Bürgermeister montiert Bänke ab wegen des Coronavirus

Im Kampf gegen den Coronavirus greifen die Verantwortlichen bisweilen zu erstaunlichen Maßnahmen. Das hat nun auch Sébastien Leprêtre, Bürgermeister von La Madeleine, getan. 

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Der Bürgermeister einer nordfranzösischen Gemeinde hat im Kampf gegen das Coronavirus alle Bänke abmontieren lassen. „Ich konnte sie jeden Tag aus dem Fenster meines Büros im Rathaus sehen“, sagte Sébastien Leprêtre, Bürgermeister von La Madeleine, der Tageszeitung „Le Parisien“ über die Menschen, die sich auf die Bänke gesetzt hätten. „Bei strahlendem Sonnenschein kamen die Einwohner zum Reden und nicht nur für zehn Minuten, sondern für einen guten Teil des Nachmittags. Das ist inakzeptabel.“ Die Stadtverwaltung montierte schließlich um die 40 Bänke auf Frei- und Grünflächen ab.

Nicht nur, dass das Sitzen auf einer Bank derzeit nicht erlaubt sei – die Bank sei auch ein potenzieller Virusüberträger, so der Bürgermeister. „Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages eine solche Entscheidung treffen müsste“, so Leprêtre. „Leider nehmen es einige Leute immer noch auf die leichte Schulter.“ Wenn die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben werden und sich die Situation wieder verbessert hat, sollen die Bänke wieder aufgestellt werden.

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In Frankreich gelten seit anderthalb Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen – vor die Tür zu gehen, ist nur erlaubt, wenn es unbedingt nötig ist. Sport und kurze Spaziergänge – etwa mit Hunden, Kindern oder Personen desselben Haushalts – sind aber gestattet.

Arbeitslose sollen in Frankreich bei der Ernte helfen

Die Corona-Krise macht sich nun auch bei den französischen Bauern bemerkbar. Ihnen fehlen im Moment die Arbeitskräfte, um die Ernte von den Feldern einzuholen. Nun wurden Arbeitslose aufgerufen, bei der Feldarbeit auszuhelfen.

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In der Tageszeitung „Le Parisien“ berichten Bauern über ihre Notlage in Sachen Saisonarbeiter

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Es fehlen rund 200.000 Saisonkräfte

Nach Angaben des französischen Dachverbands der Landarbeiter (FNSEA)  fehlen bis Mai rund 200.000 Saisonkräfte. Die Verbandspräsidentin Christiane Lambert rief Interessierte im Radiosender France Inter auf, sich auf einer Webseite zu melden, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eingerichtet wurde.

Landwirtschaftsminister Didier Guillaume hatte zuvor alle derzeit unbeschäftigten Franzosen aufgerufen, sich freiwillig zur Verfügung zu stellen. „Wir müssen produzieren, um die Franzosen zu ernähren“, betonte Guillaume.

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Sorgen machen sich unter anderem die Erdbeer-Bauern. Ihnen fehlen für die bevorstehende Ernte rund 3000 Saisonkräfte, die normalerweise aus Spanien, Portugal, Marokko oder Polen nach Frankreich kommen, wie der größte Anbauverband AIFLG im Südwesten Frankreichs mitteilte.

Einreiseverbot in Deutschland für Erntehelfer

Ein ähnliches Problem hat auch Deutschland. Dort wurde trotz der Schwierigkeiten ein Einreiseverbot für Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer erlassen. Ihnen werde „bis auf weiteres“ die Einreise nach Deutschland im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen nicht mehr gestattet, teilt das Bundesinnenministerium mit. Dies habe Innenminister Horst Seehofer zur weiteren Eindämmung der Infektionsgefahren angeordnet.

„Die Regelung gilt für Einreisen aus Drittstaaten, Großbritannien sowie EU-Staaten, die den Schengen-Besitzstand nicht voll anwenden (u. a. Bulgarien und Rumänien) und für Staaten, zu denen Binnengrenzkontrollen vorübergehend wiedereingeführt wurden.“ Der Bauernverband hatte gefordert, den Einreisestopp „so kurz wie möglich zu halten.“ In der Landwirtschaft arbeiten jedes Jahr nahezu 300.000 Saisonkräfte vor allem aus Rumänien und Polen.

