Ein Gemälde sucht seinen Besitzer

Ein Wehrmachtsoldat hat einst ein Bild von Frankreich nach Berlin gebracht – Nun soll das Werk zurückgegeben werden, doch das ist nicht so einfach.

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Auf der Homepage des Weltzentrums für Frieden in Verdun wird über die Hintergründe des Bildes informiert.

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Kein bedeutendes, aber ein wichtiges Gemälde

Der französische Maler Nicolas Rousseau ist nicht wirklich ein Künstler von Weltgeltung. Dennoch ist eines seiner Gemälde aus dem 19. Jahrhundert im Moment eine Attraktion. „So etwas hat es zuvor noch nie gegeben“, sagt Philippe Hansch, Direktor des Weltzentrums für Frieden in Verdun, wo das Werk zu sehen ist. Dargestellt ist eine von zwei Baumgruppen gerahmte Landschaft, die ein schmales Gewässer durchzieht – viel wichtiger aber ist die Geschichte des Bildes. Neben dem etwa 40 mal 60 Zentimeter großen Gemälde hängt ein Zettel, darauf ist zu lesen: „Wenn Sie diese Bild kennen oder irgendwelche Informationen dazu haben, bitten wir Sie, dies am Empfang mitzuteilen.“

Das Bild wird nach Berlin verfrachtet

Die Odyssee des Werkes, dessen Wert auf rund 3000 Euro geschätzt wird, beginnt im Frühjahr 1944. Damals hatte der junge Luftwaffenunteroffizier Alfred Forner den Befehl bekommen, das Bild aus dem Nordwesten Frankreichs nach Berlin zu bringen. Doch als er die Raubkunst in Deutschland an der angegebenen Adresse abgeben will, steht er vor einer zerbombten Ruine. Er lässt das Gemälde in Berlin zurück, weil er wieder nach Frankreich an die Front muss, wo er nur wenige Wochen danach getötet wird.

Ein Mann will sein Gewissen erleichtern

So hing die idyllische Landschaft viele Jahrzehnte in einer Wohnung in Spandau, bis Peter Forner, der Sohn des damaligen Unteroffiziers, im vorigen Jahr kurz vor seinem Tod entschied, das Bild an den rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. „Es heißt, dass er noch einige Dinge in seinem Leben regeln wollte“, erzählt Julien Acquatella, der in Deutschland für die Entschädigungskommission CIVS arbeitet. „Die Frage des Gemäldes war ihm sehr wichtig, er wollte sein Gewissen erleichtern.“

Eine Große Ehre für das Zentrum in Verdun

Für das Weltzentrum für Frieden in Verdun sei es eine große Ehre, das Gemälde auszustellen, unterstreicht dessen Direktor Philippe Hansch. „Wir reden ständig vom Krieg“, erklärt er. „Den Krieg darzustellen ist sehr einfach. Es gibt Tausende Objekte. Aber den Frieden darzustellen, das ist viel komplizierter.“ Im Gemälde von Nicolas Rousseau und dessen Geschichte sieht er ein herausragendes Symbol für den Frieden. „Peter Forner hatte Angst, dass seine Familie wegen des gestohlenen Bildes in Misskredit geraten würde – aber genau das Gegenteil ist der Fall.“ Für den alten Mann sei die Rückgabe ein Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft und der Aussöhnung gewesen.

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Das Gemälde helfe, die deutsch-französische und europäische Geschichte besser zu erklären, ist Philippe Hansch überzeugt. Damit werde auch für Verdun eine neue Seite im deutsch-französischen Geschichtsbuch geschrieben. Bei Verdun gab es im Ersten Weltkrieg eine der blutigsten Schlachten zwischen Deutschland und Frankreich.

Eine sehr komplizierte Suche

Die Verantwortlich wollen sich allerdings nicht darauf verlassen, dass in Verdun zufällig ein Besucher des Zentrums Informationen über den möglichen Besitzer des Bildes liefern kann. Auch in Deutschland sucht die Entschädigungskommission weiter nach Hinweisen. „Wir wissen, dass Alfred Forner in der Normandie und im Pas-de-Calais stationiert war“, sagt Julien Acquatella. Leider habe auch sein Sohn nicht mehr über die Herkunft des Gemäldes gewusst. Also beginnt nun für alle Beteiligten das, was in Französisch eine „travail de fourmi“ genannt wird – eine Ameisenarbeit.

Gestrandet auf dem Weg in die erhoffte Freiheit

Viele Migranten wagen die Überfahrt von Calais in Richtung England – die Schlepperbanden agieren immer professioneller

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Im „Dschungel von Calais“ lebten viele Tausend Migranten unter unmenschlichen Bedingungen. Er wurde von der Polizei geräumt, doch viele Flüchtlinge sind noch immer in der Hafenstadt.

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Migranten hausen in Bretterbuden

Es ist kein guter Tag, die gefährliche Überfahrt zu wagen. Regen peitscht über den Strand und der Wind treibt über dem Meer die tiefhängenden Wolken in Böen vor sich her. Bei klarem Wetter kann man die weißen Klippen von Dover auf der anderen Seite des Ärmelkanals erahnen, doch nun verliert sich alles in einem dunkeln Grau. Viele Kilometer zieht sich der schmale Strandstreifen von Calais in Richtung Boulogne-sur-Mer, Touristen verirren sich keine in die Gegend, dafür patrouillieren auffallend viele Polizeifahrzeuge in regelmäßigen Abständen auf der Küstenstraße.

„Über 1000 Migranten hausen in den Dünen rund um Calais“, schätzt François Guennoc, Vizepräsident der Hilfsorganisation „Auberge des migrants“. Vor allem in Coquelles, etwas westlich der französischen Hafenstadt, legen immer wieder überfüllte Schlauchboote in Richtung des rund 33 Kilometer entfernen England ab. Zu sehen sind die Migranten nicht. Die Menschen, von denen sehr viele aus dem Iran stammen, leben versteckt in kleinen Zelten oder notdürftig zusammengezimmerten Behausungen aus Treibholz und Plastikplanen. Selbst François Guennoc, der seit vielen Jahren die Situation vor Ort beobachtet ist überrascht, wie viele Migranten in diesem Sommer die Überfahrt wagen. Die Zahl steige kontinuierlich. Wurden 2019 offiziell noch 586 Versuche gezählt, sind es in diesem Jahr bereits weit über 2000.

Die Zahl der Migranten in Calais steigt

Die zuständige Polizeibehörde in Calais macht dieselbe Beobachtung, allerdings aus einem anderen Blickwinkel. „Von Januar bis Juli 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr fünf Mal mehr Überfahrten verhindert“, heißt es in einer Mitteilung. Zudem seien vier Mal mehr Boote und Ausrüstung schon vor dem Ablegen in den Dünen entdeckt worden.

François Guennoc macht mehrere Faktoren für die Zunahme verantwortlich. Zum einen erreichten viele der Migranten, die bis zu 3000 Euro an die Schlepper bezahlen müssen, das britische Ufer des Ärmelkanals. In weit über der Hälfte der Fälle sei die Überfahrt erfolgreich, das ermutige andere. Grund sei aber auch der drohende Brexit. „Die Schleuser sagen den Leuten, dass sie sich beeilen müssen, bevor die Grenzen ganz dichtgemacht werden“, erklärt Guennoc. Auch wenn das nicht stimme, erhöhe es natürlich den Druck auf die verzweifelten Menschen. Zudem agieren die gut organisierten Schlepperbanden inzwischen wesentlich professioneller. Die Schlauchboote werden im Internet gekauft und sogar aus den Nachbarländern nach Calais transportiert.
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Die Polizei ist besser ausgerüstet

Allerdings wurden auch die französischen Sicherheitskräfte zu Land und auf dem Wasser zuletzt wesentlich besser ausgestattet, sagt Philippe Sabatier von der Staatsanwaltschaft in Boulogne-sur-Mer. Seit Januar seien vier Schleppernetzwerke aufgedeckt worden. Dennoch werde es immer schwieriger, den Organisationen das Handwerk zu legen. Das hänge auch damit zusammen, dass die Schleuser vor Ort ständig brutaler zu Werke gingen und immer häufiger die Migranten in völlig überfüllten, schlecht motorisierten Schlauchbooten aufs Meer schickten.

Calais ist seit vielen Jahren ein Sammelpunkt für Migranten aus der ganzen Welt auf ihrem Weg nach Großbritannien. Im Jahr 2016 löste die Polizei mit Gewalt ein Camp am Rand der Stadt auf. Im sogenannten „Dschungel von Calais“ hausten mehrere Tausend Menschen unter unwürdigen Bedingungen. Gleichzeitig wurde der Hafen, wo die Fährschiffe nach Dover ablegen, für viele Millionen Euro mit Zäunen und Stacheldraht abgeschirmt und zu einer Art Festung ausgebaut. .

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Hilfsorganisationen prangern die Härte der Polizei an

Gleichzeitig versuchen nun die französischen Behörden das Entstehen von neuen Elendslager zu verhindern. Immer wieder durchkämmen Einheiten die Strandabschnitte rund um Calais, zerstören provisorische Hütten, nehmen Migranten fest. Viele Gelände sind inzwischen mit hohen Stacheldrahtzäunen und Kameras gesichert. Den Beamten wird von den Hilfsorganisationen vorgeworfen, bei ihren regelmäßigen Razzien mit übergroßer Härte gegen die Migranten vorzugehen.

Claire Millot glaubt nicht, dass sich die Situation in Calais irgendwann ändern wird. So lange die Menschen aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen müssten und sie ein Fünkchen Hoffnung auf ein besseres Leben haben, würden sie auch Todesgefahren auf sich nehmen, sagt die Generalsekretärin der Hilfsorganisation Salam. „Wir warnen immer wieder davor, sich auf den lebensgefährlichen Weg zu machen“, sagt sie, zumal viele nicht einmal schwimmen könnten. Aber wie groß müsse die Verzweiflung dieser Menschen sein, wenn sich manche sogar paddelnd auf Surfbrettern oder in kleinen Kanus auf das offene Meer wagen.

Corona Frankreich: Angst vor dem Ferienende – Problembereich Schule

Keine guten Nachrichten aus Frankreich in Sachen Corona. Noch immer steigt die Zahl der Neuinfektionen. Zuletzt alarmierte die staatliche Gesundheitsbehörde, dass jeden Tag über 3000 neue Fälle gezählt werden. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern wurden die Regeln im täglichen Leben deutlich verschärft. Paris und das Département Bouches-du-Rhône wurden jüngst sogar wieder als „rote Zonen“ eingestuft, in denen das Virus besonders aktiv zirkuliert.

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Paris ist nun „rote Zone“

Die Behörden haben dort bereits reagiert. So muss in Paris praktisch in der gesamten Innenstadt – auch unter freiem Himmel – eine Maske getragen werden. Auch in vielen anderen französischen Städten gilt diese Regelung bereits für Fußgängerzonen oder anderen belebten Orten. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften ist die Maske in ganz Frankreich seit einigen Wochen Pflicht.

Sorge bereitet den Gesundheitsbehörden die anlaufende Rückreisewelle aus dem Urlaub. Millionen Franzosen werden in den kommenden Tagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Die Befürchtung ist, dass das Virus auf diese Weise über das ganze Land verteilt wird. Die Taktik im Kampf gegen die Ausbreitung war bisher, gezielt die Infektionsherde, sogenannte Cluster, einzudämmen. So konnte etwa im Juli ein bedrohlicher Anstieg der Zahlen im Département Mayenne und einigen Küstenstädten in der Bretagne unter Kontrolle gebracht werden. Dort konnte sich das Virus vor allem bei Familienfeiern und Strandpartys, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, schnell ausbreiten.

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Eine neue Art der „Cluster“

Angesichts des Ferienendes haben sich offensichtlich auch die Cluster verändert. Immer mehr Infektionen werden laut Gesundheitsbehörde inzwischen an Arbeitsplätzen gemeldet. Aus diesem Grund werden die Unternehmen mit Nachdruck dazu aufgefordert, dafür zu sorgen, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Sehr wahrscheinlich wird auch von staatlicher Seite beschlossen, das Tragen von Masken am Arbeitsplatz zur Pflicht zu machen. Um die Möglichkeiten im Kampf gegen das Virus auszuloten will sich Arbeitsministerin Elisabeth Borne am Dienstag mit Vertretern mehrere französischer Gewerkschaften treffen. Verstärkt propagiert wird auch das Homeoffice.

Viele „atypische“ Fälle bei jungen Menschen

„Es gab eine stärkere Zirkulation des Virus in den jüngeren Altersgruppen, aber in den letzten Tagen wurde diese Zunahme in allen Altersgruppen beobachtet, auch in den Altersgruppen von 45-65 Jahren und darüber“, sagte Nicolas Péju von der regionalen Gesundheitsbehörde der Zeitung „Le Monde“. Die Krankenhäuser erleben der Zeitung zufolge aber keine Situation, wie es sie im März gegeben hat.

„Es handelt sich um asymptomatische oder wenig symptomatische Fälle, und zwar im Wesentlichen bei den 35- bis 60-Jährigen“, sagte etwa Sébastien Bogajewski, Leiter des medizinischen Zentrums Croix-de-Chavaux im Pariser Vorort Montreuil, der Zeitung. „Wenn es nur wenige schwere Fälle gibt, wird es wie eine Grippeepidemie sein, und wir werden damit fertig. Das Problem ist, dass wir es nicht wissen, wir fahren auf Sicht.“

Kopfzerbrechen vor dem Schulbeginn

Allergrößtes Kopfzerbrechen bereitet allerdings noch immer der Schulbeginn in zwei Wochen. Es würden noch immer die Regeln gelten, die im Juli erarbeitet worden sind, sagt Sophie Venetitay von der Lehrergewerkschaft Snes-FSU. „Aber diese Regeln passen nicht mehr auf die aktuelle Situation.“ Im Moment würde der Unterricht praktisch völlig normal beginnen, es müssten keine Abstandsregeln eingehalten werden und das Tragen von Masken sei keine Pflicht. Sie fordert, dass in den nächsten Tagen die Vorschriften unbedingt angepasst werden.

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Aus dem Bildungsministerium heißt es allerdings, alles sei bestens organisiert. Es gebe auch Pläne für einen koordinierten Fernunterricht, sollten einige Schulen wieder schließen müssen. So ganz scheint man den eigenen Worten allerdings nicht zu vertrauen. „In den kommenden Tagen wird es Gespräche über die Anpassung der Bedingungen für den Beginn des Schuljahres geben“, heißt es am Montag angesichts der alarmierenden Infektionszahlen aus dem Bildungsministerium.

Lourdes-Wallfahrt mit strengen Corona-Maßnahmen

Unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen findet im Wallfahrtsort Lourdes am Hochfest Mariä Himmelfahrt die 147. französische Nationalwallfahrt statt. Alle Pilger müssen eine Mund-Nasen-Maske tragen und den Sicherheitsabstand einhalten. Die Versammlungen sind auf 5.000 Personen begrenzt.

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Lourdes wegen Corona lange geschlossen

Wegen der Corona-Pandemie waren in Lourdes seit Anfang März die Bäder und der sogenannte Heilige Bezirk geschlossen. Damit war das südfranzösische Marienheiligtum erstmals in seiner Geschichte mehr als zwei Monate lang geschlossen. Zuletzt startet das Pilgerwesen nun langsam wieder. Große Menschenansammlungen wie sonst sollen aber vermieden werden.

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Als Alternative zum üblichen Waschritus für Kranke in Lourdes, dem Baden in Quellwasser, schuf der Wallfahrtsort einen neuen Pilgerweg entlang der Becken. An dessen Ende können Pilger Lourdes-Wasser trinken und sich damit das Gesicht waschen. Baden ist allerdings weiterhin nicht erlaubt.

Millionenverluste in Lourdes wegen Corona

Lourdes gehört zu den berühmtesten Wallfahrtsorten der Welt. In dem südfranzösischen Städtchen soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous (1844-1879) insgesamt 18 mal Maria erschienen sein.

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Jahr für Jahr reisen normalerweise mehrere Millionen Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Behinderte, nach Lourdes. Der kleine Ort mit seinen rund 14.000 Einwohnern verzeichnet nach Paris die zweithöchste Zahl an Hotelbetten und Übernachtungen in Frankreich. Mit dem langen Corona-Shutdown seit Frühjahr ist für das Wallfahrtswesen mit einem historischen Verlust von acht Millionen Euro für 2020 zu rechnen, teilten Verantwortliche mit.

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Corona Frankreich: Maskenpflicht im Zentrum von Paris – Entspannung in der Bretagne

Strengere Corona-Regelungen in Paris. Die Zonen, in denen eine Maske getragen werden muss wurden noch einmal ausgeweitet. Einziger Vorteil – es ist nun übersichtlicher und klarer. Zuvor waren einzelne Straßen ausgezeichnet, nun sind es ganze Viertel.

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Die Corona-Infektionszahlen in Paris steigen steil an

Seit zwei Wochen steigen die Corona-Infektionszahlen in der Region Paris stetig an. Gilt eine Rate von bis zu zehn Neuinfektionen auf 100.000 Menschen als beherrschbar, stieg diese Zahl zuletzt auf über 50 Fälle. Die Einstufung als aktive Viruszone ist in Frankreich bei einer Schwelle von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner möglich – geschieht aber nicht automatisch. Bei der Einstufung wird etwa berücksichtigt, ob es sich um sogenannte Cluster handelt und Infektionsketten nachvollziehbar sind.

Vor allem in der Altersgruppe von 15 bis 45 Jahren werden immer mehr Fälle gezählt, heißt es in einer Mitteilung. Das erklärt sich nach Angaben der Gesundheitsbehörde ziemlich einfach: diese Altersgruppe ist sozial sehr aktiv und lässt relativ häufig die notwendige Vorsicht vermissen, hält sich also nicht an die Abstandsregeln. Ein besonderes Problem ist, dass junge Menschen häufig „asymptomatisch“ seien – dass sie also das Virus in sich tragen, es nicht merken und ihn auf diese Weise immer weiterverbreiten.

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Entwicklung für die Behörden nicht überraschend

Für die Verantwortlichen kommt der Anstieg allerdings nicht wirklich überraschend. „Es sind dicht besiedelte Orte, Orte mit vielen Bevölkerungsströmen, viel Verkehr, vielen jungen Menschen, die intensiv sozial aktiv sind“, sagt der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon

In Paris muss inzwischen im gesamten engeren Stadtzentrum eine Maske getragen werden. Betroffen sind auch Quais und das Seine-Ufer, wo sich am Abend immer viele Menschen versammeln.

Die Liste der Zonen mit Maskenpflicht

Die Liste der Viertel mit Maskenplicht ist lang, hier einige Ecken, die von Touristen besonders häufig besucht werden und wo von nun an Mund und Nase bedeckt sein müssen:

  • Champs-Élysées
  • Die îles de la Cité und Saint-Louis (Notre Dame)
  • Quartier latin
  • Ecole militaire
  • Champ-de-Mars und Eiffelturm
  • Montmarte
  • Pigalle
  • Das Bassin und der Park von La Villette

Die anderen Zonen sind:

Batignolles;  Caumartin; Saint-Denis; Sécrétan; Canal de l’Ourcq; Chapeau rouge; Place des Fêtes; Belleville; Houdin-Oberkampf-Roquette; Bastille; Gare de Lyon; Bercy; Rund um die Bibliothèque Nationale de France; Italie-Choisy; Butte aux Cailles; Der Parc Montsouris; Portes d’Orléans; Vanves; Gergovie-Froidevaux; Montparnasse; Place Monge; Balard-Grenelle; Chaillot-Muette; Ternes; Bois de Vincennes und Bois de Boulogne

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Die Präfektur in Paris mahnt zur Vorsicht

In einer Mitteilung schreibt die Präfektur von Paris allerdings auch, dass das Tragen von Masken auch außerhalb dieser Zonen dringend angeraten wird – vor allem dort, wo viele Menschen sich bewegen. Sollte sich die Situation weiter verschlechtern, werde die Maskenpflicht auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.

Verboten sind zudem die Zusammenkunft von mehr als zehn Personen, wenn die Abstände nicht eingehalten werden können.

Auch kündigte die Polizei an, dass die Kontrollen verstärkt werden. Vor allem in Bars, Restaurants und Bistros werden die Beamten vor allem am Abend kontrollieren, da dort immer wieder die Regeln missachtet wurden.

Angespannte Corona-Situation auch in Marseille

Auch das Département Bouches-du-Rhône, in dem die Stadt Marseille liegt, ist von der neuen Einstufung betroffen. Das bedeutet, dass die regionalen Behörden dort das öffentliche Leben einschränken können – theoretisch etwa durch das Schließen von Restaurants oder Märkten oder die Einschränkung der Bewegungsfreiheit.

Entspannung im Département Mayenne

In anderen Regionen scheint sich die Lage hingegen weiter zu entspannen. Vor allem im Département Mayenne melden die Behörden einen Rückgang der Infektionen.

Der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon, lobte in einem Interview auf „France Inter“ die Bereitschaft der Bevölkerung, sich an die strengen Hygieneregeln zu halten. So sei eine Eindämmung des Virus möglich gewesen:

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„Les Mayennais se sont mobilisés, ont observé l’ensemble des gestes barrières, ont accepté de se faire tester massivement: ça a marché! Avec la réaction des citoyens, on peut freiner l’épidémie et mettre fin à des clusters à risqué.”

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Wurden im Juli noch 150 Fälle auf 100.000 Einwohner gemeldet, ist diese Zahl inzwischen auf unter 20 gesunken.

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Entspannung auch in der Bretagne

Auch die Bretagne stand im Juli im Fokus – und auch dort hat sich die Lage deutlich entspannt, nachdem die Behörden die Regeln verschärft hatten. Das Tragen von Masken war in vielen Gemeinden Pflicht und bisweilen wurden die Strände für die Öffentlichkeit gesperrt.

Aktuell werden in der Bretagne 16 Cluster gezählt, die allerdings nicht direkt touristische Einrichtungen betreffen. Die Ansteckungsherde sind nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörde:

  • 1 Cluster Côtes d’Armor (EHPAD)
  • 4 Cluster Finistère (2 in Betrieben und 2 in Familien)
  • 9 Cluster Ille-et-Vilaine (4 in Familien – 3 in Betrieben – 1 Altenheim – 1 Gesundheitseinrichtung)
  • 2 Cluster Morbihan (1 Altenheim und 1 eine Familie)

Immer aktualisierte Informationen zum Stand der Corona-Infektionen sind unter dieser Adresse der Gesundheitsbehörde Bretagne  im Internet zu finden. Die Daten werden dort fast täglich aktualisiert.

Genauere Informationen zur Situation in den einzelnen Gemeinden in der Bretagne sind unter diesen Adressen zu finden:

Corona Frankreich: Paris ist wieder Hochrisiko-Gebiet

Alarmierende Corona-Zahlen in manchen Regionen Frankreichs. Seit zwei Wochen werden immer mehr Infektionen gezählt. Nun hat die Regierung reagiert und Paris und das Department Bouches-du-Rhone an der Mittelmeerküste um Marseille herum zum Corona-Hochrisiko-Gebiet erklärt. Auch die berühmten Galeries Lafayette sind im Fokus. 

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Paris wird wieder zur roten Corona-Zone

Der Erlass gibt den lokalen Behörden die Befugnis, den Personen- und Fahrzeugverkehr einzuschränken, den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln und Flugreisen zu beschränken, den Zugang zu öffentlichen Gebäuden einzuschränken und einige Einrichtungen zu schließen, in denen ein hohes Infektionsrisiko besteht.

Frankreich zählte in den vergangenen 24 Stunden 2669 neue Corona-Fälle , 17 Menschen sind gestorben. Die staatlichen Gesundheitsbehörde warnt: „Es vermehren sich die Anzeichen, dass sich das Virus auf nationaler Ebene wieder ausbreitet“.

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Auch die Galeries Lafayette im Fokus

Die Zahl Infektionsherde hat zuletzt stark zugenommen. Betroffen sind auch der berühmte Einkaufstempel Galeries Lafayette in Paris. Auch in einer sozialen Einrichtung in  Mesnil-Amenot wurden Fälle gemeldet. In Saint-Tropez wurde das legendäre Café Sénéquier geschlossen, weil dort einige Gäste positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.

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In Frankreich herrscht auch große Besorgnis, weil in diesen Tagen die große Rückreisewelle aus dem Urlaub einsetzen wird. Dann werden Millionen von Franzosen wieder vom Land in die Städte fahren – und womöglich das Virus weiter über das ganze Land verteilen.

Das wäre fatal, weil es den Virologen in Frankreich bisher immer wieder gelungen ist, einzelne Cluster einzugrenzen und gezielt gegen die Ausbreitung vorzugehen. So wurde etwa in den Urlaubsgebieten am Atlantik das Tragen von Masken zu Pflicht. Oder auch die Bürgermeister im besonders betroffenen Département Mayenne konnten gezielt in den Städten strengere Regelungen veranlassen.

Ein besonderes Problem ist inzwischen, dass immer mehr junge Menschen das Virus in sich tragen – aber keine wirklichen Symptome zeigen. Sie können die Krankheit dann unwissentlich weitergeben. Auch sind es vor allem die Jugendlichen, die immer wieder gegen die geltenden Corona-Abstandsregeln verstoßen. So wurden etwa am Atlantik abends viele Strandabschnitte  gesperrt, um Partys zu vermeiden.

Paris verärgert über Corona-Maßnahme aus London

Unterdessen reagiert Paris mit Unverständnis darauf, dass Großbritannien eine Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich einführt. Man werde eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien einführen, heißt es. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekrektär Clément Beaune mit.

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Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das hatte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mitgeteilt. Nach Schätzungen dürften sich zur Zeit Hunderttausende Briten in Frankreich aufhalten – es ist ein beliebtes Urlaubsland.

Hier noch einmal eine unvollständige Karte mit den französischen Städten, in denen besondere Corona-Regelungen gelten.

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Corona Frankreich: Polizei wird das Tragen von Masken stärker kontrollieren

Die Warnungen vor dem Corona-Virus werden in Frankreich jeden Tag etwas lauter. Inzwischen kündigt die Regierung an, die Kontrollen der Maskenpflicht durch die Polizei deutlich ausweiten. Das heißt auch, dass die Strafen härter durchgesetzt werden. Wer keine Maske trägt, muss bis zu 135 Euro bezahlen.

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In diesen Städten wird das Tragen von Masken auch im Freien zur Pflicht

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Die Polizei will hart durchgreifen

Wir sind an einem entscheidenden Punkt“, sagt ein Sprecher. „Aber es sind nicht die Polizisten, vor denen man sich fürchten sollte (…) man sollte sich vor dem Virus fürchten, das lauert und ansteckt.“ Frankreich verzeichnete in den vergangenen Tagen einen erneuten Anstieg der Corona-Infektionen.

Inzwischen melden auch immer mehr Städte, dass das Tragen von Masken auch im Freien zur Plicht wird. Die Karte (oben) zeigt, welche Städte inzwischen die Regeln verschärft haben. Die zweite Karte zeigt, wo in Paris – trotz des sehr heißen Wetters –  Maskenpflicht gilt.

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In diesen Bereichen muss in Paris eine Maske getragen werden

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 Versailles leidet unter Touristen-Schwund

In der französischen Touristenattraktion Schloss Versailles gibt es seit der Wiedereröffnung nach dem Corona-Lockdown einen mächtigen Besucherschwund. Vor allem die Zahl der ausländischen Touristen sei aufgrund der Reiseeinschränkungen nahezu vollständig eingestürzt, beklagte am Mittwoch Catherine Pégard, Vorsitzende der Schlossverwaltung. Das Schloss der „Sonnenkönige“ empfing vor der Pandemie zu 80 Prozent Touristen aus dem Ausland.

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Seit der Wiedereröffnung am 6. Juni sind die Besucherzahlen laut Pégard um zwei Drittel eingebrochen. Unter normalen Umständen besuchen das Schloss bis zu 30.000 Touristen am Tag. Aktuell sind es nach Angaben der Schlossverwaltung im Durchschnitt noch 10.000 – hauptsächlich französische – Besucher. Die bisherigen finanziellen Einbußen von rund 45 Millionen Euro bedeuteten eine große Herausforderung, sagte Pégard. Es sollten aber alle rund tausend Angestellten des Schlosses weiter beschäftigen werden.
In den Räumen von Versailles gilt aktuell eine Maskenpflicht. Zudem müssen die Besucher markierten Wegen folgen, um Ansammlungen zu vermeiden.

Paris-Marathon fällt wegen Corona aus

Der diesjährige Paris-Marathon ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Man habe zwar alles versucht, um an der Veranstaltung festzuhalten, müsse aber letztlich doch darauf verzichten, teilen die Organisatoren mit. Der Marathon sollte ursprünglich am 5. April stattfinden, war aber dann wegen der Pandemie auf den 15. November verschoben worden. Auch andere bekannte Marathons wie in Berlin wurden bereits abgesagt.

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Corona Frankreich: Premier will Maskenpflicht im ganzen Land

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter an. Nun werden die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie erneut verschärft. Zu erwarten ist, dass bald im ganzen Land Masken getragen werden müssen. 

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In vielen Städten in Frankreich müssen Masken auch unter freiem Himmel getragen werden.

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Großveranstaltungen bleiben verboten

In Frankreich bleiben wegen der Corona-Pandemie Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen bis mindestens 30. Oktober verboten. Das kündigte Premier Jean Castex an. Die Beschränkung hätte eigentlich Ende August auslaufen sollen.

„In Frankreich hat sich die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 in den letzten Tagen verschlechtert“, warnte Castex. Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen nehme wieder zu. Castex kündigte außerdem an, sich an die regionalen Behörden wenden zu wollen, um die Maskenpflicht an öffentlichen Orten so weit wie möglich auszudehnen.

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Allerdings sind sich offensichtlich nicht alle darüber einig, wie die Maskenpflicht angewendet wird – oder die Regierung hat innerhalb einiger Stunden ihre Meinung geändernt. Hier äußert sich die Umweltministerin Barbara Pompili in einem Interview, nur kurz bevor der Premierminister ankündigte, die Maskenpflicht ausdehnen zu wollen.

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Maskenpflicht auch unter freiem Himmel

In Frankreich sind Corona-Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie Läden oder Restaurants Pflicht. Viele Orte, darunter auch die Hauptstadt Paris, setzen aber vermehrt auf Maskenpflicht unter freiem Himmel an bestimmten Orten.

„Welche Vorkehrungen wir auch treffen, die Wirksamkeit dieser Maßnahmen hängt in hohem Maße von jedem einzelnen von uns ab“, sagte Castex. Man müsse kollektiv reagieren, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern. Er stelle einen Mangel an Wachsamkeit, Disziplin und Solidarität bei einigen fest.

Frankreich ist mit mehr als 30 000 Toten in Verbindung mit Covid-19 schwer von der Corona-Pandemie getroffen. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen.

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INFOS:

Kompakt-Info für Touristen aus Deutschland:

Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen.

Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt wieder leicht gestiegen, Behörden rufen im ganzen Land zur Einhaltung der Corona-Regeln auf. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht.

In mehreren Touristenorten in der Bretagne ist die Corona-Schutzmaske auch auf der Straße Pflicht.

In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind jedoch begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Eintrittskarten müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden. Viele Restaurants haben ihre Terrassen erweitert, um mehr Gäste im Freien bewirten zu können.

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Weiter Lageberichte über:

Gerechtigkeit für den toten Hahn Marcel

Urlaub auf dem Land ist in Frankreich populär. Doch viele der Ruhe suchenden Städter kommen mit dem Konzert der Tierwelt nicht klar. Das hat skurrile Folgen.

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Der „Mörder“ von Marcel ist schnell gefunden

Es war Mord – hinterhältig und kaltblütig ausgeführt, für Sébastian Verney gibt es keine Zweifel. Am Abend noch krähte der Hahn Marcel unbeschwert auf dem Komposthaufen, am Morgen lag er brutal erschlagen im Garten. Der Täter war schnell gefunden: der Nachbar hat die Attacke gestanden. Er sei genervt gewesen vom ständigen Krähen des Federviehs, gibt er zu Protokoll. Die Familie Verney ist bestürzt, nie hatte der Mann auch nur ein Wort gesagt. „Wir hätten doch eine Lösung finden können, wenn wir etwas gewusst hätten“, sagt Sébastian Verney.

Ländliche Traditionen in Gefahr

Für den Bauern aus dem 450-Seelen-Dorf Vinzieux im Département Ardèche geht es inzwischen aber nicht nur um seinen toten Hahn Marcel. Er sieht die ländlichen Traditionen in Gefahr, denn in den Sommermonaten kommt es immer wieder zu einer Art Kulturkampf. Urlauber aus den fernen Städten fallen in den kleinen Gemeinden ein, auf der Suche nach Ruhe und Erholung. Was sie oft finden ist aber nicht das erhoffte Idyll, sondern krähende Hähne, lärmende Traktoren oder laut muhende Kühe. Nicht alle gehen gegen die Ruhestörung so rabiat vor, wie im Fall Marcel. Aber sehr oft landet der Streit vor den französischen Gerichten.

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Ein „Schrei der Verzweiflung“

Sébastian Verney hat sich entschieden, unter dem Titel „Justice pour le coq Marcel“ (Gerechtigkeit für den Hahn Marcel) auf Facebook eine Petition zu starten. Es sei ein „Schrei der Verzweiflung“ mit dem Ziel, das ursprüngliche Leben auf dem Land zu verteidigen, ist dort zu lesen. „Bereits im Februar wurde der Hahn eines Nachbarn erschlagen“, erinnert sich Verney. Weit über 73.000 Unterschriften sind bereits gesammelt.

Auch in anderen französischen Gemeinden kochen immer wieder die Emotionen zwischen Einheimischen und Urlaubern hoch. Erste Anlaufstelle sind in der Regel die Bürgermeister, die inzwischen müde sind, immer wieder schlichtend eingreifen zu müssen.
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Hinterlistiger Vorschlag eines Bürgermeisters

Einer von diesen Geplagten ist Bruno Dionis, der zur Lösung des Problems einen Vorschlag gemacht hat, der sogar die Politik im fernen Paris beschäftigt. Der Bürgermeister der kleinen Gemeinde Gajac in der Gironde forderte, das Krähen der Hähne, Kläffen der Hunde, Muhen der Kühe oder das Blöken der Schafe zum nationalen Kulturerbe zu erheben. Dann könne von den lärmempfindlichen Städtern, die nur einige Wochen im Jahr in der Gemeinde wohnen, dagegen nicht mehr geklagt werden, so seine pfiffige Argumentation. Im Parlament ist ein entsprechendes Gesetz zum Schutz des „sensorischen Erbes“ der ländlichen Gegenden Frankreichs bereits im Januar beschlossen worden. Nun fehlt nur noch die Zustimmung des Senats.

Ohne Rücksicht auf politische Entscheidungen nimmt unterdessen in dem Dörfchen Vinzieux die Natur ihren Lauf. „Der Hahn Marcel hat vor seinem Tod für ausreichend Nachkommen gesorgt“, verkündet Sébastien Verney nicht ohne Stolz. Im letzten Monat sind fünf Küken aus ihren Eiern geschlüpft – ein neuer Hahn ist sicher auch darunter.

Corona Frankreich: Maskenpflicht in Paris – die Liste der Straßen

Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Teilen von Paris auch im Freien eine Maskenpflicht. Die Vorgabe gelte für alle Menschen ab elf Jahren, teilte die Stadtverwaltung am Samstag mit.

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Betroffen sind bei Touristen beliebte Orte wie der Hügel Montmartre, die Ufer der Seine und des Canal Saint-Martin sowie Straßenmärkte und Einkaufsmeilen. Insgesamt gilt die Maskenpflicht im Freien in mehr als hundert Straßen in fast allen Bezirken der französischen Hauptstadt.

Hier ist die Liste der Straßen in Paris, in denen eine Maske getragen werden muss:

Arrondissements du centre

– rue Montorgueil

– marché des Enfants Rouges

– rue Rambuteau

– rue de Bretagne

– rue des Francs Bourgeois

– rue Saint-Honoré

– rue de Montmartre

5ème et 6ème arrondissements

– rue Mouffetard

– rue de Buci

– rue de Seine

– rue Mazarine

– rue Jacques Callot

– rue Princesse

– rue des Canettes

– rue Guisarde

– marché Saint-Germain

– jardin Tino Rossi

7ème arrondissement

– rue Clerc

– marché de l’avenue de Saxe

9ème arrondissement

– rue des Martyrs

– rue Cadet

– marché alimentaire d’Anvers

10ème arrondissement

– rue de Metz

– boulevard de Strasbourg

– rue du Château d’Eau entre Faubourg St Martin et Faubourg St Denis

– rue Cail

– rue Perdonnet

– rue Philippe de Girard

– place Ian Karski

– rue Louis Blanc dans sa portion entre la place Karski et le Faubourg Saint-Denis

– rue du Faubourg Saint-Denis

– rue Lucien Sampaix

– rue de Lancry

– rue des Vinaigriers

– quais du Canal Saint-Martin (Jemmapes et Valmy)

11ème arrondissement

– rue de la Roquette

– rue de Lappe

– rue Keller

– rue Daval

– rue Jean-Pierre Timbaud

– marché de Belleville

– rue Oberkampf

12ème arrondissement

– Bercy-Village

– Cour Saint-Emilion

– marché d’Aligre

13ème arrondissement

– quai François Mauriac

– quai de la gare

– Bibliothèque Nationale de France (parvis, marchés et quai)

– marché Maison-Blanche sur l’avenue d’Italie

14ème arrondissement

– rue Daguerre

– rue Raymond Losserand (entre rue d’Alésia et avenue du Maine)

15ème arrondissement

– rue du Commerce

– rue Linois

16ème arrondissement

– rue de Passy

– rue de l’Annonciation

17ème arrondissement

– avenue de Saint-Ouen

– rue de Lévis

– rue Poncelet

– rue Bayen

18ème arrondissement

– marché Barbès

– marché Lariboisière

– marché Ornano

– boulevard de la Chapelle (entre Tombouctou et boulevard Barbès)

– rue des Islettes

– rue de la Goutte d’or

– rue des Poissonniers

– rue Dejean

– rue de Suez

– rue de Panama

– marché Dejean (triangle des rues Poulet, Poissonniers et Dejean)

– marché Porte Montmartre (y compris carré aux biffins)

– marché Ordener

– rue de Steinkerque

– avenue de Saint-Ouen

– boulevard de Clichy

– boulevard du Rochechouart

– marché Poteau (Rue Duhesme – entre Ordener et Poteau)

– marché aux puces de Paris

– rue Riquet (entre Marx Dormoy et Pajol)

– rue de l’Olive

– butte Montmartre (place du Tertre, parvis et marché du Sacré-Coeur, rue Norvins, rue du Mont Cenis)

19ème arrondissement

– quai de la Loire

– quai de Seine

– quai de Marne

– quai de l’Oise jusqu’à l’entrée du parc de la Villette

– rue de Bellevillle

– marché de Joinville

– place des Fêtes

– avenue Secrétan

– avenue Mathurin Moreau

– rue Manin

– avenue Jean Jaurès entre rue de l’Ourcq et Porte de Pantin

20ème arrondissement

– rue des Panoyaux

– rue Victor Letalle

– rue Sorbier (entre la rue Ménilmontant et la rue Juillet)

– belvédère du Parc de Belleville

– boulevard de Belleville

– boulevard de Ménilmontant

– rue de Ménilmontant

– rue des Pyrénées

– rue de Bagnolet

– rue d’Avron

– marché aux puces de la porte de Montreuil

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Maskenpflicht auch in anderen Städten

Frankreich hatte die allgemeine Maskenpflicht, die zunächst nur in öffentlichen Verkehrsmitteln galt, am 20. Juli auf Geschäfte, Einkaufszentren, Banken, geschlossene Markthallen und Verwaltungsgebäude ausgeweitet. Seit der vergangenen Woche können die örtlichen Behörden auch anordnen, den Mund-Nasen-Schutz im Freien zu tragen. Vor Paris hatten bereits mehrere Städte wie Nizza, Lille und Marseille diesen Schritt vollzogen.