Corona Frankreich: Kein Lockdown vor Weihnachten

In Frankreich breitet sich das Corona-Virus weiter schnell aus. In manchen Regionen warnen die Krankenhäuser bereits vor einer Überlastung der Kapazitäten. In vielen Teilen des Landes treten nun strenge Hygieneregeln in Kraft. Besonders hart trifft es die Region um Marseille – aber es gibt auch gute Nachrichten.

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Das Robert-Koch-Institut hat einige Corona-Risikogebiete in der EU ausgemacht

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Kein Lockdown vor Weihnachten

Frankreich atmet auf! Gesundheitsminister Olivier Véran versichert, es werde im Dezember keinen „vorbeugenden Lockdown“ geben, damit die Franzosen sicher sein könne, die Weihnachtsferien bei ihrer Familie verbringen zu können. Dieser Vorschlag, der im ganzen Land Empörung ausgelöst hatte, wurde zwei Wirtschaftsnobelpreisträgern gemacht, darunter die französisch-amerikanische Wissenschaftlerin Esther Duflo.

„Wir möchten, dass die Franzosen die Feiertage zum Jahresende mit ihren Familien verbringen können“, Gesundheitsminister Olivier Véran. Die Annahme, dass ein dreiwöchiger prventiver Lockdown etwas bringen könnte, ist reine Spekulation. Es sei im Moment unmöglich, zwei Monate in die Zukunft zu sehen, er arbeite eher von Tag zu Tag, antwortete er in der Sendung „Grand Jury “ bei den Sendern RTL und LCI.

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Mediziner fordern Corona-Maßnahmen

Doch auch Mediziner fordern angesichts der angespannten Corona-Lage in Frankreich „drastische Maßnahmen“. Ohne diese Maßnahmen würde es Frankreich mit einer zweiten Welle zu tun bekommen, die für Krankenhäuser und Intensivstationen viel schwieriger zu bewältigen sein werde als die erste, hieß es in einem offenen Brief von sieben Medizinern, der am Sonntag im „Journal du Dimanche“ veröffentlicht wurde. „Wir müssen jetzt schnell und entschlossen handeln.“ Weiter heißt es: „Unternehmen und Bildungseinrichtungen sollten nicht geschlossen werden, aber Abstandsregeln sollten strikt durchgesetzt werden.“ Nur wenn man jetzt konsequent die Maßnahmen umsetze, könne das Niveau der Epidemie wieder auf das Niveau vom vergangenen Juni gebracht werden.

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In Marseille schließen die Bistros

Harte Regeln gibt es in den nächsten Tagen die Region um die Hafenstadt Marseille. Dort müssen Restaurants und Bars für mindestens sieben Tage schließen, nachdem die Infektionszahlen zuletzt stark nach oben gegangen sind. In einer Mitteilung des Präfekten von Bouches-du-Rhône heißt es:

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„Restaurants und Bars in Marseille und Aix-en-Provence können die Öffentlichkeit nicht mehr willkommen heißen, außer für ihre Liefer- und Abholdienste.“

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Corona-Proteste in Paris

Auch Paris zählt zu den Gebieten mit erhöhtem Risiko. Dort sind die Maßnahmen allerdings nicht so streng wie in Marseille. Gaststätten und Bistros dürfen noch offen haben, müssen aber spätestens um 22 Uhr schließen. Die Maßnahmen stoßen inzwischen auf große Kritik. In Paris gingen die Wirte auf die Straße und forderten eine Lockerung der Einschränkungen.

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Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen. Der bisherige Höchstwert der täglichen Corona-Neuinfektionen wurde am Donnerstag mit 16 096 Fällen erreicht.