Ein Nacktfoto als Protest im „Gesundheitskrieg“

Alain Colombié ist verzweifelt. Der Mediziner ist so verzweifelt, dass er sich auszieht. Auf Facebook veröffentlichte er ein Nacktfoto von sich.  Es sei ein „Aufschrei“ gegen die Zustände, die in Frankreich im Kampf gegen das Coronavirus herrschten, sagt er. Sein Vorwurf: das Land sei trotz Warnungen vieler Ärzten unvorbereitet in die Pandemie gegangen.

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Chair à canon – Kanonenfutter

Das Foto zeigt Colombié nackt in seinem Behandlungszimmer auf einem roten Drehstuhl. Er trägt lediglich ein Stethoskop und eine Kopf- und Armbinde mit der Aufschrift „chair à canon“ (Kanonenfutter).

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„Président Macron, vous demandez à vos petits soldats de partir au front sans armes et sans défense ( masque, gel, surblouse ) et bien sûr sans considération, le petit doigt sur la couture du pantalon….., à non merde ! Pardon !“

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Der Arzt sagt, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron von Ärzten verlange, „in demselben Aufzug in die Schlacht zu ziehen, den ich auf dem Foto trage“, schreibt er in einem Kommentar. Die Mediziner hätten zu ihrer Verteidigung weder Masken noch Desinfektionsgel noch Schutzanzüge.

Gegenüber France Info erklärt er: 

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„Je demande l’insurrection générale de tous les professionnels de santé. Ne pouvant entrer en grève, je demande à tous et à toutes de travailler avec un brassard, un plastron ou tout autre moyen, intitulé : CHAIR À CANON ». „C’est un coup de gueule, c’est sorti du cœur mais là, la coupe est pleine et on va la boire jusqu’à la lie.“

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Frankreich im „Gesundheitskrieg“

Macron hatte die Franzosen vor gut einer Woche auf einen „Gesundheitskrieg“ gegen das Coronavirus eingestimmt. Inzwischen hat die Regierung einen Mangel an Masken und anderer Ausrüstung eingeräumt.

Colombié ist Hausarzt in der südfranzösischen Gemeinde Pomérols, in der Nähe der Urlaubsorte Agde und Sète am Mittelmeer. Nach eigenen Angaben hat er derzeit täglich mehr als 40 Patienten und arbeitet teils bis in die späten Abendstunden. In Frankreich wurden zuletzt offiziell mehr als 19.800 Coronavirus-Infektionen gezählt und 860 Tote.

 

Die Statistik gibt dem Coronavirus ein Gesicht

In der Krise bestimmen viele Statistiken das Leben der Menschen. Das reicht von der Zahl der Infizierten, bis zum Stromverbrauch.

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Null Menschen besuchen im Moment die Bistros in Frankreich – die haben wegen der Ausgangssperre geschlossen. Doch es gibt noch andere Zahlen zum Thema.

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Innerhalb von 24 Stunden über 100 Tote

Das Coronavirus ist kein unsichtbarer Feind. Sein Gesicht sind die Zahlen, die seit Wochen veröffentlicht werden und deutlich machten, dass aus einer lokalen Krise eine Pandemie geworden ist. Doch auch Zahlen sind eine eher abstrakte Angelegenheit. Was heißt es, wenn die Infektionen exponentiell zunehmen? Zu begreifen ist das, wenn etwa in Frankreich am Dienstag noch knapp 5000 Fälle gemeldet werden und zwei Tage danach bereits über 10.000, von denen fast 5000 im Krankenhaus liegen und davon über 1000 auf der Intensivstation. Oder wenn in Frankreich am Freitagmorgen innerhalb von 24 Stunden über 100 Todesfälle verzeichnet sind. Im ganzen Land sind inzwischen fast 400 Opfer zu beklagen.

Auch um das Maß der Bedrohung für sich selbst zu kalkulieren, wird auf die Zahlen der Statistik zurückgegriffen. In Frankreich sind nur zwei Prozent der Corona-Infizierten jünger als 15 Jahre, aber 34 Prozent sind älter als 65 Jahre. Noch deutlicher wird das Bild, wenn die Zahl der Intensivpatienten herangezogen wird. Von diesen sind im Moment 92 Prozent über 65 Jahre alt.

Der Stromverbrauch in Frankreich sinkt

Doch die Pandemie liefert auch noch andere Zahlen. So ist in Frankreich der Stromverbrauch um 15 Prozent gesunken. Das sei eine „völlig neue Situation“, heißt es vom Netzbetreibers RTE und ist wohl durch die sinkenden wirtschaftlichen Aktivitäten im Zuge der Pandemie zu erklären.

Natürlich nimmt deswegen natürlich auch der Verkehr ab. Jeden Tag fahren viele Zehntausend weniger Autos nach Paris – und dennoch wird in der Millionenstadt die Feinstaubbelastung nicht weniger. 63 Mikrogramm pro Kubikmeter sind am Donnerstag gemessen worden, fast doppelt so viel wie zu Anfang der Woche. Das sei typisch im Frühling, heißt es zur Erklärung, und wäre unter normalen Umständen wesentlich höher. Zudem wehe bei dem schönen Wetter kein Wind, der Feinstaub wird also nicht verwirbelt.

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Die Strafen werden in Frankreich erhöht

An Zahlen richtet sich inzwischen auch die Aktivitäten im Freien aus. Wer in Frankreich ohne Grund die Ausgangssperre missachtet, muss 135 Euro bezahlen. Um den Grad der Abschreckung zu erhöhen, soll die Strafe noch auf 375 Euro erhöht werden. Erlaubt ist, Sport zu treiben – allerdings nur alleine, zwei sind schon eine Gruppe. Und man darf sich nicht zu weit vom Haus dabei entfernen: zwei Kilometer sind das Maximum. Und wer joggen geht, darf das höchstens für 30 Minuten, also keine Zeit für einen Marathon.

Die Zahlen zeigen auch, dass Präsident Emmanuel Macron in der Krise an Zustimmung gewinnt. Seit Monaten steckt er im Umfragetief und hatte zuletzt das Vertrauen von nur noch knapp 20 Prozent der Franzosen. Doch sein Auftreten in der Corona-Krise wird von 65 Prozent seiner Landsleute honoriert. 85 Prozent der Befragten des Umfrageinstitutes Odoxa sagen sogar, er hätte viel früher so hart durchgreifen sollen.

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Auch in Frankreich sind Prepper unterwegs

Und natürlich werden auch in Frankreich angesichts der Ausgangssperre Nahrungsmittel gehortet. 20 Prozent der Befragten geben an, sich mit den Dingen des täglichen Bedarfs eingedeckt zu haben. Sieben Prozent der Franzosen haben sich wegen der Krise in eine andere Region des Landes begeben – meistens von der Stadt aufs Land, wo es sich besser leben lässt. Faktisch hat in diesen Tagen in Frankreich eine Völkerwanderung von vier Millionen Menschen stattgefunden. Das allerdings war eher kontraproduktiv und hat die Ausbreitung des Virus wohl eher begünstigt. Ob dieser Furcht begründet ist, wird sich in den kommenden Tagen in der Statistik zeigen.

Eine Insel im Atlantik schottet sich ab

In Frankreich sind wegen der Ausgangssperre viele Städter aufs Land gefahren. Dort sehen die Einheimischen das mit großer Sorge und reagieren rigoros.

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Kein Fremder darf mehr auf die Insel

Der Bürgermeister von Groix greift durch. Dominique Yvon hat die kleine Insel vor der bretonischen Atlantikküste gesperrt. Kein Fremder darf das Eiland mehr betreten. Der Grund: die Île de Groix ist in Zeiten der Corona-Krise Zufluchtsort für viele Menschen aus der Stadt geworden. In den letzten Stunden vor Verhängung der landesweiten Ausgangssperre fand etwa in Paris ein wahrer Exodus aus der Millionenmetropole statt. Zu Zehntausenden strömten die Menschen aufs Land, zu ihren Verwandten oder in die Zweitwohnungen am Meer.

