Corona in Frankreich: Sieben neue „rote Zonen“

In Frankreich werden sieben Départements neu in „rote Zonen“ eingeteilt.  Das wurde am Sonntag im  „Journal officiel“ bekanntgegeben. Dazu zählen: Corse-du-Sud, Haute-Corse, Côte-d’Or, Nord, Bas-Rhin und Seine-Maritime – und die Insel Réunion.

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Ungünstige epidemische Dynamik

Paris und die Bouches-du-Rhône waren seit dem 14. August die ersten „roten Zonen“. Dreizehn Tage später, am 27. August, erklärte Premierminister Jean Castex 19 weitere kleinere Regionen in Frankreich zu Risikogebieten. „Diese Bereiche mit aktiver Verbreitung des Virus sind hauptsächlich durch eine Inzidenzrate von mehr als 50 und eine ungünstige epidemische Dynamik gekennzeichnet“, erklärt die Pariser Generaldirektion für Gesundheit (DGS).

Die jüngsten Daten von Public Health France zeigen, dass die Inzidenzrate, das heißt die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, tatsächlich über der „Alarmschwelle“ liegt.

Einschränkungen des öffentlichen Lebens

In den sogenannten roten Zonen kann die zuständige Präfektur Einschränkungen des öffentlichen Lebens vornehmen. Dazu gehört insbesondere die Beschränkung von Reisen. Es kann aber auch der Zutritt zu Museen, Indoor-Sportanlagen oder sogar Restaurants beschränkt werden. Für Touristen in Frankreich heißt das, dass Sie sich auf in den jeweiligen Regionen erkundigen müssen, welche Einschränkungen herrschen.

In der Region Bouches-du-Rhône müssen zum Beispiel Restaurants und Bistros um 23 Uhr schließen, Samstag dürfen bis kurz nach Mitternacht Getränke aufgeschenkt werden. Auch in Paris wird über eine solche Maßnahme nachgedacht, erklärte der Sprecher der französischen Regierung, Gabriel Attal.

Behörden besorgt über schnelle Ausbreitung

Bereits am Samstag hatten die Behörden gewarnt, dass sich das Coronavirus in Frankreich weiterhin schnell ausbreite. Innerhalb von 24 Stunden seien 8550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. 4,7 Prozent der ausgewerteten Tests waren demnach positiv. Am Vortag war mit 8975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden.

Auf dem französischen Festland breite sich das Virus weiter exponentiell aus, hieß es. „Die Dynamik der stark zunehmenden Ansteckungen ist besorgniserregend.“ Die Zunahme der positiven Tests könne nicht allein mit der Ausweitung der Tests erklärt werden. Seit Anfang Juli habe sich die Zahl der registrierten Corona-Patienten mehr als verdoppelt, die Zahl der Neuansteckungen liege sogar zwölf Mal so hoch wie vor zwei Monaten.
Mit fast 30.700 Todesopfern ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Unter diesem Link kann man sich bei Géodes über die aktuellen Zahlen in den jeweiligen Départements informieren. Zu finden ist eine interaktive Grafik.

So sieht die Karte mit den aktuellen Zahlen aus.. Den Link finden Sie hier!

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Hier noch einmal eine Karte mit den Städten, in denen im öffentlichen Raum eine Maske getragen werden muss. Da fast täglich neue hinzu kommen, sollten sich die Besucher auf jeden Fall informieren, wie die Lage ist.

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Nachtrag:

Das Gesundheitsministerium registrierte am Sonntag 7071 Neuinfektionan nach 8550 Neuinfektionen am Vortag. Am Freitag hatten die französischen Behörden mit 8975 Neuinfektionen eine Rekordzahl gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich 324.777 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um drei auf 30.701.

Masken-Pflicht in ganz Paris

Seit Freitagmorgen müssen die Menschen überall in Paris unter freiem Himmel eine Maske tragen – Samstag zieht die Elsass-Metropole Straßburg nach.

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Radfahrer von Maskenpflicht befreit

In Paris sind die Regeln nun aber doch nicht so streng wie ursprünglich vorgesehen. Wer eine körperliche Aktivität wie Joggen oder Radfahren ausübe, bleibe von der Maskenpflicht befreit, teilte die Pariser Polizeipräfektur am Freitag mit. Man werde die neue Regel nun erstmal im Rahmen einer Aufklärungskampagne umsetzen. Verwarnungen würden mit Augenmaß ausgesprochen.

Zuvor hatte das Pariser Rathaus gegen die Maskenpflicht auf dem Rad protestiert. „Wir halten es für eine schlechte Entscheidung“, sagte Vizebürgermeister Emmanuel Grégoire dem Sender BFM Paris. „Es schreckt davon ab, ein Fahrrad zu benutzen. In diesem Punkt sind wir nicht einer Meinung.“ Die Polizeipräfektur lenkte kurze Zeit später ein.

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In Paris galt bereits zuvor in weiten Teilen der Innenstadt eine Maskenpflicht unter freiem Himmel. Allerdings handelte es sich bei den Masken-Zonen um einen unübersichtlichen Flickenteppich. Nur an wenigen Orten in der Stadt gab es Schilder, die auf die Verpflichtung hinwiesen. Häufig war den Pariserinnen und Parisern gar nicht klar, wo nun Maskenpflicht herrschte und wo nicht.

Die neue Maskenpflicht gilt nun auch in den an Paris grenzenden Départements Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne. Kinder unter elf Jahren sind von der Pflicht befreit. Die Bundesregierung hat für den Großraum Paris eine Reisewarnung wegen steigender Corona-Zahlen ausgesprochen.

Auch in dem an Deutschland grenzenden Département Bas-Rhin gilt ab Samstag in Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern Maskenpflicht unter freiem Himmel. Dazu zählen Straßburg, Hagenau, Bischwiller oder Oberehnheim. Die Präfektur moniert, dass sich die Infektionsrate zuletzt innerhalb einer Woche verdoppelt hätte und vor allem junge Menschen ohne Symptome das Virus verbreiten würden.

Ein Corona-Knigge für Frankreich

Was geht – und was geht nicht? Das ist im Moment die bange Frage vieler Frankreich-Urlauber. Da immer wieder Anfragen kommen, ist hier einmal in Stichpunkten zusammengefasst, wie die Regeln vor Ort aussehen. Dies bezieht sich vor allem auf die Bretagne, die Maßnahmen gelten allerdings auch in allen anderen Regionen. Ratsam ist es allerdings, sich immer zu erkundigen, wie die jeweiligen Regelungen aussehen – die können nämlich von Stadt zu Stadt anders sein. Aber immer gilt: Vorsichtig sein – und sich den Spaß am Urlaub nicht verderben lassen! 

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In Saint-Brieuc müssen in der Fußgängerzone Masken getragen werden – das gilt inzwischen auch in vielen anderen Gemeinden in Frankreich

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Zusammengestellt hat die Regelungen der Tourismusverband für die Bretagne. Dort können auch weitere Infos abgerufen werden. Das gilt auch für alle anderen Regionen in Frankreich.

 

Welche Regeln gelten allgemein für Frankreich?

Welche Abstandsregeln sind zu beachten?

Social Distancing und Kontaktbeschränkung zu außenstehenden Personen ist auch in Frankreich das Motto des Augenblicks: Zur Begrüßung verzichten wir auf Händeschütteln, Wangenküsse oder Umarmungen. Eine Distanz von mindestens 1 Meter (d. h. 4 m² um Sie herum) ist überall einzuhalten: auf der Straße, beim Spazierengehen und in allen öffentlichen Bereichen.

Wo gilt die Maskenpflicht?

Das Tragen einer Einweg- oder Stoffmaske ist in allen öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend: in Fern- und Nahverkehrszügen, in der Metro, in Bussen und auf den Fähren zu den Inseln. In Taxis müssen Masken getragen werden, falls das Fahrzeug nicht über eine Plexiglasscheibe verfügt. Seit 20. Juli 2020 gilt in Frankreich ebenfalls eine Maskenpflicht an allen öffentlichen geschlossenen Räumen wie z.B. in Supermärkten, Geschäften, Markthallen, Hotels und Museen. Einige Orte haben außerdem eine Maskenpflicht draußen eingeführt – dort, wo sich viele Menschen aufhalten wie z.B. im Außengelände der Häfen, auf Freiluft-Märkten oder in der Altstadt. In der Bretagne betrifft das zurzeit z.B. die Orte Concarneau, Locronan, Fouesnant, Quimper, Crozon und Saint-Brieuc. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Ankunft in Ihrem Hotel bzw. in der Tourist-Information über die aktuellen Gegebenheiten vor Ort.

 

Welche allgemeinen Regeln gelten für:

 Unterkünfte

Da die Kapazitäten in den Unterkünften beschränkt sind, um die Abstandsregelungen einzuhalten, empfehlen wir Ihnen eine Buchung im Voraus. Alle Zimmer und Räumer werden vor und während der Reinigung immer gelüftet (bitte lassen Sie daher Ihre Fenster angekippt, wenn Sie Ihr Zimmer verlassen). Außerdem werden alle Oberflächen nach der Reinigung desinfiziert. Haushaltswäsche wird bei höheren Temperaturen gewaschen, das Geschirr heißer gespült. Verzichtbare Unterlagen in Papierform und Zubehör wurden entfernt, ein Gepäckträgerservice steht aktuell nicht zur Verfügung, Die Empfangsbereiche sind reduziert. Kontaktlose Bezahlung wird wie auch in Deutschland bevorzugt.

Campingplätze

Die sanitären Einrichtungen und öffentlichen Bereiche aller Campingplätze wurden neu organisiert, wobei ein „Einbahnstraßensystem“, vorheriges Händewaschen und bestimmte Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt wurden. Themenabende und andere Animationsangebote wurden neu gestaltet. Reinigungen finden verstärkt und häufiger statt, einschließlich von Desinfektionsmaßnahmen und der Bereitstellung von Desinfektionsgel für alle Gäste. Camper werden gebeten, eigene Oberflächen vor jedem Gebrauch selbst zu reinigen. Chlorierte Innen- und Außenpools sind zugänglich, die maximale Nutzung zu jedem Zeitpunkt darf jedoch 3 Personen pro zwei Quadratmeter Wasserfläche im Freien und eine Person pro 1 Quadratmeter bei Innenpools nicht überschreiten. Um den erforderlichen Abstand zu gewährleisten, ist es möglich, dass weniger Möbel im Poolbereich, wie zum Beispiel Liegen, zur Verfügung stehen. So können Sie immer sicher sein, dass alle Regeln eingehalten werden.

Cafès und Restaurants

Seit dem 15. Juni sind Restaurants und Cafés überall in Frankreich wieder geöffnet. Ein Abstand von einem Meter zwischen den einzelnen Tischen ist Vorschrift. Außerdem dürfen nicht mehr als 10 Gäste an einem Tisch sitzen. Das Tragen einer Maske ist für alle Mitarbeitenden Vorschrift, ebenso für die Gäste, während sie sich im Restaurant bewegen. Selbstbedienung ist zurzeit nicht möglich. In Buffetform angebotene Speisen sind geschützt. In Cafés und Bars können nur Gäste mit Sitzplatz bewirtet werden (nicht stehend an der Bar).

Tourismus-Informationen vor Ort

Hier werden folgende Hygieneregeln umgesetzt: Am Eingang steht Ihnen Desinfektionsgel zur Verfügung. Das Tragen einer Maske ist verpflichtend, im Empfangsbereich sind Wege nach dem „Einbahnstraßensystem“ vorgegeben und es darf sich nur eine begrenzte Besucherzahl in den Räumlichkeiten aufhalten. Maßnahmen zum Abstandhalten und richtiges Hygieneverhalten sind verpflichtend.

Freizeiteinrichtung, Museen usw.

Wie in anderen Einrichtungen ist das Tragen einer Maske Pflicht. Desinfektionsgel steht zur Verfügung, die Ausstellungen werden ständig gereinigt, auf wichtige Hygieneregeln wird durch Aushang hingewiesen. Oftmals ist ein Besichtigungsweg vorgegeben, um ein Kreuzen von Wegen oder Gegenverkehr zu vermeiden, Markierungen auf dem Boden ermöglichen es, die Abstandsregeln zu wahren. Die Anzahl der Buchungen ist begrenzt.

Wassersport

Wassersport wird im Freien mitten in der Natur betrieben – mit viel Luftzirkulation und Platz um Sie herum. In den Wassersportzentren und -verleihen gelten ebenfalls verschiedene Maßnahmen, um Ihnen optimale Bedingungen zu bieten: regelmäßiges Desinfizieren von Kontaktstellen mit Händen und Anzügen/Schwimmwesten zwischen jedem Benutzer, verstärkte Reinigung von Wassersportausrüstung, Abschirmeinrichtungen und Einhalten der Abstandsregeln zu Land und zu Wasser. Wer möchte, kann mit der Familie oder mit Freunden Stunden mit einem privaten Trainer buchen.

 

Welche Regeln gelten im öffentlichen Raum?

 Strände

Die Bretagne verfügt über 2.700 Kilometer Küste und zahlreiche Buchten, Strände und Platz, um Sie unter idealen Bedingungen willkommen zu heißen. An jedem Strandzugang finden Sie die einzuhaltenden Vorschriften: Richtungsvorgaben zum Betreten und Verlassen des Strandes, Abstandsregeln und alle Aktivitäten, die an diesem Strand möglich sind.

Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte

Die Hygieneregeln sind vom jeweiligen Geschäft abhängig. Grundsätzlich sollten Sie sich die Hände am Eingang mit Desinfektionsgel reinigen. Das Tragen einer Maske ist seit 20. Juli 2020 Pflicht.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Tragen einer Maske ist auf Fähren, in Überland- und Stadtbussen sowie in Zügen Pflicht. Zum Bezahlen in Fernbussen ist es wichtig, den passenden Betrag parat zu haben, um Rückgeld zu vermeiden. Die Verkehrsmittel werden täglich gereinigt und desinfiziert. In Bussen erfolgt der Einstieg nicht mehr durch die Vordertür, sondern, wie beim Ausstieg, durch die Hintertür.

In Bezug auf Fähren ist das Tragen einer Maske im Hafen und an Bord verpflichtend (ab 11 Jahren). In Warteschlangen und an Bord muss ein Abstand von einem Meter eingehalten werden. Halten Sie Kontaktzeiten beim Ticketkauf und der Ticketkontrolle so kurz wie möglich und beachten Sie alle Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung. Reservierungen werden dringend empfohlen.

 

Informationen zur Einreise nach Frankreich

 Darf man aus dem Ausland in die Bretagne reisen

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen zwischen Frankreich und den Ländern Europas wieder für den Reiseverkehr geöffnet. Wenn Sie aus einem EU-Land kommen, können Sie wie gewohnt individuell und ohne Formular oder Quarantäne nach Frankreich einreisen und die Bretagne besuchen. Ausnahme: Reisende aus Großbritannien, die zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet sind. Die Grenzen Frankreichs zum Rest der Welt werden ab dem 1. Juli schrittweise und differenziert geöffnet.

Was ist auf Reisen zu beachten?

Das Tragen einer Schutzmaske ist für alle Personen ab 11 Jahren in Bahnhöfen, Flughäfen und in Flugzeugen Pflicht. Die Fernverkehrszüge TGV sowie die Regionalzüge TER und die S-Bahnen RER-Angebot fahren im gewohnten Takt.

 

Genauere Informationen zur Situation in den einzelnen Gemeinden in der Bretagne sind unter diesen Adressen zu finden:

Ein Gemälde sucht seinen Besitzer

Ein Wehrmachtsoldat hat einst ein Bild von Frankreich nach Berlin gebracht – Nun soll das Werk zurückgegeben werden, doch das ist nicht so einfach.

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Auf der Homepage des Weltzentrums für Frieden in Verdun wird über die Hintergründe des Bildes informiert.

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Kein bedeutendes, aber ein wichtiges Gemälde

Der französische Maler Nicolas Rousseau ist nicht wirklich ein Künstler von Weltgeltung. Dennoch ist eines seiner Gemälde aus dem 19. Jahrhundert im Moment eine Attraktion. „So etwas hat es zuvor noch nie gegeben“, sagt Philippe Hansch, Direktor des Weltzentrums für Frieden in Verdun, wo das Werk zu sehen ist. Dargestellt ist eine von zwei Baumgruppen gerahmte Landschaft, die ein schmales Gewässer durchzieht – viel wichtiger aber ist die Geschichte des Bildes. Neben dem etwa 40 mal 60 Zentimeter großen Gemälde hängt ein Zettel, darauf ist zu lesen: „Wenn Sie diese Bild kennen oder irgendwelche Informationen dazu haben, bitten wir Sie, dies am Empfang mitzuteilen.“

Das Bild wird nach Berlin verfrachtet

Die Odyssee des Werkes, dessen Wert auf rund 3000 Euro geschätzt wird, beginnt im Frühjahr 1944. Damals hatte der junge Luftwaffenunteroffizier Alfred Forner den Befehl bekommen, das Bild aus dem Nordwesten Frankreichs nach Berlin zu bringen. Doch als er die Raubkunst in Deutschland an der angegebenen Adresse abgeben will, steht er vor einer zerbombten Ruine. Er lässt das Gemälde in Berlin zurück, weil er wieder nach Frankreich an die Front muss, wo er nur wenige Wochen danach getötet wird.

Ein Mann will sein Gewissen erleichtern

So hing die idyllische Landschaft viele Jahrzehnte in einer Wohnung in Spandau, bis Peter Forner, der Sohn des damaligen Unteroffiziers, im vorigen Jahr kurz vor seinem Tod entschied, das Bild an den rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. „Es heißt, dass er noch einige Dinge in seinem Leben regeln wollte“, erzählt Julien Acquatella, der in Deutschland für die Entschädigungskommission CIVS arbeitet. „Die Frage des Gemäldes war ihm sehr wichtig, er wollte sein Gewissen erleichtern.“

Eine Große Ehre für das Zentrum in Verdun

Für das Weltzentrum für Frieden in Verdun sei es eine große Ehre, das Gemälde auszustellen, unterstreicht dessen Direktor Philippe Hansch. „Wir reden ständig vom Krieg“, erklärt er. „Den Krieg darzustellen ist sehr einfach. Es gibt Tausende Objekte. Aber den Frieden darzustellen, das ist viel komplizierter.“ Im Gemälde von Nicolas Rousseau und dessen Geschichte sieht er ein herausragendes Symbol für den Frieden. „Peter Forner hatte Angst, dass seine Familie wegen des gestohlenen Bildes in Misskredit geraten würde – aber genau das Gegenteil ist der Fall.“ Für den alten Mann sei die Rückgabe ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und der Aussöhnung gewesen.

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Das Gemälde helfe, die deutsch-französische und europäische Geschichte besser zu erklären, ist Philippe Hansch überzeugt. Damit werde auch für Verdun eine neue Seite im deutsch-französischen Geschichtsbuch geschrieben. Bei Verdun gab es im Ersten Weltkrieg eine der blutigsten Schlachten zwischen Deutschland und Frankreich.

Eine sehr komplizierte Suche

Die Verantwortlich wollen sich allerdings nicht darauf verlassen, dass in Verdun zufällig ein Besucher des Zentrums Informationen über den möglichen Besitzer des Bildes liefern kann. Auch in Deutschland sucht die Entschädigungskommission weiter nach Hinweisen. „Wir wissen, dass Alfred Forner in der Normandie und im Pas-de-Calais stationiert war“, sagt Julien Acquatella. Leider habe auch sein Sohn nicht mehr über die Herkunft des Gemäldes gewusst. Also beginnt nun für alle Beteiligten das, was in Französisch eine „travail de fourmi“ genannt wird – eine Ameisenarbeit.

Gestrandet auf dem Weg in die erhoffte Freiheit

Viele Migranten wagen die Überfahrt von Calais in Richtung England – die Schlepperbanden agieren immer professioneller

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Im „Dschungel von Calais“ lebten viele Tausend Migranten unter unmenschlichen Bedingungen. Er wurde von der Polizei geräumt, doch viele Flüchtlinge sind noch immer in der Hafenstadt.

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Migranten hausen in Bretterbuden

Es ist kein guter Tag, die gefährliche Überfahrt zu wagen. Regen peitscht über den Strand und der Wind treibt über dem Meer die tiefhängenden Wolken in Böen vor sich her. Bei klarem Wetter kann man die weißen Klippen von Dover auf der anderen Seite des Ärmelkanals erahnen, doch nun verliert sich alles in einem dunkeln Grau. Viele Kilometer zieht sich der schmale Strandstreifen von Calais in Richtung Boulogne-sur-Mer, Touristen verirren sich keine in die Gegend, dafür patrouillieren auffallend viele Polizeifahrzeuge in regelmäßigen Abständen auf der Küstenstraße.

„Über 1000 Migranten hausen in den Dünen rund um Calais“, schätzt François Guennoc, Vizepräsident der Hilfsorganisation „Auberge des migrants“. Vor allem in Coquelles, etwas westlich der französischen Hafenstadt, legen immer wieder überfüllte Schlauchboote in Richtung des rund 33 Kilometer entfernen England ab. Zu sehen sind die Migranten nicht. Die Menschen, von denen sehr viele aus dem Iran stammen, leben versteckt in kleinen Zelten oder notdürftig zusammengezimmerten Behausungen aus Treibholz und Plastikplanen. Selbst François Guennoc, der seit vielen Jahren die Situation vor Ort beobachtet ist überrascht, wie viele Migranten in diesem Sommer die Überfahrt wagen. Die Zahl steige kontinuierlich. Wurden 2019 offiziell noch 586 Versuche gezählt, sind es in diesem Jahr bereits weit über 2000.

Die Zahl der Migranten in Calais steigt

Die zuständige Polizeibehörde in Calais macht dieselbe Beobachtung, allerdings aus einem anderen Blickwinkel. „Von Januar bis Juli 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr fünf Mal mehr Überfahrten verhindert“, heißt es in einer Mitteilung. Zudem seien vier Mal mehr Boote und Ausrüstung schon vor dem Ablegen in den Dünen entdeckt worden.

François Guennoc macht mehrere Faktoren für die Zunahme verantwortlich. Zum einen erreichten viele der Migranten, die bis zu 3000 Euro an die Schlepper bezahlen müssen, das britische Ufer des Ärmelkanals. In weit über der Hälfte der Fälle sei die Überfahrt erfolgreich, das ermutige andere. Grund sei aber auch der drohende Brexit. „Die Schleuser sagen den Leuten, dass sie sich beeilen müssen, bevor die Grenzen ganz dichtgemacht werden“, erklärt Guennoc. Auch wenn das nicht stimme, erhöhe es natürlich den Druck auf die verzweifelten Menschen. Zudem agieren die gut organisierten Schlepperbanden inzwischen wesentlich professioneller. Die Schlauchboote werden im Internet gekauft und sogar aus den Nachbarländern nach Calais transportiert.
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Die Polizei ist besser ausgerüstet

Allerdings wurden auch die französischen Sicherheitskräfte zu Land und auf dem Wasser zuletzt wesentlich besser ausgestattet, sagt Philippe Sabatier von der Staatsanwaltschaft in Boulogne-sur-Mer. Seit Januar seien vier Schleppernetzwerke aufgedeckt worden. Dennoch werde es immer schwieriger, den Organisationen das Handwerk zu legen. Das hänge auch damit zusammen, dass die Schleuser vor Ort ständig brutaler zu Werke gingen und immer häufiger die Migranten in völlig überfüllten, schlecht motorisierten Schlauchbooten aufs Meer schickten.

Calais ist seit vielen Jahren ein Sammelpunkt für Migranten aus der ganzen Welt auf ihrem Weg nach Großbritannien. Im Jahr 2016 löste die Polizei mit Gewalt ein Camp am Rand der Stadt auf. Im sogenannten „Dschungel von Calais“ hausten mehrere Tausend Menschen unter unwürdigen Bedingungen. Gleichzeitig wurde der Hafen, wo die Fährschiffe nach Dover ablegen, für viele Millionen Euro mit Zäunen und Stacheldraht abgeschirmt und zu einer Art Festung ausgebaut. .

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Hilfsorganisationen prangern die Härte der Polizei an

Gleichzeitig versuchen nun die französischen Behörden das Entstehen von neuen Elendslager zu verhindern. Immer wieder durchkämmen Einheiten die Strandabschnitte rund um Calais, zerstören provisorische Hütten, nehmen Migranten fest. Viele Gelände sind inzwischen mit hohen Stacheldrahtzäunen und Kameras gesichert. Den Beamten wird von den Hilfsorganisationen vorgeworfen, bei ihren regelmäßigen Razzien mit übergroßer Härte gegen die Migranten vorzugehen.

Claire Millot glaubt nicht, dass sich die Situation in Calais irgendwann ändern wird. So lange die Menschen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen müssten und sie ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben haben, würden sie auch Todesgefahren auf sich nehmen, sagt die Generalsekretärin der Hilfsorganisation Salam. „Wir warnen immer wieder davor, sich auf den lebensgefährlichen Weg zu machen“, sagt sie, zumal viele nicht einmal schwimmen könnten. Aber wie groß müsse die Verzweiflung dieser Menschen sein, wenn sich manche sogar paddelnd auf Surfbrettern oder in kleinen Kanus auf das offene Meer wagen.

Corona Frankreich: Angst vor dem Ferienende – Problembereich Schule

Keine guten Nachrichten aus Frankreich in Sachen Corona. Noch immer steigt die Zahl der Neuinfektionen. Zuletzt alarmierte die staatliche Gesundheitsbehörde, dass jeden Tag über 3000 neue Fälle gezählt werden. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern wurden die Regeln im täglichen Leben deutlich verschärft. Paris und das Département Bouches-du-Rhône wurden jüngst sogar wieder als „rote Zonen“ eingestuft, in denen das Virus besonders aktiv zirkuliert.

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Paris ist nun „rote Zone“

Die Behörden haben dort bereits reagiert. So muss in Paris praktisch in der gesamten Innenstadt – auch unter freiem Himmel – eine Maske getragen werden. Auch in vielen anderen französischen Städten gilt diese Regelung bereits für Fußgängerzonen oder anderen belebten Orten. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften ist die Maske in ganz Frankreich seit einigen Wochen Pflicht.

Sorge bereitet den Gesundheitsbehörden die anlaufende Rückreisewelle aus dem Urlaub. Millionen Franzosen werden in den kommenden Tagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die Befürchtung ist, dass das Virus auf diese Weise über das ganze Land verteilt wird. Die Taktik im Kampf gegen die Ausbreitung war bisher, gezielt die Infektionsherde, sogenannte Cluster, einzudämmen. So konnte etwa im Juli ein bedrohlicher Anstieg der Zahlen im Département Mayenne und einigen Küstenstädten in der Bretagne unter Kontrolle gebracht werden. Dort konnte sich das Virus vor allem bei Familienfeiern und Strandpartys, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, schnell ausbreiten.

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Eine neue Art der „Cluster“

Angesichts des Ferienendes haben sich offensichtlich auch die Cluster verändert. Immer mehr Infektionen werden laut Gesundheitsbehörde inzwischen an Arbeitsplätzen gemeldet. Aus diesem Grund werden die Unternehmen mit Nachdruck dazu aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Sehr wahrscheinlich wird auch von staatlicher Seite beschlossen, das Tragen von Masken am Arbeitsplatz zur Pflicht zu machen. Um die Möglichkeiten im Kampf gegen das Virus auszuloten will sich Arbeitsministerin Elisabeth Borne am Dienstag mit Vertretern mehrere französischer Gewerkschaften treffen. Verstärkt propagiert wird auch das Homeoffice.

Viele „atypische“ Fälle bei jungen Menschen

„Es gab eine stärkere Zirkulation des Virus in den jüngeren Altersgruppen, aber in den letzten Tagen wurde diese Zunahme in allen Altersgruppen beobachtet, auch in den Altersgruppen von 45-65 Jahren und darüber“, sagte Nicolas Péju von der regionalen Gesundheitsbehörde der Zeitung „Le Monde“. Die Krankenhäuser erleben der Zeitung zufolge aber keine Situation, wie es sie im März gegeben hat.

„Es handelt sich um asymptomatische oder wenig symptomatische Fälle, und zwar im Wesentlichen bei den 35- bis 60-Jährigen“, sagte etwa Sébastien Bogajewski, Leiter des medizinischen Zentrums Croix-de-Chavaux im Pariser Vorort Montreuil, der Zeitung. „Wenn es nur wenige schwere Fälle gibt, wird es wie eine Grippeepidemie sein, und wir werden damit fertig. Das Problem ist, dass wir es nicht wissen, wir fahren auf Sicht.“

Kopfzerbrechen vor dem Schulbeginn

Allergrößtes Kopfzerbrechen bereitet allerdings noch immer der Schulbeginn in zwei Wochen. Es würden noch immer die Regeln gelten, die im Juli erarbeitet worden sind, sagt Sophie Venetitay von der Lehrergewerkschaft Snes-FSU. „Aber diese Regeln passen nicht mehr auf die aktuelle Situation.“ Im Moment würde der Unterricht praktisch völlig normal beginnen, es müssten keine Abstandsregeln eingehalten werden und das Tragen von Masken sei keine Pflicht. Sie fordert, dass in den nächsten Tagen die Vorschriften unbedingt angepasst werden.

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Aus dem Bildungsministerium heißt es allerdings, alles sei bestens organisiert. Es gebe auch Pläne für einen koordinierten Fernunterricht, sollten einige Schulen wieder schließen müssen. So ganz scheint man den eigenen Worten allerdings nicht zu vertrauen. „In den kommenden Tagen wird es Gespräche über die Anpassung der Bedingungen für den Beginn des Schuljahres geben“, heißt es am Montag angesichts der alarmierenden Infektionszahlen aus dem Bildungsministerium.

Lourdes-Wallfahrt mit strengen Corona-Maßnahmen

Unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen findet im Wallfahrtsort Lourdes am Hochfest Mariä Himmelfahrt die 147. französische Nationalwallfahrt statt. Alle Pilger müssen eine Mund-Nasen-Maske tragen und den Sicherheitsabstand einhalten. Die Versammlungen sind auf 5.000 Personen begrenzt.

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Lourdes wegen Corona lange geschlossen

Wegen der Corona-Pandemie waren in Lourdes seit Anfang März die Bäder und der sogenannte Heilige Bezirk geschlossen. Damit war das südfranzösische Marienheiligtum erstmals in seiner Geschichte mehr als zwei Monate lang geschlossen. Zuletzt startet das Pilgerwesen nun langsam wieder. Große Menschenansammlungen wie sonst sollen aber vermieden werden.

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Als Alternative zum üblichen Waschritus für Kranke in Lourdes, dem Baden in Quellwasser, schuf der Wallfahrtsort einen neuen Pilgerweg entlang der Becken. An dessen Ende können Pilger Lourdes-Wasser trinken und sich damit das Gesicht waschen. Baden ist allerdings weiterhin nicht erlaubt.

Millionenverluste in Lourdes wegen Corona

Lourdes gehört zu den berühmtesten Wallfahrtsorten der Welt. In dem südfranzösischen Städtchen soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844-1879) insgesamt 18 mal Maria erschienen sein.

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Jahr für Jahr reisen normalerweise mehrere Millionen Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Behinderte, nach Lourdes. Der kleine Ort mit seinen rund 14.000 Einwohnern verzeichnet nach Paris die zweithöchste Zahl an Hotelbetten und Übernachtungen in Frankreich. Mit dem langen Corona-Shutdown seit Frühjahr ist für das Wallfahrtswesen mit einem historischen Verlust von acht Millionen Euro für 2020 zu rechnen, teilten Verantwortliche mit.

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Corona Frankreich: Maskenpflicht im Zentrum von Paris – Entspannung in der Bretagne

Strengere Corona-Regelungen in Paris. Die Zonen, in denen eine Maske getragen werden muss wurden noch einmal ausgeweitet. Einziger Vorteil – es ist nun übersichtlicher und klarer. Zuvor waren einzelne Straßen ausgezeichnet, nun sind es ganze Viertel.

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Die Corona-Infektionszahlen in Paris steigen steil an

Seit zwei Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen in der Region Paris stetig an. Gilt eine Rate von bis zu zehn Neuinfektionen auf 100.000 Menschen als beherrschbar, stieg diese Zahl zuletzt auf über 50 Fälle. Die Einstufung als aktive Viruszone ist in Frankreich bei einer Schwelle von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner möglich – geschieht aber nicht automatisch. Bei der Einstufung wird etwa berücksichtigt, ob es sich um sogenannte Cluster handelt und Infektionsketten nachvollziehbar sind.

Vor allem in der Altersgruppe von 15 bis 45 Jahren werden immer mehr Fälle gezählt, heißt es in einer Mitteilung. Das erklärt sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde ziemlich einfach: diese Altersgruppe ist sozial sehr aktiv und lässt relativ häufig die notwendige Vorsicht vermissen, hält sich also nicht an die Abstandsregeln. Ein besonderes Problem ist, dass junge Menschen häufig „asymptomatisch“ seien – dass sie also das Virus in sich tragen, es nicht merken und ihn auf diese Weise immer weiterverbreiten.

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Entwicklung für die Behörden nicht überraschend

Für die Verantwortlichen kommt der Anstieg allerdings nicht wirklich überraschend. „Es sind dicht besiedelte Orte, Orte mit vielen Bevölkerungsströmen, viel Verkehr, vielen jungen Menschen, die intensiv sozial aktiv sind“, sagt der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon

In Paris muss inzwischen im gesamten engeren Stadtzentrum eine Maske getragen werden. Betroffen sind auch Quais und das Seine-Ufer, wo sich am Abend immer viele Menschen versammeln.

Die Liste der Zonen mit Maskenpflicht

Die Liste der Viertel mit Maskenplicht ist lang, hier einige Ecken, die von Touristen besonders häufig besucht werden und wo von nun an Mund und Nase bedeckt sein müssen:

  • Champs-Élysées
  • Die îles de la Cité und Saint-Louis (Notre Dame)
  • Quartier latin
  • Ecole militaire
  • Champ-de-Mars und Eiffelturm
  • Montmarte
  • Pigalle
  • Das Bassin und der Park von La Villette

Die anderen Zonen sind:

Batignolles;  Caumartin; Saint-Denis; Sécrétan; Canal de l’Ourcq; Chapeau rouge; Place des Fêtes; Belleville; Houdin-Oberkampf-Roquette; Bastille; Gare de Lyon; Bercy; Rund um die Bibliothèque Nationale de France; Italie-Choisy; Butte aux Cailles; Der Parc Montsouris; Portes d’Orléans; Vanves; Gergovie-Froidevaux; Montparnasse; Place Monge; Balard-Grenelle; Chaillot-Muette; Ternes; Bois de Vincennes und Bois de Boulogne

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Die Präfektur in Paris mahnt zur Vorsicht

In einer Mitteilung schreibt die Präfektur von Paris allerdings auch, dass das Tragen von Masken auch außerhalb dieser Zonen dringend angeraten wird – vor allem dort, wo viele Menschen sich bewegen. Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, werde die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.

Verboten sind zudem die Zusammenkunft von mehr als zehn Personen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können.

Auch kündigte die Polizei an, dass die Kontrollen verstärkt werden. Vor allem in Bars, Restaurants und Bistros werden die Beamten vor allem am Abend kontrollieren, da dort immer wieder die Regeln missachtet wurden.

Angespannte Corona-Situation auch in Marseille

Auch das Département Bouches-du-Rhône, in dem die Stadt Marseille liegt, ist von der neuen Einstufung betroffen. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können – theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Entspannung im Département Mayenne

In anderen Regionen scheint sich die Lage hingegen weiter zu entspannen. Vor allem im Département Mayenne melden die Behörden einen Rückgang der Infektionen.

Der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon, lobte in einem Interview auf „France Inter“ die Bereitschaft der Bevölkerung, sich an die strengen Hygieneregeln zu halten. So sei eine Eindämmung des Virus möglich gewesen:

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„Les Mayennais se sont mobilisés, ont observé l’ensemble des gestes barrières, ont accepté de se faire tester massivement: ça a marché! Avec la réaction des citoyens, on peut freiner l’épidémie et mettre fin à des clusters à risqué.”

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Wurden im Juli noch 150 Fälle auf 100.000 Einwohner gemeldet, ist diese Zahl inzwischen auf unter 20 gesunken.

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Entspannung auch in der Bretagne

Auch die Bretagne stand im Juli im Fokus – und auch dort hat sich die Lage deutlich entspannt, nachdem die Behörden die Regeln verschärft hatten. Das Tragen von Masken war in vielen Gemeinden Pflicht und bisweilen wurden die Strände für die Öffentlichkeit gesperrt.

Aktuell werden in der Bretagne 16 Cluster gezählt, die allerdings nicht direkt touristische Einrichtungen betreffen. Die Ansteckungsherde sind nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörde:

  • 1 Cluster Côtes d’Armor (EHPAD)
  • 4 Cluster Finistère (2 in Betrieben und 2 in Familien)
  • 9 Cluster Ille-et-Vilaine (4 in Familien – 3 in Betrieben – 1 Altenheim – 1 Gesundheitseinrichtung)
  • 2 Cluster Morbihan (1 Altenheim und 1 eine Familie)

Immer aktualisierte Informationen zum Stand der Corona-Infektionen sind unter dieser Adresse der Gesundheitsbehörde Bretagne  im Internet zu finden. Die Daten werden dort fast täglich aktualisiert.

Genauere Informationen zur Situation in den einzelnen Gemeinden in der Bretagne sind unter diesen Adressen zu finden:

Corona Frankreich: Paris ist wieder Hochrisiko-Gebiet

Alarmierende Corona-Zahlen in manchen Regionen Frankreichs. Seit zwei Wochen werden immer mehr Infektionen gezählt. Nun hat die Regierung reagiert und Paris und das Department Bouches-du-Rhone an der Mittelmeerküste um Marseille herum zum Corona-Hochrisiko-Gebiet erklärt. Auch die berühmten Galeries Lafayette sind im Fokus. 

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Paris wird wieder zur roten Corona-Zone

Der Erlass gibt den lokalen Behörden die Befugnis, den Personen- und Fahrzeugverkehr einzuschränken, den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Flugreisen zu beschränken, den Zugang zu öffentlichen Gebäuden einzuschränken und einige Einrichtungen zu schließen, in denen ein hohes Infektionsrisiko besteht.

Frankreich zählte in den vergangenen 24 Stunden 2669 neue Corona-Fälle , 17 Menschen sind gestorben. Die staatlichen Gesundheitsbehörde warnt: „Es vermehren sich die Anzeichen, dass sich das Virus auf nationaler Ebene wieder ausbreitet“.

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Auch die Galeries Lafayette im Fokus

Die Zahl Infektionsherde hat zuletzt stark zugenommen. Betroffen sind auch der berühmte Einkaufstempel Galeries Lafayette in Paris. Auch in einer sozialen Einrichtung in  Mesnil-Amenot wurden Fälle gemeldet. In Saint-Tropez wurde das legendäre Café Sénéquier geschlossen, weil dort einige Gäste positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.

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In Frankreich herrscht auch große Besorgnis, weil in diesen Tagen die große Rückreisewelle aus dem Urlaub einsetzen wird. Dann werden Millionen von Franzosen wieder vom Land in die Städte fahren – und womöglich das Virus weiter über das ganze Land verteilen.

Das wäre fatal, weil es den Virologen in Frankreich bisher immer wieder gelungen ist, einzelne Cluster einzugrenzen und gezielt gegen die Ausbreitung vorzugehen. So wurde etwa in den Urlaubsgebieten am Atlantik das Tragen von Masken zu Pflicht. Oder auch die Bürgermeister im besonders betroffenen Département Mayenne konnten gezielt in den Städten strengere Regelungen veranlassen.

Ein besonderes Problem ist inzwischen, dass immer mehr junge Menschen das Virus in sich tragen – aber keine wirklichen Symptome zeigen. Sie können die Krankheit dann unwissentlich weitergeben. Auch sind es vor allem die Jugendlichen, die immer wieder gegen die geltenden Corona-Abstandsregeln verstoßen. So wurden etwa am Atlantik abends viele Strandabschnitte  gesperrt, um Partys zu vermeiden.

Paris verärgert über Corona-Maßnahme aus London

Unterdessen reagiert Paris mit Unverständnis darauf, dass Großbritannien eine Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich einführt. Man werde eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien einführen, heißt es. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekrektär Clément Beaune mit.

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Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das hatte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mitgeteilt. Nach Schätzungen dürften sich zur Zeit Hunderttausende Briten in Frankreich aufhalten – es ist ein beliebtes Urlaubsland.

Hier noch einmal eine unvollständige Karte mit den französischen Städten, in denen besondere Corona-Regelungen gelten.

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20.08.12-Karte

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Corona Frankreich: Polizei wird das Tragen von Masken stärker kontrollieren

Die Warnungen vor dem Corona-Virus werden in Frankreich jeden Tag etwas lauter. Inzwischen kündigt die Regierung an, die Kontrollen der Maskenpflicht durch die Polizei deutlich ausweiten. Das heißt auch, dass die Strafen härter durchgesetzt werden. Wer keine Maske trägt, muss bis zu 135 Euro bezahlen.

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20.08.12-Karte

In diesen Städten wird das Tragen von Masken auch im Freien zur Pflicht

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Die Polizei will hart durchgreifen

Wir sind an einem entscheidenden Punkt“, sagt ein Sprecher. „Aber es sind nicht die Polizisten, vor denen man sich fürchten sollte (…) man sollte sich vor dem Virus fürchten, das lauert und ansteckt.“ Frankreich verzeichnete in den vergangenen Tagen einen erneuten Anstieg der Corona-Infektionen.

Inzwischen melden auch immer mehr Städte, dass das Tragen von Masken auch im Freien zur Plicht wird. Die Karte (oben) zeigt, welche Städte inzwischen die Regeln verschärft haben. Die zweite Karte zeigt, wo in Paris – trotz des sehr heißen Wetters –  Maskenpflicht gilt.

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20.08.11-Makse-plan

In diesen Bereichen muss in Paris eine Maske getragen werden

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 Versailles leidet unter Touristen-Schwund

In der französischen Touristenattraktion Schloss Versailles gibt es seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown einen mächtigen Besucherschwund. Vor allem die Zahl der ausländischen Touristen sei aufgrund der Reiseeinschränkungen nahezu vollständig eingestürzt, beklagte am Mittwoch Catherine Pégard, Vorsitzende der Schlossverwaltung. Das Schloss der „Sonnenkönige“ empfing vor der Pandemie zu 80 Prozent Touristen aus dem Ausland.

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Seit der Wiedereröffnung am 6. Juni sind die Besucherzahlen laut Pégard um zwei Drittel eingebrochen. Unter normalen Umständen besuchen das Schloss bis zu 30.000 Touristen am Tag. Aktuell sind es nach Angaben der Schlossverwaltung im Durchschnitt noch 10.000 – hauptsächlich französische – Besucher. Die bisherigen finanziellen Einbußen von rund 45 Millionen Euro bedeuteten eine große Herausforderung, sagte Pégard. Es sollten aber alle rund tausend Angestellten des Schlosses weiter beschäftigen werden.
In den Räumen von Versailles gilt aktuell eine Maskenpflicht. Zudem müssen die Besucher markierten Wegen folgen, um Ansammlungen zu vermeiden.

Paris-Marathon fällt wegen Corona aus

Der diesjährige Paris-Marathon ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Man habe zwar alles versucht, um an der Veranstaltung festzuhalten, müsse aber letztlich doch darauf verzichten, teilen die Organisatoren mit. Der Marathon sollte ursprünglich am 5. April stattfinden, war aber dann wegen der Pandemie auf den 15. November verschoben worden. Auch andere bekannte Marathons wie in Berlin wurden bereits abgesagt.

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