Corona: Frankreich verschärft Maskenpflicht – Bretagne besonders betroffen

In Frankreich gilt im Kampf gegen das Coronavirus wieder eine verschärfte Maskenpflicht. Grund sind steigende Infektionszahlen in einigen Départements und die damit einhergehende Furcht vor einer erneuten unkontrollierten Ausbreitung der Krankheit. In einigen Städten in Frankreich ist die Corona-Schutzmaske nun auch auf der Straße Pflicht.

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20.07.22-maske

In Saint-Brieuc herrscht nun Maskenpflicht auch in der Fußgängerzone des Stadt

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Schutzmasken in allen öffentlichen Räumen

Im ganzen Land muss nun in öffentlichen geschlossenen Räumen eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Museen und Sehenswürdigkeiten. In Restaurants, Cafés oder Kinos gelten weiter spezielle Regeln. Dort muss die Maske am Platz nicht getragen werden – nur dann, wenn sich jemand durch den Raum bewegt. Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen müssen. Bei Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm oder der Louvre in Paris konnten nur mit Maske besucht werden.

In der Bretagne gelten besonders strenge Regeln

Einigen Orten reichen die Verschärfungen aber nicht aus. In der Küstenstadt La Rochelle in Westfrankreich ist die Maske seit Mittwoch im Alten Hafen und im Stadtzentrum verpflichtend. Die Regel ziele darauf ab, ein Wiederaufflammen der Epidemie in Zeiten mit viel Touristen zu verhindern, hieß es. Auch in Concarneau und Saint-Brieuc in der Bretagne ist die Maske im Zentrum vorgeschrieben. In Saint-Brieuc gilt auch Maskenpflicht auf Spielplätzen, Parks oder am Hafen. Ausnahmen gelten für Sportler oder Menschen mit Behinderung.

Touristen können ohne Probleme einreisen

Touristen aus Deutschland können trotz der nun verschärften Bedingungen ohne Probleme nach Frankreich einreisen, spezielle Unterlagen sind nicht nötig. Auch eine Quarantäne ist nicht notwendig. Zu den Beschränkungen zählt allerdings, dass Eintrittskarten für Sehenswürdigkeiten in der Regel vorher online gebucht werden müssen. Damit soll die Zahl der Besucher reguliert und gewährleistet werden, dass die Menschen genug Abstand halten können.

 

Angst vor einem neuen Aufflammen der Pandemie

„Es gibt beunruhigende Zeichen, dass die Pandemie in einigen Gebieten wieder aufflammen könnte“, erklärte Gesundheitsminister Olivier Véran am Montag im Nachrichtensender „France-Info“. Er wolle nicht von einer neuen „Welle“ sprechen, aber es zeige sich eine gewisse „Dynamik“ bei der Ausbreitung. Frankreich ist von der Corona-Krise mit mehr als 30 000 Toten hart getroffen geworden. Der Minister versicherte auch, dass das Land inzwischen genügend Masken vorrätig habe, um die Maßnahme durchzusetzen. Zu Beginn der Corona-Pandemie war es, ähnlich wie in den meisten anderen Ländern, zu Lieferengpässen bei der Versorgung mit Schutzausrüstung gekommen.

Besonders betroffen ist die Bretagne

In mehreren Gemeinden in der Bretagne und dem angrenzenden Département Mayenne wurde wegen der steigenden Infektionszahlen bereits vor einigen Tagen eine allgemeine Maskenpflicht in allen geschlossenen öffentlichen Räumen verhängt. Experten sehen einen Zusammenhang mit der wachsenden Zahl von Urlaubern in der Region und den vermehrten Gruppenaktivitäten. Gesundheitsminister Véran sagte, eine neue Infektionsquelle seien offenbar Familientreffen während des Sommerurlaubs.

Auch die der Bretagne benachbarte Region Pays de la Loire meldet höhere Infektionszahlen. Im Süden Frankreichs ist die Regionen Provence-Alpes-Côte d’Azur um Marseille und Nizza besonders betroffen. Eine leicht angespannte Situation herrscht auch in der Region Paris. Dies sei wegen der Millionen Menschen, die dicht gedrängt in dem Ballungsraum leben allerdings nicht verwunderlich, erklärten Experten.

 

 

 

Der Premier appelliert an den „Bürgersinn“

Gesundheitsminister Véran sprach von 400 bis 500 Infektionsherden im ganzen Land. Der sogenannte R-Faktor liegt in Frankreich seit Anfang Juli bei 1,2. Das heißt, jeder Infizierte steckt mehr als einen Menschen an. Auch Premierminister Jean Castex hat sich auf Twitter zu Wort gemeldet und an den „Bürgersinn“ der Franzosen appelliert. Virologen beklagen, dass sich in der Urlaubszeit kaum noch jemand an Schutzmaßnahmen hält. Dazu zählt ein Mindestabstand von einem Meter und der Verzicht auf den in Frankreich üblichen Wangenkuss zur Begrüßung.