RKI: Das Problem sind private Feiern

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat den Eindruck bestätigt, dass viele der neuen Corona-Infektionen zumindest in Deutschland auf private Zusammenkünfte zurückzuführen sind. „Die Menschen stecken sich derzeit hauptsächlich im privaten Umfeld an, also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst“, sagte er der Welt am Sonntag. Der private Bereich spiele „die große Rolle“. Dagegen sei das Risiko einer Ansteckung in Betrieben bisher nicht so hoch, sagte Wieler. Auch in Geschäften gebe es bislang ganz wenige Ansteckungen, sagte der RKI-Chef. An Schulen gebe es mittlerweile einige Ausbrüche. Dies müsse gut analysiert werden.

Berlin warnt vor Reisen

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen

Empörung in Frankreich über verschärfte Corona-Maßnahmen

In Marseille müssen Bars und Restaurants schließen –  Frankreichs Gesundheitsminister Véran warnt vor einer kritischen Lage.

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Die Corona-Zonen in Frankreich, eingeteilt von der Regierung

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Harte Corona-Regelungen in Marseille

Frankreichs Regierung verschärft die Corona-Maßnahmen und löst damit einen Sturm der Entrüstung aus. Vor allem in der von der Pandemie besonders hart getroffenen Stadt Marseille ist der Unmut groß. Die angekündigte Schließung aller Bars und Restaurants nannte ein Regionalvertreter am Donnerstag einen „Affront“ und sprach von einer „kollektiven Bestrafung“ durch die Zentralregierung in Paris. Aber auch in der Hauptstadt schlagen die Wellen hoch. Auch dort sind neue Restriktionen angekündigt.

Regierung verweist auf hohe Zahlen

Die französische Regierung will den Protesten aber nicht weichen und verweist zur Begründung der neuen Maßnahmen auf die Zahl der Neuinfektionen im Land, die mit zuletzt gut 13.000 in 24 Stunden weiter extrem hoch ist. Gesundheitsminister Olivier Véran warnte in einer Ansprache im Fernsehen, ohne rasches Gegensteuern drohe „in einigen Wochen wieder eine kritische Lage“ in den Krankenhäusern. Die Regierung verhängte deshalb die härtesten Maßnahmen seit Ende der Ausgangssperre am 11. Mai.

In Marseille, wo von Samstag an die höchste Corona-Alarmstufe gilt, müssen alle Restaurants und Bistros schließen. Auch alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen dürfen nicht mehr öffnen, so lange sie kein „strenges Gesundheitsprotokoll“ vorlegen können. Theater und Kinos sind von den Anordnungen nicht betroffen.

Vorgehen ohne Absprache mit Paris?

Michèle Rubirola, die Bürgermeisterin der südfranzösischen Hafenmetropole, äußerte sich im Sender „BFM TV“ empört darüber, dass diese Schritte ohne jede Absprache entschieden worden seien. Sie fordert ein zehntägiges Moratorium. Es solle erst abgewartet werden, wie sich die Corona-Lage in der Stadt weiterentwickelt. Das Ministerium verweist aber darauf, dass die Corona-Lage in Marseille ist seit Wochen angespannt ist. Die Zahl der Menschen, die sich innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt dort nach Angaben der Regierung bei rund 250 – das ist fünf Mal so hoch wie festgesetze Warnwert.

Unverständnis auch in Paris

Etwas abgeschwächte Regelungen gelten in Paris, Bordeaux, Nizza und sieben weiteren französischen Großstädten. Dort sollen etwa Bars und Restaurants spätestens um 22 Uhr schließen. Aber auch dort regt sich Kritik. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo nannte das Vorgehen genauso „schwer verständlich“ wie die Schließung aller Fitnessclubs und Sporthallen.

Maskenpflicht in Unternehmen

In allen Städten mit hoher Virus-Ausbreitung sind zudem Versammlungen von mehr als zehn Menschen untersagt sowie Großveranstaltungen mit mehr als tausend Teilnehmern. Landesweit gilt überdies weiter eine Maskenpflicht in Unternehmen, Schulen und in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln. Mit fast 31.500 Corona-Todesfällen ist Frankreich nach absoluten Zahlen eines der am stärksten betroffenen Länder Europas.

Berlin warnt vor Reisen

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen