Belgische Justiz hebt Corona-bedingte Schließung kultureller Spielstätten auf

Der Aufschrei bei den Künstlern in Belgien war riesig. Die Regierung hatte wegen Corona die Schließung aller kultureller Spielstätten angeordnet. Doch nun macht die Justiz diesem Plan einen Strich durch die Rechnung.

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Erleichterung in der Kunstwelt

Die Entscheidung des Staatsrates war eine große Erleichterung für die Kunstwelt in Belgien. Die Richter erklärten, es sei von der Regierung nicht hinreichend dargelegt worden, inwiefern die Spielstätten „besonders gefährliche“ Aufenthaltsorte seien und somit zur Ausbreitung des Coronavirus beitrügen. Daher sei auch nicht zu erkennen, warum ihre Schließung angeordnet werden müsse. Die Entscheidung des obersten Verwaltungsgerichts des Landes bezieht sich auf Konzerthallen, Theater und andere Spielstätten, nicht aber auf Kinos. Die belgische Regierung hatte die Schließung der Spielstätten am 22. Dezember angeordnet, um die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in Belgien zu einzudämmen. 

Am Sonntag haben Tausende Belgier gegen die Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Kulturbereich protestiert. Rund 5000 Menschen gingen nach Angaben der Polizei in Brüssel auf die Straße. Vertreter von Theatern und der Staatsoper in Brüssel riefen die Regierung auf, die Schließung von Kultureinrichtungen zu überdenken. „Nein zu diesem idiotischen Dekret!“ und „Keine Kultur, keine Zukunft“ war auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen.

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„Wir analysieren derzeit eingehend das Urteil des Staatsrats“, teilte das Büro von Regierungschef Alexander De Croo am Dienstagabend mit. „Alle notwendigen Abstimmungen werden schnell stattfinden.“ Am Sonntag hatten tausende Menschen in Belgien gegen die neuen Auflagen demonstriert. Derweil sind derzeit einige belgische Kinos, etwa in Brüssel, Namur und Lüttich, geöffnet, obwohl dies eigentlich weiterhin untersagt ist.

Kinos dürfen wohl auch öffnen

Auch die Anordnung zur Schließung von Kinos könnte in den kommenden Tagen aber aufgehoben werden, da hierzu ebenfalls mehrere Beschwerden beim obersten Verwaltungsgericht eingereicht wurden. Die Kulturministerin von Brüssel und der französischsprachigen Region Wallonien, Bénédicte Linard, sprach sich dafür aus, die Kinos schon jetzt wieder zu öffnen. Nach der Entscheidung des Staatsrats vom Dienstag ergebe es keinen Sinn, das Urteil zu den Kinos abzuwarten. 

Die Corona-Zahlen in Belgien waren in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen, doch die Ausbreitung der besonders ansteckenden Omikron-Variante bereitet den Behörden Sorgen.

Niederländer stürmen die Nachbarländer

Unterdessen bereitet den belgischen Behörden ein anderes Problem sehr großes Kopfzerbrechen. Denn im Nachbarland Niederlande besteht noch bis Mitte Januar ein Lockdown, mit dem die Verbreitung der stark ansteckenden Omikron-Variante gebremst werden soll. Geschäfte, Gaststätten, Schulen, Kultur- und Sporteinrichtungen sind geschlossen. Ausnahmen gelten für Supermärkte oder Apotheken. Seit Dienstag gilt Omikron in den Niederlanden offiziell als die dominante Variante des Coronavirus.

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Um über die Feiertage doch noch zum langersehnten Einkaufsbummel zu kommen, sind viele Niederländer in die Nachbarländer gereist. Der niederländische Gesundheitsminister Hugo de Jonge hat seine Landsleute aufgerufen, angesichts der Corona-Pandemie vorerst nicht mehr zum Einkaufen nach Deutschland oder Belgien zu fahren. „Wenn es in den Niederlanden unvernünftig ist, durch die Einkaufsstraßen zu gehen, dann ist es das auch in Antwerpen oder Aachen“, sagte De Jonge am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP. „Ich rufe Sie dringend auf: Bleiben Sie zu Hause.“

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 Ob sich die Niederländer daran halten, ist allerdings mehr als fraglich. Die belgische Bahn hat sich aus diesem Grund dazu entschlossen, mehr Züge zwischen den Niederlanden und Belgien einzusetzen. Die niederländische Bahn riet am Mittwoch davon ab, Züge in Richtung Belgien zu benutzen. Sie seien oft so überfüllt, dass es unmöglich sei, den erforderlichen Mindestabstand einzuhalten.   dpa

Belgischer Kickbox-Weltmeister stirbt an Corona

Frédéric Sinistra brüstete sich immer wieder, der stärkste Mann von Belgien zu sein. Nun hat der durchtrainierte 40-jährige Kickboxer seinen letzten Kampf verloren. Er ist an einer Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Bis zu zuletzt hatte Sinistra die Existenz des Virus geleugnet und war natürlich nicht geimpft.

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Fotos von der Intensivstation

Frédéric Sinistra wollte eigentlich nicht ins Krankenhaus, so einen „kleinen Virus“ könne er selbst besiegen. Erst als ihn sein Trainer dazu drängte, ließ er sich in die Klinik einweisen und wurde sofort auf die Intensivstation verlegt. Zu jenem Zeitpunkt hatte das Virus seine Lunge bereits stark angegriffen. Der Sportler selbst postete dann Fotos von sich in den sozialen Medien, in einem Krankenhausbett mit Beatmungsschläuchen in der Nase – aber noch immer sehr selbstbewusst auftretend.

Auf Facebook schrieb der Kickboxer noch am 26. November: „Leider wird mein Kampf am 4. Dezember in Nîmes abgesagt. Dank meines liebevollen Onkels, meines Trainers Osman Yigin, bin ich angewidert, aber lebendig.“ Trotz des schweren Verlaufs leugnete er weiter beharrlich die Existenz des Corona-Virus. „Eine Reihe von Krankheiten begannen, meine Lunge anzugreifen“, ließ er seine Fans wissen, ohne das Wort Corona überhaupt zu erwähnen. Und dann das Versprechen: „Ein Krieger dankt niemals ab !!!!!! Ich werde noch stärker zurückkommen.“

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Schließlich verließ er, gegen den dringenden Rat der Ärzte, das Krankenhaus und behandelte sich selbst zuhause mit Sauerstoff. Er wollte diesen Kampf zuhause führen, litt er doch nur an einer kleine Erkältung. Doch die Infektion war auch für seinen durchtrainierten Körper zu stark. Frédéric Sinistra starb am 15. Dezember im Alter von 40 Jahren infolge der Infektion.

Flamen mit knuffelcontact und knaldrang

Die Corona-Pandemie bestimmt auch die Sprache im Alltag. Aus diesem Grund ist „Knaldrang“ in Flandern zum Wort des Jahres gewählte worden. Es beschreibt das Bedürfnis der Menschen zu feiern – es also richtig knallen zu lassen.

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Ein Hit zum knaldrang

Gewählt wurde das Wort von einer Bürgerjury. Das Wort landete mit gut 37 Prozent der Stimmen auf Platz eins. Laut dem flämischen Rundfunksender VRT ist „knaldrang“ ein vor allem bei jungen Menschen verbreiteter Ausdruck und steht für ein „intensives Bedürfnis zu feiern“. Dieses Wunsch komme angesichts der strengen Corona-Auflagen zu kurz, heißt es. 

Wegen der massiv gestiegenen Ansteckungen hatte die belgische Regierung Ende November die erneute Schließung der Diskotheken und andere Kontaktbeschränkungen verkündet. Bekannt wurde „knaldrang“ durch einen gleichnamigen Hit der niederländischen Sängerin Merol. Auch im vergangenen Jahr hatte es ein Corona-Begriff in Flandern auf den Spitzenplatz geschafft: „knuffelcontact“, wörtlich übersetzt „Kuschelkontakt“. Damit hatte Belgiens Gesundheitsminister Franck Vandenbroucke die erlaubten persönlichen Kontakte in der Pandemie bezeichnet.

Manche Flamen trauern dem Ende des Festes auf besonders kreative Weise hinterher. Manchmal wird es dabei auch etwas makaber, wie diese Traueranzeige zeigt.

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Belgien impft nun Kinder

Belgien hat am Montag grünes Licht für die Anti-Covid-Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren gegeben. Für die Gratis-Impfung sei das Einverständnis der Eltern oder der gesetzlichen Betreuer erforderlich, teilten die Behörden in Brüssel mit.

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Erste Impfungen im Dezember

Für die Impfung werde eine für Kinder entwickelte Dosierung des Pfizer-Biontech-Impfstoffs eingesetzt. Diese werde in zwei Dosen im Abstand von 21 Tagen verimpft. Die belgischen Behörden verwiesen darauf, dass der Impfstoff von der EU-Arzneimittelbehörde EMA genehmigt wurde.

Die ersten Impfungen von Kindern in Belgien sollen Ende Dezember erfolgen. Dazu werden zunächst solche Kinder eingeladen, die wegen einer Vorerkrankung einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, eine „schwere“ Covid-Erkrankung zu erleiden. Eingeladen werden aber auch Kinder ohne Vorerkrankung. Nach Auskunft der belgischen Behörden ist es nicht vorgesehen, für diese Altersklasse einen Impfpass einzuführen.

Wie die Zeitung „Le Soir“ berichtet, ist die Omicron-Variante nun in Belgien für rund 20 Prozent der Infektionen verantwortlich. Nach den letzten Zahlen weist Belgien bei 11,5 Millionen Einwohnern täglich rund 10.000 Corona-Erkrankungen auf.

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Belgien verschärft Corona-Regeln – Gewalttätige Protest in Brüssel

Belgien hat erneut verschärfte Corona-Regeln verkündet. Der Grund sind die weiter sehr hohen Infektionszahlen. Die Inzidenz liegt seit Wochen über 1000 und auch die Impf-Geschwindigkeit und -Bereitschaft wird bemängelt.

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Strengere Regeln und längere Ferien

Von kommender Woche an gelten strengere Regeln für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, die Schulen sollen früher und teilweise länger in die Winterferien gehen und es wird empfohlen, auch private Treffen so weit wie möglich einzuschränken, wie Premierminister Alexander De Croo mitteilte. Konkret sollen auch Veranstaltungen mit mehr als 200 Menschen in Innenräumen verboten werden. Für andere Events gelten weiterhin Hygieneregeln, diese sollten von den lokalen Behörden verstärkt kontrolliert werden.

Keine Änderung bei der Einreise

Für Menschen, die aus Deutschland nach Belgien einreisen wollen ändert sich zunächst – bis auf die neuen Beschränkungen in Belgien selbst – nichts. Wer geimpft ist, muss nicht in Quarantäne und braucht keinen frischen Corona-Test und kann einreisen. Zuletzt infizierten sich in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern so viele Menschen täglich wie nie zuvor in der Pandemie. Im Schnitt waren es fast 18 000 Menschen. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist stark gestiegen.

Randale bei Protesten

Bei Protesten gegen die Corona-Regeln in Brüssel ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Rund 8000 Menschen hätten an den Protesten in der belgischen Hauptstadt teilgenommen, teilte die Polizei am Sonntag mit. Aus einer Gruppe heraus seien Feuerwerkskörper und Gegenstände auf Polizisten geworfen worden, diese hätten Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt.

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Der Zorn der Demonstranten richtete sich zudem dagegen, dass Ungeimpfte bereits seit einiger Zeit nicht mehr in Restaurants und Bars dürfen. Bereits vor zwei Wochen war es bei Protesten gegen die Corona-Regeln zu heftigen Ausschreitungen gekommen, die Polizei wurde dabei von der Größe der Demonstration mit mindestens 35.000 Teilnehmern überrascht. Gewaltbereite Demonstranten setzten Holzpaletten in Brand und griffen Polizeifahrzeuge an.

Am Sonntag nun war die Polizei mit einem deutlich größeren Aufgebot im Einsatz. Mit Schutzschildern und Helmen ausgerüstete Spezialeinheiten waren an wichtigen Punkten Brüssels stationiert. Hubschrauber und Drohnen kreisten über der Stadt.

Und hier eine Information der Polizei in Brüssel, dass nun hart durchgegriffen wird.

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Corona-Alarm im Flusspferd-Gehege

Aufregung im Zoo von Antwerpen. Zwei Flusspferde in einem belgischen Zoo haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Wie das passieren konnte, ist ein Rätsel.

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Imani und Hermien sind krank

Das 14-jährige Nilpferd-Weibchen Imani und ihre 41 Jahre alte Mutter Hermien seien positiv getestet worden, teilte der Antwerpener Zoo am Freitag mit. Das Nilpferdhaus wurde daraufhin für die Öffentlichkeit geschlossen, ihre Pfleger müssen sich isolieren.

Der Antwerpener Zoo hatte seine Tiere im letzten Jahr getestet und keine Fälle von Coronaviren gefunden. Nun hätten die Tiere begonnen „Rotz auszuscheiden, den ich vorsorglich auf Bakterien untersucht habe“, sagte der zuständige Tierarzt Francis Vercammen. „Angesichts der aktuellen Ereignisse habe ich zusätzlich beschlossen, die Proben auch auf Covid-19 zu testen, was zu diesem überraschenden Ergebnis führte.“ Es ist nicht bekannt, wie die Flusspferde mit dem Virus in Berührung gekommen sind. Ihre Pfleger hatten keine Symptome.

