés in Paris, die ihre Geschäfte für mindestens zwei Wochen schließen müssen. Sehr zum Unverständnis dieser Wirte dürfen hingegen Restaurants ebenso wie Kinos, Theater und Museen in Paris und im Umland vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen diese sich an sehr ein strenges Hygieneprotokoll halten. Dazu gehört etwa, dass die Namen der Gäste aufgenommen werden, um eine Rückverfolgung der Infektionswege möglich zu machen. Das war bisher in Frankreich nicht der Fall.

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Studentenpartys werden untersagt

Geschlossen werden ebenfalls Clubs und Tanzsäle oder auch Fitness-Studios, Turnhallen und Schwimmbäder, Studentenpartys und jede Art von Festen sind nicht erlaubt. Auch Messen werden abgesagt, untersagt werden auch Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Besuche in Altenheimen sind streng reglementiert, Hörsäle in Unis dürfen nur noch zur Hälfte gefüllt sein.

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In Paris wurden nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde zuletzt alle Warnwerte überschritten: Die Zahl der Neuansteckungen liegt bei 270 pro 100.000 Einwohnern,Es gebe täglich mehr als 3500 neue bestätigte Corona-Neuinfektionen im Großraum Paris – Unter Jüngeren sei diese Zahl sogar noch höher und liege bei rund 500, so die Gesundheitsbehörden Die Intensivstationen sind zu 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt. In einigen Krankenhäusern sind die Ärzte dazu übergegangen, nicht dringende Operationen zu verschieben. „Wir müssen die Entwicklung jetzt bremsen, bevor unser Gesundheitssystem überlastet ist“, sagte der Pariser Polizeipräfekt Didier Lallement am Montag bei der Präsentation der Maßnahmen.

Lage wird ständig neu bewertet

Alle Verantwortlichen betonten, dass eine längerfristige Planung angesichts der Pandemie kaum möglich sei. Die neuen Maßnahmen gelten in Paris und den umliegenden Vororten vorerst für zwei Wochen und sollen dann neu bewertet werden. Vor allem Anne Hidalgo, Bürgermeisterin von Paris, sagte, dass es das Ziel sein müsse, nicht das tägliche Leben abzuwürgen. Die Bürger müssten geschützt werden, aber trotz der Einschränkungen in dieser „sehr ernsten Lage“ müsse der Alltag der Menschen weitergehen. Die Politiker appellierten am Dienstag noch einmal mit allergrößtem Nachdruck an die Franzosen, sich auf jeden Fall an die Hygieneregeln zu halten, anders sei die Pandemie nicht in den Griff zu bekommen.

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Sicher auch um erneuten Ärger zu vermeiden, hatte sich die Regierung am Sonntag mit Vertreterinnen und Vertretern aus Paris getroffen. „Die Stadt wird an der Seite des Staates stehen“, versicherte die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und dankte der Regierung für die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Es werde Maßnahmen geben, um die wirtschaftlichen Schäden zu lindern. „Die Gesundheitskrise hat extrem harte Folgen“, mahnte sie mit Blick auf die Wirtschaft.

Höchste Corona-Werte bisher in Marseille

Die höchste Corona-Warnstufe galt bisher nur im Ballungsraum von Marseille und Aix-en-Provence. Mit fast 17.000 neu registrierten Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden hatte Frankreich am Wochenende einen neuen Höchststand seit Beginn der Pandemie erreicht. Zuvor hatte der Höchstwert bei mehr als 16.000 Fällen am 24. September gelegen. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie stieg auf gut 32.200. Damit gehört Frankreich in absoluten Zahlen zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas.

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Nach Deutschland aus einem Risikogebiet

Und das müssen nun bald alle beachten, die aus Paris oder einem anderen Corona-Risikogebiet in Frankreich nach Deutschland einreisen wollen.

Deutschland bereitet Neuregelungen zu Tests und Reiserückkehrern aus dem Ausland vor, die Bund und Länder Ende August grundsätzlich vereinbart hatten.
Eine neue Musterquarantäneverordnung, die das Innenministerium erarbeitet, sieht vor, dass Einreisende aus Risikogebieten nach der Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne gehen müssen. Wer einen negativen Test vorlegen kann, soll sie frühestens nach fünf Tage nach der Einreise verlassen dürfen. Zum 1. November sollen digitale Einreiseanmeldungen kommen, um Daten schneller an Gesundheitsämter weiterzuleiten. Das Gesundheitsministerium plant zum 15. Oktober neue Regeln zu Tests, die stärker auf Ältere und Vorerkrankte, Pflegeheime und das Gesundheitswesen ausgerichtet werden sollen. Als Ergänzung sollen auch Antigen-Schnelltests verstärkt eingesetzt werden.

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Modeschöpfer Kenzo in Paris gestorben

Der Modedesigner Kenzo Takada ist tot. Er sei im Alter von 81 Jahren nach Komplikationen rund um eine Covid-19-Erkrankung gestorben, wie durch eine Sprecherin und Medienberichte bekannt wurde.

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Die Zeitung „Le Parisien“ meldet den Tod von Kenzo Takada

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Legendäre Dschungelmotive mit viel Farbe

Markenzeichen des aus Japan stammenden Modeschöpfers waren Dschungel-Motive und ein jugendlicher Stil. In Anlehnung an historische Designs auf seinem Heimatkontinent Asien setzte er oft auf weite Ärmel und Armlöcher.

Der Designer sei in einem Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine bei Paris gestorben, gab seine Familie am Sonntag in einer Stellungnahme an die französische Presse bekannt.

Obwohl Takada seine Arbeit als Modeschöpfer 1999 beendete und eine Kunstkarriere anstrebte, bleibt die Marke Kenzo eine der renommiertesten der Pariser High Fashion. Kenzo ist seit 1993 im Besitz des französischen Luxusgüter-Konzerns LVMH.

Seit 1965 lebt Kenzo in Paris

Takada wurde am 27. Februar 1939 in der Präfektur Hyogo in eine Familie von Hoteliers hineingeboren. Beim Lesen von Mode-Zeitschriften seiner Schwester begann seine Liebe für Textilien, Schnitt und Design. 1965 zog er nach Paris, um dort als freischaffender Designer zu arbeiten. 1970 übernahm er eine Boutique und wurde von der Deko in dem Geschäft inspiriert – Dschungelszenen des Malers Henri Rousseau. Takada mischte sie mit asiatischem Stil und ein bis heute einflussreiches Design war geboren.

Corona Frankreich: Kein Lockdown vor Weihnachten

In Frankreich breitet sich das Corona-Virus weiter schnell aus. In manchen Regionen warnen die Krankenhäuser bereits vor einer Überlastung der Kapazitäten. In vielen Teilen des Landes treten nun strenge Hygieneregeln in Kraft. Besonders hart trifft es die Region um Marseille – aber es gibt auch gute Nachrichten.

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Das Robert-Koch-Institut hat einige Corona-Risikogebiete in der EU ausgemacht

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Kein Lockdown vor Weihnachten

Frankreich atmet auf! Gesundheitsminister Olivier Véran versichert, es werde im Dezember keinen „vorbeugenden Lockdown“ geben, damit die Franzosen sicher sein könne, die Weihnachtsferien bei ihrer Familie verbringen zu können. Dieser Vorschlag, der im ganzen Land Empörung ausgelöst hatte, wurde zwei Wirtschaftsnobelpreisträgern gemacht, darunter die französisch-amerikanische Wissenschaftlerin Esther Duflo.

„Wir möchten, dass die Franzosen die Feiertage zum Jahresende mit ihren Familien verbringen können“, Gesundheitsminister Olivier Véran. Die Annahme, dass ein dreiwöchiger prventiver Lockdown etwas bringen könnte, ist reine Spekulation. Es sei im Moment unmöglich, zwei Monate in die Zukunft zu sehen, er arbeite eher von Tag zu Tag, antwortete er in der Sendung „Grand Jury “ bei den Sendern RTL und LCI.

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Mediziner fordern Corona-Maßnahmen

Doch auch Mediziner fordern angesichts der angespannten Corona-Lage in Frankreich „drastische Maßnahmen“. Ohne diese Maßnahmen würde es Frankreich mit einer zweiten Welle zu tun bekommen, die für Krankenhäuser und Intensivstationen viel schwieriger zu bewältigen sein werde als die erste, hieß es in einem offenen Brief von sieben Medizinern, der am Sonntag im „Journal du Dimanche“ veröffentlicht wurde. „Wir müssen jetzt schnell und entschlossen handeln.“ Weiter heißt es: „Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten nicht geschlossen werden, aber Abstandsregeln sollten strikt durchgesetzt werden.“ Nur wenn man jetzt konsequent die Maßnahmen umsetze, könne das Niveau der Epidemie wieder auf das Niveau vom vergangenen Juni gebracht werden.

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In Marseille schließen die Bistros

Harte Regeln gibt es in den nächsten Tagen die Region um die Hafenstadt Marseille. Dort müssen Restaurants und Bars für mindestens sieben Tage schließen, nachdem die Infektionszahlen zuletzt stark nach oben gegangen sind. In einer Mitteilung des Präfekten von Bouches-du-Rhône heißt es:

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„Restaurants und Bars in Marseille und Aix-en-Provence können die Öffentlichkeit nicht mehr willkommen heißen, außer für ihre Liefer- und Abholdienste.“

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Corona-Proteste in Paris

Auch Paris zählt zu den Gebieten mit erhöhtem Risiko. Dort sind die Maßnahmen allerdings nicht so streng wie in Marseille. Gaststätten und Bistros dürfen noch offen haben, müssen aber spätestens um 22 Uhr schließen. Die Maßnahmen stoßen inzwischen auf große Kritik. In Paris gingen die Wirte auf die Straße und forderten eine Lockerung der Einschränkungen.

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Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen. Der bisherige Höchstwert der täglichen Corona-Neuinfektionen wurde am Donnerstag mit 16 096 Fällen erreicht.

RKI: Das Problem sind private Feiern

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat den Eindruck bestätigt, dass viele der neuen Corona-Infektionen zumindest in Deutschland auf private Zusammenkünfte zurückzuführen sind. „Die Menschen stecken sich derzeit hauptsächlich im privaten Umfeld an, also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst“, sagte er der Welt am Sonntag. Der private Bereich spiele „die große Rolle“. Dagegen sei das Risiko einer Ansteckung in Betrieben bisher nicht so hoch, sagte Wieler. Auch in Geschäften gebe es bislang ganz wenige Ansteckungen, sagte der RKI-Chef. An Schulen gebe es mittlerweile einige Ausbrüche. Dies müsse gut analysiert werden.

Berlin warnt vor Reisen

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen

Corona: Franzosen wütend über neue Einschränkungen

In der Hafenstadt Marseille protestierten am Freitag hunderte Gastronomen gegen die angekündigte Schließung aller Bars und Restaurants ab Samstag.

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Insgesamt 69 Départements gehören inzwischen zu einer der drei roten Zonen. Dort ist das Virus besonders aktiv. Scharlachrot ist nur die Region um Marseille – vor allem dort regt sich nun der Widerstand der Bevölkerung gegen die Hygiene-Vorschriften.

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Der Offenbarungseid des Premiers

Die kurze Szene gleicht einem Offenbarungseid der französischen Regierung. Hauptdarsteller sind ein hilflos stotternder Premierminister und eine völlig verdutze Journalistin. Léa Salamé vom Sender „France2“ hatte Jean Castex vor laufender Kamera die Frage gestellt, ob er die französische Corona-Warn-App StopCovid auf seinem Smartphone habe. Die Antwort des Regierungschefs: „Nein!“ Großes Erstaunen. Er fahre ja nicht mit der Métro zur Arbeit und komme auch sonst kaum mit Menschen direkt zusammen, versucht Castex die Situation zu retten. Der Hinweis der Journalistin, dass er mit Wirtschaftsminister Bruno Le Maire und Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme – beide positiv auf Corona getestet – Kontakt hatte, kommentiert der Premier mit einem verlegenen Achselzucken.

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Das Versagen der gesamten Regierung

Nun ergießt sich Hohn und Spott über den Premierminister und er steht stellvertretend für das Versagen der Regierung in der Corona-Krise. Etwas oberlehrerhaft hatte Castex die Franzosen immer wieder aufgefordert, sich an die auferlegten Regeln zu halten, um die Verbreitung des Virus einzudämmen – ohne sich offensichtlich selbst wirklich darum zu kümmern. Auch der Flop der umstrittenen Warn-App StopCovid wird nun wieder diskutiert. Zu selten wurde sie installiert, weshalb allenfalls eine Hand voll Corona-Verdachtsfälle nachverfolgt wurden. Diskutiert wird nun auch wieder das anfängliche Durcheinander bei der Versorgung mit Masken und das aktuelle Chaos mit den Corona-Tests.