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Streit mit den „Eindringlingen“

Angesichts dieses Ansturms kommt es nicht nur auf Groix zu Reibereien zwischen Einheimischen und Gästen, die nun die Regale in den Geschäften vor Ort leerkaufen. Die Menschen in den Dörfern haben auch Angst, dass die Großstädter den Coronavirus einschleppen. Angesichts der überaus schlechten medizinischen Versorgung auf dem Land wäre das eine Katastrophe. Deshalb haben sich einige Bürgermeister im Département Morbihan entschlossen, das Vermieten von „Zimmern aller Art“ an Saisongäste zu verbieten. In der Region liegen die beliebten Inseln Belle-Île-en-Mer, Groix, Houat et Hoëdic. In den Häusern wohnen dürfen nur noch die Eigentümer oder nahe Verwandte – also deren Kinder oder Eltern.

Die Leute benehmen sich in der Krise wie im Urlaub

Nach Ansicht der Einheimischen kommt diese Beschränkung viel zu spät. In den sozialen Medien beschweren sie sich darüber, dass die „Eindringlinge“ sich benehmen würden, als seien sie im Urlaub. Gepostet werden Fotos auf denen trotz der Ausgangssperre Menschen mit ihren Surfbrettern am Stand zu sehen sind oder auf Fahrrädern kreuz und quer über die Inseln fahren. „Die Pariser halten sich an keine Regeln“, ist ein Satz, der in dieser Situation oft geäußert wird und die landesweiten Vorurteile der Landbevölkerung über die Bewohner der Hauptstadt wiederspiegelt: arrogant, respektlos, oberflächlich.

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Angst vor dem Coronavirus

Christophe Germain, Besitzer eines Fischladens in Belle-Île-en-Mer, profitiert einerseits von den Gästen und hat Verständnis, dass sie aus der Stadt geflüchtet sind. Auf der anderen Seite ist er sehr beunruhigt. „Jeder Neuankömmling könnte den Virus in sich tragen und ihn weitergeben,“ sagt er Geschäftsmann.

Die Stimmung im Département Morbihan ist noch aus einem weiteren Grund gereizt. Die Region war eine der ersten französischen Gegenden, in der viele Corona-Erkrankungen registriert wurden. Die Verantwortlichen haben darauf sehr früh mit drastischen Maßnahmen reagiert und die Verbreitung in den Griff bekommen. Nun befürchten die Menschen, dass dieser Erfolg zunichte gemacht wird und die Epidemie mit den Neuankömmlingen zurückkehren könnte.

Emmanuel Macron – ein Gewinner der Corona-Krise

Mit seinem harten Durchgreifen in der Corona-Krise trifft der französische Präsident den Nerv des eigenen Volkes. Seine Zustimmungswerte steigen deutlich.

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Die Franzosen vertrauen ihrem Präsidenten

Die Corona-Krise kennt auch Gewinner. Zu ihnen zählt im Moment Emmanuel Macron. 76 Prozent der Franzosen vertrauen ihrem Präsidenten im Kampf gegen die Pandemie. Das ergibt eine Umfrage von Harris Interactive im Auftrag des Senders RTL. Das ist ein Ergebnis, von dem der von zahlreichen Krisen geschüttelte Staatschef bisher nur träumen konnte.

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35 Millionen Franzosen verfolgten seine Rede an die Nation am Montagabend – das ist absoluter Zuschauerrekord. Dabei verkündete Macron neue, strenge Maßnahmen, um das Ausbreiten der Krankheit im Land weiter einzudämmen. Zudem erklärte er, angesichts der Krise seine umstrittene Rentenreform auszusetzen. In Frankreich sind seit Sonntag alle Restaurants und sehr viele Geschäfte geschlossen. Nun wurde vom Präsidenten eine Ausgangssperre verhängt, die von rund 100.000 Polizisten überwacht wird. Wer dagegen verstößt muss 135 Euro Strafe bezahlen. Schon in den ersten Stunden nach Inkrafttreten wurden mehrere Hundert Anzeigen verteilt.

Frankreich von Corona stark betroffen

Dem Präsidenten erschienen diese Maßnahmen notwendig, da Frankreich zu den am stärksten vom Coronavirus betroffen Regionen in Europa zählt. Das Land hat mit rund 7700 registrierten Fällen zwar weniger Infizierte als Deutschland (9400), doch sind bis zu diesem Zeitpunkt 148 Tote zu beklagen (Deutschland: bisher 24 Tote).

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Deutlich wird in der Umfrage, dass das Volk hinter den Maßnahmen ihres Präsidenten steht. Rund Dreiviertel der Befragten findet sie überzeugend oder sogar sehr überzeugen. Auch die Regierung kann von dem Umfragehoch Macrons profitieren. 63 Prozent der Franzosen äußern ihr Vertrauen, dass die Politiker ihre Arbeit in der Krise gut machen. Auch das ist angesichts der monatelangen, bisweilen brutal geführten Streiks gegen die Rentenreform ein überraschender Wert. Hier hängt die Zustimmung allerdings sehr von der Parteizugehörigkeit ab. 97 Prozent der Mitglieder der Präsidentenpartei La République en Marche stehen hinter der Regierung und dem Staatschef. Aber auch knapp die Hälfte des rechtsextremen Rassemblement National bewerten die ergriffenen Schritte als überzeugend. Das ist ein kleiner Rückschlag für dessen Chefin Marine Le Pen, denn sie gilt für Macron als größte Konkurrentin im Rennen um die Gunst des Volkes.

Laut der Befragung machen sich knapp über 70 Prozent der Franzosen Sorgen um ihre Gesundheit die ihrer Familie. Gleichzeitig empfinden sie die Ausgangssperre nicht als Schock oder allzu große Einschränkung des alltäglichen Lebens. Rund 60 Prozent der Befragten sagen, es sei leicht oder sehr leicht, die Ausgangssperre einzuhalten.

Frankreich verbietet Veranstaltungen wegen Coronavirus

Die französischen Behörden verschärfen die Maßnahmen. Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sind Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis auf Weiteres untersagt.

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5000 Menschen sind das Limit

Die französischen Behörden haben angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis auf Weiteres untersagt. Alle Zusammenkünfte von mehr als 5000 Menschen „in geschlossenen Räumen“ sowie manche im Freien würden landesweit abgesagt, teilte die Regierung in Paris mit. Unter anderem strichen die Behörden den für Sonntag geplanten Pariser Halbmarathon mit rund 44.000 angemeldeten Läufern sowie den letzten Veranstaltungstag der internationalen Landwirtschaftsmesse in der Hauptstadt.

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Weiterhin seien von den Absagen der Karneval im Alpenort Annecy sowie die Immobilienmesse Mipim im südfranzösischen Cannes betroffen. Die am Wochenende stattfindenden Spiele der ersten französischen Fußballliga würden jedoch wie geplant stattfinden, sagte Gesundheitsminister Olivier Véran. Er bezeichnete die getroffenen Vorkehrungen als „provisorisch“.

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Drastische Maßnahmen in Oise

Drastische Maßnahmen verkündete er zudem für das vom Coronavirus besonders betroffene Département Oise nördlich von Paris sowie die Gemeinde La Balme-de-Sillingy im Département Haute-Savoie nahe der Stadt Annecy. Dort sind demnach jegliche Zusammenkünfte bis auf Weiteres untersagt. Véran rief die Bewohner dazu auf, zu Hause zu bleiben und wenn möglich auch von dort zu arbeiten. Sie könnten für Einkäufe rausgehen, „unnötige Fahrten“ sollten aber dringend vermieden werden, sagte der Minister. Einige Schulen sollen zudem am Montag geschlossen bleiben.

Laut Véran wurden seit Freitagabend 16 neue Infektionsfälle im Land bestätigt, womit die Gesamtzahl der in Frankreich gemeldeten Fälle auf insgesamt 73 steigt. Unter ihnen würden derzeit 59 in Krankenhäusern behandelt, zwölf seien bereits geheilt und zwei Menschen verstorben, hieß es weiter.