Polizei in Frankreich löst viele illegale Rave-Partys auf

Immer mehr junge Franzosen wollen feiern. Sie haben keine Lust mehr, sich an die rigiden Corona-Regeln zu halten. Also starten sie illegale Partys, die allerdings regelmäßig von der Polizei aufgelöst werden.

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In Frankreich wird mit einigem Entsetzen über die illegalen Partys berichtet.

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Die Party zieht einfach ins nächste Dorf

Die Beamten rückten am Mai-Wochenende sehr häufig aus, um Feiern zu unterbinden. Zu einladend waren die warmen Temperaturen und die freien Tage. So versammelten sich in der Bretagne rund 500 Menschen zu einer illegalen Rave-Party in dem kleinen Dorf Haut-Corlay. Nach einiger Aufregung schien die Angelegenheit geregelt, es herrschte wieder Ruhe, da die Musikanlage beschlagnahmt worden war. Doch also die Beamten abgezogen waren, machten sich die Partygäste einfach auf den Weg in das nächste Dorf, um dort weiter zu feiern. Schließlich wurde auch diese Party beendet. Natürlich hagelte es Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Corona-Auflagen, aber auch einige Drogendelikten wurden von den Beamten aufgenommen.

In Dijon im Burgund wurde Polizei zu einer leerstehenden Halle gerufen. Auch dort fand eine illegale Party statt. Der mutmaßliche Veranstalter wurde festgenommen, mehr als 205 Strafanzeigen wurden gestellt. Regionalpräfekt Fabien Sudry verurteilte das „vollkommen unverantwortliche“ Verhalten der Feiernden angesichts der Corona-Lage: „Die Zeit ist noch nicht gekommen, die Wachsamkeit zurückzufahren.“

In den frühen Morgenstunden erklärte, Fabien Sucry, der Präfekt des Départements:

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„La fête est terminée!“

Fabien Sucry

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Viele Verstöße in Paris

Aber auch die Hauptstadt blieb von der Feier-Gemeinde nicht verschont. In Paris verhinderten Polizisten mehrere illegale Rave-Party. Als die Polizei einschritt, wurde die Stimmung offensichtlich schnell aggressiv. Es flogen Flasche, Steine und andere Wurfgeschosse. Die Bilanz der Polizei: drei Festnahmen wegen Gefährdung von Menschenleben und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Diese Feste sind in der französischen Hauptstadt allerdings keine Seltenheit. Vor einigen Tagen ist in Paris im Parc des Buttes-Chaumont bereits eine spontane Rave-Party aufgelöst worden. Mehrere Hundert Menschen feierten dort auf dem Rasen ein ausgelassenes Fest.

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Die Mai-Demos werden genehmigt

Allerdings wirkte es etwas inkonsequent, dass am 1. Mai in vielen Städten Frankreichs große Demonstrationen genehmigt wurden. In Paris zogen, angeführt von der Gewerkschaft CGT, mehrere Zehntausend Menschen durch die Straßen. Die Meisten trugen zwar Masken, an Abstandhalten war angesichts des Gedränges natürlich nicht zu denken. Am Ende der Demo kam es schließlich auch zu den erwarteten Ausschreitungen. Randalierer zündeten Mülleiner und Autos an.

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Randale auf der 1.-Mai-Demo in Paris

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Der machtlose Innenminister Frankreichs

Innenminister Gérald Darmanin richtet immer wieder Appelle an die Franzosen, sich noch zu gedulden und sich an die Regeln zu halten. Doch die Worte des konservativen Politikers verhallen ungehört. Ein Problem ist auch, dass die Regierung und Präsident Emmanuel Macron durch ihren schlingernden Corona-Kurs das Vertrauen vieler Franzosen längst verspielt haben.

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Die vor allem jungen Menschen wollen sich offensichtlich nicht an den Fahrplan der Regierung zur Öffnung des Landes halten. Die Außengastronomie, Kulturstätten und alle Geschäfte dürfen ab dem 19. Mai wieder öffnen. Am 9. Juni folgen die Innenbereiche von Restaurants, Cafés und Bars, sowie Fitnessstudios und andere Sportstätten. Die Polizei blickt schon mit einiger Sorge auf das lange Pfingstwochenende. Sie geht davon aus die freien Tage von vielen Leuten dafür genutzt werden, sich zu treffen und auch Partys zu feiern.

Der Anfang vom Ende der Corona-Beschränkungen

Viele Staaten in Europa präsentieren trotz teilweise hoher Inzidenzen Öffnungsstrategien. Die Hoffnung liegt auf den Impfungen, vielen Tests und einem Impfpass.

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Die Corona-Beschränkungen sollen in vielen Staaten Europas gelockert werden. Alle Regierungen setzen bei ihren Strategien vor allem auf die Impfung der Menschen und massenhafte Tests.

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Frankreich

Emmanuel Macron hat gesprochen. Wieder einmal hat sich Frankreichs Präsident in der Corona-Pandemie an sein Volk gewandt und präsentierte einen Fahrplan für umfassende Lockerungen. In den Augen vieler Mediziner beschreitet der Staatschef einen risikoreichen Weg, denn viele Intensivstationen sind überlastet und die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 300 pro 100.000 Einwohner. Doch anders als in Deutschland blicken die Franzosen weniger gebannt auf diesen Wert und vor allem in den großen Städten wie Paris (Inzidenz aktuell rund 450) wird bei den Menschen eine gewisse Nachlässigkeit im Kampf gegen die Pandemie immer deutlicher.

Der Präsident sieht die Gefahren, doch die Öffnung ist beschlossene Sache, denn die angekündigten Lockerungen sind nicht an konkrete Zielwerte geknüpft – außer einer „Notbremse“ ab einer Inzidenz von 400. Oder wie Macron es in einem Interview ausdrückt: „Das Leben kann nicht allein von der Entwicklung von Infektionskurven abhängig gemacht werden.“

Die geplante Öffnung soll in vier Schritten verlaufen und wird begleitet von einer forcierten Impfkampagne. Am 3. Mai kehren alle Schulen grundsätzlich zum Präsenzunterricht zurück; zudem fällt die Zehn-Kilometer-Grenze weg, innerhalb derer sich Bürger um ihre Wohnung bewegen dürfen. Am 19. Mai öffnen dann Außenbereiche von Lokalen, Museen, Kinos und Theater sowie „nicht essenzielle Geschäfte“ unter Auflagen. Am 9. Juni folgen die Innenbereiche von Restaurants, Cafés und Bars, sowie Fitnessstudios und andere Sportstätten. 

Ab dem 30. Juni soll dann auch die nächtliche Ausgangssperre entfallen, die derzeit landesweit um 19 Uhr beginnt. Ende Juni sollen zudem Veranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern wieder möglich sein. Voraussetzung sind negative Corona-Tests, eine Impfung oder ein anderer Immunitäts-Nachweis. Dafür plant die Regierung die Einführung eines Gesundheitspasses.

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NIEDERLANDE 

Auch in den Niederlanden wurde inzwischen die Ausgangssperre aufgehoben. Geschäfte, Cafés und Restaurants sind wieder geöffnet. Auf Außenterrassen dürfen zwischen 12 und 18 Uhr unter Corona-Auflagen Gäste bewirtet werden. Die Infektionszahlen sind mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 317 weiterhin hoch, die Regierung setzt jedoch auf die Beschleunigung der schleppend angelaufenen Impf-Kampagne. Verboten bleiben alle Veranstaltungen mit Publikum wie etwa Museen, Kinos und Theater. Schüler und Studenten haben zumindest an einem Tag in der Woche Präsenzunterricht.

SCHWEIZ

In der Schweiz genießen die Menschen schon länger größere Freiheiten. Seit Anfang März haben Läden, Museen und Bibliotheken trotz steigender Infektionszahlen wieder geöffnet. Seit 19. April sind auch Restaurantterrassen, Kinos, Theater und Fitnesszentren wieder in Betrieb. Die Regierung will Kantonen schon im Juni eine kleine Anzahl von Pilotprojekten mit 300 bis 600 Personen erlauben. Ab Juli sollen womöglich wieder Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern stattfinden können. Ab September könnten sogar Ereignisse mit bis zu 10.000 Besuchern durchgeführt werden – wenn es die epidemiologische Lage erlaubt. Teilnehmen dürften daran aber nur Personen, die geimpft, genesen oder negativ getestet seien. Dafür gebe es bis zum Sommer ein fälschungssicheres Covid-Zertifikat.

PORTUGAL

Seit Wochen sinken in Portugal die Infektionszahlen, weswegen auch im früheren Corona-Hotspot der Ausnahmezustand zu Ende geht. Restaurants, Cafés und Bars sowie Kinos, Theater und andere Kultur- und Freizeitstätten dürfen nun auch an den Wochenenden bis 22.30 Uhr offenbleiben. Neben weiteren Lockerungen dürfen Einkaufszentren künftig werktags bis 21 und an den Wochenenden bis 19 Uhr öffnen. Von den Lockerungen sind acht der insgesamt 278 Bezirke des Landes ausgeschlossen, in denen die Lage noch angespannt ist. Betroffen ist vor allem die Urlaubsregion Algarve.

ITALIEN

In Regionen mit moderaten Corona-Zahlen dürfen Restaurants und Bars auch abends im Außenbereich an Tischen servieren. Ab 22 Uhr gilt ein Ausgangsverbot. Museen und Kinos in weniger betroffenen Gebieten haben bereits geöffnet. Ab 1. Juni sollen die Menschen in Lokalen wieder drinnen sitzen dürfen. Dann soll es auch zum Start der Urlaubssaison weitere Erleichterungen geben. Bislang können Touristen zwar anreisen, das machen aber nur wenige, viele Hotels sind noch geschlossen. Wie genau die Regelungen für Einreisende im Juni aussehen werden, ist noch nicht bekannt.

BELGIEN

Geschäfte haben in Belgien seit einigen Tagen wieder ohne Terminvergabe geöffnet. Im Freien dürfen sich zehn Personen mit Maske treffen. Ab dem 8. Mai dürfen Restaurants und Bars wieder ihre Außenbereiche öffnen. Auch die nächtliche Ausgangssperre fällt dann weg. Da die Infektionslage noch immer angespannt ist, sind Einreisen nur mit negativem PCR-Test erlaubt. Danach müssen Menschen zudem mindestens für sieben Tage in Quarantäne. Wer mit Auto, Bus oder Bahn einreist und weniger als 48 Stunden bleibt, ist von PCR-Test- und Quarantänepflicht ausgenommen.

SPANIEN

Am 9. Mai endet in Spanien der Corona-Notstand und soll wegen der guten Entwicklung nicht verlängert werden. Damit entfällt die Grundlage für die meisten Maßnahmen wie Reisebeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren, Obergrenzen bei Versammlungen und Schließung von Gaststätten. Wie es danach weitergehen soll, ist noch nicht klar. Alle Hoffnungen des extrem vom Tourismus abhängigen Landes für eine wieder normale Sommersaison richten sich auf den digitalen Impfpass.

ÖSTERREICH

Ab 19. Mai dürfen die Gastronomie, Hotels, Bühnen und Sporteinrichtungen wieder öffnen. Dabei setzt die Regierung auf Zutrittstests als Schutzmaßnahme. Veranstaltungen sind draußen auf 3000 und drinnen auf 1500 Personen beschränkt. Die Quarantänepflicht gilt ab 19. Mai nur für Reisende aus Hochrisikogebieten. Touristen aus Deutschland brauchen nur mehr negative Tests, Impfungen oder Genesungsnachweise.

Corona: Heimliche Partys und die Gefahr durch den britischen Virus

Für die Polizei ist es ein mühsames Katz-und-Maus-Spiel. Rund 800 Beamten waren allein in der Region Île-de-France unterwegs, um die Ausgangsbeschränkungen zu kontrollieren. Zwar reißt den Franzosen der Geduldsfaden, doch die Wissenschaft warnt immer lauter vor der neuen, sehr ansteckenden Corona-Variante.

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Corona-Zahlen in Frankreich

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Eine Party mit 60 Leuten ausgehoben

Bei ihren Kontrollen in Sachen Ausgangssperre waren die Polizisten leider sehr erfolgreich. Allein von Samstag auf Sonntag wurden 113 Verwarnungen wegen illegaler Zusammenkünfte in Bars und Restaurants ausgesprochen. Auf einer Party wurden mehr als 60 Teilnehmer gezählt.

Nicht zuletzt aus diesem Grund dringen Epidemiologen darauf, die Maßnahmen in Frankreich wesentlich zu verschärfen. So warnt Arnaud Fontanet vom Institut Pasteur in der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ davor, dass vor allem die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutation mit den aktuellen Maßnahmen kaum zu einzudämmen sei. Er weiß allerdings, dass sich das nicht so einfach machen lässt. Der Mediziner sagt, dass es nun Aufgabe der Politik sei, zwischen gesundheitlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragen zu vermitteln.