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Die Wut der Franzosen

Zum ersten Mal seit Beginn der Krise kocht die Wut der Franzosen über die Regierung noch, der es nicht gelingt, die Pandemie einzudämmen. Im Gegenteil: die nationale Gesundheitsbehörde meldet einen neuen Rekord der Infektionszahlen. Binnen 24 Stunden wurden weitere 16.096 Menschen positiv getestet, 52 Menschen sind gestorben. In Paris werden wieder Operationen verschoben, um Intensivbetten für den Notfall freizuhalten.

Warnung vor einem neuen Lockdown

Zum ersten Mal gehen die Menschen nun wegen der neuen Corona-Maßnahmen auf die Straße, die am Donnerstag verkündet wurden. Unter dem Motto „Rettet unsere Bars und Restaurants!“ demonstrierten in der besonders betroffenen Stadt Marseille am Freitag hunderte Gastwirte gegen die angekündigte Schließung ihrer Lokale. Der regionale Arbeitgeberverband warnte in einer Erklärung vor einem „wirtschaftlichen Lockdow““, denn Fitnessstudios und andere Einrichtungen sind ebenfalls betroffen.

Corona-Einschränkungen auch in Paris

Auch in anderen Landesteilen gibt es scharfe Proteste gegen die neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die rund ein Dutzend Großstädte betreffen, darunter auch Paris. Dort sind ab Montag unter anderem Versammlungen von mehr als zehn Menschen verboten und Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Für Bars und Restaurants gilt ab 22 Uhr eine Sperrstunde.

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Der Premierminister schließt einen erneuten Lockdown nicht aus!

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Die Angst der Gastwirte

Die Wiedereröffnung von Cafés und Restaurants nach dem strengen Lockdown Anfang Juni hatten viele Franzosen geradezu euphorisch gefeiert. Präsident Emmanuel Macron würdigte die Gastronomiebetriebe als Symbole des „französischen Esprits, unserer Kultur und Lebenskunst“. Ihre erneute Schließung nährt die Ängste vor einer neuen landesweiten Ausgangssperre. Regierungschef Jean Castex appellierte im Fernsehen an die „gemeinsame Verantwortung“ der Franzosen. Nach seinem Eingeständnis in Sachen Corona-Warn-App klingt dieser Satz in den Ohren vieler Franzosen allerdings hohl.

INFO:

Wer sich über den aktuellen Stand der Reisewarnungen informieren will, der kann das unter diesem Link zur Stuttgarter Zeitung tun.

Empörung in Frankreich über verschärfte Corona-Maßnahmen

In Marseille müssen Bars und Restaurants schließen –  Frankreichs Gesundheitsminister Véran warnt vor einer kritischen Lage.

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Die Corona-Zonen in Frankreich, eingeteilt von der Regierung

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Harte Corona-Regelungen in Marseille

Frankreichs Regierung verschärft die Corona-Maßnahmen und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus. Vor allem in der von der Pandemie besonders hart getroffenen Stadt Marseille ist der Unmut groß. Die angekündigte Schließung aller Bars und Restaurants nannte ein Regionalvertreter am Donnerstag einen „Affront“ und sprach von einer „kollektiven Bestrafung“ durch die Zentralregierung in Paris. Aber auch in der Hauptstadt schlagen die Wellen hoch. Auch dort sind neue Restriktionen angekündigt.

Regierung verweist auf hohe Zahlen

Die französische Regierung will den Protesten aber nicht weichen und verweist zur Begründung der neuen Maßnahmen auf die Zahl der Neuinfektionen im Land, die mit zuletzt gut 13.000 in 24 Stunden weiter extrem hoch ist. Gesundheitsminister Olivier Véran warnte in einer Ansprache im Fernsehen, ohne rasches Gegensteuern drohe „in einigen Wochen wieder eine kritische Lage“ in den Krankenhäusern. Die Regierung verhängte deshalb die härtesten Maßnahmen seit Ende der Ausgangssperre am 11. Mai.

In Marseille, wo von Samstag an die höchste Corona-Alarmstufe gilt, müssen alle Restaurants und Bistros schließen. Auch alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen dürfen nicht mehr öffnen, so lange sie kein „strenges Gesundheitsprotokoll“ vorlegen können. Theater und Kinos sind von den Anordnungen nicht betroffen.

Vorgehen ohne Absprache mit Paris?

Michèle Rubirola, die Bürgermeisterin der südfranzösischen Hafenmetropole, äußerte sich im Sender „BFM TV“ empört darüber, dass diese Schritte ohne jede Absprache entschieden worden seien. Sie fordert ein zehntägiges Moratorium. Es solle erst abgewartet werden, wie sich die Corona-Lage in der Stadt weiterentwickelt. Das Ministerium verweist aber darauf, dass die Corona-Lage in Marseille ist seit Wochen angespannt ist. Die Zahl der Menschen, die sich innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt dort nach Angaben der Regierung bei rund 250 – das ist fünf Mal so hoch wie festgesetze Warnwert.

Unverständnis auch in Paris

Etwas abgeschwächte Regelungen gelten in Paris, Bordeaux, Nizza und sieben weiteren französischen Großstädten. Dort sollen etwa Bars und Restaurants spätestens um 22 Uhr schließen. Aber auch dort regt sich Kritik. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte das Vorgehen genauso „schwer verständlich“ wie die Schließung aller Fitnessclubs und Sporthallen.

Maskenpflicht in Unternehmen

In allen Städten mit hoher Virus-Ausbreitung sind zudem Versammlungen von mehr als zehn Menschen untersagt sowie Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Landesweit gilt überdies weiter eine Maskenpflicht in Unternehmen, Schulen und in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln. Mit fast 31.500 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

Berlin warnt vor Reisen

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen

Frankreich trauert um Juliette Gréco

Juliette Gréco ist tot. Mit 93 Jahren ist die Grande Dame des französischen Chansons in ihrem Haus in Ramatuelle in Südfrankreich gestorben. Der Nachwelt hinterlässt sie Hunderte von Liedern und Interpretationen, darunter „Sous le ciel de Paris“ oder „Deshabillez-moi“.

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Die Zeitung „Le Figaro“ berichtet über den Tod von Juliette Gréco

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Ein Tod, der alle berührt

Der Tod der Sängerin lässt in Frankreich niemanden unberührt. Die Zeitungen widmen ihr seitenlange Nachrufe, Politiker und Künstler gedenken der berühmten Französin. Oft beschworen wird darin eine mondäne, manchmal geheimnisvolle Zeit in dem Pariser Intellektuellen-Viertel Saint-German-des-Prés.

Eine Zauberin der Worte

Sogar der französische Präsident meldet sich zu Wort. Gréco sei eine Zauberin der Worte und Ikone der Pariser Gesellschaft gewesen, teilte der Élyséepalast mit. „Der Tanz war ihre erste Sprache, die Pariser Oper ihr Zuhause und sie hüllte sich in Tüll und Träume.“ Staatschef Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte sprachen den Angehörigen der Künstlerin ihr Beileid aus.

Es gibt kein Danach

Eine große Künstlerin sei mit Gréco gegangen, schrieb Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi auf Twitter. In Saint-German-des-Prés werde es nun kein Danach mehr geben, schrieb er in Hinblick auf das Lied „Il n’y a plus d’après“ (auf Deutsch etwa: „Es gibt kein Danach“), geschrieben von Guy Béart und vorgetragen von Gréco.

Der französische Philosoph und Existenzialist Jean-Paul Sartre hatte Gréco in einer Kellerbar in Saint-Germain-des-Prés entdeckt, dem Pariser Intellektuellenviertel in den 50er Jahren. Durch ihn wurde sie auch in die künstlerisch-intellektuelle Elite der damaligen Zeit eingeführt. So wie sie kleidete sich Gréco schwarz. Blasses Gesicht, schwarze Haare und schwarze Kleider: Diesem Stil blieb Gréco ihr ganzes Leben lang treu.

Ein Ikone der Gesellschaft

Gréco habe für die Freiheit gesungen, schrieb Frankreichs ehemaliger Präsident François Hollande auf Twitter. Sie habe die größten Rollen verkörpert und die Entwicklungen der französischen Gesellschaft immer begleitet.

Die wiedererkennbare Stimme Grécos werde schmerzlich vermisst werden, schrieb die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo ebenfalls auf Twitter. Sie nannte Gréco eine Pariser Ikone.

Wissen, wann es Zeit ist aufzuhören

Gréco wurde am 7. Februar 1927 im französischen Montpellier geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie größtenteils bei der Großmutter und in einem Kloster, denn ihren Vater kannte sie kaum, und ihre Mutter war während des Zweiten Weltkrieges in den Widerstand getreten. Obwohl ihre Mutter und Schwester Opfer der Gestapo waren, trat sie als eine der ersten französischen Sängerinnen 1959 im Nachkriegsdeutschland auf.

Auf ihrer letzten Tournee, die 2015 begann, hinterließ sie noch einmal eine Art Mahnung. Man müsse wissen, wann der Zeitpunkt gekommen sei, aufzuhören, sagte sie.

Corona Frankreich: Paris wird zur „super-roten“ Zone

Das Corona-Virus breitet sich in Frankreich weiter aus. Nun wird erwogen, etwa Paris in eine neue Gefahrenzone einzuteilen: „Super-rot“ . Das Robert-Koch-Institut hat manche Regionen in Frankreich zu Risikogebieten erklärt.

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Paris als Corona-Hotspot

In Paris wurden zuletzt 204 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, gut das Vierfache des Corona-Warnwerts. In ganz Frankreich waren es am Dienstag erneut mehr als 10.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Am Samstag war mit rund 13.500 Fällen der höchste Stand seit Beginn der Pandemie erreicht worden.

Wieder sind neue Zonen hinzugekommen, in denen das Virus sich stark verbreitet. Gesundheitsminister Olivier Véran zog daraus die Konsequenzen. Dabei werden die „roten Zonen“ inzwischen abgestuft. So ist die Region um Marseille eine Hochrisikozone, wo sogar Bars und Restaurants geschlossen werden.

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Die Hauptstadt Paris liegt, zusammen mit einigen anderen Gebieten in einer „super-roten Zone“. Das heißt für die Hauptstadt konkret, dass ab Montag in Versammlungen von zehn Personen im öffentlichen Raum verboten. Für Versammlungen zwischen 1000 und 5000 Personen gelten besondere Regelungen. Großveranstaltungen oder auch Feiern von Studenten völlig verboten. Das hat den Grund, dass die Universitäten in den vergangenen Tagen als Infektionsherde identifiziert wurden.

Bar müssen früher schließen

Die Bars werden auch ab 22 Uhr teilweise geschlossen sein, aber die Präfekten könnten beschließen, früher zu schließen, sagte der Gesundheitsminister Oliver Véran. Turnhallen müssen ebenfalls schließen.

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hatte schon im Vorfeld vor zu restriktiven Maßnahmen gewarnt, die das wirtschaftliche und soziale Leben beeinträchtigen würden. „Wir fordern Wachsamkeit: Wir werden noch lange mit diesem Virus leben, es muss etwas getan werden, dass das Leben noch lebenswert ist,“ erklärt Anne Souyris, stellvertretende Bürgermeisterin von Paris, zuständig für Gesundheit. Auch ein Besuchsverbot für städtische Altenheime wie in Nizza ist demnach in Paris nicht vorgesehen.

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20 Städte in Frankreich betroffen

Nach Angaben aus der Stadtverwaltung ist die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo strikt gegen Sperrzeiten für Bars und Restaurants, wie sie in Marseille und anderen Städten gelten.

Der wissenschaftliche Corona-Beirat der Regierung fordert schärfere Maßnahmen in den 20 größten Städten Frankreichs. Lyon, Bordeaux, Toulouse und Lille hatten in den vergangenen Tagen bereits verschärfte Maßnahmen angekündigt.

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Große Aufregung in Marseille

„Ich höre mit Erstaunen und Wut eine Entscheidung, zu der die Stadt Marseille nicht konsultiert wurde“, erklärte Michèle Rubirola, die Bürgermeisterin von Marseille, auf Twitter. „Nichts in der aktuellen gesundheitlichen Situation rechtfertigt diese Ankündigung. Ich akzeptiere nicht, dass die Marseillais Opfer politischer Entscheidungen sind, die niemand verstehen kann “, kritisierte sie die von Olivier Véran angekündigten Maßnahmen. Sie kann nicht verstehen, dass Marseille in eine Zone höchster Alarmbereitschaft versetzten worden ist, die zur Schließung von Bars und Restaurants führte .

Reisewarnung für Frankreich?

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 

Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete eine Reisewarnung ausspricht. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen