Corona Frankreich: Die Zahlen sind Grund zur Sorge

Die Corona-Zahlen in Frankreich geben Anlass zur Besorgnis. Die französischen Gesundheitsbehörden melden einen neuen Höchstwert von 13 498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen kamen 3853 Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, davon 593 auf Intensivstationen.

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Städte verschärfen ihre Corona-Regeln

Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende und von Studentengemeinschaften organisierte Abende verboten, ebenso Aperitifs, Umtrunke und Snacks im Stehen. Untersagt werden zudem Essensplatten für mehrere, Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten bleiben zu, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille haben bereits ähnliche Regeln eingeführt.

Inzwischen sind weitere Regionen in Zonen eingeteilt worden, in denen das Virus eine „erhöhte Aktivität“ auf weist. Das bedeutet, dass nun 55 Départements „rote Zonen“ sind – also weit über die Hälfte. Hinzugekommen sind:

Aveyron, Calvados, Doubs, Eure, Gers, Indre-et-Loire, Marne, la Haute-Marne, Meurthe-et-Moselle, Saône-et-Loire, Tarn, Vienne und Territoire de Belfort.

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Mehr Informationen gibt es unter diesem Link der nationalen Gesundheitsbehörde: Santé Public France

Probleme an den Universitäten

Besondere Aufmerksamkeit gilt im Moment auch dem Wiederaufnahme des Unterrichts an den französischen Schulen und Hochschulen. Sie scheinen bisweilen zu regelrechten Infektionsherden werden. In diesem Monat sind bereits mindestens ein Dutzend Infektionscluster bekanntgeworden. Während in anderen Ländern Europas vielfach weiter auf Online-Veranstaltungen gesetzt wird, ist an den Universitäten in Frankreich wieder mehr Präsenz angesagt. Angesichts überfüllter Hörsäle warnen Experten, dass die Pandemie sich unter den jungen Studenten fast ungehindert ausbreiten könne.

„Die zweite Welle ist da“

François Braun, Notfallarzt in Metz und Chef der Organisation Samu-Urgences de France, sagt zur aktuellen Situation in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“:

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„Depuis une dizaine de jours, on assiste à une augmentation assez importante de cas et cette hausse est constante de jour en jour. La seconde vague est là et il est temps de s’y préparer.“

Corona Frankreich: Oder ist es doch eine Frage der Disziplin?

Immer wieder dieselbe Frage: Was macht Deutschland besser in Sachen Corona? Eine befriedigende Antwort gibt es nicht – sie setzt sich allerdings aus vielen Faktoren zusammen. Fakt ist: in Frankreich sind wieder 10.600 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden und die Zahl der Toten liegt zum ersten Mal über jener vom Frühjahr.

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Viele Menschen auf engem Raum

Die Corona-Situation ist in Großstädten wie Marseille, Bordeaux oder Paris besonders ernst. Das lässt sich natürlich einfach damit erklären, dass dort sehr viele Menschen auf engem Raum leben. Infektionen können sich – vor allem im morgendlichen und abendlichen Nahverkehr – leicht weiterverbreiten. Die Métros sind eng und schlecht belüftet – ideale Bedingungen für ein Virus.

Eingewendet wird auch, dass Frankreich deutlich mehr Teste durchführt als noch im Frühjahr. Allerdings hinkt man mit der Auswertung der Tests sehr hinterher. Die Leute müssen stundenlang anstehen und bekommen ihre Ergebnisse dann viele Tage danach erst mitgeteilt. Experten beklagen, dass auf diese Weise Verdachtsfälle nicht schnell genug erkannt und isoliert werden können. Zu langsam auf jeden Fall, um Infektionsketten zu durchbrechen.

Kritik an der französischen Regierung

Beklagt wird auch ein Schlingerkurs der Regierung. Der Mediziner und frühere Gesundheitsdirektor William Dab kritisierte im „Journal de Dimanche“, dass Premier Jean Castex zuletzt keine wirklich starken Maßnahmen angekündigt habe, sondern nur Anpassungen. Castex wolle das Leben mit dem Virus und dem Wirtschafts- und Schulleben aussöhnen. Die Strategie Frankreichs ist immer noch nicht klar definiert – hatte man im Frühjahr noch eindeutig auf den zentralisierten Staat gesetzt und dieselben strengen Ausgangsbeschränkungen für alle verhängt, nimmt die Regierung jetzt die Regionen in die Pflicht.

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Scheitern der Quarantäne-Regeln

Doch nicht allein die Regierung kann an den Pranger gestellt werden – Probleme gibt es bei der Disziplin der Franzosen im Kampf gegen die Pandemie. Der wissenschaftliche Corona-Beirat in Frankreich hat kürzlich ein „Scheitern“ der Quarantäne-Regeln festgestellt. Auch Gesundheitsminister Olivier Véran räumte ein, die meisten Franzosen hielten sich nicht an die Selbstisolation.

Das ist zum Teil allerdings verständlich, denn viele Franzosen arbeiten in prekären Anstellungen und haben schlicht Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Auch ist es für viele schlicht nicht möglich, zuhause im Homeoffice zu bleiben. Sie arbeiten als Müllarbeiter, Parkwächter, Putzhilfen, in Supermärkten oder Restaurants.

Zu viele Partys werden gefeiert

Deutlicher wird die Kritik an den jungen Menschen und der eher bürgerlichen Schicht in Frankreich. Ähnlich wie in Spanien infizieren sich vor allem Jüngere mit dem Virus. Man geht davon aus, dass zu viel gefeiert wird. Vor allem im Sommer war das ein großes Problem. Schließlich mussten einige Gemeinden am Meer ihre Strände schließen, weil dort immer wieder Partys gefeiert wurden.

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In den französischen Medien merkt man außerdem an, dass der Mindestabstand in Frankreich bei einem Meter liegt – nicht wie in Deutschland bei 1,50 Meter. Und zur Begrüßung gehören eigentlich die Bise – also Küsschen – dazu. Auch wenn sich die Französinnen und Franzosen bemühen: Das berühmte Küsschen wegzulassen, fällt schwer. Laut Umfrage verzichten auf Wangenkuss und Händeschütteln nur noch 66 Prozent statt zuvor 92 Prozent. Laut Befragungen der nationalen Gesundheitsbehörde befolgen die Franzosen auch Ratschläge wie regelmäßiges Händewaschen inzwischen deutlich seltener als auf dem Höhepunkt der Krise Anfang April.

Nachlässiges Tragen der Maske

Auch beim Tragen der Maske werden die Franzosen immer laxer. Zwar wird von der Polizei hart durchgegriffen – die Strafe beträgt 135 Euro – doch man sieht immer mehr Menschen, die die Mund-Nase-Bedeckung nicht oder nur halb aufhaben.

Die Zeitung „Figaro“ berichtet dazu:

Près de 45.000 personnes ont été verbalisées pour non-respect du port du masque depuis le mois de mai en France, a déclaré jeudi 17 septembre le ministre de l’Intérieur Gérald Darmanin, devant une commission d’enquête sénatoriale sur la gestion de la crise sanitaire.

Probleme beim Corona-Tracking

Ein Problem ist die Nachverfolgung von Infektionsketten. Dabei sollte eigentlich die Corona-Tracking-App „StopCovid“ helfen, doch die ist – das muss man so deutlich sagen – ein Flop. Sie wurde mehr als zwei Millionen Mal runtergeladen und hat weniger als 200 Mal angeschlagen, was sogar von offizieller Seite als „lächerlich“ bezeichnet wird. In Restaurants und Bars gibt es keine Formulare, um Kontaktfälle zu identifizieren.

Corona Frankreich: Zweite Welle erreicht die Städte

Frankreich kämpft weiter gegen die zweite Corona-Welle. Konzentrierte sich die Aufmerksamkeit bisher aus Marseille und Bordeaux, kommen nun auch Lyon und Nizza in den Fokus. Sorge macht die Ausbreitung des Virus bei der Generation Ü65.

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Die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in den Städten

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Zahl der Corona-Infektionen steigt

In Lyon ist die Zahl der Infizierten in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Der Index liegt inzwischen bei fast 200 – das ist die Zahl der positiven Fälle 100.000 Einwohner. Das heißt die Zahl ist viermal höher als die Alarmschwelle von 50. Sorge macht den Verantwortlichen, dass immer mehr ältere Menschen von dem Virus befallen werden.

Dieselbe Sorge an der Côte d’Azur, wo diese Rate in Nizza nahe bei 150 liegt – auch dort steigt die Zahl bei den über 65-Jährigen. Angesichts dieser schlechten Zahlen hat der Präfekt von Alpes-Maritimes angekündigt, dass Bars und Restaurants womöglich früher schließen müssen – oder in Ausnahmefällen ganz zu machen müssen. Die Behörden scheinen bereit, ziemlich hart durchzugreifen. Auf Anordnung der Regierung müssen die Behörden und betroffene Privatpersonen in der Rhône und in den Alpes-Maritimes ab Samstag spezifische Maßnahmen vorschlagen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Der Gesundheitsminister warnt

Auch aus anderen Städten kommen schlechte Nachrichten. Rennes, Paris, Toulouse oder Dijon sind ebenfalls im Visier, wo die Indexrate drei- bis viermal höher ist als die Alarmschwelle. „Wir werden die Entwicklung der Situation in diesen Metropolen äußerst aufmerksam verfolgen“, betont Gesundheitsminister Olivier Véran. Ein genereller Lockdown kommt allerdings nicht in Betracht. Man werde versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Vorsorge und wirtschaftlichen Gegebenheiten suchen, heißt es immer wieder.

Im Département Haute-Garonne mit der Stadt Toulouse hat die Präfektur beschlossen, dass ab Samstag keine Gruppen von mehr als zehn Personen in öffentlichen Räumen zusammenstehen dürfen. Außerdem sind alle Tanzveranstaltungen verboten und auch der öffentliche Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen ist untersagt. Zudem wurde die Maskenpflicht um einen Monat verlängert.

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Appell an die jungen Menschen

Immer wieder kommt der Appell an die jungen Menschen, sich an die Hygieneregeln zu halten – da dies auch Auswirkungen auf die älteren, gefährdeten Generationen hat.

 Im Sommer stieg die Zahl der Infektionen bei jungen Menschen stark an und lag bei 140 pro 100.000 bei 15- bis 40-Jährigen. Doch offensichtlich nur bei rund der Hälfte der jungen Infizierten zeigten sich Symptome. Das Risiko ist, dass diese Jungen ihre Eltern und Großeltern infizieren, die anfälliger für schwere Formen der Krankheit sind. Genau diese Befürchtung sei nun eingetreten, erklären die Gesundheitsbehörden. Seit einigen Wochen zeigen Zahlen, dass sich die Verbreitung des Covid-Virus unter den über 65-Jährigen beschleunigt hat. „Seit August sind die Auswirkungen real und sichtbar“, sagte der Gesundheitsminister, insbesondere auf den Intensivstationen.

Die Corona-Zahlen in Frankreich – Stand 12. September 2020

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Nachtrag:

Die Zeitung „Parisien“ berichtet, dass in einem Altenheim in Roanne mindestens 50 neue Corona-Fälle entdeckt worden sind. Und auch in einem der größten Altenheime Frankreichs in Bourges mit 619 Bewohnern scheint die Pandemie zu grassieren.

Frankreichs Kampf gegen die zweite Corona-Welle

Im ganzen Land steigt die Zahl der Infektionen stark an. Ein Grund: zu häufig werden die Abstandregeln missachtet. Nun greifen die Behörden zu zum Teil harten Maßnahmen.

Kein Fahrer der Tour de France positiv

Es gibt auch eine gute Corona-Nachricht aus Frankreich. Bei der zweiten Testwelle während der Tour de France ist bei keinem Fahrer eine Infektion festgestellt worden. Das Radrennen kann also ohne weitere Ausfälle in seine Schlussphase gehen. Erstaunlich ist, dass sich der Tour-Tross scheinbar unbeschadet durch ein Land bewegen kann, in dem die Pandemie wieder massiv um sich greift. Immer neue sogenannte Cluster mit Infizierten werden identifiziert, inzwischen ist das halbe Land zur „roten Zone“ erklärt, wo sich nach Angaben der Regierung das Virus „aktiv verbreitet“. In Frankreich sind rund 31.000 Todesfälle gemeldet. Am Wochenende wurde landesweit ein neuer Höchststand von mehr als 10.000 Neuinfektionen in 24 Stunden erreicht.

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Die 42 Départements, die inzwischen in Frankreich zur roten Zone erklärt wurden

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Marseille wird zum Corona-Hotspot

Zu den Corona-Hotspots zählt Marseille, wo seit Mitte August die Zahl der Neuinfektionen steil in die Höhe schnellt. Mit zuletzt 312 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet Marseille den Corona-Warnwert von 50 um mehr als das Sechsfache. Die Behörden verhängten deshalb besonders scharfe Schutzmaßnahmen, Marseille wird damit zum Testfall für den neuen Umgang Frankreichs mit der Pandemie. Zur Sicherheit haben die öffentlichen Krankenhäuser von Marseille die Zahl der Notfallbetten für Corona-Patienten auf 139 aufgestockt, es gibt 32 Beatmungsplätze. Ein großer Teil ist bereits belegt.

Lockdown soll vermieden werden

Auf keinen Fall wird es aber einen erneuten generellen Lockdown geben. Das haben die französische Regierung und auch die Stadtverwaltung von Marseille mitgeteilt. Die Wirtschaft des Landes kämpft noch immer mit den Auswirkungen der ersten Ausgangssperre im Frühjahr, die unter anderem die Arbeitslosenzahlen drastisch steigen ließ. „Strafmaßnahmen helfen nur einen kurzen Moment“, ist die neue Bürgermeisterin Michèle Rubirola überzeugt. Die 64-jährige Ärztin setzt auf die Einsicht der Bürger, wie sie der Zeitung „Le Monde“ sagte. Das verfängt allerdings nicht bei allen. Für Kopfschütteln sorgten am Wochenende Fernsehbilder hunderter Fans des Fußball-Erstligisten Olympique Marseille, die am alten Hafen den Sieg über Paris feierten – ohne Sicherheitsabstände, viele ohne Schutzmasken. Schon im Sommer warten Virologen angesichts von überfüllten Stränden und Fußgängerzonen vor dem erneuten Aufflammen der Pandemie.

Große Sorge in den Altenheimen

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle ist vor allem in den Altenheimen sehr groß. Anders als in Deutschland sind dort sehr viele Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben. So sind etwa im südfranzösischen Sévérac-d’Aveyron zuletzt in wenigen Tagen sechs Senioren Opfer von Covid-19 geworden. Manche Einrichtungen haben sich bereits entschlossen, Besuche von Angehörigen stark einzuschränken oder sogar ganz zu verbieten. Grund dafür ist, dass sich zu viele Besucher nicht an die Hygieneregeln halten würden, erklärt ein Arzt. Sie würden die alten Menschen umarmen oder mit ihnen ohne Maske in einem engen Zimmer sitzen.

Universitäten im Corona-Fokus

Sorge bereitet den Verantwortlichen auch der Beginn des neuen Studienjahres. Die Befürchtung ist, dass Universitäten landesweit zu den neuen Hotspots werden könnten. Auch hier scheint weniger der Unterricht das Problem, sondern die privaten abendlichen Zusammenkünfte der Studenten und auch das Zusammenleben in größeren Wohngemeinschaften, bei dem nicht auf die Hygieneregeln Rücksicht genommen wird. Eine Fakultät in Reims wurde bereits geschlossen. Von den Universitäten in Nantes, Amiens, Nancy und Toulouse werden stark steigende Infektionszahlen gemeldet.

Inzwischen sind in Paris und anderen Städten wegen der angespannten Lage viele Großveranstaltungen abgesagt worden. In Paris fällt die internationale Kunstmesse FIAC aus, wie die Organisatoren mitteilten. Der französische Verwaltungsbezirk Nord mit den Städten Dünkirchen und Lille sagte wegen der „brutalen Beschleunigung“ der Infektionszahlen geplante Nachbarschaftsfeste sowie die Europäischen Tage des Kulturerbes an diesem Wochenende ab. Die Öffnung von Denkmälern und Kulturstätten zieht in ganz Frankreich normalerweise Hunderttausende Menschen an.

Corona in Frankreich: Große Sorge im Elsass

Unruhe im Elsass. Wegen der steigenden Zahl an Corona-Infektionen ist das Département Bas-Rhin direkt neben der Ortenau von den französischen Gesundheitsbehörden zu einer „roten Zone“ erklärt worden. Für Touristen und vor allem Berufspendler bedeutet das allerdings noch nichts. Eine Reisewarnung für Fahrten ins Département Bas-Rhin gibt es auf deutscher Seite bislang nicht. 

Das Bas-Rhin ist zur „roten Zone“ erklärt worden. Die Daten finden sie HIER!

Die Bewohner des Elsasses haben die vergangenen Monate in keiner guten Erinnerung. Die Region war eine der am meisten betroffenen Gegenden in Frankreich, viele Menschen starben, die Grenzen zu Deutschland wurden geschlossen. Im März war der Mangel an Schutzausrüstungen vor allem in den Kliniken und Altersheimen im Elsass eines der Hauptprobleme. Ein solches Szenario soll dieses Mal – trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen – vermieden werden. Zu den Risikogebieten gehören neben Straßburg auch Haguenau, Saverne, Sélestat oder Molsheim.

Für Berufspendler hat die neue Lage keine Auswirkungen. Sie können weite ohne Probleme über die Grenze fahren – und müssen sich auch nicht testen lassen. Weiter möglich sind auch Kurz-Besuche in der betroffenen Region. Wer also zum Einkaufen ins Elsass fahren möchte, kann dies tun. Nur wer sich länger als 48 Stunden in einer sogenannten roten Zone aufhält, sollte sich bei seiner Rückkehr einem Corona-Test unterziehen.

