Eine Kamerafrau tritt nach

Nun sieht sie sich als Opfer. Die ungarische Kamerafrau, die beim Filmen von Flüchtlingen Kinder getreten hatte, will jetzt Facebook und einen der Flüchtlinge verklagen. Das berichtet die russischen Zeitung Iswestija. Sie wolle ihren guten Ruf wieder herstellen, der nach dem Vorfall auch durch die Kommentare in dem sozialen Netzwerk zerstört worden sei, sagt die Frau der Zeitung, für sie sei das eine „Frage der Ehre“. Hier der Link zu Iswestija

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Große Empörung über die Frau

Der Fall hatte Anfang September große Empörung ausgelöst. Die Frau hatte einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellt, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Was sie nicht ahnte, andere Journalisten filmten den Vorgang und stellten die Szene ins Internet. Außerdem war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat.

Die Frau arbeitete für den Internet-Sender N1TV, der zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört. Sie wurde nach dem Vorfall entlassen. N1TV teilte mit, der Sender und die Kamerafrau hätten Dutzende Drohbotschaften erhalten.

Hetzkommentare auf Facebook

Vor allem über Facebook hätte es Kommentare gegeben, in denen sie bedroht würde. Facebook habe sich geweigert, so der Vorwurf, Kommentare zu löschen. Die Reporterin will  deshalb Facebook verklagen, sobald sie selbst nicht mehr im Fokus der Justizbehörden steht. Auch der von ihr getretene Flüchtling soll verklagt werden. Die mittlerweile entlassene Kamerafrau habe angegeben, dass der Mann aus Syrien seine Aussage geändert habe. Zunächst soll er die Polizei beschuldigt haben, später erst sie.

„Ich war in Panik“

Kurz nach dem Vorfall hatte die Frau noch Reue für ihr Verhalten gezeigt und sich für ihr Verhalten entschuldigt. „Ich bedauere aufrichtig, was ich getan habe, und übernehme die Verantwortung dafür“, schrieb Petra L. in einem offenen Brief, den die Zeitung „Magyar Nemzet“ am Freitag online veröffentlichte. „Ich bin in Panik geraten, ich bin keine herzlose, rassistische Kamerafrau“, betonte die 40-Jährige. „Ich filmte gerade, als hunderte Flüchtlinge die Polizeiabsperrung durchbrachen, einer von ihnen ist in mich hinein gerannt, da bin ich in Panik geraten“, berichtete die inzwischen entlassene Kamerafrau. Sie habe Angst bekommen, als die Menge auf sie zu gerannt sei.

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Happy End für das Opfer

Während der Vorfall das vorläufige Ende der Karriere der Frau bedeutete, hat der der syrische Flüchtling, der an der serbisch-ungarischen Grenze von ihr zu Fall gebracht worden war die Chance auf eine neue Zukunft. Er erhielt kurz darauf einen Job als Fußballtrainer in Spanien. Das Angebot kam von einem Ausbildungszentrum für Trainer im Madrider Vorort Getafe, nachdem dieses erfahren hatte, dass Osama Abdul Mohsen in Syrien Trainer des syrischen Erstligisten Al-Fotuwa aus Deir Essor war. „Wir sind eine staatliche Trainerschule, und da kamen wir auf die Idee, einem Kollegen zu helfen“, sagte Schulleiter Miguel Angel Galán.

Glückliches Ende einer traurigen Flucht

Das Foto ging um die Welt. Eine ungarische Kamerafrau tritt nach einem Mann mit einem Kind auf dem Arm. Nun nimmt die Geschichte eine überraschend positive Wendung. Der  syrische Flüchtling, dem die TV-Reporterin ein Bein gestellt hatte bekommt in Spanien einen Job.

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Man werde den Mann einstellen, teilte das Nationale Fußballtrainer-Ausbildungszentrum Cenafe mit. Der Syrer werde noch am Abend in Spanien eintreffen und in Getafe bei Madrid so schnell wie möglich die Arbeit aufnehmen, hieß es.

15.09.11-Kamerafrau In einem Video ist zu sehen, wie die Kamerafrau auf die Flüchtlinge eintritt.

Der Syrer war den Angaben zufolge in seiner Heimat Trainer des erfolgreichen Erstliga-Verein Fotuwa. Er war mit seinem sieben Jahre alten Sohn aus Syrien geflohen. Man habe den Mann mit Hilfe eines in Spanien lebenden Arabers in München kontaktiert, sagte Cenafe-Präsident Miguel Ángel Galán. Man wolle auch die Ehefrau und die zwei Söhne des Mannes in Spanien aufnehmen, sagte Galán der Sportzeitung „As“. „Ich werde für alles aufkommen, und die Gemeindeverwaltung (von Getafe) hat bereits Hilfe zugesichert.“ Hier der Link zum Artikel über den Mann

15.09.10-Ungarn-Kamerafrau Hier stürzt der Mann nach dem Tritt der Kamerafrau.

In München traf der Syrer seinen ältesten Sohn, einen seit Monaten in Deutschland lebenden 18-jährigen, nach langer Zeit wieder. In einem Interview der Zeitung „El Mundo“ (Mittwochausgabe) sagte der Flüchtling, sein jüngerer Sohn habe nach der Trittattacke, die beide zu Fall gebracht hatte, „zwei Stunden lang geheult“. Es sei ein „harter Tritt“ gewesen. Die Flucht mit Said sei sehr gefährlich gewesen, „wir hätten ohne weiteres sterben können“, sagte er.

Keine herzlose Rassistin?

Eine ungarische Kamerafrau hat an der Grenze auf Flüchtlinge eingetreten. In einem Brief erklärt sie ihr Verhalten. Doch genügt das?

15.09.11-Kamerafrau Hier der Ausriss aus dem Artikel und dem Brief in „Magyar Nemzet“

Der Versucht der Erklärung

Nach der Tat kommt die Einsicht – oder das, was man dafür halten könnte. Tatsache ist: die ungarische Kamerafrau, die beim Filmen von Flüchtlingen im Süden Ungarns gegen Kinder getreten hatte, hat den Vorfall nun öffentlich erklärt. Sie sei „keine herzlose, Kinder tretende Rassistin“, schreibt die 40-Jährige am Freitag an die konservative Tageszeitung „Magyar Nemzet“. Was fehlt sind allerdings einige Worte der Entschuldigung. Hier der Link zu dem Text in MNO

In dem Schreiben heißt es weiter. Als beim Grenzort Röszke die stundenlang wartenden Flüchtlinge ungeduldig wurden und den Polizeikordon durchbrachen, „bekam ich Angst, wie sie da so auf mich zuströmten“, schrieb sie. „Ich geriet in Panik, … als ob ich nicht ich selbst gewesen wäre.“ Hier ein Link zu den Videoaufnahmen

Weltweite Empörung

Der Vorfall am vergangenen Dienstag hatte weltweit für Empörung gesorgt. Von anderen Journalisten gedrehte Videos zeigten, wie die Kamerafrau einem Flüchtling mit einem Kind im Arm ein Bein stellte, worauf dieser samt Kind zu Boden fiel. Weiter war zu sehen, wie sie einem kleinen Mädchen gegen das Schienbein trat. Die 40-Jährige war zu dem Zeitpunkt für das Internet-Fernsehen N1TV tätig, das zur Mediengruppe der rechtsextremen Jobbik-Partei gehört. Der Sender entließ sie, nachdem der Vorfall bekanntgeworden war.

Die ungarische Polizei verhörte die Kamerafrau. Sie werde wegen der Geschehnisse bei Röszke der Störung der öffentlichen Ordnung verdächtigt, teilte die Polizei auf ihrer Webseite mit.

Ungarische Kamerafrau tritt Flüchtlinge

Nun ist sie ihren Job los. Weil sie Flüchtlinge getreten hat, ist eine ungarische Kamerafrau entlassen worden. Hier ein Link zu den Aufnahmen

15.09.10-Ungarn-Kamerafrau Über Twitter verbreiteten sich die Aufnahmen von der prügelnden Kamerafrau.

Ein Bein gestellt

Von der Kamerafrau  waren Aufnahmen aufgetaucht, wie sie einem Flüchtling mit einem Kind auf dem Arm ein Bein stellt. Bei einem anderen Vorfall gibt sie einem Flüchtlingskind einen Tritt. Die Bilder wurden von dem Internet-Fernsehsender N1TV verbreitet, der der rechtsextremen ungarischen Partei Jobbik nahe steht.

N1TV-Chefredakteur Szabolcs Kisberk schrieb am Dienstag auf der Facebook-Seite des Senders: „Eine N1TV-Kollegen hat sich heute an einem Sammelpunkt (für Flüchtlinge) in Röszke inakzeptabel verhalten.“ Der Arbeitsvertrag mit der Kamerafrau sei daher mit sofortiger Wirkung beendet worden. Der Sender betrachte die Angelegenheit damit als „abgeschlossen“.

Absperrung durchbrochen

Die Aufnahmen waren entstanden, als am Dienstag hunderte wartende Flüchtlinge eine Polizeiabsperrung durchbrachen. Seit Jahresbeginn sind schon mehr als 165.000 Flüchtlinge nach Ungarn gekommen. Die meisten von ihnen wollen nach Deutschland oder Österreich weiter. Nach ihrer Ankunft in Ungarn müssen die Flüchtlinge aber zunächst stundenlang auf ihre Registrierung warten. Die Lage am Grenzübergang in Röszke an der Grenze zu Serbien ist seit Tagen angespannt.

Neue Unruhen

Auch am Mittwoch ist es an dem Übergange zu Unruhen gekommen. Mehrere hundert Flüchtlinge haben sich der Polizei widersetzt, die sie zu einer Sammelstelle bringen sollte. Eine Gruppe von 400 bis 500 Menschen, die bei Röszke durch einen Polizeikordon zu der Sammelstelle geleitet werden sollte, durchbrach die Polizeilinie, um zu einer nahen Autobahn zu gelangen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichtete.