Polizei schnappt Diebe von 1600 Flaschen wertvoller Bordeaux-Weine

Dieser Diebstahl sorgte für einiges Aufsehen. Im September vergangenen Jahres hatten Einbrecher bei einem Weinhändler in Bruges 1600 Flaschen wertvollen Bordeaux-Wein aus dem Lager gestohlen. Nun sind die Täter offensichtlich gefunden.

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Ein ganz besonders wertvoller Tropfen

Dass es sich bei dem Diebstahl nicht gerade um Tafelwein handelt, wird allein durch den Preis deutlich. Nach Angaben der Polizei waren die Flaschen rund 800.000 Euro wert und waren unter anderem Château Latour, Haut-Brion oder Petrus. Nun konnte zumindest die Hälfte der Beute sichergestellt werden. Die mutmaßlichen Täter wurden nach Abgaben der zuständigen Behörde zufolge bei großangelegten Razzien mit rund 50 Beamten im Einsatz in mehreren Orten rund um Bordeaux festgenommen, etwa in Blanquefort und Mérignac.

Die Polizei hüllt sich zwar in Schweigen, aber offensichtlich waren die Beamten vor allem den Mitgliedern einer Familie auf der Spur. Die waren in der Vergangenheit schon mehrere Male durch nicht ganz saubere Geschäfte aufgefallen. Unter den Festgenommenen waren auch eine Frau sowie ein chinesischer Staatsbürger, der das Diebesgut offenbar exportieren wollte. Bei den Razzien wurden neben rund den 800 Flaschen Wein aus dem Diebesgut auch mehrere tausend Euro, zwei Waffen und geringe Mengen an Drogen beschlagnahmt.

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Der Diebstahl von Weinen floriert

Der Diebstahl von wertvollen Weinen ist nach Angaben der Polizei in der Region Bordeaux inzwischen ein „bedeutendes Phänomen“. Der Schaden sei meist sehr hoch, da die Weine beim Export hohe Preise erzielen würden. Bereits im Dezember war während eines gemeinsamen Einsatzes von Polizei und Gendarmerie ein ganzes Netzwerk ausgehoben worden. 25 Männer aus der Gironde, Dordogne und der Loire wurde festgenommen, die sich auf den Diebstahl von Grand-Crus-Weinen spezialisiert hatten. Der Schaden allein durch diese Bande wird auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.

In Bordeaux stellt sich die Weihnachtsbaum-Frage

In der Stadt am Atlantik soll im Zentrum zum ersten Mal kein geschmückter Christbaum aufgestellt werden – doch es regt sich Widerstand  

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Die Baum-Befürworter versuchen mit einer Online-Petition das Schicksal noch zu wenden. Die Chancen stehen aber schlecht.

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Keine Harmonie in Bordeaux

Weihnachten ist das Fest der Besinnung und des Innehaltens. Gerade nach dem monströsen Pandemie-Jahr 2020, das bei vielen Menschen für Angst und böse Überraschungen gesorgt hat, sehnen sich viele nach ein paar friedlichen und unbeschwerten Tagen.

In der französischen Hafenstadt Bordeaux wird diese Hoffnung nach Ruhe und Eintracht allerdings nicht in Erfüllung gehen – was mit dem frischgewählten grünen Bürgermeister Pierre Hurmic zu tun hat. Der hat in diesen Tagen angekündigt, dass im Dezember kein Weihnachtsbaum im Stadtzentrum aufgestellt wird. Seine Begründung: er wolle keinen toten Baum, der auf einem Lastwagen quer durch Frankreich transportiert wurde.

Von der Empörung völlig überrascht

Die Rathausspitze hatte allerdings nicht mit dem Aufschrei gerechnet, der nach der Ankündigung in der Bürgerschaft die Runde machte. „Wir sind überrascht von den vielen Kommentaren in dieser Sache“, gesteht Didier Jeanjean, der Stellvertreter des Bürgermeisters und er unterstreicht, dass das letzte Wort natürlich noch nicht gesprochen sei. Sollte eine Online-Petition, die von den Baum-Befürwortern ins Netz gestellt wurde, von den meisten Bürgern unterzeichnet werden, werde man im Rathaus in dieser Sache noch einmal intensiv beraten.

Unterdessen wittert die politische Konkurrenz die erste Gelegenheit, dem neuen Stadtoberhaupt eins auszuwischen. An die Spitze der Kritiker hat sich der jüngst abgewählte Bürgermeister Nicolas Florian gestellt und lässt dabei erahnen, wie schmerzhaft die Wunden noch sind, angesichts der verlorenen Wahl gegen seinen grünen Herausforderer vor wenigen Monaten. „Als ich im Amt war“, sagt er, „habe ich aus Kostengründen die 80.000 Euro teure Schlittschuhbahn an Weihnachten abgeschafft.“ Der Weihnachtsbaum aber blieb stehen. Wenn der neue Bürgermeister keine toten Bäume möge, dann müsse er auch alle Häuser mit Holzkonstruktionen verbieten, polemisiert Nicolas Florian.

Die Einwohner sind zwiegespalten

Die Einwohner von Bordeaux sind in Sachen Weihnachtsbaum zwiegespalten. Viele zeigen allerdings Verständnis und erklären, dass die 60.000 Euro, die der Baum kosten würde, in Kindergärten oder Schulen investiert werden könnten. Die Online-Petition der Befürworter mit dem Titel „Bordeaux will seinen Weihnachtsbaum behalten“ kommt dagegen nicht so richtig in die Gänge. In den ersten Wochen wurden rund 15.000 Unterschriften gesammelt. Bei knapp 250.000 Einwohnern scheint es also eher wahrscheinlich, dass im Zentrum der Stadt zum ersten Mal seit Jahrzehnten kein schön geschmückter Weihnachtsbaum die Herzen der Menschen erwärmen wird.

Corona Frankreich: In Bordeaux werden die Regeln verschärft

Frankreichs Furcht vor einer zweiten Corona-Welle wird täglich größer. Zu beunruhigend sind die Zahlen von neuen Infektionen. Am Wochenende wurden mehr als 10 000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet – die Lage ist aber regional unterschiedlich. Die Regierung hatte zuletzt vor allem auf regionale Maßnahmen gesetzt und an das Verantwortungsbewusstsein der Menschen im Land appelliert.

In diesem Fall greifen die Verantwortlichen von Bordeaux im Kampf gegen das Coronavirus hat durch und verhängen strengere Regeln. Private Treffen im Freien seien auf zehn Personen beschränkt, kündigte die Präfektin Fabienne Buccio an. Sie forderte Familien außerdem auf, Familienfeiern wie Hochzeiten auf ebenfalls maximal zehn Personen zu beschränken. Tanzpartys, Flohmärkte oder Nachbarschaftsfeste seien nicht erlaubt, Schulausflüge abgesagt. Die Behörden haben außerdem den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen in der Stadt verboten.

Die Begrenzung für öffentliche Veranstaltung im Département Gironde an der Atlantikküste liege nun bei 1000 statt 5000 Menschen, so die Präfektin Buccio. „Die Situation ist nicht alarmierend, aber besorgniserregend“, sagte sie mit Blick auf Krankenhäuser. Man müsse das Bewusstsein der Bevölkerung schärfen. Wenn nötig, werde man noch härtere Maßnahmen ergreifen.

Frankreichs Premier Jean Castex hatte die Städte Bordeaux, Marseille und das französische Überseegebiet Guadeloupe aufgefordert, strengere Regeln einzuführen. Grund dafür ist, dass die Corona-Lage in diesen Regionen besonders ernst ist.

In der Haute-Garonne wurde eine Demo der Gilets Jaunes verboten.