Paris leidet still im Lockdown-Modus

In Frankreichs Metropole ist das Flanieren zur Kulturform geworden, doch in Zeiten der Pandemie fehlt das Publikum und die Bühne für den entspannten Auftritt.

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Kein schönes Bild – in Paris sind die Bistros geschlossen, die Stühle gestapelt und keiner weiß, wann sich dieser Zustand wieder ändert

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Eine Art Phantomschmerz macht sich breit

Am Anfang war der Verlust kaum wahrnehmbar. Was sollte schlimm daran sein, dass man sich für ein paar Tage abends wegen des Corona-Lockdowns nicht mehr an eines der kleinen Tischchen im Bistro an der Ecke setzen konnte? Es war, objektiv betrachtet, ja nur eine winzig kleine Einschränkung im Kampf gegen das heimtückische Virus. Doch aus den Tagen wurden Wochen, schließlich Monate und allmählich schlicht sich eine seltsame Art des Schmerzes ins Leben.

Der Lockdown riss einen wichtigen Teil aus dem sozialen Alltag der Menschen. Jener Moment nach der Arbeit, wenn sich in ganz Paris die Leute nach der Hetze des Büroalltags entspannt im Bistro auf ein Glas Wein treffen, bevor sie sich in die Metro setzen und nach Hause fahren. Meist ist es nur ein kurzes „Hallo“, aber dieser Augenblick markiert den Übergang von der Pflicht der Arbeit zur Kür der Freizeit. Doch nun sind die Bars verrammelt, die Theken verwaist und viele Leute arbeiten im Homeoffice.

Der Lockdown hat die Stadt grundlegend verändert

Wer durch die Straßen in Paris schlendert, wird allerdings gewahr, dass es nach Monaten des Lockdowns längst nicht mehr nur um den Verlust eines kleinen, persönlichen Rituals der Franzosen geht. Die ganze Stadt hat sich verändert, nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auch in ihrem grundlegenden Selbstverständnis. Mehr als die meisten modernen Metropolen dieser Welt lebt Paris vom ständigen Treiben auf den Straßen. Die Menschen sitzen schwatzend auf den für Paris typischen Terrassen der Bistros, genießen Essen und Trinken, während vor ihren Augen das Leben wie ein langer und ruhiger Fluss vorbeigleitet.

Die breiten Boulevards der Metropole wirken wie eine unwiderstehliche Einladung, tief in dieses Lebensgefühl einzutauchen. Die Alleen mit ihren schattenspendenden Bäumen sind Theaterbühne, Laufsteg und Publikumsraum zugleich. Hier geht es um das Sehen und natürlich auch Gesehen werden. Paris ist eine Stadt, in der das Flanieren nicht nur erfunden, sondern zum Lebensgefühl erhoben wurde, dessen Beschreibung bei Charles Baudelaire oder Walter Benjamin Einzug in die Weltliteratur gehalten hat.

Das Virus ist wie ein Parasit

Das Leiden scheint groß. Denn nach einem Jahr Corona-Pandemie, die der Stadt wie ein Parasit das Leben aus den Adern gesogen hat, wünschen sich viele inzwischen sogar die Touristen zurück. Jene lärmende Menschenmasse, die bis tief in die Nacht die Métro verstopfte, in den Restaurants alle Plätze besetzte, die Preise in astronomische Höhen trieb und in deren Mitte manche geckenhaft aber glücklich mit ihren Einkaufstüten von Louis Vuitton über die Champs-Élysées stolzierten. Stattdessen sind an den Luxusgeschäften nun die Rollläden heruntergelassen und hinter den Glasscheiben der verschlossenen Bistros stapeln sich verstaubte Tische und Stühle. Und der schönste Boulevard der Welt verströmt plötzlich auch nur noch das Flair einer breiten, von Bäumen gesäumten Straße.

In einigen Seitengassen der Stadt wagen manche Wirte dann aber doch den kleinen Regelbruch. Am offenen Fenster ihrer Bistros verkaufen sie Bier und Wein, auf das Trottoire haben sie Stehtischchen gestellt, an denen sich rauchend und trinkend einige Männer unterhalten. Welch eine Zeit, in der solch banale Szenen wie ein Akt der Revolution wirken!

Eine Stadt stemmt sich gegen die Depression

Allein an den Wochenenden scheint sich die Stadt mit der Ankunft des Frühlings gegen dieses Gefühl der Depression zu wehren, das sich wie Mehltau über Paris gelegt hat. Dann versorgen sich vor allem die jungen Menschen im Supermarkt mit Bier und schleppen die Flaschen an die Seine oder in einen der Parks der Stadt. Dort setzen sie sich auf Randsteine oder ins Gras, spielen Boule und genießen für einige Stunden ihre kleine, oft maskenlose Freiheit. Aber auch dieses sorglose Treiben hat am frühen Abend ein jähes Ende. Wenn die Sonne beginnt, sich hinter dem Eiffelturm zu senken, scheuchen Einheiten der Polizei die Menschen von den Quais der Seine, denn um 19 Uhr beginnt die Corona-Ausgangssperre. Auf dem Nachhauseweg warnt dann eine Durchsage in der Métro die Fahrgäste sogar auf Chinesisch vor Taschendieben. Auch das eine wehmütige Erinnerung an eine scheinbar ferne Zeit, in der die ganze Welt in dieser Stadt der Liebe und des Lichts zuhause war. Es gibt keine chinesischen Touristen mehr in Paris – allerdings auch keine Taschendiebe.

Die erfolgreiche Internet-Käse-Auktion der Mönche von Citeaux

Wegen der Corona-Pandemie blieb die französische Abtei auf zwei Tonnen ihres berühmten Reblochon sitzen. Dann wagten die Glaubensbrüder den Weg ins Internet.

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Der Erfolg der Käse-Auktion weckt allgemeines Interesse

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Ein Käse-Wunder der Marktwirtschaft

Die Mönche der Abtei Citeaux glauben selbstverständlich an Wunder. Diese Überzeugung ist Teil ihrer Berufsbeschreibung. Nun sind die 17 Klosterbrüder aber selbst überrascht worden, was allerdings weniger mit einer göttlichen Fügung, sondern eher mit irdischer Marktwirtschaft zu tun hat.

Die Abtei saß nämlich auf einem riesigen Berg von 4000 Käselaibern. Die Sorte Reblochon wird seit 1925 in Citeaux hergestellt und genießt unter Feinschmeckern einen einzigartigen Ruf. Die Corona-Pandemie stellt die Mönche allerdings vor ein grundlegendes Problem. „Die Kunden kommen weniger in die Läden, und die Restaurants sind geschlossen“, sagt Bruder Jean-Claude, Marketing-Beauftragter der 1098 gegründeten Abtei. Der Umsatzrückgang liege bei fast 50 Prozent. Der normale Jahresumsatz betrage rund 1,2 Millionen Euro.

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Die Kühe hören nicht auf die Mönche

Man habe versucht, den 75 Kühen zu erklären, dass sie weniger Milch produzieren sollen – „aber das scheinen sie nicht zu verstehen“, erklärt Bruder Jean-Claude mit einem Augenzwinkern. Auch sei es schlecht möglich, die Außenwände der Abtei einfach zu verschieben, um die über zwei Tonnen überschüssigen Käse zu lagern.

Aus diesem Grund wagten die Mönche marketingtechnisch den Sprung ins 21. Jahrhundert: sie verkauften ihren Reblochon über das Internet. „Normalerweise lehnen wir Internet-Bestellungen ab“, unterstreicht der Mönch Jean-Claude. Aber besondere Umstände verlangen in diesem Fall außergewöhnliche Maßnahmen. Angeboten wurde der Käse über das Start-Up „Divine Box“, das sich auf den Online-Verkauf von Produkten religiöser Orden spezialisiert hat. Eigentlich sollte die Aktion drei Tage dauern, doch schon nach wenigen Stunden leuchtete auf der Seite von „Divine Box“ in knalligem Rot der Hinweis: „Opération terminée – 2006.9kg précommandés en 24h!“ Der Käse war in Windeseile ausverkauft.

Vom großen Erfolg überwältigt

„Wir sind vom Erfolg überwältigt“, erklärt Bruder Benoit, zuständig für die Finanzen des Klosters. „Das war völlig unerwartet.“ Der Käse wurde allerdings nicht nur über das Internet verkauft, offensichtlich hatte sich die Aktion auch in der realen Welt schnell herumgesprochen und es seien wesentlich mehr Kunden in die Läden vor Ort gekommen. Ob dieser Hype um den Reblochon aus Citeaux Auswirkungen auf die zukünftigen Marketingstrategien der Abtei haben wird, ist nicht geklärt. Darüber werden die Glaubensbrüder sicher erst nachdenken, nachdem sie ein erleichtertes Gebet des Dankes in Richtung Himmel geschickt haben.

Berlin erklärt Frankreich zum Hochrisikogebiet

Es war eine Frage der Zeit – nun ist es passiert. Die Bundesregierung hat Frankreich als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Für die einfache Einreise ändert sich im Grunde kaum etwas, aber Pendler befürchten Nachteile. Für sie soll es nun Ausnahmen geben.

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Die Départements in Frankreich in denen das Virus besonders stark zirkuliert

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Ausnahmen für Pendler

Die Corona-Pandemie scheint sich in Frankreich fast ungehindert ausbreiten zu können. Die Regierung in Paris hat nun weiter Départements als rote Zonen eingestuft, wo die Inzidenz dauerhaft über 300 liegt. In der Region Paris selbst steigen die Werte jeden Tag und liegen inzwischen bei deutlich über 600 Infizierten auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Täglich melden die Behörden etwa 30 000 neue Ansteckungen. Die Situation in den Krankenhäusern ist in mehreren Regionen extrem angespannt.

Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte dem Sender Franceinfo, die neuen Regelungen würden Pendlern Probleme bereiten. Man wolle aber versuchen, ihnen so wenig wie möglich zu schaden. Im vergangenen Frühjahr hatte es Kontrollen an der Grenze Frankreich gegeben. Auch deswegen ist die Stimmung in den Grenzgebieten angespannt. Einreisende aus Hochinzidenzgebieten müssen normalerweise einen negativen Corona-Test vorweisen.

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Keine Kontrollen an den Grenzen geplant

Die Bewohner in den Grenzstädten Straßburg und Kehl hoffen aber auf möglichst geringe Einschränkungen für Pendler und Familien auf beiden Seiten des Rheins. So müsse die Tram zwischen beiden Städten dennoch weiter verkehren, erklärten Straßburgs Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian und der Kehler Oberbürgermeister Toni Vetrano in einer gemeinsamen Mitteilung. Im Falle intensiver Grenzkontrollen müssten Autos und Lastwagen auf getrennten Spuren fahren, um lange Wartezeiten für Pendler zu vermeiden.

Das Sozialministerium verwies auf diverse Ausnahmen von der Test- und Nachweispflicht, die insbesondere Grenzpendlern und Grenzgängern zugute kämen. Zwei Negativtests pro Woche seien ausreichend, zudem könne der Test auch direkt nach der Einreise noch gemacht werden. Tägliche Grenzpendler seien auch von der Anmeldepflicht befreit.

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Neue Regeln auch für die Region Moselle

Das französische Département Bas-Rhin teilte mit, dass für elsässische Pendler nur zweimal die Woche ein Test nötig werde. Die Grenzregion Moselle war bereits Anfang März als Virusvariantengebiet eingestuft worden. Dort gibt es damit schon eine Testpflicht bei Einreise. Kontrolliert wird sie auch künftig nur stichprobenartig hinter der Grenze im Rahmen der sogenannten Schleierfahndung. Stationäre Grenzkontrollen sind nicht geplant.

„Uns ist es wichtig, dass wir das Infektionsgeschehen eindämmen und trotzdem die Grenzen weiter offen halten“, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Die Einstufung als Hochinzidenzgebiet richte sich in keiner Weise gegen die Partner in Frankreich, sondern gegen das Virus.

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Corona: Polizisten räumen volle Seine-Quais in Paris

Viele fragen sich, weshalb in Paris die Corona-Infektionszahlen weiter ansteigen. Einen Teil der Antwort kann jedes Wochenende an den Quais der Seine oder den Parks beobachtet werden. Dort drängen sich Zehntausende Menschen, von denen sich die meisten nicht an die Corona-Abstandsregeln halten.

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Die französischen Départeents, die wegen der hohen Corona-Zahlen unter besonderer Beobachtung stehen.

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Die Sonne lockt die Menschen an die Seine

Am Nachmittag wird es der Polizei in Paris zu bunt. Wieder flanierten die Menschen in Massen bei schönem Wetter am Wochenende an den Ufern der Seine. Da sich die meisten Leute nicht an die Corona-Abstandsregeln halten, müssen sie die Seine-Quais in der französischen Hauptstadt verlassen. Die Zugänge zum Ufer werden nach der Räumung blockiert, so dass niemand mehr vor der ab 18 Uhr geltenden Ausgangssperre dorthin kann.

Bereits an den vorangegangenen Wochenenden hatten sich zehntausende Menschen bei strahlender Sonne auf den Seine-Quais gedrängt. Daraufhin wurde am Freitag ein Alkoholverbot für die Uferpromenanden verhängt, um den Andrang an diesem Wochenende zu begrenzen. Auch am Canal Saint-Martin, auf dem Place du Tertre nahe der Basilika Sacré-Coeur und an vielen weiteren Orten der Stadt ist das Trinken verboten. Doch auch wenn sich die meisten Menschen an das Alkoholverbot hielten, zog es sie dennoch an die Ufer der Seine oder die Parks und sonnigen Plätze in der Stadt.

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Hohe Infektionszahlen in Paris

Die Menschen scheint es nicht mehr zu beeindrucken, dass die Siebe-Tage-Inzidenz im Stadtzentrum von Paris weiter stabil über 320 liegt. In den berüchtigten Banlieue der Millionenstadt ist die Lage weit trister. Dort werden inzwischen Werte von rund 440 gemeldet. Ein zentraler Grund für die verheerende Lage in den Vororten ist die Lebenssituation: in den riesigen Trabantenstädten wohnen in den Plattenbauten dicht gedrängt sehr viele Menschen, darunter zahlreiche kinderreiche Familien, in sehr kleinen Wohnungen. Die meisten Leute arbeiten auf dem Bau, in Pflegeberufen, Supermärkten, bei Security-Firmen oder schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durchs Leben – alles Berufe, in denen das von der Regierung geforderte Homeoffice nicht möglich ist. Das heißt: viele dieser Menschen pendeln jeden Tag mit den Nahverkehrsmitteln in die Stadt, was der Ausbreitung des Virus natürlich sehr förderlich ist.

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Natürlich stehen auch in Seine-Saint-Dénis die weißen Schnelltest-Zelte vor den Apotheken, in denen Schnellstests durchgeführt werden können. Die werden aber nur wenig genutzt. Allerdings wäre es nach Aussagen von Epidemiologen auch kaum möglich, bei solch hohen Infektionswerten und diesen Lebensbedingungen einzelne Corona-Cluster auszumachen und dann gezielt zu isolieren.

Der Norden Frankreich von Corona besonders betroffen

In anderen Regionen von Frankreich sind wegen der steigenden Corona-Zahlen am Samstag weitere örtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft getreten. Von den für das Wochenende geltenden Restriktionen betroffen sind nun auch rund 1,5 Millionen Bürger im nordfranzösischen Département Pas-de-Calais mit der Hafenstadt Calais. Sie dürfen ihre Häuser samstags und sonntags nur noch aus triftigem Grund verlassen, etwa zum Einkaufen oder Joggen. Auch sehr große Geschäfte müssen schließen. 

In der Region am Ärmelkanal breitet sich die zuerst in Großbritannien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.1.7 rapide aus. Nach Angaben der Behörden sind die Krankenhäuser in der Region bereits zu 90 Prozent ausgelastet. Im benachbarten Dünkirchen und in Teilen der Côte d’Azur gelten bereits Ausgangssperren an Wochenenden. Zudem gilt landesweit in ganz Frankreich eine nächtliche Sperrstunde ab 18.00 Uhr.

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Das Problem: die britische Virus-Mutation

Die französische Regierung will auf die starke Ausbreitung der Mutante B.1.1.7 mit einer Beschleunigung der Impfkampagne reagieren. Bis Mitte April sollen ihren Plänen zufolge mindestens zehn Millionen Franzosen ihre erste Corona-Impfung erhalten haben, bis zum Sommer soll es 30 Millionen Erstgeimpfte geben. Stand Samstag hatten in Frankreich weniger als 3,4 Millionen Menschen eine erste Corona-Impfung erhalten.

Seit Beginn der Pandemie starben in Frankreich mindestens 88.300 Menschen an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19.

In Frankreich wird auch in Apotheken geimpft

Deutschland setzt auf Impfzentren im Kampf gegen Corona. In Frankreich wurde nun der Weg freigemacht, dass Apotheker, Krankenschwestern und Hebammen gegen das Virus impfen können.

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Frankreich will mehr und schneller impfen. Der Grund ist die schnelle Ausbreitung des Virus, vor allem der britischen Variante.

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Impfen in Apotheken – mit Einschränkungen

In Apotheken werden die Impfungen am Montag, dem 15. März, beginnen, kündigte Frankreichs Premierminister Jean Castex. Ausnahmen wird es nur in Fällen geben, bei denen Komplikationen geben könnte. Etwa bei Menschen, bei denen in der Vergangenheit eine allergische Reaktion aufgetreten ist oder die Probleme nach der ersten Corona-Impfung hatten. Diese sollten von einem Arzt behandelt werden. Bis zum 15. März können diejenigen, die dies wünschen, einen Termin auf der Ordoclic-Online-Plattform vereinbaren, die ab Montag freigeschaltet ist.

Allerdings gibt es auch in Frankreich eine Hierarchisierung. In Apotheken geimpft werden sollen vorerst Menschen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren, die zu einer Risikogruppe zählen. Sie werden vor allem mit Astra-Zeneca geimpft.

Viel Impfstoff in Kühlschränken gelagert

Frankreich hat beim Impfen ein ähnliches Problem wie Deutschland: Von den fast 1,8 Millionen Dosen des Astra-Zeneca-Impfstoffs, die in den vergangenen Tagen geliefert wurden, waren bis zum 3. März weniger als 380.000 verwendet worden. Zwischen 300.000 und 400.000 sollen in Apotheken und sogar in Krankenhäusern im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Philippe Besset, Präsident der Apotheker-Gewerkschaft, erklärte, dass fast 20.000 Apotheken bereit sein mit einer durchschnittlichen Rate von „etwa 20 Injektionen pro Tag“ zu impfen. Die nationale Gesundheitsbehörde sagte, dass Apotheker auch Dosen von Moderna und Pfizer injizieren könnten. Das Problem: diese Impfstoffe mit mRNA-Technologie sind jedoch viel komplizierter zu lagern, da sie gefroren sein müssen.

Um mit dem Impfen schneller voranzukommen, forderte Ministerpräsident Jean Castex auf,  auch am Wochenende Impfungen durchzuführen – das war bisher nicht der Fall. Man befinde sich in einem Wettlauf mit dem Virus, sagt er und legt einen Zeitplan vor: Bis Mitte April sollen mindestens zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und bis zum Sommer 30 Millionen. In Frankreich leben 67 Millionen Menschen.

Frankreich verschärft den Lockdown und setzt auf mehr Impfungen

Während in Deutschland heftig über Corona-Lockerungen gestritten wird, werden in Frankreich die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie noch einmal verschärft. Premierminister Jean Castex erklärte, dass es nun auch im Département Pas-de-Calais am Ärmelkanal einen Wochenend-Lockdown geben wird. In Nizza am Mittelmeer und der nordfranzösischen Hafenstadt Dunkerque (Dünkirchen) gilt bereits ein derartiger Lockdown. Die dicht besiedelte Hauptstadtregion Paris und die Hafenstadt Marseille bleiben von solchen Einschränkungen bisher verschont.

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Drei weitere Départements stehen in Frankreich wegen hoher Corona-Zahlen unter Beobachtung

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Die britische Variante breitet sich rasant aus

In manchen Regionen scheint sich das Virus inzwischen wieder fast ungehindert auszubreiten. Nach Regierungsangaben 60 Prozent der neuen Positiv-Tests inzwischen auf die zuerst in Großbritannien nachgewiesene, ansteckendere Mutation zurückzuführen. Deswegen habe sich die Verbreitung des Virus in den vergangenen zwei Wochen beschleunigt, sagt Ministerpräsident Jean Castex. So wird etwa in der Hafenstadt Dunkerque ein Inzidenzwert von über 1000 gemessen. In der Region um Nizza werden fast 600 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb von sieben Tagen gezählt.

Etwas überraschend für viele ist, dass die Region um die Hauptstadt Paris nicht unter besondere Beobachtung genommen wird. Im Stadtkern hat sich die Infektionsrate bei deutlich über 300 eingependelt. In dem berüchtigten Département 93 (Seine-Saint-Dénis) liegt der Index inzwischen bei über 400. Castex forderte die regionalen Behörden auf, Maßnahmen zu ergreifen, um größere Versammlungen zu verhindern. Am vergangenen Wochenende hatten viele Menschen die Sonne etwa an den Ufern der Seine genossen. „Die Bilder, die wir am vergangenen Wochenende wieder in einigen Großstädten, darunter Paris, gesehen haben, sind einfach nicht angemessen“, sagte Castex.

Entspannung im grenznahen Département Moselle

Wichtig für die Pendler in der deutsch-französischen Grenzregion zwischen Saar und Mosel ist die Entwicklung im Département Moselle. Dort scheint sich die Lage etwas zu beruhigen und die Inzidenz ist inzwischen auf deutlich unter 300 gesunken. Zudem wird dort seit einigen Tagen eine massive Test-Strategie gefahren. Grund dafür ist auch, dass die Region von deutscher Seite als Hochrisikogebiet eingestuft wurde und ein Grenzübertritt nun nur noch mit einem Test-Nachweis möglich ist.

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Paris will verstärkt impfen

Wie der Premierminister ebenfalls verkündete, soll nun in Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko verstärkt geimpft werden. Dabei setzt die Regierung weniger auf Impfzentren, sondern will über Hausärzte und Apotheken die Zahl der verimpften Dosen drastisch erhöhen. Castex fordert nun auch am Wochenende Impfungen. Man befinde sich in einem Wettlauf mit dem Virus, sagt er und legt einen Zeitplan vor: Bis Mitte April sollen mindestens zehn Millionen Menschen geimpft sein, 20 Millionen bis Mitte Mai und bis zum Sommer 30 Millionen.

Premier Castex hatte bereits vergangene Woche eine erhöhte Corona-Warnstufe für 20 Départements ausgerufen. In Frankreich gilt aktuell eine abendliche Ausgangssperre nach 18 Uhr. Ausnahmen gelten beispielsweise für den Arbeitsweg. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben schon mehr als 87 500 Menschen nach einer Infektion.

Corona beendet die grenzenlose Freiheit

In der deutsch-französischen Grenzregion zwischen Saar und Mosel gelten nun harte Corona-Regeln auch für Berufspendler. Für viele Menschen wird das Leben nun sehr kompliziert.

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Das Corona-Testzentrum an der deutsch-französischen Grenze

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Schnell wird alles zur Routine

Schon nach wenigen Stunden ist der Ablauf Routine. Wartende Autos einweisen, Personalien der Personen kontrollieren, Test durchführen, das Datenblatt mit einem QR-Code übergeben und schon rollt das Fahrzeug wieder vom Hof des Technischen Hilfswerks in Saarbrücken direkt an der deutsch-französischen Grenze. Thilo Ziegler ist sehr zufrieden. „Die gesamte Prozedur dauert nur wenige Minuten, Getesteten erhalten das Ergebnis so schnell wie möglich über den personalisierten QR-Code, den sie mit dem Smartphone einscannen können oder auch per Mail“, erklärt er. Über 100 Corona-Tests können auf diese Weise pro Stunde durchgeführt werden.

Im normalen Leben veranstaltet der Mann Rockkonzerte und hätte sich nie träumen lassen, eines Tages ein Corona-Testzentrum zu managen. „Wir haben die technische Infrastruktur und das Know-how, solche Abläufe zu organisieren“, sagt Thilo Ziegler, der mit seinen Mitarbeitern das Testzentrum an der Grenze in drei Tagen aus dem Boden gestampft hat. Weil er bereits für einige private Firmen in der Gegend ähnliche Anlagen betreibt, kamen die verantwortlichen Politiker der Region auf ihn zu.

Einstufung als Corona-Risikogebiet

Der Grund: das Robert-Koch-Institut hat den französischen Verwaltungsbezirk Moselle zum „Virusvariantengebiet“ erklärt, weil dort die hoch ansteckende Mutante aus Südafrika grassiert. Das heißt konkret, dass französische Grenzgänger für eine Fahrt nach Deutschland seit Dienstag einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, akzeptiert werden PCR- oder Schnelltests. Beide dürfen allerdings nicht älter als 48 Stunden sein. Da diese strikte Regelung ausdrücklich auch für die rund 16.000 Berufspendler in der Region gilt, sind die benötigten Testkapazitäten natürlich enorm.

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„Für uns Grenzpendler wird das nun kompliziert“, sagt Amandine Bickel. Die 31-jährige Französin betreibt einen Zeitschriften- und Tabakladen direkt neben dem neuen Drive-In-Testzelt. Kopfschüttelnd steht sie vor der Tür ihres Ladens und beobachtet das rege Kommen und Gehen. Andere Berufspendler sind weniger zurückhaltend in ihren Aussagen. „Wie soll das alles funktionieren“, fragt eine junge Frau, die im französischen Forbach wohnt und jeden Tag zur Arbeit nach Saarbrücken fährt. „Ich muss mich nun mehrere Male die Woche testen lassen. Das ist eine sehr unangenehme Prozedur, sich jedes Mal so ein Wattestäbchen in die Nase stecken lassen.“ Zudem müsse sie als Mutter zwei Kinder versorgen, da sei der Tagesablauf sehr genau getaktet. Diese neue Vorschrift bringe nun praktisch ihr ganzes Leben ins Wanken.

Deutliche Worte von französischer Seite

Sehr deutlich wird auch Christophe Arend, französischer Parlamentsabgeordneter des Départements Moselle, und er schiebt den schwarzen Peter der deutschen Seite zu. „Ich bedauere die aktuelle Situation, die durch eine brutale Entscheidung verursacht wurde“, schreibt er in einer Stellungnahme. Das erinnere ihn an die Situation vor einem Jahr, als Deutschland während der ersten Corona-Welle ohne jegliche Absprache über Nacht alle Grenzübergänge geschlossen hat. Er unterstreicht, dass die Regionen auf deutscher und französischer Seite wirtschaftlich und kulturell untrennbar miteinander verwoben seien und fordert, dass man sich unbedingt um pragmatischere Lösungen bemühen müsse.

„Ich weiß nicht, ob die Auswirkungen dieser Entscheidung wirklich zu Ende gedacht worden sind“, sagt einer der Betriebsleiter am Bahnhof in Auersmacher, einem kleinen Städtchen unweit der Grenze. „Die Züge fahren noch eine Station weiter nach Hanweiler und werden dort dann abgestellt.“ Wegen der neuen Verordnung dürfen sie die dortige Grenze nicht mehr passieren, was bedeutet, dass die französische Stadt Sarreguemines (Saargemünd) nun vom wichtigen Nahverkehr nach Saarbrücken von einem Tag auf den anderen abgeschnitten ist. Wie die Zuggäste auf französischer Seite nun weiter an ihr Ziel kommen weiß er nicht.

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Ein Mitarbeiter tippt die erfassten Daten in den Computer

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Einkaufstourismus wird (noch) nicht gebremst

Während der Mann erzählt, fahren immer wieder Autos mit französischen Kennzeichen auf der nahen Kreisstraße vorbei, die in Richtung Saarbrücken führt. „Viele Franzosen kommen hierher einkaufen, weil viele Dinge in Deutschland billiger sind“, sagt er. Ihm sei nicht aufgefallen, dass dieser Pendelstrom merklich abgenommen habe. Bisher waren Grenzübertritte von bis zu 24 Stunden in beide Richtungen ohne Auflage erlaubt, um die engen Beziehungen in der Region nicht zu stören, doch mit der neuen Verordnung soll das nun ein Ende haben. 

Anders als im Fall von Tschechien und Tirol in Österreich soll es nach einer deutsch-französischen Absprache aber keine Kontrollen direkt an der Grenze geben. Stattdessen sieht das Innenministerium eine „Schleierfahndung im Hinterraum“ vor. Wie diese Vorgabe aus dem fernen Berlin genau umgesetzt werden soll, ist offensichtlich noch nicht bis zu den Polizeibeamten durchgedrungen, die im Saarland in ihren Streifenwagen beobachtend durch dieses „Hinterraum“ patrouillieren sollen. Beim Schichtwechsel im Revier der Bundespolizei an der A6, unmittelbar an der deutsch-französischen Grenze, herrscht entspannte Stimmung. „Wir lassen uns überraschen“, sagt einer der Beamten, der dann aber noch versichert, dass man bei den angekündigten Kontrollen auf jeden Fall mit dem nötigen Augenmaß vorgehen werde.

Leicht sinkende Zahlen in Moselle

Derweil dringen gute Nachrichten aus dem Département Moselle über die Grenze. Der zuständige Präfekt Laurent Touvet erklärte, dass es zwar noch immer viele Corona-Fälle gebe, sich die Situation aber auf hohem Niveau stabilisiert habe. Lag der Inzidenzwert vergangene Woche in Moselle noch bei fast 320 ist die Zahl der Infizierten auf 100.000 Einwohner inzwischen wieder unter 290 gesunken. Laurent Touvet sieht einen „langsamen, kontinuierlichen Rückgang“. Als zusätzliche Schutzmaßnahme verhängte die Präfektur ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum in Städten wie Metz, Sarreguemines und Forbach. Damit sollen Ansammlungen junger Leute verhindert werden. Zudem könnte eine weitgehende Ausgangssperre an Wochenenden kommen. Inzwischen wagt kaum jemand mehr Prognosen über den Verlauf der Pandemie in der Region.

An der deutsch-französischen Grenze in Saarbrücken hat Thilo Ziegler das Corona-Testzentrum für mindestens zwei Wochen aufgebaut. „Natürlich können wir auch länger hier arbeiten“, erklärt der Konzertveranstalter, „aber je früher wir hier unsere Zelte abbauen können, desto besser ist es für uns alle.“

Corona: Einreiseregeln im Grenzgebiet Moselle verschärft

Paris ist verärgert, versucht das allerdings nicht zu zeigen. Der Grund: Die Bundesregierung hat den an Deutschland angrenzenden französischen Verwaltungsbezirk Moselle zum Virusvariantengebiet erklärt. Das heißt, dass Einreisebeschränkungen an der Grenze zu Deutschland in Kraft treten. Was das genau heißt, weiß im Moment noch niemand. Um die konkreten Maßnahmen wird allerdings noch gerungen.

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20 Départements stehen in Frankreich unter besonderer Beobachtung.

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Rätselraten über mögliche Grenzkontrollen

Was passiert ab Dienstag, 2. März? Das ist die Frage, die sich die Bewohner – und vor allem die Pendler – im deutsch-französischen Grenzgebiet stellen. Nach der Einstufung des Robert-Koch-Instituts (RKI) des Département Moselle als Risikogebiet, es grenzt an das Saarland und Rheinland-Pfalz, herrscht einige Aufregung in der Region. Niemand will, dass sich die Verhältnisse vom März 2020 wiederholen. Damals waren während der ersten Corona-Welle die Grenzübergänge von deutscher Seite kurzerhand geschlossen worden. Die einige Städte in der Region Grand Est waren damals regelrechts Hotspots der Pandemie. Selbst Pendler kamen nicht mehr über die Grenze oder mussten danach sehr weite Umwege in Kauf nehmen.

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Aufgrund der Einreisebeschränkungen dürfen im Grunde nur noch Deutsche sowie Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland einreisen. Ausnahmen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen für Pendler und den Warenverkehr. Die konkrete Ausgestaltung ist noch unbekannt.

Erforderlich ist in Zukunft ein negativer Corona-Test

Sicher ist nur: nach Angaben des Bundesinnenministeriums müssen Franzosen, die aus dem Bezirk Moselle nach Deutschland reisen, künftig „einen negativen Test und eine digitale Einreiseanmeldung“ vorweisen. Zudem gebe es ab Dienstag das Virusvariantengebiete übliche Beförderungsverbot – eine Einreise mit Bahn, Bus, Schiff oder Flugzeug ist dann nicht mehr möglich. Systematische Grenzkontrollen seien hingegen nicht vorgesehen, heißt es aus Berlin. Dass Frankreich strikte Grenzkontrollen wie im Falle Tschechiens und Tirols erspart bleiben, begründete der Sprecher im Bundesinnenministerium unter anderem mit der „guten Zusammenarbeit zwischen den betroffenen deutschen und französischen Regionen“.

Vor allem Frankreich wehr sich gegen Grenzschließungen oder scharfe Kontrollen. „Das wollen wir nicht“, sagte Beaune dem Rundfunksender France Inter und verwies auf die 16.000 Berufspendler in der Grenzregion zwischen Frankreich und Deutschland.

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Er bemühe sich in Gesprächen mit Berlin darum, „diese Maßnahmen so weit wie möglich abzumildern,“ sagte Frankreichs Europa-Staatssekretär Clément Beaune. Um den Pendlern den Grenzübertritt weiter zu ermöglichen schlug er Corona-Tests vor, „die nicht jeden Tag, sondern alle zwei oder drei Tage obligatorisch“ seien. Mit Hilfe eines „kooperativen Geistes“ müsse es möglich sein zu verhindern, „dass wir zu dem zurückkehren, was wir zu Beginn der Pandemie so schmerzhaft durchgemacht haben“, sagte Beaune.

Auch die beiden Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Parlamentarierversammlung, Christophe Arend und Andreas Jung (CDU), meldeten sich zu Wort. Sie erklärten, der Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit müsse am Montag in einer Sondersitzung alle Fragen zu den Grenzschließungen besprechen. Sie forderten etwa, im deutsch-französischen Grenzgebiet kurzfristig gemeinsame Testzentren einzurichten.

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In einer gemeinsamen Erklärung schreiben die beiden Politiker:

“Entscheidend ist jetzt eine überzeugende grenzüberschreitende Strategie mit engster Abstimmung. Mit entschiedenen Maßnahmen auf beiden Seiten der Grenze und mit gemeinsamer Konsequenz muss die Ausbreitung der Mutationen wirksam verhindert werden. Der Schlüssel für konsequenten Gesundheitsschutz und Durchlässigkeit der Grenze ist dabei eine umfassende gemeinsame Teststrategie. Dazu müssen überall im deutsch-französischen Grenzgebiet kurzfristig gemeinsame Testzentren nach Vorbild der Einrichtung des Eurodistrikts Saar-Moselle aufgebaut werden. Zudem muss es eine enge Koordinierung leicht zugänglicher dezentraler Testmöglichkeiten geben. Die Anforderungen an die Tests müssen auf beiden Seiten einheitlich sein. Der mit dem Aachener Vertrag ins Leben gerufene Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit muss morgen in einer Sondersitzung vor dem Inkrafttreten neuer Regelungen am Dienstag alle Fragen umfassend erörtern. Mit Vertretern von Regierungen und Parlamenten beraten dort die nationale Ebene, die Region Grand-Est und die Départements, die drei Grenz-Bundesländer sowie die Eurodistrikte gemeinsam. Die mit dem Aachener Vertrag vereinbarte Zusammenarbeit in unserer verflochtenen Grenzregion muss sich gerade jetzt in der Krise bewähren. Nur gemeinsam werden wir Corona erfolgreich bekämpfen.” 

Erklärung der deutsch-französischen parlamentarischen Versammlung

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Frankreich hatte in Absprache mit der deutschen Seite in der vergangenen Woche bereits seine Einreiseregeln in die Region Moselle verschärft. Grenzgänger, die nicht aus beruflichen Gründen reisen, müssen nach Angaben des französischen Außenministeriums an der Grenze ab 1. März einen negativen Test vorlegen. Generell braucht jeder, der nach Frankreich einreist, einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist

Nizza und Dunkerque im Corona-Lockdown

Nichts geht mehr in Nizza – oder zumindest sehr wenig. In der Stadt am Mittelmeer setzen die Behörden im Kampf gegen das Aufflammen der Corona-Pandemie auf Ausgangssperren. In Teilen der Côte d’Azur – aber auch in Dünkirchen am Ärmelkanal – traten am frühen Samstagmorgen strikte Ausgangsbeschränkungen für das Wochenende in Kraft.

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Die 20 Départements, die mit schärferen Maßnahmen rechnen müssen, sollte sich die Corona-Lage nicht entspannen

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Starker Anstieg der Infektionszahlen

Die beiden Städte im Süden und im Norden Frankreichs sind vor allem von der britischen Variante des Virus stark getroffen worden. In Dünkirchen liegt der Indzidenzwert bei über 900, in Nizza bei knapp 700 Infizierten auf 100.000 Einwohner.

In den von der Ausgangssperre betroffenen Gebieten dürfen die Menschen ihre Wohnungen zwischen Freitagabend um 18 Uhr und Montagmorgen um 6 Uhr für maximal eine Stunde am Tag in einem Fünf-Kilometer-Radius verlassen. In Nizza und Dünkirchen dürfen allerdings Lebensmittelgeschäfte und -märkte auch während der Ausgangssperre geöffnet bleiben.

Für ganz Frankreich gilt bereits eine abendliche Ausgangssperre ab 18 Uhr. Insgesamt drohen in 20 Départements weitere Ausgangsbeschränkungen, weil sich das Virus dort rasant ausbreitet – unter anderem in der Hauptstadt Paris. Premierminister Jean Castex appellierte an die Präfekten dieser 20 derzeit am schwersten von der Pandemie betroffenen Départements, die Corona-Maßnahmen entschlossener durchzusetzen. 

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Nizza gleicht einer Geisterstadt

Die Franzosen scheinen sich mit einigem Murren an die neuen Regeln zu halten, die Stadt Nizza wirkte nach Augenzeugenberichten wie eine Geisterstadt. Nach Polizeiangaben waren in Nizza am Samstag 32 Beamte der Nationalpolizei sowie dutzende städtische Polizisten im Einsatz, um die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen zu kontrollieren. Polizeikommissar Olivier Malaver zog eine positive erste Bilanz. „Im Moment wird die Ausgangssperre in Nizza respektiert“, sagte er.

Allerdings kursieren im Netz auch kurze Videos, die eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen zeigen sollen. Es ist allerdings nicht klar, von wann die Bilder tatsäclich sind.

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Der Druck auf die Verantwortlichen ist groß, gegen die Pandemie etwas zu tun. Am vergangenen Mittwoch waren in Frankreich landesweit 31.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden – so viele wie seit vergangenem November nicht mehr. Premierminister Jean Castex sagte am Donnerstag, fast die Hälfte der Ansteckungsfälle gingen inzwischen auf die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Mutante zurück. Die Hoffnung ruht in Frankreich auch auf schnelle Impfungen. In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Kritik an dem schleppenden Verlauf und an den zahlreichen Pannen gegeben.

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Mit den sehr lokal und regional begrenzten Ausgangssperren testet die Regierung eine neue Strategie im Kampf gegen das Virus. Die Behörden vor Ort können nun selbst ermessen, ob sie schärfere Beschränkungen verhängen. Ausdrückliches Ziel der Regierung ist es, einen strikten landesweiten Lockdown zu vermeiden. 

Französische Youtuber landen einen Corona-Hit

Die beiden Jungs sind in Frankreich Youtube-Stars. In der Regel blödeln Mcfly und Carlito durch die Welt, doch nun haben sie mit einer eher ersten Sache einen Hit gelandet: ihr Musikvideo über die Corona-Regeln in Frankreich wurde in kürzester Zeit zehn Millionen Mal abgerufen. Nun wartet eine Belohnung auf sie.

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Ein Blick auf die Instagram-Seite von Mcfly und Carlito verrät, in welche Richtung ihre Kunst geht!

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Eine „Provokation“ des Präsidenten

Schuld hat eigentlich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Er hat Mcfly und Carlito in einer kurzen Videobotschaft aufgefordert einen Clip über die Corona-Regeln zu machen und damit die Schallmauer von zehn Millionen Klicks zu schaffen.

Auf Instagram haben die beiden nun die frohe Botschaft verkündet: die zehn Millionen Aufrufe sind erreicht.

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Die Wettschulden den Präsidenten

Natürlich fordern sie nun von Emmanuel Macron, dass auch er sich an seinen Teil der Abmachung hält. Er hatte versprochen, dass das Duo im Élyséepalast drehen darf. Der Präsident ließ Mcfly und Carlito postwendend seine Glückwünsche ausrichten und lud sie in seinen Regierungssitz ein.

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Von Regeln und von Verstößen

In dem Musikvideo „Je me souviens“ (Ich erinnere mich) erzählen die beiden Youtuber von Regel-Verstößen und auch von sich einschleichender Corona-Müdigkeit. An den Präsidenten gerichtet singen sie aber: „Ich verspreche dir, Manu, ich pass auf, für meine Kinder und Frankreich.“ Auch Präsident Macron hat in dem Video einen Gastauftritt. Sein Kopf ist in den Himmel eingeblendet, während der Staatschef noch einmal erklärt, worauf es ankommt: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen, lüften und Versammlungen vermeiden.