Für eine gewisse Unruhe bei den Verantwortlichen sorgt die Tatsache, dass im Elsass, wie in ganz Frankreich, die Schule wieder begonnen hat. Für Kinder ab elf Jahren besteht dort Maskenpflicht. Befürchtet wird, dass sich die Schulen als Infektionsherde erweisen könnten. Das ist nicht ganz unbegründet, denn in den vergangenen Wochen hatte sich herausgestellt, dass vor allem in den Büros und anderen Arbeitsplätzen die Infektionszahlen stark ansteigen.

Die Behörden hatten schon früh auf eine mögliche zweite Corona-Welle reagiert. In den größeren Gemeinden im Raum Straßburg und in Städten wie Mulhouse sollte die Maskenpflicht noch bis Ende September auch im öffentlichen Raum oder zumindest in Teilen davon bestehen – in den Läden ist sie ohnehin Pflicht. Allerdings wurde diese Anordnung vom Verwaltungsgericht in Straßburg für die Stadt Straßburg und zwölf kleineren Gemeinden gekippt. Das Gericht begründete dies mit der Einschränkung der Freiheit der Bürgerinnen und Bürger. Geklagt hatten zwei Krankenhausärzte.

Die Maske könne einschränkend sein, sagt Rémy With der Badischen Zeitung. „Aber ich habe das Gefühl, dass es in unserer Region von der Bevölkerung ziemlich gut angenommen wird. Wir haben eine äußerst dramatische Gesundheitssituation erlebt, die ihre Spuren hinterlassen hat, eine Situation, die sich auf keinen Fall wiederholen darf.“ Heute zirkuliere das Virus zwar weiterhin, „aber wir liegen weit unter dem Niveau, das das Département Haut-Rhin im Frühjahr erlebt hat.“ Die Einwohner wüssten das und seien sich der Wirksamkeit der Präventivmaßnahmen bewusst. Vor allem, solange es keinen Impfstoff gegen Covid-19 gibt.

Die Krankenhäuser im Elsass laufen inzwischen wieder im Normalbetrieb, es wurden praktisch keine neuen Corna-Patienten eingeliefert. Dennoch sind die Behörden alarmiert, da sich die Infektionszahlen wieder auf einen kritischen Wert zubewegen. Dieser liegt bei 50 Neuinfektionen pro Woche bei 100.000 Einwohnern. In der Stadt Straßburg wurde dieser Wert in diesen Tagen mit 55 Infektionen bereits überschritten.

In Frankreich gelten jetzt insgesamt 28 der rund 100 Verwaltungsbezirke als sogenannte „rote Zonen“. Diese Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. So können etwa die Öffnungszeiten von Restaurants beschränkt werden oder auch die Besucherzahlen von öffentlichen Einrichtungen wie Museen.

Corona in Frankreich: Sieben neue „rote Zonen“

In Frankreich werden sieben Départements neu in „rote Zonen“ eingeteilt.  Das wurde am Sonntag im  „Journal officiel“ bekanntgegeben. Dazu zählen: Corse-du-Sud, Haute-Corse, Côte-d’Or, Nord, Bas-Rhin und Seine-Maritime – und die Insel Réunion.

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Ungünstige epidemische Dynamik

Paris und die Bouches-du-Rhône waren seit dem 14. August die ersten „roten Zonen“. Dreizehn Tage später, am 27. August, erklärte Premierminister Jean Castex 19 weitere kleinere Regionen in Frankreich zu Risikogebieten. „Diese Bereiche mit aktiver Verbreitung des Virus sind hauptsächlich durch eine Inzidenzrate von mehr als 50 und eine ungünstige epidemische Dynamik gekennzeichnet“, erklärt die Pariser Generaldirektion für Gesundheit (DGS).

Die jüngsten Daten von Public Health France zeigen, dass die Inzidenzrate, das heißt die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, tatsächlich über der „Alarmschwelle“ liegt.

Einschränkungen des öffentlichen Lebens

In den sogenannten roten Zonen kann die zuständige Präfektur Einschränkungen des öffentlichen Lebens vornehmen. Dazu gehört insbesondere die Beschränkung von Reisen. Es kann aber auch der Zutritt zu Museen, Indoor-Sportanlagen oder sogar Restaurants beschränkt werden. Für Touristen in Frankreich heißt das, dass Sie sich auf in den jeweiligen Regionen erkundigen müssen, welche Einschränkungen herrschen.

In der Region Bouches-du-Rhône müssen zum Beispiel Restaurants und Bistros um 23 Uhr schließen, Samstag dürfen bis kurz nach Mitternacht Getränke aufgeschenkt werden. Auch in Paris wird über eine solche Maßnahme nachgedacht, erklärte der Sprecher der französischen Regierung, Gabriel Attal.

Behörden besorgt über schnelle Ausbreitung

Bereits am Samstag hatten die Behörden gewarnt, dass sich das Coronavirus in Frankreich weiterhin schnell ausbreite. Innerhalb von 24 Stunden seien 8550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. 4,7 Prozent der ausgewerteten Tests waren demnach positiv. Am Vortag war mit 8975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden.

Auf dem französischen Festland breite sich das Virus weiter exponentiell aus, hieß es. „Die Dynamik der stark zunehmenden Ansteckungen ist besorgniserregend.“ Die Zunahme der positiven Tests könne nicht allein mit der Ausweitung der Tests erklärt werden. Seit Anfang Juli habe sich die Zahl der registrierten Corona-Patienten mehr als verdoppelt, die Zahl der Neuansteckungen liege sogar zwölf Mal so hoch wie vor zwei Monaten.
Mit fast 30.700 Todesopfern ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Unter diesem Link kann man sich bei Géodes über die aktuellen Zahlen in den jeweiligen Départements informieren. Zu finden ist eine interaktive Grafik.

So sieht die Karte mit den aktuellen Zahlen aus.. Den Link finden Sie hier!

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Hier noch einmal eine Karte mit den Städten, in denen im öffentlichen Raum eine Maske getragen werden muss. Da fast täglich neue hinzu kommen, sollten sich die Besucher auf jeden Fall informieren, wie die Lage ist.

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Nachtrag:

Das Gesundheitsministerium registrierte am Sonntag 7071 Neuinfektionan nach 8550 Neuinfektionen am Vortag. Am Freitag hatten die französischen Behörden mit 8975 Neuinfektionen eine Rekordzahl gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich 324.777 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um drei auf 30.701.

Ein Corona-Knigge für Frankreich

Was geht – und was geht nicht? Das ist im Moment die bange Frage vieler Frankreich-Urlauber. Da immer wieder Anfragen kommen, ist hier einmal in Stichpunkten zusammengefasst, wie die Regeln vor Ort aussehen. Dies bezieht sich vor allem auf die Bretagne, die Maßnahmen gelten allerdings auch in allen anderen Regionen. Ratsam ist es allerdings, sich immer zu erkundigen, wie die jeweiligen Regelungen aussehen – die können nämlich von Stadt zu Stadt anders sein. Aber immer gilt: Vorsichtig sein – und sich den Spaß am Urlaub nicht verderben lassen! 

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In Saint-Brieuc müssen in der Fußgängerzone Masken getragen werden – das gilt inzwischen auch in vielen anderen Gemeinden in Frankreich

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Zusammengestellt hat die Regelungen der Tourismusverband für die Bretagne. Dort können auch weitere Infos abgerufen werden. Das gilt auch für alle anderen Regionen in Frankreich.

 

Welche Regeln gelten allgemein für Frankreich?

Welche Abstandsregeln sind zu beachten?

Social Distancing und Kontaktbeschränkung zu außenstehenden Personen ist auch in Frankreich das Motto des Augenblicks: Zur Begrüßung verzichten wir auf Händeschütteln, Wangenküsse oder Umarmungen. Eine Distanz von mindestens 1 Meter (d. h. 4 m² um Sie herum) ist überall einzuhalten: auf der Straße, beim Spazierengehen und in allen öffentlichen Bereichen.

Wo gilt die Maskenpflicht?

Das Tragen einer Einweg- oder Stoffmaske ist in allen öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend: in Fern- und Nahverkehrszügen, in der Metro, in Bussen und auf den Fähren zu den Inseln. In Taxis müssen Masken getragen werden, falls das Fahrzeug nicht über eine Plexiglasscheibe verfügt. Seit 20. Juli 2020 gilt in Frankreich ebenfalls eine Maskenpflicht an allen öffentlichen geschlossenen Räumen wie z.B. in Supermärkten, Geschäften, Markthallen, Hotels und Museen. Einige Orte haben außerdem eine Maskenpflicht draußen eingeführt – dort, wo sich viele Menschen aufhalten wie z.B. im Außengelände der Häfen, auf Freiluft-Märkten oder in der Altstadt. In der Bretagne betrifft das zurzeit z.B. die Orte Concarneau, Locronan, Fouesnant, Quimper, Crozon und Saint-Brieuc. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Ankunft in Ihrem Hotel bzw. in der Tourist-Information über die aktuellen Gegebenheiten vor Ort.

 

Welche allgemeinen Regeln gelten für:

 Unterkünfte

Da die Kapazitäten in den Unterkünften beschränkt sind, um die Abstandsregelungen einzuhalten, empfehlen wir Ihnen eine Buchung im Voraus. Alle Zimmer und Räumer werden vor und während der Reinigung immer gelüftet (bitte lassen Sie daher Ihre Fenster angekippt, wenn Sie Ihr Zimmer verlassen). Außerdem werden alle Oberflächen nach der Reinigung desinfiziert. Haushaltswäsche wird bei höheren Temperaturen gewaschen, das Geschirr heißer gespült. Verzichtbare Unterlagen in Papierform und Zubehör wurden entfernt, ein Gepäckträgerservice steht aktuell nicht zur Verfügung, Die Empfangsbereiche sind reduziert. Kontaktlose Bezahlung wird wie auch in Deutschland bevorzugt.

Campingplätze

Die sanitären Einrichtungen und öffentlichen Bereiche aller Campingplätze wurden neu organisiert, wobei ein „Einbahnstraßensystem“, vorheriges Händewaschen und bestimmte Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt wurden. Themenabende und andere Animationsangebote wurden neu gestaltet. Reinigungen finden verstärkt und häufiger statt, einschließlich von Desinfektionsmaßnahmen und der Bereitstellung von Desinfektionsgel für alle Gäste. Camper werden gebeten, eigene Oberflächen vor jedem Gebrauch selbst zu reinigen. Chlorierte Innen- und Außenpools sind zugänglich, die maximale Nutzung zu jedem Zeitpunkt darf jedoch 3 Personen pro zwei Quadratmeter Wasserfläche im Freien und eine Person pro 1 Quadratmeter bei Innenpools nicht überschreiten. Um den erforderlichen Abstand zu gewährleisten, ist es möglich, dass weniger Möbel im Poolbereich, wie zum Beispiel Liegen, zur Verfügung stehen. So können Sie immer sicher sein, dass alle Regeln eingehalten werden.

Cafès und Restaurants

Seit dem 15. Juni sind Restaurants und Cafés überall in Frankreich wieder geöffnet. Ein Abstand von einem Meter zwischen den einzelnen Tischen ist Vorschrift. Außerdem dürfen nicht mehr als 10 Gäste an einem Tisch sitzen. Das Tragen einer Maske ist für alle Mitarbeitenden Vorschrift, ebenso für die Gäste, während sie sich im Restaurant bewegen. Selbstbedienung ist zurzeit nicht möglich. In Buffetform angebotene Speisen sind geschützt. In Cafés und Bars können nur Gäste mit Sitzplatz bewirtet werden (nicht stehend an der Bar).

Tourismus-Informationen vor Ort

Hier werden folgende Hygieneregeln umgesetzt: Am Eingang steht Ihnen Desinfektionsgel zur Verfügung. Das Tragen einer Maske ist verpflichtend, im Empfangsbereich sind Wege nach dem „Einbahnstraßensystem“ vorgegeben und es darf sich nur eine begrenzte Besucherzahl in den Räumlichkeiten aufhalten. Maßnahmen zum Abstandhalten und richtiges Hygieneverhalten sind verpflichtend.

Freizeiteinrichtung, Museen usw.

Wie in anderen Einrichtungen ist das Tragen einer Maske Pflicht. Desinfektionsgel steht zur Verfügung, die Ausstellungen werden ständig gereinigt, auf wichtige Hygieneregeln wird durch Aushang hingewiesen. Oftmals ist ein Besichtigungsweg vorgegeben, um ein Kreuzen von Wegen oder Gegenverkehr zu vermeiden, Markierungen auf dem Boden ermöglichen es, die Abstandsregeln zu wahren. Die Anzahl der Buchungen ist begrenzt.

Wassersport

Wassersport wird im Freien mitten in der Natur betrieben – mit viel Luftzirkulation und Platz um Sie herum. In den Wassersportzentren und -verleihen gelten ebenfalls verschiedene Maßnahmen, um Ihnen optimale Bedingungen zu bieten: regelmäßiges Desinfizieren von Kontaktstellen mit Händen und Anzügen/Schwimmwesten zwischen jedem Benutzer, verstärkte Reinigung von Wassersportausrüstung, Abschirmeinrichtungen und Einhalten der Abstandsregeln zu Land und zu Wasser. Wer möchte, kann mit der Familie oder mit Freunden Stunden mit einem privaten Trainer buchen.

 

Welche Regeln gelten im öffentlichen Raum?

 Strände

Die Bretagne verfügt über 2.700 Kilometer Küste und zahlreiche Buchten, Strände und Platz, um Sie unter idealen Bedingungen willkommen zu heißen. An jedem Strandzugang finden Sie die einzuhaltenden Vorschriften: Richtungsvorgaben zum Betreten und Verlassen des Strandes, Abstandsregeln und alle Aktivitäten, die an diesem Strand möglich sind.

Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte

Die Hygieneregeln sind vom jeweiligen Geschäft abhängig. Grundsätzlich sollten Sie sich die Hände am Eingang mit Desinfektionsgel reinigen. Das Tragen einer Maske ist seit 20. Juli 2020 Pflicht.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Tragen einer Maske ist auf Fähren, in Überland- und Stadtbussen sowie in Zügen Pflicht. Zum Bezahlen in Fernbussen ist es wichtig, den passenden Betrag parat zu haben, um Rückgeld zu vermeiden. Die Verkehrsmittel werden täglich gereinigt und desinfiziert. In Bussen erfolgt der Einstieg nicht mehr durch die Vordertür, sondern, wie beim Ausstieg, durch die Hintertür.

In Bezug auf Fähren ist das Tragen einer Maske im Hafen und an Bord verpflichtend (ab 11 Jahren). In Warteschlangen und an Bord muss ein Abstand von einem Meter eingehalten werden. Halten Sie Kontaktzeiten beim Ticketkauf und der Ticketkontrolle so kurz wie möglich und beachten Sie alle Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung. Reservierungen werden dringend empfohlen.

 

Informationen zur Einreise nach Frankreich

 Darf man aus dem Ausland in die Bretagne reisen

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen zwischen Frankreich und den Ländern Europas wieder für den Reiseverkehr geöffnet. Wenn Sie aus einem EU-Land kommen, können Sie wie gewohnt individuell und ohne Formular oder Quarantäne nach Frankreich einreisen und die Bretagne besuchen. Ausnahme: Reisende aus Großbritannien, die zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet sind. Die Grenzen Frankreichs zum Rest der Welt werden ab dem 1. Juli schrittweise und differenziert geöffnet.

Was ist auf Reisen zu beachten?

Das Tragen einer Schutzmaske ist für alle Personen ab 11 Jahren in Bahnhöfen, Flughäfen und in Flugzeugen Pflicht. Die Fernverkehrszüge TGV sowie die Regionalzüge TER und die S-Bahnen RER-Angebot fahren im gewohnten Takt.

 

Genauere Informationen zur Situation in den einzelnen Gemeinden in der Bretagne sind unter diesen Adressen zu finden:

Corona Frankreich: Angst vor dem Ferienende – Problembereich Schule

Keine guten Nachrichten aus Frankreich in Sachen Corona. Noch immer steigt die Zahl der Neuinfektionen. Zuletzt alarmierte die staatliche Gesundheitsbehörde, dass jeden Tag über 3000 neue Fälle gezählt werden. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern wurden die Regeln im täglichen Leben deutlich verschärft. Paris und das Département Bouches-du-Rhône wurden jüngst sogar wieder als „rote Zonen“ eingestuft, in denen das Virus besonders aktiv zirkuliert.

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Paris ist nun „rote Zone“

Die Behörden haben dort bereits reagiert. So muss in Paris praktisch in der gesamten Innenstadt – auch unter freiem Himmel – eine Maske getragen werden. Auch in vielen anderen französischen Städten gilt diese Regelung bereits für Fußgängerzonen oder anderen belebten Orten. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften ist die Maske in ganz Frankreich seit einigen Wochen Pflicht.

Sorge bereitet den Gesundheitsbehörden die anlaufende Rückreisewelle aus dem Urlaub. Millionen Franzosen werden in den kommenden Tagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die Befürchtung ist, dass das Virus auf diese Weise über das ganze Land verteilt wird. Die Taktik im Kampf gegen die Ausbreitung war bisher, gezielt die Infektionsherde, sogenannte Cluster, einzudämmen. So konnte etwa im Juli ein bedrohlicher Anstieg der Zahlen im Département Mayenne und einigen Küstenstädten in der Bretagne unter Kontrolle gebracht werden. Dort konnte sich das Virus vor allem bei Familienfeiern und Strandpartys, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, schnell ausbreiten.

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Eine neue Art der „Cluster“

Angesichts des Ferienendes haben sich offensichtlich auch die Cluster verändert. Immer mehr Infektionen werden laut Gesundheitsbehörde inzwischen an Arbeitsplätzen gemeldet. Aus diesem Grund werden die Unternehmen mit Nachdruck dazu aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Sehr wahrscheinlich wird auch von staatlicher Seite beschlossen, das Tragen von Masken am Arbeitsplatz zur Pflicht zu machen. Um die Möglichkeiten im Kampf gegen das Virus auszuloten will sich Arbeitsministerin Elisabeth Borne am Dienstag mit Vertretern mehrere französischer Gewerkschaften treffen. Verstärkt propagiert wird auch das Homeoffice.

Viele „atypische“ Fälle bei jungen Menschen

„Es gab eine stärkere Zirkulation des Virus in den jüngeren Altersgruppen, aber in den letzten Tagen wurde diese Zunahme in allen Altersgruppen beobachtet, auch in den Altersgruppen von 45-65 Jahren und darüber“, sagte Nicolas Péju von der regionalen Gesundheitsbehörde der Zeitung „Le Monde“. Die Krankenhäuser erleben der Zeitung zufolge aber keine Situation, wie es sie im März gegeben hat.

„Es handelt sich um asymptomatische oder wenig symptomatische Fälle, und zwar im Wesentlichen bei den 35- bis 60-Jährigen“, sagte etwa Sébastien Bogajewski, Leiter des medizinischen Zentrums Croix-de-Chavaux im Pariser Vorort Montreuil, der Zeitung. „Wenn es nur wenige schwere Fälle gibt, wird es wie eine Grippeepidemie sein, und wir werden damit fertig. Das Problem ist, dass wir es nicht wissen, wir fahren auf Sicht.“

Kopfzerbrechen vor dem Schulbeginn

Allergrößtes Kopfzerbrechen bereitet allerdings noch immer der Schulbeginn in zwei Wochen. Es würden noch immer die Regeln gelten, die im Juli erarbeitet worden sind, sagt Sophie Venetitay von der Lehrergewerkschaft Snes-FSU. „Aber diese Regeln passen nicht mehr auf die aktuelle Situation.“ Im Moment würde der Unterricht praktisch völlig normal beginnen, es müssten keine Abstandsregeln eingehalten werden und das Tragen von Masken sei keine Pflicht. Sie fordert, dass in den nächsten Tagen die Vorschriften unbedingt angepasst werden.

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Aus dem Bildungsministerium heißt es allerdings, alles sei bestens organisiert. Es gebe auch Pläne für einen koordinierten Fernunterricht, sollten einige Schulen wieder schließen müssen. So ganz scheint man den eigenen Worten allerdings nicht zu vertrauen. „In den kommenden Tagen wird es Gespräche über die Anpassung der Bedingungen für den Beginn des Schuljahres geben“, heißt es am Montag angesichts der alarmierenden Infektionszahlen aus dem Bildungsministerium.

Corona Frankreich: Maskenpflicht im Zentrum von Paris – Entspannung in der Bretagne

Strengere Corona-Regelungen in Paris. Die Zonen, in denen eine Maske getragen werden muss wurden noch einmal ausgeweitet. Einziger Vorteil – es ist nun übersichtlicher und klarer. Zuvor waren einzelne Straßen ausgezeichnet, nun sind es ganze Viertel.

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Die Corona-Infektionszahlen in Paris steigen steil an

Seit zwei Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen in der Region Paris stetig an. Gilt eine Rate von bis zu zehn Neuinfektionen auf 100.000 Menschen als beherrschbar, stieg diese Zahl zuletzt auf über 50 Fälle. Die Einstufung als aktive Viruszone ist in Frankreich bei einer Schwelle von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner möglich – geschieht aber nicht automatisch. Bei der Einstufung wird etwa berücksichtigt, ob es sich um sogenannte Cluster handelt und Infektionsketten nachvollziehbar sind.

Vor allem in der Altersgruppe von 15 bis 45 Jahren werden immer mehr Fälle gezählt, heißt es in einer Mitteilung. Das erklärt sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde ziemlich einfach: diese Altersgruppe ist sozial sehr aktiv und lässt relativ häufig die notwendige Vorsicht vermissen, hält sich also nicht an die Abstandsregeln. Ein besonderes Problem ist, dass junge Menschen häufig „asymptomatisch“ seien – dass sie also das Virus in sich tragen, es nicht merken und ihn auf diese Weise immer weiterverbreiten.

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Entwicklung für die Behörden nicht überraschend

Für die Verantwortlichen kommt der Anstieg allerdings nicht wirklich überraschend. „Es sind dicht besiedelte Orte, Orte mit vielen Bevölkerungsströmen, viel Verkehr, vielen jungen Menschen, die intensiv sozial aktiv sind“, sagt der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon

In Paris muss inzwischen im gesamten engeren Stadtzentrum eine Maske getragen werden. Betroffen sind auch Quais und das Seine-Ufer, wo sich am Abend immer viele Menschen versammeln.

Die Liste der Zonen mit Maskenpflicht

Die Liste der Viertel mit Maskenplicht ist lang, hier einige Ecken, die von Touristen besonders häufig besucht werden und wo von nun an Mund und Nase bedeckt sein müssen:

  • Champs-Élysées
  • Die îles de la Cité und Saint-Louis (Notre Dame)
  • Quartier latin
  • Ecole militaire
  • Champ-de-Mars und Eiffelturm
  • Montmarte
  • Pigalle
  • Das Bassin und der Park von La Villette

Die anderen Zonen sind:

Batignolles;  Caumartin; Saint-Denis; Sécrétan; Canal de l’Ourcq; Chapeau rouge; Place des Fêtes; Belleville; Houdin-Oberkampf-Roquette; Bastille; Gare de Lyon; Bercy; Rund um die Bibliothèque Nationale de France; Italie-Choisy; Butte aux Cailles; Der Parc Montsouris; Portes d’Orléans; Vanves; Gergovie-Froidevaux; Montparnasse; Place Monge; Balard-Grenelle; Chaillot-Muette; Ternes; Bois de Vincennes und Bois de Boulogne

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Die Präfektur in Paris mahnt zur Vorsicht

In einer Mitteilung schreibt die Präfektur von Paris allerdings auch, dass das Tragen von Masken auch außerhalb dieser Zonen dringend angeraten wird – vor allem dort, wo viele Menschen sich bewegen. Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, werde die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.

Verboten sind zudem die Zusammenkunft von mehr als zehn Personen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können.

Auch kündigte die Polizei an, dass die Kontrollen verstärkt werden. Vor allem in Bars, Restaurants und Bistros werden die Beamten vor allem am Abend kontrollieren, da dort immer wieder die Regeln missachtet wurden.

Angespannte Corona-Situation auch in Marseille

Auch das Département Bouches-du-Rhône, in dem die Stadt Marseille liegt, ist von der neuen Einstufung betroffen. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können – theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Entspannung im Département Mayenne

In anderen Regionen scheint sich die Lage hingegen weiter zu entspannen. Vor allem im Département Mayenne melden die Behörden einen Rückgang der Infektionen.

Der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon, lobte in einem Interview auf „France Inter“ die Bereitschaft der Bevölkerung, sich an die strengen Hygieneregeln zu halten. So sei eine Eindämmung des Virus möglich gewesen:

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„Les Mayennais se sont mobilisés, ont observé l’ensemble des gestes barrières, ont accepté de se faire tester massivement: ça a marché! Avec la réaction des citoyens, on peut freiner l’épidémie et mettre fin à des clusters à risqué.”

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Wurden im Juli noch 150 Fälle auf 100.000 Einwohner gemeldet, ist diese Zahl inzwischen auf unter 20 gesunken.

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Entspannung auch in der Bretagne

Auch die Bretagne stand im Juli im Fokus – und auch dort hat sich die Lage deutlich entspannt, nachdem die Behörden die Regeln verschärft hatten. Das Tragen von Masken war in vielen Gemeinden Pflicht und bisweilen wurden die Strände für die Öffentlichkeit gesperrt.

Aktuell werden in der Bretagne 16 Cluster gezählt, die allerdings nicht direkt touristische Einrichtungen betreffen. Die Ansteckungsherde sind nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörde:

  • 1 Cluster Côtes d’Armor (EHPAD)
  • 4 Cluster Finistère (2 in Betrieben und 2 in Familien)
  • 9 Cluster Ille-et-Vilaine (4 in Familien – 3 in Betrieben – 1 Altenheim – 1 Gesundheitseinrichtung)
  • 2 Cluster Morbihan (1 Altenheim und 1 eine Familie)

Immer aktualisierte Informationen zum Stand der Corona-Infektionen sind unter dieser Adresse der Gesundheitsbehörde Bretagne  im Internet zu finden. Die Daten werden dort fast täglich aktualisiert.

Genauere Informationen zur Situation in den einzelnen Gemeinden in der Bretagne sind unter diesen Adressen zu finden:

Corona Frankreich: Polizei wird das Tragen von Masken stärker kontrollieren

Die Warnungen vor dem Corona-Virus werden in Frankreich jeden Tag etwas lauter. Inzwischen kündigt die Regierung an, die Kontrollen der Maskenpflicht durch die Polizei deutlich ausweiten. Das heißt auch, dass die Strafen härter durchgesetzt werden. Wer keine Maske trägt, muss bis zu 135 Euro bezahlen.

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In diesen Städten wird das Tragen von Masken auch im Freien zur Pflicht

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Die Polizei will hart durchgreifen

Wir sind an einem entscheidenden Punkt“, sagt ein Sprecher. „Aber es sind nicht die Polizisten, vor denen man sich fürchten sollte (…) man sollte sich vor dem Virus fürchten, das lauert und ansteckt.“ Frankreich verzeichnete in den vergangenen Tagen einen erneuten Anstieg der Corona-Infektionen.

Inzwischen melden auch immer mehr Städte, dass das Tragen von Masken auch im Freien zur Plicht wird. Die Karte (oben) zeigt, welche Städte inzwischen die Regeln verschärft haben. Die zweite Karte zeigt, wo in Paris – trotz des sehr heißen Wetters –  Maskenpflicht gilt.

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In diesen Bereichen muss in Paris eine Maske getragen werden

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 Versailles leidet unter Touristen-Schwund

In der französischen Touristenattraktion Schloss Versailles gibt es seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown einen mächtigen Besucherschwund. Vor allem die Zahl der ausländischen Touristen sei aufgrund der Reiseeinschränkungen nahezu vollständig eingestürzt, beklagte am Mittwoch Catherine Pégard, Vorsitzende der Schlossverwaltung. Das Schloss der „Sonnenkönige“ empfing vor der Pandemie zu 80 Prozent Touristen aus dem Ausland.

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Seit der Wiedereröffnung am 6. Juni sind die Besucherzahlen laut Pégard um zwei Drittel eingebrochen. Unter normalen Umständen besuchen das Schloss bis zu 30.000 Touristen am Tag. Aktuell sind es nach Angaben der Schlossverwaltung im Durchschnitt noch 10.000 – hauptsächlich französische – Besucher. Die bisherigen finanziellen Einbußen von rund 45 Millionen Euro bedeuteten eine große Herausforderung, sagte Pégard. Es sollten aber alle rund tausend Angestellten des Schlosses weiter beschäftigen werden.
In den Räumen von Versailles gilt aktuell eine Maskenpflicht. Zudem müssen die Besucher markierten Wegen folgen, um Ansammlungen zu vermeiden.

Paris-Marathon fällt wegen Corona aus

Der diesjährige Paris-Marathon ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Man habe zwar alles versucht, um an der Veranstaltung festzuhalten, müsse aber letztlich doch darauf verzichten, teilen die Organisatoren mit. Der Marathon sollte ursprünglich am 5. April stattfinden, war aber dann wegen der Pandemie auf den 15. November verschoben worden. Auch andere bekannte Marathons wie in Berlin wurden bereits abgesagt.

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