Die Demokratie muss sich wehren!

Ein Kommentar zu den Vorgängen in Heidenau:

Ist in diesem Land schon einmal ein Fußballspiel abgesagt worden, weil es zu wenige Polizisten gab, um die Fans vor Ausschreitungen durch Hooligans zu schützen? Nein! Was in dieser Republik jedes Wochenende im Sport funktioniert, muss nun auch in Heidenau möglich sein. Dort hat das Landratsamt eine Willkommensfeier und alle weiteren öffentlichen Veranstaltungen bis Montag untersagt. Der Grund: es gebe nicht genügend Polizisten, um das Fest zu schützen.

Das ist eine absurde Ausrede! Es ist auch ein Kniefall vor dem rechten Mob, der seit Tagen die Stadt terrorisiert und vor dem Flüchtlingsheim randaliert. Diese „Patrioten“ haben es geschafft, dass das kleine ostsächsische Städtchen auf die internationale Landkarte gekommen ist und Deutschland sein hässliches Gesicht zeigt. Diese „Patrioten“ haben die demokratisch gewählte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem Besuch des Flüchtlingslagers aufs Übelste beschimpft und ihr Eier hinterher geworfen. Die „normalen Bürger“ von Heidenau – die noch immer in der überwältigenden Überzahl sind – wollen angesichts dieser unhaltbaren Vorgänge mit dem Fest beweisen, dass es auch ein anderes, ein freundliches und offenes Heidenau gibt.

In Heidenau ist längst ein Kräftemessen zwischen Demokraten und Anti-Demokraten im Gange. Der Staat muss die zuletzt immer wieder angekündigte Härte zeigen und den rechten Pöbel in die Schranken weisen. Das kann nicht daran scheitern, dass eben dieser Staat nicht in der Lage sein soll, dem Mob genügend Polizisten entgegenzustellen.

Kleiner Nachtrag:

Und was meint die CDU in Sachsen dazu? Das verdeutlicht dieser Eintrag auf Twitter:

“+++ In den kommenden zwei Wochen wird es wegen meines Jahresurlaubs hier auf #Twitter etwas ruhiger werden. +++“
Zweiter Nachtrag: 
Das vom Landratsamt Pirna erlassene Versammlungsverbot für das Wochenende in Heidenau ist „offensichtlich rechtswidrig“. Das teilte das Verwaltungsgericht Dresden nach einer Eilentscheidung am Freitagmittag mit (Az. 6 L 815/15).