Es sind nicht die ersten Fälle positiv getesteter Zootiere seit Beginn der Pandemie. Aber „weltweit wurde dieses Virus bisher vor allem bei Menschenaffen und Katzen festgestellt“, sagte Vercammen. „Soweit ich weiß, ist dies die erste bekannte Infektion bei dieser Tierart.“ Er gehe aber nicht davon aus, dass für Hermien und Imani Gefahr bestehe.

Proteste in Frankreich gegen die „Gesundheits-Diktatur“

Und wieder protestieren die Franzosen gegen den Präsidenten Emmanuel Macron. Dieses Mal geht es gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen der Regierung. Landesweit sollen rund 100.000 Menschen auf der Straße gewesen sein.

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Demo gegen die Corona-Maßnahmen in Paris

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Gelbwesten wieder auf der Straße

In Frankreich sind die Proteste wegen der Corona-Maßnahmen bisher sehr bescheiden ausgefallen. Doch nun gehen immer mehr Menschen auf die Straße. Die Demonstranten kritisierten unter anderem die Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte sowie den Gesundheitspass, der ab August Voraussetzung für den Besuch von Restaurants oder Einkaufszentren sowie die Nutzung von Zügen oder Flügen im Inland sein soll. Der Pass dokumentiert Corona-Impfungen, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test.

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Allerdings ist es eine abenteuerliche Mischung von Leuten, die sich da zusammenfinden. Das politische Spektrum reicht von extrem Rechts bis extrem Links, Berührungsängste scheint es nicht zu geben. Sie alle eint ein gemeinsamer politischer Feind: Emmanuel Macron. Zum ersten Mal seit Monaten sind auch wieder Gilets Jaunes in großer Zahl in den Protestzügen zu sehen.

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Geschmacklose Vergleiche bei den Demos

Wie so oft in Frankreich, werden viele Forderungen miteinander vermischt. Im Fall der Gelbwesten ging es natürlich um den „sozialen Kahlschlag“, den sie dem Präsidenten vorwerfen. Dabei ertönten Rufe nach dem Rücktritt von Präsident Emmanuel Macron. Auch der Slogan „Nein zur Gesundheits-Diktatur“ erschallte.  Bisweilen wurde allerdings auch die Grenze des guten Geschmacks überschritten. Die Impfpflicht wurde mit den Regeln in einem KZ vergleichen, gezeigt wurde auf großen Fotos der Eingang des Lagers in Auschwitz.

Wie bei allen Protesten kam es auch dieses Mal zu Ausschreitungen. Dabei setzte die Polizei in Paris Tränengas gegen Demonstranten ein.

Als hätte es nie eine Pandemie gegeben

Die Fête de la Musique war in Frankreich die erste landesweite Veranstaltung nach dem Aufhaben der Ausgangssperren. Zwar wurden Regeln für die Konzerte erlassen, doch kaum jemand hielt sich daran.

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Kleiner Eindruck aus dem 9. Arrondissement von Paris. Beim alljährlichen, landesweiten Musikfest wurde getanzt – und alle Regeln missachtet, die wegen der noch immer herrschenden Pandemie erlassen worden sind.

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Als hätte es keine Pandemie gegeben

Tausende Nachtschwärmer – meist junge Leute – versammelten sich in vielen Städten Frankreich, um die Musik zu genießen und leider ignorierten sehr viele der Teilnehmer die Vorgaben der Gesundheitsbehörden. Viele schienen die Corona-Pandemie bereits abgehakt zu haben. Sogar Kultusministerin Roselyne Bachelot musste zugeben, dass es „gewisse Exzesse“ gegen habe.

In Paris strömten Tausende Menschen vor allem durch das Zentrum der Stadt. Nach Angaben des Innenministeriums waren fast 3000 Polizisten zusätzlich abgestellt – die auch immer wieder eingriffen, um Ansammlungen von mehreren hundert Menschen zu zerstreuen. Vor allem vor dem Rathaus und auf der Grünfläche vor dem Invalidendom kam es zu Räumungen.

Das alles störte die Feiernden aber nicht, sie verlegten ihre Party einfach an die Seine. Um 23 Uhr waren die Ufer voller Menschen – ohne Masken oder soziale Distanzierung. Auch in anderen Städten spielten sich ähnliche Szenen ab. Vor allem junge Menschen feierten „das Ende“ der Pandemie – oder zumindest der Ausgangsbeschränkungen.

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Polizei beendet einige Partys in der Stadt

Auch im Jardin des Tuileries versammelten sich am frühen Abend mehrere Hundert Jugendliche, bevor sie von der Polizei zerstreut wurden. Anschließend zogen die Menschen zum Hôtel de Ville, dessen Platz ebenfalls geräumt wurde. Zu Ausschreitungen kam es wieder einmal am Place de la République. Tränengas wurde verschossen und Wasserwerfer aufgefahren.

Das von der Regierung geplante Gesundheitsprotokoll der Fête de la Musique verbot es, „eine Versammlung von mehr als 10 Personen im öffentlichen Raum zu veranstalten“. Das kümmerte viele Leute aber nicht, Konzerte im Freien zu veranstalten. Gestattet waren allerdings nur Indoor-Konzerte in Bars und Restaurants, je nach Platzangebot auch Konzerte im Freien – allerdings nur mit Stühlen.

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Gepflegtes Ambiente bei den Macrons

Ganz gepflegt ging es bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zu. Der hat den Elektropop-Pioneer Jean-Michel Jarre (72) zu sich eingeladen und nebenbei zum Kommandeur der Ehrenlegion gemacht. Im Ehrenhof des Élyséepalastes gaben er und andere Künstler ein Konzert. Macron hat zudem den Musiker und Komponisten Marc Cerrone (69) zum Ritter der Ehrenlegion gemacht. Die Ehrenlegion ist die höchste Auszeichnung in Frankreich. Zu dem Konzert unter freiem Himmel waren laut Élyséepalast rund 300 junge Menschen eingeladen – die blieben natürlich alle schön auf ihren Stühlen sitzen.  

„La bise“ des Präsidenten Macron

Ist damit die Corona-Pandemie offiziell für beendet erklärt. Tatsächlich ist die Geste von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron ein deutliches Zeichen, dass die Franzosen sich entspannen können – aber dennoch vorsichtig sein müssen.

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La bise des Präsidenten

Der Präsident hat bei einer Feier zwei Weltkriegsveteranen auf die Wangen geküsst. Anlass war die öffentliche Auszeichnung mit der Ehrenlegion. Der 43-Jährige trug dabei einen Mund-Nasen-Schutz. Macron kehrte mit „la bise“ („Kuss“) zu einer in Frankreich üblichen herzlichen Begrüßung zurück, vor der wegen der Corona-Pandemie allerdings lange gewarnt wurde. Die Regierung lockerte wegen einer verbesserten Pandemie-Lage die Regeln, am Wochenende wird die nächtliche Ausgangssperre fallen.

Macron erinnerte mit der Feier in der Gedenkstätte Mont-Valérien bei Paris an dem legendären Aufruf von General Charles de Gaulle während des Zweiten Weltkrieges. Der spätere Staatschef hatte am 18. Juni 1940 von London aus seine Landsleute aufgerufen, den Kampf gegen Nazi-Deutschland fortzusetzen.

Frankreich erleichtert die Einreise

Die Reisen nach Frankreich werden wieder einfacher. EU-Bürger, die vollständig geimpft sind, müssen ab dem 9. Juni keinen negativen Corona-Test mehr vorweisen. Für alle anderen reicht dann ein höchstens 72 Stunden alter Antigen-Schnelltest statt des bisher vorgeschriebenen PCR-Tests.

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Grüne und rote Länder

Als vollständig geimpft gelten alle, die mindestens zwei Wochen vor der Einreise ihre zweite Impfdosis erhalten haben. Bei dem Vakzin von Johnson & Johnson gilt eine Wartezeit von vier Wochen. Die Erleichterungen gelten für alle Bürger aus „grün“ eingestuften Ländern. Dazu gehören alle EU-Staaten sowie einige Drittländer wie Australien, Südkorea oder Japan.

Die Einreiseerleichterungen fallen mit neuen Lockerungen zusammen. Ab Mittwoch öffnen in Frankreich auch die Innenräume von Cafés und Restaurants, die nächtliche Ausgangssperre beginnt erst um 23 Uhr statt bisher um 21 Uhr. Für Einreisende aus „orangenen“ Länder wie Großbritannien oder den USA ist in Frankreich weiterhin ein negativer Corona-Test Pflicht – selbst wenn sie eine vollständige Impfung nachweisen können. Nicht Geimpfte aus diesen Ländern müssen zudem einen zwingenden Grund zur Einreise nach Frankreich nachweisen und sich sieben Tage lang isolieren. Reisende aus „rot“ eingestuften Ländern wie Brasilien, Südafrika oder Indien können ebenfalls nur aus zwingenden Gründen nach Frankreich einreisen, wie etwa beruflichen oder familiären Motiven. Sie müssen ebenfalls negativ getestet sein und sich bis zu zehn Tage isolieren.