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„L’alternative aurait été un confinement tout de suite, qui, s’il avait été accepté par la population, aurait permis de soulager les hôpitaux et de reprendre le contrôle de l’épidémie avec un „Tester-Alerter-Protéger“ plus efficace une fois le nombre de nouveaux cas ramené à quelques milliers par jour. Mais le coût économique, social et scolaire aurait été très élevé. Du coup, le gouvernement a choisi de laisser une dernière chance au non-reconfinement, au risque de voir la situation sanitaire se dégrader encore, et d’être contraint plus tardivement au reconfinement.“

Arnaud Fontanet

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Ausgangssperre ab 18 Uhr in Frankreich

In Frankreich gilt aktuell eine strenge abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Die Menschen dürfen dann nur in Ausnahmefällen vor die Tür – dazu zählt etwa der Arbeitsweg. Restaurants, Bars oder kulturelle Einrichtungen wie Museen und Theater sind geschlossen. Schulen, Kindergärten und der Einzelhandel haben aber weitgehend geöffnet. Einen von vielen erwarteten neuen Lockdown hat die Regierung bisher nicht verkündet. Stattdessen droht sie seit Wochen damit, da die Lage beunruhigend sei. Zuletzt waren regelmäßig deutlich mehr als 20 000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet worden.

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Furcht vor der britischen Variante des Virus

Nach Einschätzung von Fontanet, der als Mitglied im Wissenschaftlichen Rat auch die Regierung berät, wird sich die in Großbritannien zuerst entdecke Variante um Anfang März herum in Frankreich durchsetzen. Am 7. und 8. Januar sei sie für 3,3 Prozent der Neuinfektionen verantwortlich gewesen, am 27. Januar bereits für 14 Prozent, sagte der Wissenschaftler unter Berufung auf vorläufige Ergebnisse einer Untersuchung. Er warnt davor, dass Frankreich vom Tempo der Epidemie überrascht werden könne. „Zumal zwischen dem Zeitpunkt, an dem Maßnahmen ergriffen werden, und dem Zeitpunkt, an dem sie wirksam werden, eine Verzögerung besteht.“

Inzwischen veröffentlicht das Gesundheitsministerium immer wieder Zahlen, dass die Impfungen voranschreiten – doch gibt es dabei große Probleme.

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Corona: Verschärfte Ausgangsbeschränkungen im Elsass

Wieder ist das Elsass schwer von der Corona-Pandemie betroffen. In der Region wird nun eine verschärfte abendliche Ausgangssperre in Kraft gesetzt. Auch in anderen Départements ist die Lage äußerst angespannt.

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Die Grafik des „Le Parisien“ zeigt, wo die verschärften Ausgangsbeschränkungen in Frankreich gelten

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Ausgangsbeschränkungen auf 18 Uhr vorgezogen

In den an Deutschland grenzenden französischen Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin wird das sogenannte couvre-feu auf 18 Uhr vorgezogen. Die Corona-Lage in dem Département Bas-Rhin mit der Elsass-Metropole Straßburg gebe Anlass zu großer Sorge, teilte die zuständige Präfektur mit. Daher werde die Ausgangssperre von 20 auf 18 Uhr vorverlegt. Ähnlich äußerte sich das Département Haut-Rhin. Bereits seit Anfang Januar gilt diese Regelung auch in dem an Deutschland grenzenden Département Moselle.

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Premier Castex: Eine notwendige Maßnahme

Seit einer Woche gilt bereits in 15 Départements eine Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. In allen anderen Landesteilen müssen die Menschen ab 20 Uhr zu Hause bleiben. Die besonders strengen Ausgangssperren ab 18 Uhr, die bereits in stark von der Pandemie betroffenen Regionen gelten, sollen nun auf acht zusätzliche Départements ausgeweitet werden, sagte Frankreichs Regierungschef Jean Castex in der südwestfranzösischen Stadt Tarbes. Angesichts zunehmender Kritik an den scharfen Maßnahmen verteidigte Castex diese als „schwierig, aber notwendig“. Die besonders betroffenen Regionen liegen im Osten und Süden des Landes.

Die Menschen dürfen während der Ausgangssperre weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen. Spaziergänge, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft sind aber untersagt.

Für Unruhe sorgt nun in Frankreich, dass in der Region Bouches du Rhône mehrere Infektionsherde entdeckt wurden, wo die neuartige Mutation des Corona-Virus nachgewiesen werden konnte. Diese Form des Virus hat in Großbritannien zu einer explosionsartigen Zunahme der Corona-Fälle geführt.

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Kritik am schleppenden Impfstart

Immer lauter wird die Kritik unterdessen am der Impfstrategie der Regierung. In der ersten Woche nach dem Start am 27. Dezember gab es in Frankreich Medien zufolge nur einige Hundert Impfungen. Offizielle Zahlen suchte man zunächst vergebens. Französische Regionalpolitiker warfen der Regierung in Paris Versagen vor und fühlten sich nicht eingebunden. Frankreichs Impfkampagne sah vor, im Januar und Februar erst einmal ältere Menschen in Pflegeheimen und älteres Personal vor Ort zu impfen. Das sei logistisch schwierig, verteidigten die Behörden das schleppende Tempo. Nach massiver Kritik wurde der Personenkreis schließlich erweitert – zum Beispiel auch auf Menschen über 75 Jahre, die nicht in Heimen leben, sowie weiteres Gesundheitspersonal. Nun sollen außerdem Hunderte Impfzentren öffnen.

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Corona: Frankreich erwartet schärfere Einschränkungen

Keine gute Corona-Entwicklung in Frankreich. Fast jeden Tag werden neuen Rekordwerte bei den Infektionen gemeldet. Zuletzt waren es 18 746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. 82 Menschen sind gestorben. Angesichts eines neuen Höchststandes bei den Corona-Neuinfektionen wird in Frankreich mit weiteren Schritten der Regierung gerechnet.

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Karte mit den einzelnen Corona-Zonen in Frankreich

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Neue Corona-Einschränkungen erwartet

Präsident Emmanuel Macron hat die Franzosen nach einem Besuch im Hochwassergebiet in Südfrankreich auf neue Restriktionen vorbereitet. „Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen“, sagte der Staatschef Emmanuel den Fernsehsendern TF1 und France2 in dem südfranzösischen Ort Saint-Martin-Vésubie. „Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller“, warnte Macron.

Er verwies auf Einschränkungen, wie sie bereits in den hart getroffenen Metropolen Paris und Marseille gelten. In Paris und den direkt angrenzenden Vorstädten hatten die Behörden erst am Dienstag Bars und Cafés geschlossen – zunächst für zwei Wochen. In der Stadt und den Vororten gilt die „maximale Alarmstufe“. Diese war zuvor nur in Marseille und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe ausgerufen worden. In Frankreich gilt ab Samstag in weiteren Städten die höchste Corona-Warnstufe – damit treten dort strengere Schutzmaßnahmen in Kraft.

Die unter anderem bereits für die Hauptstadt Paris ausgerufene Höchstwarnstufe gelte ab dem Wochenende auch für Lille, Lyon, Grenoble und Saint-Etienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend an. Zudem sei die Situation in Toulouse und Montpellier besorgniserregend.

Die Gesundheitsbehörde der Region um Paris warnte vor einer deutlichen Verschlechterung der Lage. Derzeit sind nach ihren Angaben bereits 40 Prozent der Intensivbetten in der französischen Hauptstadt belegt, wo die höchste Corona-Warnstufe gilt. In zwei Wochen dürften es demnach bereits 50 Prozent sein. Derzeit werden in ganz Frankreich mehr als 1400 Menschen wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt, bei insgesamt 5000 Betten für Notfallpatienten. In Deutschland gab es laut Statistischem Bundesamt zuletzt mehr als fünf Mal so viele Plätze.

Die Regierung in Paris versichert allerdings immer wieder, dass es auch angesichts der angespannten Situation zu keinem generellen Lockdown kommen soll, wie er auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle angeordnet worden war. Neue Reisebeschränkungen schloss Macron vor den französischen Herbstferien ab dem 17. Oktober aus.

Deutschland reagiert auf die Corona-Lage

Auch Deutschland hat auf diese Entwicklung in Frankreich reagiert. Bis auf die an Baden-Württemberg und das Saarland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Es wird nun damit gerechnet, dass Gesundheitsminister Olivier Véran in einer Ansprache am Donnerstag die neuen Corona-Einschränkungen bekanntgeben wird.

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie rund 32 500 Menschen. In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel.

INFOS der französischen Regierung (französisch):

Link zu den aktuellen Zahlen

Link zu den Corona-Maßnahmen

Link: Was man über Corona wissen muss

Link zu einer Karte mit den Corona-Zonen

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen