Corona Frankreich: Paris wird zur „super-roten“ Zone

Das Corona-Virus breitet sich in Frankreich weiter aus. Nun wird erwogen, etwa Paris in eine neue Gefahrenzone einzuteilen: „Super-rot“ . Das Robert-Koch-Institut hat manche Regionen in Frankreich zu Risikogebieten erklärt.

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Paris als Corona-Hotspot

In Paris wurden zuletzt 204 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert, gut das Vierfache des Corona-Warnwerts. In ganz Frankreich waren es am Dienstag erneut mehr als 10.000 Neuansteckungen binnen 24 Stunden. Am Samstag war mit rund 13.500 Fällen der höchste Stand seit Beginn der Pandemie erreicht worden.

Wieder sind neue Zonen hinzugekommen, in denen das Virus sich stark verbreitet. Gesundheitsminister Olivier Véran zog daraus die Konsequenzen. Dabei werden die „roten Zonen“ inzwischen abgestuft. So ist die Region um Marseille eine Hochrisikozone, wo sogar Bars und Restaurants geschlossen werden.

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Die Hauptstadt Paris liegt, zusammen mit einigen anderen Gebieten in einer „super-roten Zone“. Das heißt für die Hauptstadt konkret, dass ab Montag in Versammlungen von zehn Personen im öffentlichen Raum verboten. Für Versammlungen zwischen 1000 und 5000 Personen gelten besondere Regelungen. Großveranstaltungen oder auch Feiern von Studenten völlig verboten. Das hat den Grund, dass die Universitäten in den vergangenen Tagen als Infektionsherde identifiziert wurden.

Bar müssen früher schließen

Die Bars werden auch ab 22 Uhr teilweise geschlossen sein, aber die Präfekten könnten beschließen, früher zu schließen, sagte der Gesundheitsminister Oliver Véran. Turnhallen müssen ebenfalls schließen.

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, hatte schon im Vorfeld vor zu restriktiven Maßnahmen gewarnt, die das wirtschaftliche und soziale Leben beeinträchtigen würden. „Wir fordern Wachsamkeit: Wir werden noch lange mit diesem Virus leben, es muss etwas getan werden, dass das Leben noch lebenswert ist,“ erklärt Anne Souyris, stellvertretende Bürgermeisterin von Paris, zuständig für Gesundheit. Auch ein Besuchsverbot für städtische Altenheime wie in Nizza ist demnach in Paris nicht vorgesehen.

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20 Städte in Frankreich betroffen

Nach Angaben aus der Stadtverwaltung ist die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo strikt gegen Sperrzeiten für Bars und Restaurants, wie sie in Marseille und anderen Städten gelten.

Der wissenschaftliche Corona-Beirat der Regierung fordert schärfere Maßnahmen in den 20 größten Städten Frankreichs. Lyon, Bordeaux, Toulouse und Lille hatten in den vergangenen Tagen bereits verschärfte Maßnahmen angekündigt.

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Große Aufregung in Marseille

„Ich höre mit Erstaunen und Wut eine Entscheidung, zu der die Stadt Marseille nicht konsultiert wurde“, erklärte Michèle Rubirola, die Bürgermeisterin von Marseille, auf Twitter. „Nichts in der aktuellen gesundheitlichen Situation rechtfertigt diese Ankündigung. Ich akzeptiere nicht, dass die Marseillais Opfer politischer Entscheidungen sind, die niemand verstehen kann “, kritisierte sie die von Olivier Véran angekündigten Maßnahmen. Sie kann nicht verstehen, dass Marseille in eine Zone höchster Alarmbereitschaft versetzten worden ist, die zur Schließung von Bars und Restaurants führte .

Reisewarnung für Frankreich?

Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. 

Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete eine Reisewarnung ausspricht. Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen sich 48 Stunden vor oder nach der Einreise auf Corona testen lassen. Die Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Reisen und Corona-Warnungen

Hier die Informationen des Rober-Koch-Institutes zu Ländern, die von Reisewarnungen betroffen sind.

Hier die Informationen des deutschen Gesundheitsministeriums zu Einreisen aus Risikogebieten

Hier die Informationen des Auswärtigen Amtes zu Corona-Warnungen

Corona Frankreich: Die Zahlen sind Grund zur Sorge

Die Corona-Zahlen in Frankreich geben Anlass zur Besorgnis. Die französischen Gesundheitsbehörden melden einen neuen Höchstwert von 13 498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen kamen 3853 Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, davon 593 auf Intensivstationen.

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Städte verschärfen ihre Corona-Regeln

Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende und von Studentengemeinschaften organisierte Abende verboten, ebenso Aperitifs, Umtrunke und Snacks im Stehen. Untersagt werden zudem Essensplatten für mehrere, Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten bleiben zu, wie die zuständige Präfektur mitteilte. Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille haben bereits ähnliche Regeln eingeführt.

Inzwischen sind weitere Regionen in Zonen eingeteilt worden, in denen das Virus eine „erhöhte Aktivität“ auf weist. Das bedeutet, dass nun 55 Départements „rote Zonen“ sind – also weit über die Hälfte. Hinzugekommen sind:

Aveyron, Calvados, Doubs, Eure, Gers, Indre-et-Loire, Marne, la Haute-Marne, Meurthe-et-Moselle, Saône-et-Loire, Tarn, Vienne und Territoire de Belfort.

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Mehr Informationen gibt es unter diesem Link der nationalen Gesundheitsbehörde: Santé Public France

Probleme an den Universitäten

Besondere Aufmerksamkeit gilt im Moment auch dem Wiederaufnahme des Unterrichts an den französischen Schulen und Hochschulen. Sie scheinen bisweilen zu regelrechten Infektionsherden werden. In diesem Monat sind bereits mindestens ein Dutzend Infektionscluster bekanntgeworden. Während in anderen Ländern Europas vielfach weiter auf Online-Veranstaltungen gesetzt wird, ist an den Universitäten in Frankreich wieder mehr Präsenz angesagt. Angesichts überfüllter Hörsäle warnen Experten, dass die Pandemie sich unter den jungen Studenten fast ungehindert ausbreiten könne.

„Die zweite Welle ist da“

François Braun, Notfallarzt in Metz und Chef der Organisation Samu-Urgences de France, sagt zur aktuellen Situation in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“:

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„Depuis une dizaine de jours, on assiste à une augmentation assez importante de cas et cette hausse est constante de jour en jour. La seconde vague est là et il est temps de s’y préparer.“

Corona Frankreich: Oder ist es doch eine Frage der Disziplin?

Immer wieder dieselbe Frage: Was macht Deutschland besser in Sachen Corona? Eine befriedigende Antwort gibt es nicht – sie setzt sich allerdings aus vielen Faktoren zusammen. Fakt ist: in Frankreich sind wieder 10.600 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden und die Zahl der Toten liegt zum ersten Mal über jener vom Frühjahr.

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Viele Menschen auf engem Raum

Die Corona-Situation ist in Großstädten wie Marseille, Bordeaux oder Paris besonders ernst. Das lässt sich natürlich einfach damit erklären, dass dort sehr viele Menschen auf engem Raum leben. Infektionen können sich – vor allem im morgendlichen und abendlichen Nahverkehr – leicht weiterverbreiten. Die Métros sind eng und schlecht belüftet – ideale Bedingungen für ein Virus.

Eingewendet wird auch, dass Frankreich deutlich mehr Teste durchführt als noch im Frühjahr. Allerdings hinkt man mit der Auswertung der Tests sehr hinterher. Die Leute müssen stundenlang anstehen und bekommen ihre Ergebnisse dann viele Tage danach erst mitgeteilt. Experten beklagen, dass auf diese Weise Verdachtsfälle nicht schnell genug erkannt und isoliert werden können. Zu langsam auf jeden Fall, um Infektionsketten zu durchbrechen.

Kritik an der französischen Regierung

Beklagt wird auch ein Schlingerkurs der Regierung. Der Mediziner und frühere Gesundheitsdirektor William Dab kritisierte im „Journal de Dimanche“, dass Premier Jean Castex zuletzt keine wirklich starken Maßnahmen angekündigt habe, sondern nur Anpassungen. Castex wolle das Leben mit dem Virus und dem Wirtschafts- und Schulleben aussöhnen. Die Strategie Frankreichs ist immer noch nicht klar definiert – hatte man im Frühjahr noch eindeutig auf den zentralisierten Staat gesetzt und dieselben strengen Ausgangsbeschränkungen für alle verhängt, nimmt die Regierung jetzt die Regionen in die Pflicht.

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Scheitern der Quarantäne-Regeln

Doch nicht allein die Regierung kann an den Pranger gestellt werden – Probleme gibt es bei der Disziplin der Franzosen im Kampf gegen die Pandemie. Der wissenschaftliche Corona-Beirat in Frankreich hat kürzlich ein „Scheitern“ der Quarantäne-Regeln festgestellt. Auch Gesundheitsminister Olivier Véran räumte ein, die meisten Franzosen hielten sich nicht an die Selbstisolation.

Das ist zum Teil allerdings verständlich, denn viele Franzosen arbeiten in prekären Anstellungen und haben schlicht Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Auch ist es für viele schlicht nicht möglich, zuhause im Homeoffice zu bleiben. Sie arbeiten als Müllarbeiter, Parkwächter, Putzhilfen, in Supermärkten oder Restaurants.

Zu viele Partys werden gefeiert

Deutlicher wird die Kritik an den jungen Menschen und der eher bürgerlichen Schicht in Frankreich. Ähnlich wie in Spanien infizieren sich vor allem Jüngere mit dem Virus. Man geht davon aus, dass zu viel gefeiert wird. Vor allem im Sommer war das ein großes Problem. Schließlich mussten einige Gemeinden am Meer ihre Strände schließen, weil dort immer wieder Partys gefeiert wurden.

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In den französischen Medien merkt man außerdem an, dass der Mindestabstand in Frankreich bei einem Meter liegt – nicht wie in Deutschland bei 1,50 Meter. Und zur Begrüßung gehören eigentlich die Bise – also Küsschen – dazu. Auch wenn sich die Französinnen und Franzosen bemühen: Das berühmte Küsschen wegzulassen, fällt schwer. Laut Umfrage verzichten auf Wangenkuss und Händeschütteln nur noch 66 Prozent statt zuvor 92 Prozent. Laut Befragungen der nationalen Gesundheitsbehörde befolgen die Franzosen auch Ratschläge wie regelmäßiges Händewaschen inzwischen deutlich seltener als auf dem Höhepunkt der Krise Anfang April.

Nachlässiges Tragen der Maske

Auch beim Tragen der Maske werden die Franzosen immer laxer. Zwar wird von der Polizei hart durchgegriffen – die Strafe beträgt 135 Euro – doch man sieht immer mehr Menschen, die die Mund-Nase-Bedeckung nicht oder nur halb aufhaben.

Die Zeitung „Figaro“ berichtet dazu:

Près de 45.000 personnes ont été verbalisées pour non-respect du port du masque depuis le mois de mai en France, a déclaré jeudi 17 septembre le ministre de l’Intérieur Gérald Darmanin, devant une commission d’enquête sénatoriale sur la gestion de la crise sanitaire.

Probleme beim Corona-Tracking

Ein Problem ist die Nachverfolgung von Infektionsketten. Dabei sollte eigentlich die Corona-Tracking-App „StopCovid“ helfen, doch die ist – das muss man so deutlich sagen – ein Flop. Sie wurde mehr als zwei Millionen Mal runtergeladen und hat weniger als 200 Mal angeschlagen, was sogar von offizieller Seite als „lächerlich“ bezeichnet wird. In Restaurants und Bars gibt es keine Formulare, um Kontaktfälle zu identifizieren.

Corona Frankreich: Zweite Welle erreicht die Städte

Frankreich kämpft weiter gegen die zweite Corona-Welle. Konzentrierte sich die Aufmerksamkeit bisher aus Marseille und Bordeaux, kommen nun auch Lyon und Nizza in den Fokus. Sorge macht die Ausbreitung des Virus bei der Generation Ü65.

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Die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in den Städten

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Zahl der Corona-Infektionen steigt

In Lyon ist die Zahl der Infizierten in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Der Index liegt inzwischen bei fast 200 – das ist die Zahl der positiven Fälle 100.000 Einwohner. Das heißt die Zahl ist viermal höher als die Alarmschwelle von 50. Sorge macht den Verantwortlichen, dass immer mehr ältere Menschen von dem Virus befallen werden.

Dieselbe Sorge an der Côte d’Azur, wo diese Rate in Nizza nahe bei 150 liegt – auch dort steigt die Zahl bei den über 65-Jährigen. Angesichts dieser schlechten Zahlen hat der Präfekt von Alpes-Maritimes angekündigt, dass Bars und Restaurants womöglich früher schließen müssen – oder in Ausnahmefällen ganz zu machen müssen. Die Behörden scheinen bereit, ziemlich hart durchzugreifen. Auf Anordnung der Regierung müssen die Behörden und betroffene Privatpersonen in der Rhône und in den Alpes-Maritimes ab Samstag spezifische Maßnahmen vorschlagen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Der Gesundheitsminister warnt

Auch aus anderen Städten kommen schlechte Nachrichten. Rennes, Paris, Toulouse oder Dijon sind ebenfalls im Visier, wo die Indexrate drei- bis viermal höher ist als die Alarmschwelle. „Wir werden die Entwicklung der Situation in diesen Metropolen äußerst aufmerksam verfolgen“, betont Gesundheitsminister Olivier Véran. Ein genereller Lockdown kommt allerdings nicht in Betracht. Man werde versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Vorsorge und wirtschaftlichen Gegebenheiten suchen, heißt es immer wieder.

Im Département Haute-Garonne mit der Stadt Toulouse hat die Präfektur beschlossen, dass ab Samstag keine Gruppen von mehr als zehn Personen in öffentlichen Räumen zusammenstehen dürfen. Außerdem sind alle Tanzveranstaltungen verboten und auch der öffentliche Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen ist untersagt. Zudem wurde die Maskenpflicht um einen Monat verlängert.

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Appell an die jungen Menschen

Immer wieder kommt der Appell an die jungen Menschen, sich an die Hygieneregeln zu halten – da dies auch Auswirkungen auf die älteren, gefährdeten Generationen hat.

 Im Sommer stieg die Zahl der Infektionen bei jungen Menschen stark an und lag bei 140 pro 100.000 bei 15- bis 40-Jährigen. Doch offensichtlich nur bei rund der Hälfte der jungen Infizierten zeigten sich Symptome. Das Risiko ist, dass diese Jungen ihre Eltern und Großeltern infizieren, die anfälliger für schwere Formen der Krankheit sind. Genau diese Befürchtung sei nun eingetreten, erklären die Gesundheitsbehörden. Seit einigen Wochen zeigen Zahlen, dass sich die Verbreitung des Covid-Virus unter den über 65-Jährigen beschleunigt hat. „Seit August sind die Auswirkungen real und sichtbar“, sagte der Gesundheitsminister, insbesondere auf den Intensivstationen.

Die Corona-Zahlen in Frankreich – Stand 12. September 2020

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Nachtrag:

Die Zeitung „Parisien“ berichtet, dass in einem Altenheim in Roanne mindestens 50 neue Corona-Fälle entdeckt worden sind. Und auch in einem der größten Altenheime Frankreichs in Bourges mit 619 Bewohnern scheint die Pandemie zu grassieren.

Frankreichs Kampf gegen die zweite Corona-Welle

Im ganzen Land steigt die Zahl der Infektionen stark an. Ein Grund: zu häufig werden die Abstandregeln missachtet. Nun greifen die Behörden zu zum Teil harten Maßnahmen.

Kein Fahrer der Tour de France positiv

Es gibt auch eine gute Corona-Nachricht aus Frankreich. Bei der zweiten Testwelle während der Tour de France ist bei keinem Fahrer eine Infektion festgestellt worden. Das Radrennen kann also ohne weitere Ausfälle in seine Schlussphase gehen. Erstaunlich ist, dass sich der Tour-Tross scheinbar unbeschadet durch ein Land bewegen kann, in dem die Pandemie wieder massiv um sich greift. Immer neue sogenannte Cluster mit Infizierten werden identifiziert, inzwischen ist das halbe Land zur „roten Zone“ erklärt, wo sich nach Angaben der Regierung das Virus „aktiv verbreitet“. In Frankreich sind rund 31.000 Todesfälle gemeldet. Am Wochenende wurde landesweit ein neuer Höchststand von mehr als 10.000 Neuinfektionen in 24 Stunden erreicht.

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Die 42 Départements, die inzwischen in Frankreich zur roten Zone erklärt wurden

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Marseille wird zum Corona-Hotspot

Zu den Corona-Hotspots zählt Marseille, wo seit Mitte August die Zahl der Neuinfektionen steil in die Höhe schnellt. Mit zuletzt 312 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet Marseille den Corona-Warnwert von 50 um mehr als das Sechsfache. Die Behörden verhängten deshalb besonders scharfe Schutzmaßnahmen, Marseille wird damit zum Testfall für den neuen Umgang Frankreichs mit der Pandemie. Zur Sicherheit haben die öffentlichen Krankenhäuser von Marseille die Zahl der Notfallbetten für Corona-Patienten auf 139 aufgestockt, es gibt 32 Beatmungsplätze. Ein großer Teil ist bereits belegt.

Lockdown soll vermieden werden

Auf keinen Fall wird es aber einen erneuten generellen Lockdown geben. Das haben die französische Regierung und auch die Stadtverwaltung von Marseille mitgeteilt. Die Wirtschaft des Landes kämpft noch immer mit den Auswirkungen der ersten Ausgangssperre im Frühjahr, die unter anderem die Arbeitslosenzahlen drastisch steigen ließ. „Strafmaßnahmen helfen nur einen kurzen Moment“, ist die neue Bürgermeisterin Michèle Rubirola überzeugt. Die 64-jährige Ärztin setzt auf die Einsicht der Bürger, wie sie der Zeitung „Le Monde“ sagte. Das verfängt allerdings nicht bei allen. Für Kopfschütteln sorgten am Wochenende Fernsehbilder hunderter Fans des Fußball-Erstligisten Olympique Marseille, die am alten Hafen den Sieg über Paris feierten – ohne Sicherheitsabstände, viele ohne Schutzmasken. Schon im Sommer warten Virologen angesichts von überfüllten Stränden und Fußgängerzonen vor dem erneuten Aufflammen der Pandemie.

Große Sorge in den Altenheimen

Die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle ist vor allem in den Altenheimen sehr groß. Anders als in Deutschland sind dort sehr viele Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben. So sind etwa im südfranzösischen Sévérac-d’Aveyron zuletzt in wenigen Tagen sechs Senioren Opfer von Covid-19 geworden. Manche Einrichtungen haben sich bereits entschlossen, Besuche von Angehörigen stark einzuschränken oder sogar ganz zu verbieten. Grund dafür ist, dass sich zu viele Besucher nicht an die Hygieneregeln halten würden, erklärt ein Arzt. Sie würden die alten Menschen umarmen oder mit ihnen ohne Maske in einem engen Zimmer sitzen.

Universitäten im Corona-Fokus

Sorge bereitet den Verantwortlichen auch der Beginn des neuen Studienjahres. Die Befürchtung ist, dass Universitäten landesweit zu den neuen Hotspots werden könnten. Auch hier scheint weniger der Unterricht das Problem, sondern die privaten abendlichen Zusammenkünfte der Studenten und auch das Zusammenleben in größeren Wohngemeinschaften, bei dem nicht auf die Hygieneregeln Rücksicht genommen wird. Eine Fakultät in Reims wurde bereits geschlossen. Von den Universitäten in Nantes, Amiens, Nancy und Toulouse werden stark steigende Infektionszahlen gemeldet.

Inzwischen sind in Paris und anderen Städten wegen der angespannten Lage viele Großveranstaltungen abgesagt worden. In Paris fällt die internationale Kunstmesse FIAC aus, wie die Organisatoren mitteilten. Der französische Verwaltungsbezirk Nord mit den Städten Dünkirchen und Lille sagte wegen der „brutalen Beschleunigung“ der Infektionszahlen geplante Nachbarschaftsfeste sowie die Europäischen Tage des Kulturerbes an diesem Wochenende ab. Die Öffnung von Denkmälern und Kulturstätten zieht in ganz Frankreich normalerweise Hunderttausende Menschen an.

Corona in Frankreich: Sieben neue „rote Zonen“

In Frankreich werden sieben Départements neu in „rote Zonen“ eingeteilt.  Das wurde am Sonntag im  „Journal officiel“ bekanntgegeben. Dazu zählen: Corse-du-Sud, Haute-Corse, Côte-d’Or, Nord, Bas-Rhin und Seine-Maritime – und die Insel Réunion.

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Ungünstige epidemische Dynamik

Paris und die Bouches-du-Rhône waren seit dem 14. August die ersten „roten Zonen“. Dreizehn Tage später, am 27. August, erklärte Premierminister Jean Castex 19 weitere kleinere Regionen in Frankreich zu Risikogebieten. „Diese Bereiche mit aktiver Verbreitung des Virus sind hauptsächlich durch eine Inzidenzrate von mehr als 50 und eine ungünstige epidemische Dynamik gekennzeichnet“, erklärt die Pariser Generaldirektion für Gesundheit (DGS).

Die jüngsten Daten von Public Health France zeigen, dass die Inzidenzrate, das heißt die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen, tatsächlich über der „Alarmschwelle“ liegt.

Einschränkungen des öffentlichen Lebens

In den sogenannten roten Zonen kann die zuständige Präfektur Einschränkungen des öffentlichen Lebens vornehmen. Dazu gehört insbesondere die Beschränkung von Reisen. Es kann aber auch der Zutritt zu Museen, Indoor-Sportanlagen oder sogar Restaurants beschränkt werden. Für Touristen in Frankreich heißt das, dass Sie sich auf in den jeweiligen Regionen erkundigen müssen, welche Einschränkungen herrschen.

In der Region Bouches-du-Rhône müssen zum Beispiel Restaurants und Bistros um 23 Uhr schließen, Samstag dürfen bis kurz nach Mitternacht Getränke aufgeschenkt werden. Auch in Paris wird über eine solche Maßnahme nachgedacht, erklärte der Sprecher der französischen Regierung, Gabriel Attal.

Behörden besorgt über schnelle Ausbreitung

Bereits am Samstag hatten die Behörden gewarnt, dass sich das Coronavirus in Frankreich weiterhin schnell ausbreite. Innerhalb von 24 Stunden seien 8550 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. 4,7 Prozent der ausgewerteten Tests waren demnach positiv. Am Vortag war mit 8975 Neuansteckungen ein neuer Tagesrekord erreicht worden.

Auf dem französischen Festland breite sich das Virus weiter exponentiell aus, hieß es. „Die Dynamik der stark zunehmenden Ansteckungen ist besorgniserregend.“ Die Zunahme der positiven Tests könne nicht allein mit der Ausweitung der Tests erklärt werden. Seit Anfang Juli habe sich die Zahl der registrierten Corona-Patienten mehr als verdoppelt, die Zahl der Neuansteckungen liege sogar zwölf Mal so hoch wie vor zwei Monaten.
Mit fast 30.700 Todesopfern ist Frankreich eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder Europas.

Unter diesem Link kann man sich bei Géodes über die aktuellen Zahlen in den jeweiligen Départements informieren. Zu finden ist eine interaktive Grafik.

So sieht die Karte mit den aktuellen Zahlen aus.. Den Link finden Sie hier!

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Hier noch einmal eine Karte mit den Städten, in denen im öffentlichen Raum eine Maske getragen werden muss. Da fast täglich neue hinzu kommen, sollten sich die Besucher auf jeden Fall informieren, wie die Lage ist.

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Nachtrag:

Das Gesundheitsministerium registrierte am Sonntag 7071 Neuinfektionan nach 8550 Neuinfektionen am Vortag. Am Freitag hatten die französischen Behörden mit 8975 Neuinfektionen eine Rekordzahl gemeldet. Insgesamt haben sich nachweislich 324.777 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich um drei auf 30.701.

Ein Corona-Knigge für Frankreich

Was geht – und was geht nicht? Das ist im Moment die bange Frage vieler Frankreich-Urlauber. Da immer wieder Anfragen kommen, ist hier einmal in Stichpunkten zusammengefasst, wie die Regeln vor Ort aussehen. Dies bezieht sich vor allem auf die Bretagne, die Maßnahmen gelten allerdings auch in allen anderen Regionen. Ratsam ist es allerdings, sich immer zu erkundigen, wie die jeweiligen Regelungen aussehen – die können nämlich von Stadt zu Stadt anders sein. Aber immer gilt: Vorsichtig sein – und sich den Spaß am Urlaub nicht verderben lassen! 

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In Saint-Brieuc müssen in der Fußgängerzone Masken getragen werden – das gilt inzwischen auch in vielen anderen Gemeinden in Frankreich

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Zusammengestellt hat die Regelungen der Tourismusverband für die Bretagne. Dort können auch weitere Infos abgerufen werden. Das gilt auch für alle anderen Regionen in Frankreich.

 

Welche Regeln gelten allgemein für Frankreich?

Welche Abstandsregeln sind zu beachten?

Social Distancing und Kontaktbeschränkung zu außenstehenden Personen ist auch in Frankreich das Motto des Augenblicks: Zur Begrüßung verzichten wir auf Händeschütteln, Wangenküsse oder Umarmungen. Eine Distanz von mindestens 1 Meter (d. h. 4 m² um Sie herum) ist überall einzuhalten: auf der Straße, beim Spazierengehen und in allen öffentlichen Bereichen.

Wo gilt die Maskenpflicht?

Das Tragen einer Einweg- oder Stoffmaske ist in allen öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend: in Fern- und Nahverkehrszügen, in der Metro, in Bussen und auf den Fähren zu den Inseln. In Taxis müssen Masken getragen werden, falls das Fahrzeug nicht über eine Plexiglasscheibe verfügt. Seit 20. Juli 2020 gilt in Frankreich ebenfalls eine Maskenpflicht an allen öffentlichen geschlossenen Räumen wie z.B. in Supermärkten, Geschäften, Markthallen, Hotels und Museen. Einige Orte haben außerdem eine Maskenpflicht draußen eingeführt – dort, wo sich viele Menschen aufhalten wie z.B. im Außengelände der Häfen, auf Freiluft-Märkten oder in der Altstadt. In der Bretagne betrifft das zurzeit z.B. die Orte Concarneau, Locronan, Fouesnant, Quimper, Crozon und Saint-Brieuc. Informieren Sie sich am besten bei Ihrer Ankunft in Ihrem Hotel bzw. in der Tourist-Information über die aktuellen Gegebenheiten vor Ort.

 

Welche allgemeinen Regeln gelten für:

 Unterkünfte

Da die Kapazitäten in den Unterkünften beschränkt sind, um die Abstandsregelungen einzuhalten, empfehlen wir Ihnen eine Buchung im Voraus. Alle Zimmer und Räumer werden vor und während der Reinigung immer gelüftet (bitte lassen Sie daher Ihre Fenster angekippt, wenn Sie Ihr Zimmer verlassen). Außerdem werden alle Oberflächen nach der Reinigung desinfiziert. Haushaltswäsche wird bei höheren Temperaturen gewaschen, das Geschirr heißer gespült. Verzichtbare Unterlagen in Papierform und Zubehör wurden entfernt, ein Gepäckträgerservice steht aktuell nicht zur Verfügung, Die Empfangsbereiche sind reduziert. Kontaktlose Bezahlung wird wie auch in Deutschland bevorzugt.

Campingplätze

Die sanitären Einrichtungen und öffentlichen Bereiche aller Campingplätze wurden neu organisiert, wobei ein „Einbahnstraßensystem“, vorheriges Händewaschen und bestimmte Sicherheitsvorkehrungen umgesetzt wurden. Themenabende und andere Animationsangebote wurden neu gestaltet. Reinigungen finden verstärkt und häufiger statt, einschließlich von Desinfektionsmaßnahmen und der Bereitstellung von Desinfektionsgel für alle Gäste. Camper werden gebeten, eigene Oberflächen vor jedem Gebrauch selbst zu reinigen. Chlorierte Innen- und Außenpools sind zugänglich, die maximale Nutzung zu jedem Zeitpunkt darf jedoch 3 Personen pro zwei Quadratmeter Wasserfläche im Freien und eine Person pro 1 Quadratmeter bei Innenpools nicht überschreiten. Um den erforderlichen Abstand zu gewährleisten, ist es möglich, dass weniger Möbel im Poolbereich, wie zum Beispiel Liegen, zur Verfügung stehen. So können Sie immer sicher sein, dass alle Regeln eingehalten werden.

Cafès und Restaurants

Seit dem 15. Juni sind Restaurants und Cafés überall in Frankreich wieder geöffnet. Ein Abstand von einem Meter zwischen den einzelnen Tischen ist Vorschrift. Außerdem dürfen nicht mehr als 10 Gäste an einem Tisch sitzen. Das Tragen einer Maske ist für alle Mitarbeitenden Vorschrift, ebenso für die Gäste, während sie sich im Restaurant bewegen. Selbstbedienung ist zurzeit nicht möglich. In Buffetform angebotene Speisen sind geschützt. In Cafés und Bars können nur Gäste mit Sitzplatz bewirtet werden (nicht stehend an der Bar).

Tourismus-Informationen vor Ort

Hier werden folgende Hygieneregeln umgesetzt: Am Eingang steht Ihnen Desinfektionsgel zur Verfügung. Das Tragen einer Maske ist verpflichtend, im Empfangsbereich sind Wege nach dem „Einbahnstraßensystem“ vorgegeben und es darf sich nur eine begrenzte Besucherzahl in den Räumlichkeiten aufhalten. Maßnahmen zum Abstandhalten und richtiges Hygieneverhalten sind verpflichtend.

Freizeiteinrichtung, Museen usw.

Wie in anderen Einrichtungen ist das Tragen einer Maske Pflicht. Desinfektionsgel steht zur Verfügung, die Ausstellungen werden ständig gereinigt, auf wichtige Hygieneregeln wird durch Aushang hingewiesen. Oftmals ist ein Besichtigungsweg vorgegeben, um ein Kreuzen von Wegen oder Gegenverkehr zu vermeiden, Markierungen auf dem Boden ermöglichen es, die Abstandsregeln zu wahren. Die Anzahl der Buchungen ist begrenzt.

Wassersport

Wassersport wird im Freien mitten in der Natur betrieben – mit viel Luftzirkulation und Platz um Sie herum. In den Wassersportzentren und -verleihen gelten ebenfalls verschiedene Maßnahmen, um Ihnen optimale Bedingungen zu bieten: regelmäßiges Desinfizieren von Kontaktstellen mit Händen und Anzügen/Schwimmwesten zwischen jedem Benutzer, verstärkte Reinigung von Wassersportausrüstung, Abschirmeinrichtungen und Einhalten der Abstandsregeln zu Land und zu Wasser. Wer möchte, kann mit der Familie oder mit Freunden Stunden mit einem privaten Trainer buchen.

 

Welche Regeln gelten im öffentlichen Raum?

 Strände

Die Bretagne verfügt über 2.700 Kilometer Küste und zahlreiche Buchten, Strände und Platz, um Sie unter idealen Bedingungen willkommen zu heißen. An jedem Strandzugang finden Sie die einzuhaltenden Vorschriften: Richtungsvorgaben zum Betreten und Verlassen des Strandes, Abstandsregeln und alle Aktivitäten, die an diesem Strand möglich sind.

Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte

Die Hygieneregeln sind vom jeweiligen Geschäft abhängig. Grundsätzlich sollten Sie sich die Hände am Eingang mit Desinfektionsgel reinigen. Das Tragen einer Maske ist seit 20. Juli 2020 Pflicht.

Öffentliche Verkehrsmittel

Das Tragen einer Maske ist auf Fähren, in Überland- und Stadtbussen sowie in Zügen Pflicht. Zum Bezahlen in Fernbussen ist es wichtig, den passenden Betrag parat zu haben, um Rückgeld zu vermeiden. Die Verkehrsmittel werden täglich gereinigt und desinfiziert. In Bussen erfolgt der Einstieg nicht mehr durch die Vordertür, sondern, wie beim Ausstieg, durch die Hintertür.

In Bezug auf Fähren ist das Tragen einer Maske im Hafen und an Bord verpflichtend (ab 11 Jahren). In Warteschlangen und an Bord muss ein Abstand von einem Meter eingehalten werden. Halten Sie Kontaktzeiten beim Ticketkauf und der Ticketkontrolle so kurz wie möglich und beachten Sie alle Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung. Reservierungen werden dringend empfohlen.

 

Informationen zur Einreise nach Frankreich

 Darf man aus dem Ausland in die Bretagne reisen

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen zwischen Frankreich und den Ländern Europas wieder für den Reiseverkehr geöffnet. Wenn Sie aus einem EU-Land kommen, können Sie wie gewohnt individuell und ohne Formular oder Quarantäne nach Frankreich einreisen und die Bretagne besuchen. Ausnahme: Reisende aus Großbritannien, die zu einer 14-tägigen Quarantäne verpflichtet sind. Die Grenzen Frankreichs zum Rest der Welt werden ab dem 1. Juli schrittweise und differenziert geöffnet.

Was ist auf Reisen zu beachten?

Das Tragen einer Schutzmaske ist für alle Personen ab 11 Jahren in Bahnhöfen, Flughäfen und in Flugzeugen Pflicht. Die Fernverkehrszüge TGV sowie die Regionalzüge TER und die S-Bahnen RER-Angebot fahren im gewohnten Takt.

 

Genauere Informationen zur Situation in den einzelnen Gemeinden in der Bretagne sind unter diesen Adressen zu finden:

Corona Frankreich: Premier will Maskenpflicht im ganzen Land

In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Infektionen weiter an. Nun werden die Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie erneut verschärft. Zu erwarten ist, dass bald im ganzen Land Masken getragen werden müssen. 

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In vielen Städten in Frankreich müssen Masken auch unter freiem Himmel getragen werden.

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Großveranstaltungen bleiben verboten

In Frankreich bleiben wegen der Corona-Pandemie Veranstaltungen mit mehr als 5000 Menschen bis mindestens 30. Oktober verboten. Das kündigte Premier Jean Castex an. Die Beschränkung hätte eigentlich Ende August auslaufen sollen.

„In Frankreich hat sich die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 in den letzten Tagen verschlechtert“, warnte Castex. Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen nehme wieder zu. Castex kündigte außerdem an, sich an die regionalen Behörden wenden zu wollen, um die Maskenpflicht an öffentlichen Orten so weit wie möglich auszudehnen.

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Allerdings sind sich offensichtlich nicht alle darüber einig, wie die Maskenpflicht angewendet wird – oder die Regierung hat innerhalb einiger Stunden ihre Meinung geändernt. Hier äußert sich die Umweltministerin Barbara Pompili in einem Interview, nur kurz bevor der Premierminister ankündigte, die Maskenpflicht ausdehnen zu wollen.

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Maskenpflicht auch unter freiem Himmel

In Frankreich sind Corona-Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie Läden oder Restaurants Pflicht. Viele Orte, darunter auch die Hauptstadt Paris, setzen aber vermehrt auf Maskenpflicht unter freiem Himmel an bestimmten Orten.

„Welche Vorkehrungen wir auch treffen, die Wirksamkeit dieser Maßnahmen hängt in hohem Maße von jedem einzelnen von uns ab“, sagte Castex. Man müsse kollektiv reagieren, um ein Wiederaufflammen der Epidemie zu verhindern. Er stelle einen Mangel an Wachsamkeit, Disziplin und Solidarität bei einigen fest.

Frankreich ist mit mehr als 30 000 Toten in Verbindung mit Covid-19 schwer von der Corona-Pandemie getroffen. In den vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen wieder angestiegen.

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INFOS:

Kompakt-Info für Touristen aus Deutschland:

Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen.

Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt wieder leicht gestiegen, Behörden rufen im ganzen Land zur Einhaltung der Corona-Regeln auf. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht.

In mehreren Touristenorten in der Bretagne ist die Corona-Schutzmaske auch auf der Straße Pflicht.

In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind jedoch begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Eintrittskarten müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden. Viele Restaurants haben ihre Terrassen erweitert, um mehr Gäste im Freien bewirten zu können.

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Weiter Lageberichte über:

Corona Frankreich: Experten rechnen mit einer zweiten Welle im Herbst – Bald Maskenpflicht in Paris?

Zuerst die gute Nachricht: Frankreich habe die Corona-Lage unter Kontrolle. Doch Mitglieder des Wissenschaftsrates geben keine Entwarnung – im Gegenteil. Sie warnen vor einer zweite Corona-Welle im Herbst. Inzwischen reagiert auch Paris: dort soll das Tragen von Masken in bestimmten Bereichen auch im Freien zur Pflicht werden. 

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Lage könne „jederzeit kippen“

Die Experten warnen vor allem vor einem erneuten unkontrollierten Anstieg der Corona-Fallzahlen in Frankreich. Die Lage könne „jederzeit kippen“, erklärte der Wissenschaftsrat, ein Beratergremium der französischen Regierung, in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme. Die Situation sei zwar derzeit „unter Kontrolle, aber fragil“.

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Bürger haben es selbst in der Hand

Das Expertenteam unterstrich die Bedeutung von Abstands- und Hygieneregeln. „Die Bürger haben die kurzfristige Entwicklung der Epidemie zu großen Teilen selbst in der Hand“, heißt es in einer Stellungnahme des Rats, die der Regierung am 27. Juli zuging. Langfristig sei eine zweite Welle im Herbst oder Winter „sehr wahrscheinlich“. Um dies zu verhindern, empfahl der Rat den Behörden, insbesondere für die Großstädte Präventionspläne zu erstellen und die Corona-Tests zu beschleunigen.

Seit dem Ende der Ausgangssperre in Frankreich vor drei Monaten sind die Corona-Fallzahlen wieder gestiegen. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde wurden Ende Juli erneut im Schnitt rund 1000 Neuinfektionen pro Tag gemeldet. Auch die Zahl der Corona-Intensivpatienten stieg erstmals seit April wieder an.

Paris reagiert auf steigende Corona-Zahlen

In Paris wird das Tragen von Masken in bestimmten Bereichen obligatorisch, um die besorgniserregende Wiederaufnahme der Covid-19-Epidemie einzudämmen. das zumindest ist die Absicht der Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Sie hat eine entsprechende Anfrage an Didier Lallement, den Pariser Polizeipräfekten, geschickt.

„Das Tragen der Maske ist unangenehm, besonders bei heißem Wetter, aber es ist eine sehr notwendige Sache, will man die Epidemie eindämmen“, argumentiert Anne Souyris, stellvertretende Bürgermeisterin von Paris und zuständig für Gesundheit.

Die Liste der betroffenen Gebiete in Paris ist offensichtlich noch nicht vollständig festgelegt. Betroffen seien auf jeden Fall Fußgängerzonen, die Kais der Seine, die Parks und Gärten sowie die in Frankreich sehr beliebten offenen Märkte.

In Frankreich gilt schon jetzt die Regelung, dass Masken in allen geschlossenen öffentlichen Räumen getragen werden müssen. Auch im öffentlichen Nahverkehr ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht.

Maskenpflicht in vielen Städten des Landes

In Frankreich geht seit einigen Wochen bereits die Angst vor einer zweiten Welle um. Vor allem im Nordwesten des Landes steigen die Zahlen der Infektionen inzwischen wieder deutlich an. Viele Verwaltungen haben aus diesem Grund eine Maskenpflicht in den Innenstädten, Fußgängerzonen oder Parks angeordnet.

Hier eine Grafik, in welchen größeren Städten eine Maske auch im Freien getragen werden muss:

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20.08.03-MASKEN

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Deutlich ist, dass vor allem die Region Bretagne sehr viele Städte die Corona-Maßnahmen verschärft haben. Als eine Art „Hotspot“ gilt im Moment das Département Mayenne, wo besonders viele Infektionen gezählt werden. Die Verantwortlichen dort beschweren sich allerdings schon darüber, dass sie ungerechtfertigt an den Pranger gestellt würden. Die Touristenzahlen in der Region sind angesichts der Berichte über viele Corona-Fälle dramatisch eingebrochen.

Entspannt ist die Lage in der Normandie. Dort sind nur wenige neue Fälle bekannt geworden.

Belgien reagiert auf Lage in Frankreich

Die Regierung in Belgien hat aus Angst vor einer weiteren Ausbreitung des Corona-Virus im eigenen Land die Maßnahmen verschärft – und vor Reisen in bestimmte Regionen nach Frankreich gewarnt.

Genannt wird ausdrücklich das Département Mayenne. Nach einer Empfehlung aus Brüssel sind aber auch die Region Paris mit Ausnahme des Départements Seine-et-Marne, die Pays de la Loire in Westfrankreich sowie die Départements Nord, Haut-Rhin, Haute-Savoie, Meurthe-et-Moselle und Vosges. Wer dort war, solle sich auf jeden Fall für einige Tage in Isolation begeben.

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Kompakt-Info für Touristen aus Deutschland:

Touristen aus Deutschland können ohne Probleme einreisen.

Die Zahl der Neuinfektionen ist zuletzt wieder leicht gestiegen, Behörden rufen im ganzen Land zur Einhaltung der Corona-Regeln auf. In öffentlichen Verkehrsmitteln und öffentlichen geschlossenen Räumen wie beispielsweise Geschäften und Markthallen gilt eine Maskenpflicht.

In mehreren Touristenorten in der Bretagne ist die Corona-Schutzmaske auch auf der Straße Pflicht.

In Paris haben Museen und Sehenswürdigkeiten geöffnet. Tickets für viele Sehenswürdigkeiten sind jedoch begrenzt, damit Besucher genügend Abstand halten können. Eintrittskarten müssen in den meisten Fällen schon vorab online reserviert oder gekauft werden. Viele Restaurants haben ihre Terrassen erweitert, um mehr Gäste im Freien bewirten zu können.

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Weiter Lageberichte über:

Corona Frankreich: Entspannung in der Bretagne – Ruhe in der Normandie

Frankreich befürchtet eine zweite Corona-Welle. Die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen ist binnen 24 Stunden um 1377 gestiegen. Im Sieben-Tage-Durchschnitt liegt der Wert erstmals sei der ersten Mai-Hälfte wieder über 1000. Damals hat Frankreich die Beschränkungen gelockert.

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20.07.31-Karte Covid

Die Corona-Gebiete in Frankreich. Nur in der Normandie ist die Lage entspannt.

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Zahl der Infektionen steigt deutlich

Insgesamt steigt die Zahl der Infektionen nach Angaben der Gesundheitsbehörden auf 186.573. Zudem füllen sich erstmals seit 16 Wochen wieder die Intensivstationen; insgesamt mussten dort 381 Menschen behandelt werden. 30.254 Menschen starben nach einer Corona-Infektion, 16 mehr als am Vortag.

Vier Regionen sind von Corona besonders gefährdet

Die Reproduktionsrate (R-Faktor) des Virus liegt sie über 1,3 und nimmt seit dem 1. Juli stetig zu. Zur Erinnerung, Mitte Mai war es auf 0,6 gefallen.

Derzeit sind vier Regionen rot – sie weisen seit dem 25. Juli einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen auf. Dies sind Centre-Val-de-Loire, Auvergne-Rhône-Alpes sowie Occitanie und Guadeloupe. Wie schnell sich die Situation in einer Region ändern kann, zeigt sich in Centre-Val-de-Loire, das vor einer Woche von grün war und nun als rot eingestuft wird.

Entspannung in der Bretagne – Normandie bleibt grün

Der Rest von Frankreich ist in Orange, mit Ausnahme der Normandie, die in Grün bleibt. Die Bretagne, die Mitte Juli einen R-Faktor von 2,62 aufwiese und deshalb als rot eingestuft war, ist nun wieder mit orange bewertet worden. Der R-Faktor beträgt dort in der Region im Moment 1,15. Die Region Finistère wurde ebenfalls besser eingestuft. Dort wurden offensichtlich in den vergangenen Tagen einige Patienten irrtümlich als positiv getestet.
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Sehr viele jungen Menschen infiziert

Vor allem in der Bretagne zeigt sich ein neuer „Trend“ bei den Infektionen. Nach angaben der staatlichen Gesundheitsbehörde sind fast die Hälfte der neuen Corona-Infektionen bei Personen festgestellt worden, die zwischen 18 und 25 Jahre alt sind. Das ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass diese Altersgruppe sozial sehr mobil ist. Im Klartext: sie feiern Partys in Clubs oder am Stand und bewegen sich in Gruppen, ohne die Corona-Regeln zu beachten. Aus diesem Grund appellieren die Behörden vor allem an die jungen Menschen, sich an die Vorgaben zu halten. Das sind vor allem, das Tragen von Masken und die Abstandsregeln.

Ein Problem ist auch, dass diese Altersgruppe nicht immer die typischen Corona-Symptome zeigt. Das heißt, dass ein Infizierter junger Mensch das Virus weitergibt, ohne zu wissen, dass er die Krankheit in sich trägt. Das sei besonders gefährlich für ältere Menschen, die häufiger an dem Virus sterben als die Jungen. Gefragt sei hier ein großes Verantwortungsbewusstsein.

Département Mayenne bleibt das Corona-Sorgenkind

Laut der französischen Gesundheitsbehörde sind drei französische Regionen besonders gefährdet: das Département Mayenne und die beiden überseeischen Regionen Mayotte und Guyana. Sieben Regionen sind im Moment als mäßig gefährdet gelistet. Zur Gironde und den Vogesen kommen diese Woche – verglichen mit den Daten vom 23. Juli – fünf neue Regionen hinzu: der Norden, das Val d’Oise, die Haute-Garonne, die Haute-Savoie und die Ille-et-Vilaine.

Tragen von Masken im Freien

Inzwischen hat die Regierung in Paris den Präfekten in den Regionen erlaubt, das Tragen von Masken im Freien anzuordnen. Bisher muss in ganz Frankreich in geschlossenen öffentlichen Räumen eine Maske getragen werden. In den vom Corona-Virus stärker betroffenen Gebieten – vor allem im Nordwesten des Landes – muss aber auch auf Märkten oder in Fußgängerzonen ein Schutz getragen werden.
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Maskenplicht in der Bretagne

Hier ein kurzer Überblick über die Städte in der Bretagne, die eine strengere Masken-Pflicht eingeführt haben:

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  • À Saint-Brieuc, le masque est obligatoire dans le cœur de ville.  Le masque doit être porté en extérieur lors des animations culturelles et des regroupements de plus de dix personnes.
  • À Plérin également dans les Côtes d’Armor, le port du masque est obligatoire sur les marchés, sur l’esplanade et la digue des Rosaires, sur l’esplanade de Martin-Plage, sur la digue des Bleuets, sur les quais du Légué et lors des fêtes.
  • À Concarneau, dans la ville close, de 10 heures à 22 heures.
  • Dans le très touristique village de Locronan, jusqu’au 30 octobre.
  • À Saint-Malo, le port du masque sera obligatoire dès vendredi 31 juillet dans l’intra-muros.
  • À La Trinité-sur-mer, le port du masque est désormais indispensable sur le cours des quais et rue et place du Voulien.
  • Au Guilvinec, le masque est obligatoire sur le belvédère.
  • À Perros-Guirec, la communication de la ville est plus floue : „en cas de forte affluence, port du masque indispensable“, précise sa page Facebook, en centre-ville, sur la promenade de Trestaou, sur le sentier des douaniers.

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NACHTRAG zur Region Lille:

Inzwischen hat auch die Präfektur der Region um die Stadt Lille bekanntgegeben, dass in manchen Teilen der Stadt das Tragen von Masken zur Pflicht wird.

20.07.31-lille

Genauer Informationen sind auf der Seite der Präfektur zu finden (Französisch)

Covid-19 – Imposer pour ne pas reconfiner, les mesures sanitaires locales renforcées

Die Orte, an denen Masken getragen werden müssen sind:

– des zones piétonnes, permanentes ou temporaires (ex : Mc Arthur Glen à Roubaix, rue de Béthune ou rue Neuve de Lille) ;

– des zones où la circulation routière est limitée à 20 km/h considérant qu’il s’agit d’un ensemble de voies où les piétons ont la priorité absolue et sont autorisés à circuler sur la chaussée , même si des trottoirs sont présents, caractérisant les quartiers commerciaux, les centre-villes et les centres historiques ( ex centre-ville de Tourcoing, Grand-Place de Lille ) ;

– des zones caractérisées par une forte fréquentation du public ;

– des galeries commerciales, des espaces assimilés et des espaces de stationnement attenants des grandes et moyennes surfaces (ex : promenade de Flandres à Roncq, espace commercial Saint-Christophe à Tourcoing, centre commercial V2, Heron Park, espaces commerciaux de Seclin l’Epinette…) ;

– des marchés publics de plein air (ex : marché d’Annape à Villeneuve d’Ascq, marché d’Armentières ou marché de Wazemmes…) ;

– des emprises et abords, dont les espaces de stationnement, des infrastructures de mobilité et de transports (gares, métro, gares routières, aéroports, aérodromes) ;

des espaces verts urbains (parcs, jardins et espaces aménagés en bord de cours d’eau). A titre d’exemple, le parc Barbieux à Roubaix, le parc du Héron à Villeneuve-d’Ascq, le parc du Lion à Wattrelos ou encore le canal de Roubaix, les berges de la Deûle et le parc de la Citadelle.