Blutige Kämpfe zwischen Banden werden in Frankreich zum Problem

In Paris sind bei Bandenschlägereien zwei Jugendlich getötet worden. Die Zahl der Auseinandersetzung zwischen den rivalisierenden Gruppen rapide an – und werden immer brutaler. Grund ist oft der Kampf um die Vorherrschaft im Drogenhandel.

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Frankreichs Innenminister Darmanin verspricht den Franzosen mehr Polizisten auf den Straßen. Sie sollen die Banden unter Kontrolle halten.

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Kämpfe mit größter Brutalität

Die Toten sind im Grunde noch Kinder. In Frankreich sind ein 13-Jähriger und ein 14-jähriges Mädchen bei zwei Schlägereien zwischen rivalisierenden Banden gestorben. Geschockt sind die Franzosen allerdings nicht nur wegen des Alters, sondern auch angesichts der Brutalität der Auseinandersetzungen, die mit Messern und Baseballschlägern ausgetragen wurden.

Die Prügeleien haben nach Angaben der Polizei unabhängig voneinander in zwei Vororten von Paris stattgefunden. Die zuständige Staatsanwältin Caroline Nisand erklärte am Mittwoch, im Fall des getöteten Mädchens seien in Saint-Chéron sechs Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren festgenommen worden. Einer der Verdächtigen habe die Tat gestanden. Die Justiz ermittele unter anderem wegen Mordes und schwerer Gewalt gegen Minderjährige sowie unterlassener Hilfeleistung. Zuletzt war Ende Januar in Paris ein 15-Jähriger ins Koma geprügelt worden. Die verstörenden Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigten, wie mehrere Jugendliche mit allergrößter Brutalität auf einen leblos auf dem Boden liegenden Körper eintreten.

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Die Politik will hart durchgreifen

Aus diesem Grund fuhr im aktuellen Fall sogar der französische Innenminister Gérald Darmanin unverzüglich in das Département Essonne, dem Ort beider Schlägereien. In einem auf Twitter veröffentlichten Video versprach der als Law-and-Order-Mann bekannte Politiker ein hartes Durchgreifen und kündigte an, etwa hundert Polizisten und Gendarmen so lange wie notwendig zusätzlich in der Gegend zu stationieren. Darmanin sprach von einer „Explosion gewalttätiger Auseinandersetzungen zwischen Banden oder Gruppen junger Menschen“, auf die reagiert werden müsse.

Die Zahlen geben dem Innenminister Recht. Die Polizei registriert für das Jahr 2020 in einem Bericht 357 Zusammenstöße rivalisierender Gruppen. Das ist eine Steigerung von rund 25 Prozent zum Vorjahr. Diese Zahl wird von den Verantwortlichen mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen, da 2020 gekennzeichnet war durch Corona-Ausgangssperren und einen monatelangen rigiden Lockdown, die Zahl dieser Delikte hätte also eigentlich sinken müssen.

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Die meisten Banden agieren in Paris

Die allermeisten dieser Bandenkriege wurden im Großraum Paris ausgetragen. Dort zählt die Polizei fast 50 miteinander konkurrierende Gangs, die ihr „Territorium“ gegen die Rivalen verteidigen. Das Durchschnittsalter der Bandenmitglieder liegt bei knapp 17 Jahren. „Wir sind seit Jahrzehnten mit diesem Phänomen konfrontiert“, erklärt ein Sprecher der Polizeigewerkschaft Allianz. „Neu aber ist, dass die Mitglieder immer jünger und auch brutaler werden.“

Bei den Auseinandersetzungen zwischen den Banden geht es nach Aussagen der Experten des französischen Innenministeriums inzwischen vor allem um den Drogenhandel und die Kontrolle von Umschlagplätzen. Gekämpft werde oft um bestimmte Straßenzüge oder auch U-Bahn-Ausgänge. Über soziale Kanäle wie Snapchat oder TikTok würden sich die rivalisierenden Banden zum Kampf verabreden.

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Tätersuche der Polizei im Internet

Das macht sich inzwischen aber auch die Polizei zunutze und versucht, solche gewalttätigen Auseinandersetzungen bereits im Vorfeld zu verhindern. Dazu durchkämmen speziell ausgebildete Beamten die sozialen Netzwerke auf der Suche nach solchen „Verabredungen“ und ordnen im Notfall auch präventive Einsatz der Sicherheitskräfte an. Aber auch vor Ort werde versucht, die neuralgischen Plätze zu entschärfen, etwa über die Beleuchtung und die Installation von Überwachungskameras. In diesem Zusammenhang beklagt der Sprecher der französischen Polizeigewerkschaft Allianz allerdings den Personalmangel bei den Sicherheitskräften, die „nicht überall sein können, wo sie gebraucht werden“. Einziger Trost der Beamten sei inzwischen, dass bei den brutalen Schlägereien zwischen den Banden bisher nur sehr selten Schusswaffen benutzt würden.

Polizei schnappt Diebe von 1600 Flaschen wertvoller Bordeaux-Weine

Dieser Diebstahl sorgte für einiges Aufsehen. Im September vergangenen Jahres hatten Einbrecher bei einem Weinhändler in Bruges 1600 Flaschen wertvollen Bordeaux-Wein aus dem Lager gestohlen. Nun sind die Täter offensichtlich gefunden.

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Ein ganz besonders wertvoller Tropfen

Dass es sich bei dem Diebstahl nicht gerade um Tafelwein handelt, wird allein durch den Preis deutlich. Nach Angaben der Polizei waren die Flaschen rund 800.000 Euro wert und waren unter anderem Château Latour, Haut-Brion oder Petrus. Nun konnte zumindest die Hälfte der Beute sichergestellt werden. Die mutmaßlichen Täter wurden nach Abgaben der zuständigen Behörde zufolge bei großangelegten Razzien mit rund 50 Beamten im Einsatz in mehreren Orten rund um Bordeaux festgenommen, etwa in Blanquefort und Mérignac.

Die Polizei hüllt sich zwar in Schweigen, aber offensichtlich waren die Beamten vor allem den Mitgliedern einer Familie auf der Spur. Die waren in der Vergangenheit schon mehrere Male durch nicht ganz saubere Geschäfte aufgefallen. Unter den Festgenommenen waren auch eine Frau sowie ein chinesischer Staatsbürger, der das Diebesgut offenbar exportieren wollte. Bei den Razzien wurden neben rund den 800 Flaschen Wein aus dem Diebesgut auch mehrere tausend Euro, zwei Waffen und geringe Mengen an Drogen beschlagnahmt.

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Der Diebstahl von Weinen floriert

Der Diebstahl von wertvollen Weinen ist nach Angaben der Polizei in der Region Bordeaux inzwischen ein „bedeutendes Phänomen“. Der Schaden sei meist sehr hoch, da die Weine beim Export hohe Preise erzielen würden. Bereits im Dezember war während eines gemeinsamen Einsatzes von Polizei und Gendarmerie ein ganzes Netzwerk ausgehoben worden. 25 Männer aus der Gironde, Dordogne und der Loire wurde festgenommen, die sich auf den Diebstahl von Grand-Crus-Weinen spezialisiert hatten. Der Schaden allein durch diese Bande wird auf rund fünf Millionen Euro geschätzt.