Corona: Verschärfte Ausgangsbeschränkungen im Elsass

Wieder ist das Elsass schwer von der Corona-Pandemie betroffen. In der Region wird nun eine verschärfte abendliche Ausgangssperre in Kraft gesetzt. Auch in anderen Départements ist die Lage äußerst angespannt.

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Die Grafik des „Le Parisien“ zeigt, wo die verschärften Ausgangsbeschränkungen in Frankreich gelten

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Ausgangsbeschränkungen auf 18 Uhr vorgezogen

In den an Deutschland grenzenden französischen Départements Bas-Rhin und Haut-Rhin wird das sogenannte couvre-feu auf 18 Uhr vorgezogen. Die Corona-Lage in dem Département Bas-Rhin mit der Elsass-Metropole Straßburg gebe Anlass zu großer Sorge, teilte die zuständige Präfektur mit. Daher werde die Ausgangssperre von 20 auf 18 Uhr vorverlegt. Ähnlich äußerte sich das Département Haut-Rhin. Bereits seit Anfang Januar gilt diese Regelung auch in dem an Deutschland grenzenden Département Moselle.

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Premier Castex: Eine notwendige Maßnahme

Seit einer Woche gilt bereits in 15 Départements eine Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. In allen anderen Landesteilen müssen die Menschen ab 20 Uhr zu Hause bleiben. Die besonders strengen Ausgangssperren ab 18 Uhr, die bereits in stark von der Pandemie betroffenen Regionen gelten, sollen nun auf acht zusätzliche Départements ausgeweitet werden, sagte Frankreichs Regierungschef Jean Castex in der südwestfranzösischen Stadt Tarbes. Angesichts zunehmender Kritik an den scharfen Maßnahmen verteidigte Castex diese als „schwierig, aber notwendig“. Die besonders betroffenen Regionen liegen im Osten und Süden des Landes.

Die Menschen dürfen während der Ausgangssperre weiterhin zur Arbeit fahren oder wegen zwingender familiärer Gründe das Haus verlassen. Spaziergänge, Einkäufe oder Sport an der frischen Luft sind aber untersagt.

Für Unruhe sorgt nun in Frankreich, dass in der Region Bouches du Rhône mehrere Infektionsherde entdeckt wurden, wo die neuartige Mutation des Corona-Virus nachgewiesen werden konnte. Diese Form des Virus hat in Großbritannien zu einer explosionsartigen Zunahme der Corona-Fälle geführt.

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Kritik am schleppenden Impfstart

Immer lauter wird die Kritik unterdessen am der Impfstrategie der Regierung. In der ersten Woche nach dem Start am 27. Dezember gab es in Frankreich Medien zufolge nur einige Hundert Impfungen. Offizielle Zahlen suchte man zunächst vergebens. Französische Regionalpolitiker warfen der Regierung in Paris Versagen vor und fühlten sich nicht eingebunden. Frankreichs Impfkampagne sah vor, im Januar und Februar erst einmal ältere Menschen in Pflegeheimen und älteres Personal vor Ort zu impfen. Das sei logistisch schwierig, verteidigten die Behörden das schleppende Tempo. Nach massiver Kritik wurde der Personenkreis schließlich erweitert – zum Beispiel auch auf Menschen über 75 Jahre, die nicht in Heimen leben, sowie weiteres Gesundheitspersonal. Nun sollen außerdem Hunderte Impfzentren öffnen.

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Corona: Frankreich erwartet schärfere Einschränkungen

Keine gute Corona-Entwicklung in Frankreich. Fast jeden Tag werden neuen Rekordwerte bei den Infektionen gemeldet. Zuletzt waren es 18 746 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. 82 Menschen sind gestorben. Angesichts eines neuen Höchststandes bei den Corona-Neuinfektionen wird in Frankreich mit weiteren Schritten der Regierung gerechnet.

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Karte mit den einzelnen Corona-Zonen in Frankreich

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Neue Corona-Einschränkungen erwartet

Präsident Emmanuel Macron hat die Franzosen nach einem Besuch im Hochwassergebiet in Südfrankreich auf neue Restriktionen vorbereitet. „Wir müssen uns auf den Weg zu zusätzlichen Einschränkungen machen“, sagte der Staatschef Emmanuel den Fernsehsendern TF1 und France2 in dem südfranzösischen Ort Saint-Martin-Vésubie. „Das Virus zirkuliert seit einigen Wochen schneller“, warnte Macron.

Er verwies auf Einschränkungen, wie sie bereits in den hart getroffenen Metropolen Paris und Marseille gelten. In Paris und den direkt angrenzenden Vorstädten hatten die Behörden erst am Dienstag Bars und Cafés geschlossen – zunächst für zwei Wochen. In der Stadt und den Vororten gilt die „maximale Alarmstufe“. Diese war zuvor nur in Marseille und dem französischen Überseegebiet Guadeloupe ausgerufen worden. In Frankreich gilt ab Samstag in weiteren Städten die höchste Corona-Warnstufe – damit treten dort strengere Schutzmaßnahmen in Kraft.

Die unter anderem bereits für die Hauptstadt Paris ausgerufene Höchstwarnstufe gelte ab dem Wochenende auch für Lille, Lyon, Grenoble und Saint-Etienne, kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstagabend an. Zudem sei die Situation in Toulouse und Montpellier besorgniserregend.

Die Gesundheitsbehörde der Region um Paris warnte vor einer deutlichen Verschlechterung der Lage. Derzeit sind nach ihren Angaben bereits 40 Prozent der Intensivbetten in der französischen Hauptstadt belegt, wo die höchste Corona-Warnstufe gilt. In zwei Wochen dürften es demnach bereits 50 Prozent sein. Derzeit werden in ganz Frankreich mehr als 1400 Menschen wegen der Lungenkrankheit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt, bei insgesamt 5000 Betten für Notfallpatienten. In Deutschland gab es laut Statistischem Bundesamt zuletzt mehr als fünf Mal so viele Plätze.

Die Regierung in Paris versichert allerdings immer wieder, dass es auch angesichts der angespannten Situation zu keinem generellen Lockdown kommen soll, wie er auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle angeordnet worden war. Neue Reisebeschränkungen schloss Macron vor den französischen Herbstferien ab dem 17. Oktober aus.

Deutschland reagiert auf die Corona-Lage

Auch Deutschland hat auf diese Entwicklung in Frankreich reagiert. Bis auf die an Baden-Württemberg und das Saarland grenzende Region Grand Est und die Insel Korsika gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Es wird nun damit gerechnet, dass Gesundheitsminister Olivier Véran in einer Ansprache am Donnerstag die neuen Corona-Einschränkungen bekanntgeben wird.

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie rund 32 500 Menschen. In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel.

INFOS der französischen Regierung (französisch):

Link zu den aktuellen Zahlen

Link zu den Corona-Maßnahmen

Link: Was man über Corona wissen muss

Link zu einer Karte mit den Corona-Zonen

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen