Kann ein Eisbecher rassistisch sein?

Kann ein Eisbecher rassistisch sein? Viele Internet-Nutze meinen ja – und haben ein Eiscafé an der französischen Côte d’Azur dazu gebracht, zwei Eisbecher von der Speisekarte gestrichen.

20.07.28-eisbecher

Die Besitzer sind von dem Protest überrascht

„Wir sind keine Rassisten. Wir respektieren jeden!“, schrieben die Betreiber des Cafés Le Poussin Bleu in Saint-Raphaël bei Facebook. Die Eisbecher seien schon auf dem Menü gewesen, als sie das Café vor mehr als 30 Jahren übernommen hätten. „Naiv haben wir diese Eisbecher gelassen wie sie waren, ohne böse Gedanken. Sie reichen sicherlich bis in die Kolonialzeit zurück, aber die Vergangenheit hat das Frankreich von heute gemacht.“

Der Becher „Afrikanisch“ war mit einem Meringue-Bällchen mit Schokoladenüberzug und dicken roten Lippen verziert gewesen. Der Becher „Chinesisch“ war ein Zitronensorbet mit gelbem Meringue-Bällchen als Kopf und darauf gemalten schmalen Augen.

Die Besitzer schreiben auf Facebook, dass sie selbst Einwanderer seien und niemanden beleidigen wollten.

Ma famille est issus de l immigration, ma grand mère est arrivé jeune avec ses parents pour quitter la misère du sud de l Italie, mon grand père a fui le fachisme de Mussolini.

Ils ont travaillé dure dans le bâtiment pour lui, dans les ménages pour elles.

A l époque les italiens étaient traités de toute sorte de noms péjoratifs, « bons qu’à jouer de la mandoline » , « ritals », « macaronis » d ailleurs soit dit en passant personne n a jamais voulu interdire les pâtes du même nom !!!

Mes oncles, mon père ont acquis au prix de beaucoup de travail et de courage cet établissement, la carte des glaces, existait déjà , nous ne sommes pas « racistes » nous respectons tout le monde!

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Aufruf via Twitter zum Boykott

Am 20. Juli hatte es via Twitter einen Aufruf gegeben, Le Poussin Bleu wegen seiner rassistischen Eisbecher zu boykottieren. Bis Dienstag hatte der Tweet Zehntausende Likes und Retweets bekommen.

Doch nicht alle Internauten sind der Meinung, dass die Eisbecher verschwinden müssen. Viele zeigen auch ihre Solidarität mit den Besitzern.

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Nach einem „Sturm der Gewalt und Beleidigungen“ hätten sie sich entschieden, die Eisbecher von der Karte zu nehmen, teilten die Betreiber mit. „Afrikanisch und Chinesisch durch die sozialen Netzwerke zu Fall gebracht“, lautete die Überschrift des Beitrags. „Diese Eisbecher haben vielen Generationen von Familien unterschiedlicher Herkunft Freude gemacht. Wenn sie zuletzt ein paar Menschen gestört haben, dann tut uns das leid.“